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Arbeiten in Kanada

Verfasst von Helmut Daiminger am 13 Juli, 2009 - 21:58

Arbeiten in Kanada

Die wichtigsten Informationen zum Einstieg in das kanadische Arbeitsleben finden Sie hier!

Die Sprache:

Für die meisten Berufe ist es unerlässlich, auf ausreichendem Niveau auf Englisch kommunizieren können (moderate English). Wer als Permanent Resident nach Kanada eingewandert ist, kann kostenfrei über das Programm "LINC" (Language Instruction for Newcomers to Canada ) sein Englisch verbessern. Einige Community Literacy Programs bieten auch für Temporary Residents (work und study permit holders) ESL (English as a Second Language) Kurse an. Diese Kurse können zum Teil kostenlos belegt werden.

Anerkennung der Berufsqualifikation:

Direkt nach der Auswanderung nach Kanada könnte es für Auswanderer schwierig werden, eine angemessene Arbeit zu finden, die den eigenen Berufsqualifikationen entspricht. Genauso schwierig wird es sein - ohne kanadische Arbeitserfahrung - einen Job zu finden, der den eigenen Verdienstvorstellungen entspricht. An dieser Stelle sind Geduld und Weiterbildungen gefragt.

Teilweise könnten Auswanderer auch auf das Problem stoßen, dass die eigenen Berufsqualifikationen nicht anerkannt werden. Dies ist z. B. bei den sogenannten regulated professions der Fall.

In Kanada werden einige Berufe wie z. B. Pflegeberufe, Elektriker oder Ärzte bzw. Physiotherapeuten - zum Schutz der Öffentlichkeit - von einer Regulierungsbehörde geregelt. Jede kanadische Provinz und jedes kanadische Territorium hat seine eigene Regulierungsbehörde. Möchte man in einem dieser regulierten Berufe arbeiten, benötigt man eine Genehmigung der zuständigen Regulierungsbehörde. Um diese zu erhalten, ist es zunächst erforderlich, alle Unterlagen vorzuweisen, welche dann von der entsprechenden Behörde ausgewertet werden. Gegebenenfalls sind ferner noch ein Sprachtest und eine fachliche Prüfung bzw. Weiterbildungen in Kanada zu absolvieren.

Hierzu gibt es in Alberta und British Columbia aufgrund der vielen offenen Stellen, die nicht besetzt werden können, ein Pilot Projekt (e-LMO), welches es Personen, welche in regulierten Berufen arbeiten, ermöglicht, zunächst in Kanada zu arbeiten und anschließend die entsprechenden Prüfungen zu absolvieren.

In nicht regulierten Berufen entscheidet alleine der Arbeitgeber über die Eignung der Mitarbeiters.

Jobsuche in Kanada:
 
Von Deutschland aus ist die Jobsuche über das Internet am einfachsten. Das größte kanadische Stellenportal ist workopolis. Weitere Suchmaschinen sind: Can Jobs, Monster.ca, BCJobs.ca.

Wichtig zu beachten ist, dass die Jobsuche auf eigene Faust in Kanada regelmäßig ein Problem darstellt. Worldwide Immigration Solutions unterstützen Sie jedoch gerne bei der professionellen Suche nach einem seriösen Arbeitgeber in Kanada.

Vor Ort in Kanada sollten sich Auswanderer zwecks Jobsuche an das kanadische Arbeitsamt wenden.

Arbeitsbedingungen in Kanada:

Staatliche und regionale Gesetzte schützen Arbeitnehmer durch ein hohen Maß and Mindeststandards am Arbeitsplatz. Dazu gehören ein Mindestlohn, Gesundheits- und Sicherheitsstandards und eine gesetzlich festgelegte Höchstarbeitsdauer. 

Ferner gehören zu diesen Mindeststandards auch der Mutterschaftsurlaub sowie bezahlter Jahresurlaub. 10 Tage bezahlten Urlaub können in der Regel nach einem Jahr Betriebsangehörigkeit genommen werden. Nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit werden können drei Wochen Urlaub genommen werden, sofern der Arbeitsnehmer bei der gleichen Firma beschäftigt bleibt. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden in Kanada nicht gewährt, jedoch werden Arbeitnehmer zusätzlich nach Leistung über sog. Bonus Schemes bezahlt.

Es ist in Kanada nicht unbedingt üblich, dass Arbeitsverträge ausgestellt werden. Auf Wunsch des Arbeitnehmers stellten Arbeitgeber jedoch in der Regel einen Arbeitsvertrag aus.

Richtig bewerben in Kanada:

Ist in einer Stellenanzeige E-mailadresse oder Faxnummer angegeben, ist davon auszugehen, dass eine Bewerbung auf diesem Wege erwünscht ist. Telefonanrufe hingegen sind seitens des Arbeitgebers meist nicht erwünscht!
Arbeitgeber antworten auf Bewerbungen oft nur dann, wenn der Bewerber zu einem Interview ausgewählt wurde. Ansonsten ist es in Kanada immer noch üblich und kann sogar auch von Vorteil sein, seine Unterlagen dem Arbeitgeber persönlich zu übergeben.

Die Bewerbungsunterlagen:

Das Anschreiben für die Bewerbung um einen Arbeitsplatz nennt man "Cover Letter". Dieser sollte, wo möglich, eine persönliche Anrede enthalten und die Motivation für die Bewerbung darlegen.

Im Resume werden außer dem Namen und der Anschrift, keine persönlichen Angaben gemacht. Hintergrund sind die strengen kanadischen Antidiskriminierungsgesetze. Es wird deshalb auch kein Foto im Resume beigefügt. Damit sich der Arbeitgeber ein persönliches Bild von einem Berwerber machen kann, werden außer- und nebenberufliche Aktivitäten im Resume mit angegeben.

Am wichtigsten sind persönliche Reverenzen. Namen und Anschrift von Refrees oder der Satz "available upon request" sollten am Ende des Resumes aufgeführt werden.
Ein Resume wird umgekehrter chronologischer Reihenfolge aufgebaut, wobei die zuletzt ausgeführte Tätigkeit zuerst aufgeführt wird, um dem Arbeitgeber zuerst einen Überblick über die aktuelle berufliche Tätigkeit zu ermöglichen.

 Wie sieht ein kanadischer Lebenslauf aus?

Ein kanadischen Lebenslauf ist anders aufgebaut als ein deutscher Lebenslauf. Ein einfaches Übersetzen des deutschen Lebenslaufes ist daher nicht zu empfehlen!

Referenzen:

Kanadische Arbeitgeber fragen im Berwebungsprozess anstatt nach Berufsqualifikationen oder Arbeitszeugnissen nach den Telefonnummern von bis zu drei vorherigen Arbeitgebern. Diese vorherigen Arbeitgeber werden in der Folge kontaktiert wobei sich die Personalabteilung beim vorherigen Arbeitgeber danach erkundigt, ob dieser zufrieden mit dem Mitarbeiter war. Ein "letter of reference" - (Arbeitszeugnis) ersetzt oftmals das Nennen eines Referees.

Es empfiehlt sich dringend, die vorherigen Arbeitgeber, auch die in Deutschland, über einen kommenden Anruf "vorzuwarnen". Hilfreich ist in jedem Falle die Bitte, die vorherigen Arbeitgeber um eine positive Refrenz zu bitten.

Canadian Exeperience:

Unter Candian Experience versteht man die Arbeitserfahrung, die ein Auswanderer in Kanada sammelt. Ohne Canadian Experience kann es bei der Jobsuche in Kanada Probleme geben. Sollte dies der Fall sein, ist zunächst ein (unbezahltes) Praktikum oder das Annehmen eines Volunteer Jobs in Kanada sehr zu empfehlen. Damit kann sowohl Canadian Experience nachgewiesen werden und hat dazu noch den Vorteil, einen ersten kanadischen "Referee" bei einer Bewerbungen in Kanada angeben zu können.

Über den Autor Helmut Daiminger:

Helmut Daiminger von EOS Immigration Inc. ist ein erfahrener Berater für Auswanderungen nach Kanada. Er selbst wanderte im Jahr 2000 unter  dem Federal Skilled Worker Program in Kanada ein. Helmut Daiminger ist einer der sehr wenigen Auswanderungsberater, die sowohl von der kanadischen als auch der deutschen Regierung (gemäß dem Auswandererschutzgesetz (AuswSG)) zugelassen und anerkannt sind. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@eos-immigration.ca oder www.eos-immigration.ca.

 


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