Auswandern nach Polen

Polen: Blick auf das alte Breslau

Das Auswandern nach Polen ist mittlerweile für 8.000 Ausländer jährlich ein Thema geworden. Die Wirtschaft zeigt ein gutes Wachstum auf. Dieses übersteigt das der östlichen Nachbarn (Russland, Ukraine, Weißrussland) bei weitem. Seit Jahren liegt Polen in der TopTen der Zielländer der Deutschen.

Steckbrief: Polen in Zahlen

DatenKommentar
Amtssprache: Polnisch--
Hauptstadt: Warschaugrößte Stadt Polens: 1,7 Mio. Einwohner
Fläche: 312.679 km²--
Einwohnerzahl: 38.562.000(2015)
Bevölkerungsdichte: 123 Einw. je km²(Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 13.394 USDnominal, #56 weltweit
Human Development Index: 0,834#35 weltweit
Deutsche im Land: 120.000Ausländer und "Eingeborene"

Die polnische Mentalität

Ich stolperte bei Recherchen zufällig über einen Satz, der meines Erachtens die Mentalität der Polen treffend zeigt. Trommelwirbel, jetzt kommt's: "Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Polen das zweiundzwanzigstreichste Land der Erde mit der einundzwanzigsthöchsten Kaufkraftparität." (Danke, Wikipedia!) Die Polen sehen eben immer das volle Glas.

Arbeit und Leben in Polen

Es gibt viele Gegensätze in Polen. Die Arbeitslosenquote ist knapp zweistellig (10%, Stand 2016). Die liberale Regierung Tusk schlug einen Weg ein, um Polen in der EU zu stärken. Sie zeigte auch international ein lange vermisstes Selbstbewusstsein. Der Kurs setzte sich mit den folgenden Regierungen fort.

Moderne polnische Städte mit westlichem Flair und Lifestyle (und Preisniveau!) sind Krakau und Warschau, auf dem Land ist es idyllisch. Mehr und mehr Erwerbslose ziehen aus ländlichen Gebieten in die Stadt. Dieser Trend führt in den Städten zu deutlich höherem Wettbewerb am Arbeitsmarkt. Lesen Sie weiter: In Polen leben - Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, Steuern, Auto und Verkehr

Warschau: Palast der Kultur und Wissenschaft
Warschau: Palast der Kultur und Wissenschaft. Die Warschauer nennen ihn "Stalintorte"; heute steht er unter Denkmalschutz (der Palast, nicht der Diktator). Im Hintergrund die Hochhäuser von heute.

Freunde und Familie

In Polen ist der Namenstag mindestens so wichtig wie der Geburtstag. Der Namenstag ist der Gedenktag (steht im Kirchenkalender) des Namenspatrons: Der Heilige, dessen Namen eine Person trägt. Sobald Sie mit Polen per Du sind, sollten Sie diese Feier ebenso wichtig nehmen. Kleiner Tipp: Greifen Sie sich einen Notizkalender und notieren die Namenstage Ihrer Freunde. Glückwünsche werden erwartet, kleine Geschenke sind gern gesehen.

Meinungsumfragen ergeben, dass die Familie für Polen der wichtigste Wert ist. Die Scheidungsrate ist im Europavergleich niedrig. Katholizismus ist weit verbreitet.

Polen und die Europäische Union

Polen ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Den Euro hat Polen noch nicht eingeführt, obwohl das eine vertraglich zum anderen gehört. Janusz Piechocinski äußerte, "Wir werden frühestens 2020 der Eurozone beitreten." (F.A.Z. vom 29.03.2017) Regierungschefin Beata Szydło hatte in der Vergangenheit moniert, dass der krisenanfällige Euro für Polens Stabilitäterwartungen zu riskant sei. Und das gegenüber Angela Merkel! Diese Skepsis überrascht, da andererseits die Geldspritze der EU nach Polen so viel Geld pumpt wie sonst nirgendwohin. Polen ist der größte Netto-Empfänger: 9,5 Mrd. Euro kamen in 2015 aus Brüssel, vor Tschechien (5,7 Mrd. Euro) und Rumänien (5,2 Mrd. Euro). Skandalös ist hierbei höchstens die Brüsseler Umverteilungswut.

Solche Zahlen ändern am Leben der kleinen Leute nichts. Die Gelder wandern vielleicht in Naturschutzgebiete, Autobahnen, Gewerbeparks oder betonierte Feldwege - in Projekte, die Touristen und Investoren bringen sollen. Und darum ist der weise Rat an Auswanderer: Rede nicht über Politik.

Polens Wirtschaft wächst

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (kaufkraftbereinigt) lag im Jahr 2013 bei 21.214 USD. Die Zahl klingt besser, als es ist, denn mit relativ hohen Lebenshaltungskosten kommt Polen damit nur auf Platz 49 weltweit. Wer auswandert, um in Polen finanziell bessergestellt zu sein als in Deutschland, muss die passende Arbeit suchen. Der polnische Durchschnittsverdienst ermöglicht ein materiell bescheideneres Leben als in Deutschland.

Löhne und Lebenshaltungskosten

Die Lohnentwicklung verläuft steil, die Lebenshaltungskosten haben sich ebenfalls dramatisch erhöht und haben bald deutsches Niveau. In den nächsten Jahren ist bei den Kosten wie Löhnen im Rahmen der EU Angleichung mit einem Anstieg zu rechnen. Mehr zu Einreise und Arbeit in Polen.

Um besser zu verstehen, was es heißen soll, dass die Lebenshaltungskosten annähernd deutsches Niveau haben, einige Zahlen. Polen hat den gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Im Vorjahr lag er bei 1.850 Zloty, das entspricht 451,- Euro. Bereinigt man die Summe nach den Kaufkraftunterschieden (in Polen gibt es für 1 Euro mehr als in Deutschland für 1 Euro zu haben ist), sind wir bei 750,- Euro. Also nochmal: Mindestlohn sind 1.850 Zloty, der Durchschnittslohn liegt bei 3.982 Zloty (ca. 1.000 Euro). Mietpreise: Im Landesdurchschnitt kostet die Einzimmer-Wohnung 900 bis 2100 Zloty, Zweizimmer-Wohnungen sind für 1100 bis 2500 Zloty zu haben. Das sind zwischen 260 bis 600 EUR. Die Preise schwanken von Stadt zu Land und von modernisierter Innenstadt zu Stadtrand. So ist dem Auswanderer nur zu raten, sich die zukünftige Wohngegend genau vor Ort anzusehen. Wie das geht? Am besten mit einem gut geplanten Erkundungsbesuch. Denn Durchschnittspreise taugen wenig, wenn sie, wie hier, über 50% schwanken.

Altstadt von Danzig
Danzig bei Nacht. In der Bildmitte das Krantor, Wahrzeichen der Stadt Danzig.

Was erwartet den Auswanderer?

Auswandern nach Polen - in was für ein Land brechen Sie da eigentlich auf? Polen hat 38 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt und mit 1,74 Millionen Einwohnern größte polnische Metropole ist Warschau. Ethnisch betrachtet ist Polen ein sehr homogenes Land. 97% der Bevölkerung sind Polen. Die größten nationalen Minderheiten sind Deutsche, Ukrainer und Weißrussen - alles im Promillebereich. Deutsche Auswanderer ohne Familie in Polen haben wahrscheinlich einen schweren Stand. Denn die Kehrseite der homogenen Bevölkerung ist: Niemand ist an Ausländer im Nachbarhaus gewöhnt. Und wenn es dann gerade ein Deutscher ist ...

1. Trends in der Wirtschaft

28 Prozent der Polen arbeiten in der Landwirtschaft, die aber nur 3,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Das ist keine polnische Spezialität, sondern eine der Branche; in den meisten Ländern ist das Verhältnis ähnlich. 26 Prozent arbeiten in der Industrie und mit 45 Prozent nahezu die Hälfte der Erwerbstätigen im Dienstleistungsgewerbe.

Diese nüchternen Zahlen zeigen die Kontraste Polens, aber auch den Strukturwandel zu einem modernen Wirtschaftsland. Der Dienstleistungssektor wird daher in den nächsten Jahren der stark wachsende sein, während in Landwirtschaft und Industrie Stellen abgebaut werden.

Bekannte Internetunternehmen haben Niederlassungen in Polen, unter anderem Amazon, Google und Microsoft. Auch wenn das im Arbeitsmarkt kaum aufällt, bringen solche Niederlassungen viel fürs Image des Standortes. Weniger aufsehenerregend, dafür in der Bilanz erfreulich sind die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland und Österreich (Nr.3 für Auswanderer).

Deutsche Einwanderer sollen - notwendige Qualifikation vorausgesetzt - gute Chancen auf Management- und Führungsstellen haben.

2. Polnisch als Fremdsprache

Gute Nachricht für deutsche Auswanderer: Polnisch sprechen ist im Beruf nicht überall erforderlich - aber besser leben Sie, wenn Sie die Sprache beherrschen. Ein Polnisch-Sprachkurs hilft. Ansonsten ist Englisch die erste Fremdsprache für Polen. Obwohl viele Polen jahrelang in der Bundesrepublik oder weiter im Westen arbeiten, sprechen sie wenig Deutsch. Die, die ich kennengelernt habe, verstehen manchmal sehr viel und kurz darauf kein Wort Deutsch. Seltsam :) Wer auswandert, sollte sich also nicht darauf verlassen, dass Polen des Deutschen mächtig sind. Und er sollte es zugleich nie ganz ausschließen. Kurz und gut: Wenn Sie nicht nur zum Arbeiten in das Land gehen, gibt es keine Alternative dazu, die Landessprache zu lernen. Denn bedenken Sie: der Alltag wird belastend sein, wenn Sie nicht zumindest Grundkenntnisse der polnischen Sprache haben.

Polen für Expats

Für Auslandsarbeiter empfehlen sich Warschau und die Großstädte Stettin, Danzig und Breslau. Dort sind die internationalen Unternehmen, dort finden deutsche Expats die besten Stellen und eine dazu passende Umgebung.

Polen für Rentner

Ganz Polen ist attraktiv, wenn Sie Polnisch sprechen und/ oder Familie in Polen haben. Für den Rest der Deutschen schlage ich die grenznahen Gebiete vor. Warum? Es sind höchstens 40 Kilometer bis nach Deutschland. Das ist gut für manche Einkäufe oder falls Sie einen deutschen Arzt aufsuchen wollen. Im Grenzgebiet gibt es viele Pendler und Grenzgänger und darum sprechen dort viele Polen Deutsch.

Einreisebestimmungen

EU-Bürger können ohne politische Barrieren nach Polen auswandern. Zur Einreise genügt ein gültiger deutscher Personalausweis oder Reisepass. Allerdings hat Polen die Freizügigkeit der EU begrenzt: Es wird eine Arbeitserlaubnis benötigt. Personen, die Arbeit suchen, werden von polnischen Arbeitsmarktservices unterstützt.

Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis

Ein Aufenthalt ist ohne Visa für 90 Tage möglich. Wollen Sie länger bleiben, benötigen Sie eine Erlaubnis. Wenn der Aufenthalt länger als 3 Monate dauert, ist der EU-Bürger verpflichtet, seinen Aufenthalt registrieren zu lassen. Der Antrag auf die Registrierung des Aufenthalts ist persönlich (!) im Büro des zuständigen Woiwoden zu stellen. Der entspricht in etwa dem Ministerpräsidenten eines Bundeslandes in Deutschland - großer Bahnhof für einen kleinen Verwaltungsakt. Im Amt ist zur Feststellung der Identität Reisepass oder Personalausweis vorzulegen. Arbeitnehmer benötigen außerdem einen Beschäftigungsnachweis oder schriftliche Zusage des Arbeitgebers über die Einstellung.

Um in Polen arbeiten zu können, benötigt der Einwanderer eine Arbeitserlaubnis. Diese kann in Polen beim Arbeitsamt beantragt werden und gilt für 6 bis 12 Monate.

Ihr erster Schritt sollte sein: kontaktieren Sie die polnische Botschaft in Berlin. Dort erfahren Sie alle Details zum Arbeitsvisum. Vorteil: Wenn Sie dann in Polen sind, müssen Sie sich weniger um bürokratische Fragen kümmern.

Bevor Sie losziehen

Ich weiß, es geht beim Auswandern um mehr als um Geld. Aber da man Geld genau zählen kann, bleibe ich doch mal nur dabei. Und stelle die Frage: Welches Land ist das billigste in der EU, wenn man Mieten, Lebensmittel, Restaurant - alles zusammen nimmt? Das billigste Land in der EU ist dann Bulgarien (mehr im Interview): Dort bezahlen die Menschen nicht einmal halb so viel, wie im EU-Durchschnitt. Platz Zwei geht an Polen - hier liegt das Preisniveau bei 58 Prozent des EU-Durchschnitts. Danach folgen Ungarn und Tschechien.

Webtipps

letzte Bearbeitung: 30.03.2017

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Kommentare

na ja, Durschnittsgehalt in Polen beträgt 3033 zl umgerechnet (1 EUR = 4,00 Zl) 758,25 EUR (Quelle http://gospodarka.gazeta.pl/gospodarka/1,69866,5032742.html).
Hier noch ein Zitat aus Wikipedia: "Eine Studie des Magazins Wprost hat ergeben, dass die Gesamtausgaben der polnischen Bevölkerung die Gesamteinnahmen beträchtlich übersteigen, gleichzeitig aber ihre Kapitalersparnisse stetig wachsen. Dies ist nur damit zu erklären, dass viele Bürger ihre Einnahmen nicht den Finanzämtern melden."
Damit kann man auch erklären warum die Polen selbst die Grundstückspreisen so nach oben treiben.

Ich bin auch aus Polen und seit 20 Jahren lebe ich in Deutschland, möchte aber auch nach Polen zurückkehren.

Hallo zusammen.
Über mich: 35 Jahre alt und gebürtiger Deutscher.
Derzeitiger Verdienst: 4000zl
Ausgaben für Wohnung:2 Raum 48qm- 1258zl
Ausgaben für Essen: 800zl
Spritkosten bei 11km einfach zur Arbeit: 450zl
Telefonkosten:200zl
Fahrzeugkredit: 1200zl

Ausgewandert bin ich vor einem Jahr nach Polen.
Wie ihr seht reicht das Geld hinten und vorn nicht, da ich aber Spesengelder monatlich in Höhe von ca 300 Euro/ 1200zl bekomme, kann ich mich grad so über Wasser halten.

POLEN hat sich in den letzten 10 Jahren massiv geändert hinsichtlich der Verhaltensweisen der Menschen untereinander..ich sehe da kaum noch nen Unterschied zu Deutschland.
Soziales Netz: bei Arbeitslosigkeit 6 Monate 640 zl
Kindergeld(hab nen kleinen Sohn) 0zl
Frau ohne Arbeit da ein Kindergrippenplatz soviel kostet, dass kein zl übrig bleibt. Kosten ca 800 zl+Fahrtkosten etc.

Wenn man in Polen einigermassen leben will, sollte mann locker 6000 zl mit Partner zusammen verdienen...ansonsten sieht es da eher dunkel aus.
Ich arbeite derzeit über 280 Std. im Monat, da bleibt kaum noch Zeit für privates und Rücksicht nimmt auch kaum einer drauf...
Wie man sieht, haben sich die Unterhaltskosten fast dem deutschen Niveau angepasst... nur sehe ich durch die Dienstreisen sehr viele Unterschiede hinsichtlich Kosten von Konsumgütern.. die bekomme ich in Deutschland um einiges günstiger!!!

Wer in POLEN leben will, sollte sich diesen Schritt sehr gut überlegen!!!
LG Seb

Hallo, seit ca. drei Jahren lebe und arbeite ich in Polen, vorher habe ich über 20 Jahre lang in Niedersachsen gelebt. Nach zwei Umzügen und zwei Jobs wohne ich aber immer noch mit derselben Ehefrau in Posen.

Direkt nach meinem Studium habe ich mich dazu entschieden, nach Polen zu gehen und fand auch direkt einen Job in einer deutschen Tochtergesellschaft. Vorzugsweise habe ich nach einer Stelle in einem global operierendem Unternehmen, bzw. einer Tochtergesellschaft einer deutschen Firma oder eines auf dem deutschen Markt operierendem polnischen Unternehmen gesucht. Bei den Vorstellungsgesprächen half mir die Sprachkompetenz (deutsch und polnisch), die Kenntnis des deutschen Marktes, sowie meine Mobilität. Negativ wird von den Personalchefs vor allem die fehlenden Kenntnis des polnischen Marktes angesehen, deshalb sollte man sich dazu bereits vorher Gedanken machen.

Die Entlohnung wird recht offen diskutiert und basiert oft auf einem Basisgehalt erhöht um eine Erfolgsprämie. Dieses Schema ist weit verbreitet in polnischen Unternehmen und deshalb sollte man die Diskussion über die Gehälter in Polen differenziert betrachten. Das Durchschnittsgehalt ist sicher sehr niedrig, nur für einen Auswanderer sollte dieses kein Maßstab sein, wichtig ist, dass man seine persönliche (Job-) Kompetenz in die Gehaltsverhandlungen einbringt ohne zu vergessen, dass z.B. deutsche Unternehmen nicht nach Polen „gehen“ um die in Deutschland üblichen Löhne zu zahlen!

Bitte verzeiht mir die saloppe Aussage, aber wenn man in Polen kellnern möchte, dann sollte man sich die Auswanderung aus Deutschland doch gut überlegen. Vom Tellerwäscher zum Millionär wird man eher woanders. VG GW

Hallo,
zur Information für alle Auswanderer, der Verdienst von 650 Euro ist etwas sehr übertrieben.
Möglicherweise gibt es Leute, die in Warschau so viel verdienen,aber im Landesinneren kann mann schon zufrieden sein mit (Maurer) 250 Euro,(Kellner) 200 Euro im Monat.
Aber trotzdem lässt es sich mit einer Rente (500 -600 Euro) gut leben hier. Miete für eine 2 Zimmer Blockwohnung kostet etwa 200 Euro.

Hallo GW,

das ist genau das, wovor ich mir viele Gedanken und sorgen mache. Polen an sich gefällt mir sehr, aber dort zu leben und arbeiten schreckt mich davon ab. Es ist sicherlich sehr schwer, um sich deren Lebensstil und deren Mentalität anzupassen, obwohl man selbst Pole ist. Meine Frau würde sehr gerne wieder zurückkehren und Deutschland gefällt ihr nicht, aber wenn wir dann doch noch nach Polen auswandern, dann vermute ich, dass es das selbe für mich wird, also ist es somit keine Lösung um beide Partner zufriedenzustellen, oder? Wo hast du in Deutschland gewohnt und wo wohnst du jetzt in Polen. Was machst du denn beruflich? Wenn du magst, kannst du mir direkt eine Email zusenden (chaosxx24@aol.com).

Gruss
G. a. H.

Hallo, ich stimme Deinen Ausführungen voll zu. Auch ich bin in Polen geboren, habe dann aber 20 Jahre lang in Deutschland gelebt und lebe seit drei Jahre mit meiner Frau in Polen. Meine Frau ist Polin und deshalb habe ich mich dazu entschlossen unsere berufliche Perspektive nach Polen zu verlagern. Nun leben und arbeiten wir seit 3 Jahre in Polen und aus der heutigen Sicht kann ich jedem empfehlen sich eine Auswanderung sehr gut zu überlegen, vor allem, wenn man vordergründig wegen des (Ehe-)Partners auswandert. Probleme sind in diesem Zusammenhang vorprogrammiert und eine gemeinsame Rückkehr nach Deutschland wird häufig vom Partner abgelehnt. Die Gründe dafür sind vielfältig und ich möchte hier keine psychoanalytische Bewertung machen aber für deutsche Staatsbürger, sowie für gebürtige Polen, die aber viele Jahre in Deutschland gelebt haben, ist die Umstellung und Anpassung viel schwieriger zu bewältigen als für den noch vor kurzen in Polen lebenden Partner. Zweifel an der Auswanderung nach Polen, sowie Gedanken zur Rückkehr nach Deutschland, die jeden einmal ins Bewusstsein kommen, werden vom Partner oft nicht verstanden und irgendwann steht man dann vor der Wahl…Das sollte man bei allen seinen Überlegungen mit einbeziehen.
VG
gw

Hallo zusammen,

habe mir das Ganze durchgelesen und wollen auch meine Meinung und Erfahrung dazu leisten.

Schon mal alleine nur deswegen auswandern, weil es dort "günstiger" sein soll, finde ich für ein Unfug. Die Preise steigen rapide an, und was wird, wenn in Polen € als Währung sein wird?

Wenn man nicht gerade ein Millionär ist, ist doch Beruf/Job die Grundlage für eine Auswanderung, oder? Ich finde auch, dass man schon etwas für das Land empfinden soll. Wir müssten und dort wohlfühlen und auch mit dem Gedanken spielen, dort den Rest des Leben zu verbringen. Die Sprachkenntnisse sind auch, finde ich, unvermeidbar.

Ich bin ein gebürtiger Pole, lebe aber seit über 20 Jahren in Deutschland. Erst seitdem ich mit einer Polin verheiratet bin, habe ich wieder Kontakt mit Polen aufgenommen. Es hat sich seit damals sehr viel verändert, vor allem verbessert. In jedem Land gibt es Vor- und Nachteile. Ich finde es schlimm, dass es in Polen kaum Autobahnen gibt und dass deren Fahrstil sehr aggressiv ist, wodurch sehr viele Unfälle entstehen, bei einer Apotheke wird nur ein sehr geringer Anteil durch die Krankenkasse übernommen. Ich will damit sagen, dass es viele Fälle geben wird, mit denen man viel später konfrontiert wird.

Da meine Frau ihre ganze Familie in Polen hat, hat sie immer wieder große Sehnsucht und würde am liebsten wieder zurückgehen (ist eigentlich nur wegen mir in Deutschland). Sie hat in Polen ihren Magister gemacht und findet in Deutschland keine "normale" Stelle und die Unfreundlichkeit gegenüber den Ausländern in Deutschland, lassen wir außen vor.

Ich spiele jetzt auch mit den Gedanken auszuwandern (vorwiegend wegen meiner Frau), aber auch weil mit das Land gefällt und gefallen hat, ich mag die Freundlichkeit der Menschen, deren Mentalität, die Gebundenheit der Familien, aber auch die noch für sich gelassene Natur. Ich bin aber erst auf der Suche nach einem recht guten und sicheren Arbeitsplatz, falls ich ihn finden sollte, dann werde ich dann auch auswandern.

Man soll sich diesen Schritt daher sehr gut und lange überlegen, dazu gehört Vernunft und Entschlossenheit. Man muss aber auch etwas riskieren, um am Ende glücklich zu sein.

Daher euch allen "Auswanderern" alles Gute

LG
G. a. H.

Hallo ihr Auswanderer

Ich hab auch vor zum nach Polen auszuwandern, ich bin verheiratet und habe 3 Kinder .Ich habe die chance Beruflich nach Polen für 2 Jahre nach Kalisz zu gehen ,aber wir finden kein Haus oder Kindergartenplatz . das ist echt der Hammer kann uns da jemand Helfen wäre super.hier meine email

Rainer_Riede@yahoo.de

Wir wissen nicht weiter,kann jemand kontakt aufnehmen

servus...
ich kann derzeit zwar noch nicht viel zu den vorrangehenden themen beitragen, möchte aber aus interesse die seite am laufen halten und meinen senf dazugeben ;-) und auch gerne meine erfahrungen teilen...

meine freundin und ich planen seit ca. einem jahr, deutschland zu verlassen.
hintergrund ist in erster linie die deutsche mentalität: leben um zu arbeiten, anstatt arbeiten um zu leben. Neid, missgunst, wachsende ignoranz, steigendes potential an dummheit, spiesigkeit,… mir würden noch mehr einfallen… aber darum geht es ja nicht.
ich habe lange zeit in italien gelebt und gesehen/ erlebt, dass es auch anders geht.
lange zeit haben wir uns auf norwegen beschränkt bzw. orientiert, jetzt kommt aber aus folgenden gründen noch polen hinzu:
#
erste persönliche bekanntschaften in polen(schlesien) gemacht...(halten wir für gaaaanz wichtig für einen neustart im fremden land.)
#
näher an deutschland… (uns geht es ja nicht in erster linie darum soweit als möglich wegzukommen, sondern unsere lebensumstände zu ändern)

kurze infos zu uns:
männlich, 38 jahre, tischler/ schreiner und kaufmännische ausbildung als reiseverkehrskaufmann und weiblich, 27 jahre, metzgereifachverkäuferin

jetzt ein paar fragen, in der hoffnung auf beantwortung…
1.
hat jemand bereits erfahrung mit beruflicher selbstständigkeit in polen gemacht und welcher art sind diese?… (ich möchte hier keine idee vorgesetzt bekommen, die hab ich bereits)
2.
wie steht es mit den beruflichen möglichkeiten für deutsche?… ich gehe davon aus, dass polnischkenntnisse vorausgesetzt werden…
3.
welche varianten der unterkunft sind möglich… bzw. wie gestalten sich die chancen auf mietobjekte im ländlichen bereich?

für weitere infos jeglicher art bin ich sehr aufnahmefähig ;-) und freue mich schon über rege beiträge und gerne auch mails
grüße
mario und alex

Hallo!

Es ist viel richtiges gesagt worden. Ich habe in den 90ern und Anfang dieses Jahrzehnts rund zwei Jahre in Polen gewohnt und gearbeitet - Lublin, Warschau. Jetzt wohne und arbeite ich im D-PL Grenzgebiet bei Frankfurt (Oder).

Ich kann auch nur den Rat geben, sich vorher genau umzuschauen und mit dem auswandern keinen Schnellschuss zu machen. Immer wieder begegnen mir Leute (Deutsche), die vor 15-20 Jahren mal in Polen waren und von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit etc. schwärmen. Die gibt es, ich habe sie auch kennengelernt. Ich habe aber auch den Eindruck gewonnen, dass sich in den letzten 10 Jahren auch sehr viel verändert hat - vor allem in den Städten. Dem reinen "Businessauswanderer" mag das zugute kommen. Er findet oftmals die gleiche Umgebung / die gleichen Geflogenheiten, wie in jeder anderen westeuropäischen Großstadt. Andere fallen aber auch ganz schnell auf die Nase, wenn sie feststellen müssen, dass man in Polen nicht auf sie gewartet hat und dort - insb. unter jungen Leuten - ein imenser Konkurrenzdruck /-kampf herrscht, den ich in weiten Teilen als mindestens so intensiv wie bei uns einschätzen würde (nur das er u.U. noch durch Sprachbarriere und fehlende Mentalitätskenntnisse ergänzt wird). Ich denke Polen - wie die meisten mitteleuropäischen Staaten - präsentiert sich heute (zumindest in den Städten) oftmals sehr viel extremer als Leistungsgesellschaft als in Deutschland. Man ist was man hat - und soziale Unterschiede treten durch das schlechte Sozialsystem ungleich deutlicher hervor.
Hinzu kommt, dass ich bei Behördengängen früher heilfroh war, ortskundige Leute dabei zu haben. Selbst hier im unmittelbaren Grenzgebiet liegen Welten zwischen der Arbeitsweise der deutschen Behörden und der polnischen. Das muss nicht immer schlecht sein, aber ich würde unterm Strich die deutschen Behörden i.d.R. schon als sehr viel serviceorientierter bezeichnen (und das will schon was heißen). In Deutschland sind die Behörden durch Zertifizierungsmaßnahmen immerhin ansatzweise auf den Trichter gekommen, dass sie ein Dienstleister sind. In Polen habe ich - auch in jüngster Zeit - leider allzu oft die Erfahrung gemacht der dumme Bittsteller zu sein.

Das alles sind Sachen, die sollte man bedenken oder tunlichst vorher mal austesten. Insbesondere die Idee - mit bloßem Blick auf die Kaufkraft - seine Rente in Polen verbringen zu wollen halte ich vor dem Hintergrund für mutig. Außerdem: Wenn man im nicht Euro-Raum von einer Euro-Rente leben will, sollte man immer bedenken, dass man den Kursschwankungen unterliegt. Das heißt: Die Rente ist nicht mehr stabil! Mal angenommen, Sie haben rund 3.000 Euro zur Verfügung. Gegenwärtig wären das ca. PLN 13.400. Im August letzten Jahres waren es ca. PLN 9.700. Das heißt eine Dynamik von 20-25% innerhalb von gut einem halben Jahr. Wenn der Zloty schwächelt kann das gut sein, es kann aber auch in die andere Richtung gehen, was es vor der derzeitigen Situation die letzten Jahre tat.

Zu den Zahlen der anderen Beiträge ist viel gesagt worden. Um die "persönlichen" Eindrücke mal statistisch zu untermauern hier vielleicht ein paar Links:

Immobilienpreise:
http://www.bauindustrie.de/europa/artikel/Wohnungsbau_Polen.pdf

Steuern:
http://www.polen-rechtsanwalt.de/html/polnisches_steuerrecht.html

Nun zu meinem Anliegen:

Ich hatte überlegt in Frankfurt (Oder) ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Aber irgendwie tue ich mich hier mit der Mentalität etwas schwer und die Entwicklung der Immobilienpreise in den letzten 10 Jahren spricht mir auch nicht unbedingt Mut zu hier Kapital anzulegen. Von daher liebäugele ich damit mir auch polnischer Grenzseite ein Grundstück zu kaufen und es zu bebauen. Wohl gemerkt: Arbeiten werde ich (erst mal noch) auf deutscher Seite, Meine Freundin auch.

Weiß jemand um die Möglichkeiten eine Hypothek für selbstgenutztes Wohneigentum in Polen zu beantragen? Entweder bei einer Deutschen Bank oder als Ausländer bei einer polnischen Bank (ca. Konditionen wären nett). Ich weiß, dass ich Wohnriester auch im Ausland nutzen könnte. Gibt es irgendwelche polnischen Förderprogramme (so wie hier die KFW-Kredite), von denen ich als Ausländer auch profitieren könnte (und seien sie auch zweckgebunden, z.B. für energiesparendes Bauen o.ä.)? Auf Häuser bis 300m² zahlt man meines Wissens nach bis Ende 2010 eine vergünstigte Mwst. von 7% (statt 22). Gilt das auch für Ausländer?

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