Deutsche in den USA - Eine Auswanderertradition

Schon weit vor ihrer offiziellen Staatsgründung waren die USA, beziehungsweise die ursprünglichen Kolonien, ein attraktives Ziel für Einwanderer aus aller Welt. Eine besonders gängige Form der Einwanderung war damals die sogenannte indentured servitude, eine Vertragsknechtschaft, bei der ein Einwanderer die Überfahrtkosten in die Neue Welt bei seinem Arbeitgeber wieder abarbeiten musste. Auch Deutsche machten schon sehr früh einen beachtlichen Teil der Einwanderer aus und gründeten bereits 1681 die erste deutsche Siedlung namens Germantown, in der Nähe des heutigen Philadelphias. Seitdem gab es immer wieder Hochphasen deutscher Einwanderung, die oft mit entsprechenden sozialen oder politischen Missständen in den deutschen Ländern zusammenhingen. So traf die Großzahl deutscher Einwanderer noch vor 1920 in den USA ein, aber auch während des NS-Regimes und des Zweiten Weltkrieges fand ein brain drain statt, bei dem vor allem deutsche Akademiker und Intellektuelle in die USA flüchteten. Insgesamt war die deutsche Einwanderung so zahlreich, dass auch heute noch ein beachtlicher Teil der amerikanischen Bevölkerung deutsche Wurzeln hat.

Auswanderung heute

Mittlerweile ist der brain drain nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel, da gerade gut ausgebildete Fachkräfte und Akademiker willkommene Gäste in den USA sind und wichtige Auswahlkriterien für einen Green Card Antrag erfüllen. Als Deutscher hat man vor allem zwei realistische Optionen, für das Auswandern in die USA: eine Festanstellung mit unterstützendem Arbeitgeber, oder die Teilnahme am Diversity Immigrant Visa Program , auch bekannt als Green Card Lotterie. Im Falle einer Festanstellung wird die anfängliche Arbeitszeit in den USA in der Regel mit einem vorübergehenden Visum abgedeckt. Für Akademiker mit mindestens einem Bachelorabschluss ist dies das H-1B Visum, welches als eine der wenigen Visa auch eine spätere Beantragung der Green Card zulässt. Allerdings muss dann auch der Arbeitgeber während des gesamten Antragsverfahrens, welches sich über Jahre hinziehen kann, den Antragssteller unterstützen. Der Weg über die Teilnahme an der Green Card Lotterie ist zumindest anfänglich unbeschwerlicher, allerdings weißt die Bezeichnung Lotterie bereits auf den Glücksaspekt hin. Zudem ist zu beachten, dass man nicht direkt die permanente Aufenthaltsgenehmigung gewinnt, sondern lediglich das Antragsrecht auf eine Green Card. Dabei liegen die Gewinnchancen für Europäer momentan ungefähr bei 1:25. Egal ob wertvolle Details zur Lotterie, oder zu Visa allgemein, weitere Informationen finden Sie hier.

Weitere Möglichkeiten

Zwar gibt es noch weitere Optionen eine permanente Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, diese werden aber auf die meisten Interessierten nicht zutreffen. Dazu gehört natürlich auch die Heirat eines US-Staatsbürgers, welches praktisch gesehen der unkomplizierteste Weg wäre. Zudem haben Unternehmer und Investitoren die Möglichkeit eine Green Card zu erhalten, wenn sie mindestens $500.000 in die amerikanische Wirtschaft investieren und effektiv 5 Vollzeitarbeitsplätze schaffen. Spezielle Fachkräfte, deren Wissen oder Fähigkeiten den nationalen Interessen der USA besonders zugute kommen, haben ebenso ein besonderes Antragsrecht. Für das Gros der Auswanderungsinteressierten wird jedoch nur der Weg über einen Job im Ausland, oder die Green Card Lotterie in Frage kommen.

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