Inwiefern sich Social Media als Job für Auswanderer eignet

Digitale Nomadin

(Gastbeitrag von Keyvan Haghighat Mehr)

Neue Orte entdecken. Neue Menschen und Kulturen kennenlernen. Nicht mehr tagein-, tagaus in dasselbe Büro fahren, dieselbe Aussicht haben. Davon träumen viele Menschen – diejenigen, die ihre Träume umgesetzt haben, sind als »digitale Nomaden« in der ganzen Welt unterwegs oder komplett in ein anderes Land ausgewandert. Die Umsetzung ist jedoch nicht immer einfach, denn: Einen Beruf finden, der Spaß macht und außer einem Laptop und einer stehenden Internetverbindung nichts weiter benötigt, ist nicht ganz leicht zu finden. Social Media Marketing jedoch könnte genau das sein, was den Ausweg bietet.

Goodbye Deutschland Teil 1: Welches Land passt zu mir?

Andere Länder, andere Sitten. Australien, Neuseeland und Amerika gehören zu den beliebtesten Auswandererzielen, aber „billig“ ist das Leben dort nicht. Möchte man günstiger wegkommen, sollte man lieber in den asiatischen Raum auswandern, was jedoch (meist) mit größeren Sprachbarrieren verbunden ist. Hier lohnt es sich, tief in sich hineinzuhorchen und die Vor- und Nachteile genau abzuwägen.

Ist das Wunschland erst gefunden, beginnt die Jobsuche und diese lässt viele Menschen an der Idee »Auswandern« zweifeln. Bei Festanstellungen im Ausland fehlt oft die Anerkennung der Zeugnisse und der bisher gemachten Berufserfahrung.

Goodbye Deutschland Teil 2: ein Blick auf den Kontostand

Sie können natürlich ganz ohne Rücklagen in das Abenteuer starten, ratsam ist das aber nicht. Als Selbstständiger weißt man nie, ob die Auftragslage im Folgemonat noch genauso gut ist, oder man ein paar Wochen überbrücken muss. Außerdem muss man in einigen Länden (wie zum Beispiel Australien) genügend Budget vorweißen können, damit zumindest das Flugticket in die Heimat gesichert ist. 5.000 – 10.000 € klingen zwar im ersten Moment nach viel Geld, sichern Ihnen aber die Übergangszeit, die man braucht um ein Business aufzubauen.

Wieviel man tatsächlich pro Monat spart, hängt natürlich vom aktuellen Job und dem damit eingehenden Gehalt ab. Aber auch durch kleine Dinge, wie das Verkaufen von unnötigen Möbeln und Kleidungsstücken, mehr zu Fuß gehen anstatt die Bahn zu nehmen oder dem Einkaufen beim Discounter anstelle von teuren Supermärkten, lässt sich der monatliche Sparbetrag schon beachtlich steigern. Das Projekt „Goodbye Deutschland“ rückt in greifbare Nähe.

Digital Durchstarten als Social Media Experte

Der Entschluss des Auswanderns ist gefasst, jetzt muss nur noch der richtige Job her. Doch das, was im Ausland angeboten wird, passt nicht zu den eigenen Vorstellungen. Die Lösung: Den Job gleich mitbringen, unabhängig von Ort und Zeit arbeiten. Social Media ist hier der Bereich, der dafür hervorragend geeignet ist.

Der Vorteil von digitalen Jobs ist jedoch nicht nur die freie Zeiteinteilung, sondern auch die Unabhängigkeit vom jeweiligen Arbeitsmarkt – insbesondere dann, wenn die Kunden aus der Heimat (Deutschland beziehungsweise Europa) kommen.

Das Einkommen richtet sich nach den deutschen Standards und die Urlaubsplanung müssen Sie nur mit sich selbst abstimmen. Ein weiterer Vorteil von Jobs im Bereich Social Media ist die Unabhängigkeit, was den Arbeitsplatz betrifft. Solange der Akku voll ist und das Internet funktioniert, steht dem Arbeiten nichts im Weg.

Welche Fähigkeiten sind für die Selbstständigkeit im Bereich Social Media wichtig?

Da sich Social Media in die Kette der Kommunikationsberufe einreiht, muss man alle Fähigkeiten mitbringen, welche auch in der klassischen Kommunikationsbranche vorausgesetzt werden. Das bedeutet Kommunikationsbereitschaft, ein gutes Gespür für Trends sowie Kenntnisse in den Bereichen Fotografie, Bildbearbeitung und Text. Zusätzlich sollte man die wichtigsten sozialen Netzwerke kennen und natürlich am besten auch regelmäßig nutzen.

Welche verschiedenen „Arbeitsbereiche“ es im Bereich Social Media gibt, zeigt folgende Auflistung:

  • Social Media Manager. Sie sind für die sozialen Netzwerke, in welchen Unternehmen vertreten sind, verantwortlich. Hier reagieren sie nicht nur auf Fragen und Kritik, sondern planen und veröffentlichen auch Kampagnen, um die Aufmerksamkeit für das Unternehmen zu steigern sowie neue Kunden zu generieren.
  • Community Manager kümmern sich um den Auftritt der Unternehmen in den sozialen Netzwerken.
  • Sie entwickeln Ideen, setzen diese um und pflegen die verschiedenen Plattformen. Außerdem – und das ist die Hauptaufgabe – moderieren Sie die Beiträge der User und sind die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden. Fragen und Kritik der User, bekommen die Community Manager meist als Erste zu Gesicht.
  • Online Redakteur. Als Online Redakteur ist man für sämtlichen textlichen Inhalt verantwortlich. Dieser kann sowohl für Webseiten, aber auch für die Social-Media-Kanäle und Blogs sein. Hier fällt die analytische Komponente, welche der Social Media Manager übernimmt, weg. Die Arbeit ist rein kreativer Natur.

Für den Schritt ins Ausland, ohne festen Job, ist es wichtig, ein Polster für schwere Monate zu haben und die Selbstständigkeit schon im Heimatland anzustoßen, damit der Sprung ins kalte Wasser ein wenig angenehmer ist. Die Auswahl an digitalen Jobs ist riesig und allein die Möglichkeit, auf das Meer zu schauen anstatt auf kalte Betonmauern, trägt zur Produktivität bei. Auf die leichte Schulter nehmen darf man das Vorhaben jedoch nicht. Wie alles im Leben, braucht auch dieser Schritt entsprechende Vorbereitung. Wer besser plant, ist klar im Vorteil.

Über den Autor

Keyvan Haghighat Mehr
Position: Inhaber, Geschäftsführer
Keyvan Haghighat Mehr betreibt mit großem Erfolg die Social Media- und Content Marketing Agentur media by nature in Hamburg. Er bietet seinen Kunden maßgeschneiderte Social Media- und Content Marketing Konzepte, die sich vor allem in Form von Nachhaltigkeit und Transparenz charakterisieren.

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