Polen: Einreise und Arbeit

Polen ist seit 2004 EU Mitglied. Die Einreise für EU-Angehörige ist durch Personenfreizügigkeit so wie überall. Beim Meldewesen und den Auflagen für die Arbeitsaufnahme erwarten Sie in Polen noch immer einige Besonderheiten.

Einreise und Aufenthalt

Deutsche können mit Reisepass oder Personalausweis einreisen.

  • Für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten müssen Sie sich innerhalb von vier Tagen bei zuständigen kommunalen Verwaltung melden.
  • Für einen Aufenthalt länger drei Monate müssen Sie sich bei der Verwaltung der Woiwodschaft registrieren lassen. Der Antrag ist spätestens nach drei Monaten ab Einreise zu stellen.
  • Die Aufenthaltsgenehmigung gilt für 5 Jahre.

Arbeit in Polen

Wichtige Ballungsgebiete sind neben Oberschlesien die Städte Warschau und Lodz. Auch Danzig (Gdansk), Sopot und Gdingen (Gdynia) gehören zu den bedeutendsten Großstädten.

Polens Wirtschaft wächst seit Jahren rasant. Auf dem Arbeitsmarkt hat sich das aber lange nicht gezeigt: zweistellige Arbeitslosenzahlen war man gewohnt. Und Polen hatte die höchste Jugendarbeitslosigkeit der EU. Doch wenn auch verzögert, so beflügelte der Boom dann doch den Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2008 bei 9,6 Prozent. Im Jahr 2017 sind es um die 10 Prozent.

Darum zogen mit dem EU Beitritt Polens viele Arbeitnehmer ins Ausland. Beliebte Ziele waren Großbritannien, Irland und die Niederlande. In Großbritannien wurden bis 2007 380.000 neue Versicherte registriert - die meisten aus Polen. In Irland gehen einige Quellen von bis zu 400.000 (polnische Arbeitnehmer und Familie) aus. Der Weggang führte zu empfindlichen Lücken auf dem polnischen Arbeitsmarkt. Dort fehlen unter anderem

  • Ärzte (20.000 Stellen), Krankenschwestern und Pflegepersonal (bis zu 60.000 Stellen, nach Zahlen der BA)
  • Ingenieure
  • Baufacharbeiter

Arbeit? Ja, aber davon wird man nicht reich.

Das klingt bis hierher nach guten Chancen für Deutsche, in Polen zu arbeiten.

Die Chancen sind da, aber Polen handelt wie die anderen EU Staaten: Für Länder, die polnische Arbeitnehmer nur mit Einschränkung bei sich arbeiten lassen, gilt in Polen dasselbe. Deutschland hat den Zugang zum Arbeitsmarkt noch nicht gelockert. Darum benötigen Deutsche bis 2007 eine Arbeitserlaubnis in Polen. Seitdem ist es ohne Arbeitserlaubnis möglich.

Der Mindestlohn in Polen liegt bei umgerechnet rund 450 Euro, kaufkraftbereinigt 750 Euro. Der Durchschnittslohn beträgt 3.982 Zloty (ca. 1.000 Euro) im Monat. Die Branchenunterschiede sind dabei sehr groß. Die Familienzulage liegt für ein Kind zwischen 48 Zloty und 68 Zloty, für Alleinerziehende mit Kind gibt es 170 Zloty zusätzlich.

Die polnische Ostseeküste von der Pommerschen Bucht bis zur Danziger Bucht ist reizvolles Ziel für Urlauber. Landschaftlich sind auch die Masuren und die Pommersche Seenplatte wie auch die Hohe Tatra und die Karpaten attraktiv und viel besuchte Ziele für Touristen. Für Auswanderer wird das nicht reichen. Die Schönheit Polens kann aber daran erinnern, dass unser östlicher Nachbar viel mehr zu bieten hat als günstige Lebenshaltungskosten.

letzte Bearbeitung: März 2017

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Kommentare

Mindestlohn 936 Z?oty??? das war einmal! 2009 schon oder nur
1276 Z?oty- kommt drauf an, aus welcher Position man das betrachtet... Zum Leben in Polen bei den hohen Energie- und Lebenshaltungskosten ist das eher ein Hungerlohn.

Ja, danke für den Hinweis. Die Städte passen da tatsächlich nicht rein :) - geändert.

"Wichtige Großstädte sind in Oberschlesien Warschau und Lodz."

Warschau und Lodz liegen nicht in Oberschlesien ;)