Warum auswandern? 20 gute Gründe

3000 Auswanderungswillige wurden gefragt: Warum wollen Sie die Koffer packen? Hier die Ergebnisse. .

Warum will ich meine Koffer packen?

Auswandern ist oft eine existentielle Entscheidung. Es geht dabei häufig um grundlegende Fragen wie Zukunftsperspektiven oder eine neue Herausforderung. Die Vorstellung, dass Auswanderer dort leben möchten, wo andere Urlaub machen (idyllisches Haus, Ruhe und Sonne), bestätigt nur einer von 13 Befragten. In der folgenden Tabelle sehen Sie die Umfrageergebnisse.

AussageGrad der Zustimmung
Ich sehe hier für mich keine Zukunft mehr.21,3%
Ich will mehr Sonne, mildes Klima (mehr Lebensqualität). 15,9%
Ich will einen Neuanfang, eine neue Herausforderung.13,8%
In Deutschland ist vieles festgefahren - Bürokratie, Gesetze ...12,7%
Mich reizen andere Lebensumstände, Menschen und neue Aufgaben.11,5%
Ein idyllisches Haus, Ruhe und Sonne locken mich.7,3%
Weiß nicht/ andere Gründe17,5%

Die Daten stammen aus einer Internetumfrage, von März 2008.

Der Oberlehrer

Warum auswandern?

Was spricht dafür? Lassen Sie die Antworten einmal in Ruhe auf sich wirken. Wo gehen Sie mit? Was lehnen Sie ab?

  1. weil es um Ihr Leben geht.
  2. weil sich Leistung in diesem Land immer weniger lohnt.
  3. weil in Deutschland Reformen nicht nur schwierig sind - sondern systematisch blockiert werden. Reform impossible!
  4. weil "Sicherheit" das Lieblingswort der Deutschen ist.
  5. weil Wettbewerb immer riskant ist.
  6. weil Fortschritt und Erfolge - für den Einzelnen wie für die Gesellschaft - nie im 'sicheren' Sparmodus kommen.
  7. weil die Politik Bürokratie und Sozialstaat fördert - und damit die Wirtschaft vergrault und die Bürger ausblutet. Glauben Sie noch daran, dass Ihre Abgaben wirklich Ihre Zukunft absichern?
  8. weil die Regulierungswut Phantasie und neue Ideen systematisch verhindert. Keine Treppe ohne TÜV. Kein Bleistift ohne DIN Norm. Kein Fahrrad ohne Reflektoren. Kein Auto ohne Warnweste.
  9. weil die Leier "Sie müssen flexibel, kreativ und mobil sein" oft nur eine Worthülse ist.
  10. weil es hier zulande anrüchig ist, wenn man mehr als fünf Arbeitsplätze im Lebenslauf nennt.
  11. weil Gleichheit und Gerechtigkeit verwechselt wird. Es darf z.B. keine Arbeitslosen geben. Koste es, was es wolle.
  12. weil nach der Fußball-WM kaum einer weiß, worauf verdammt man hierzulande stolz sein könnte.
  13. weil die Zukunft als bedrohlich gilt: Jobs, Rente, der Staat verarmt. Das sind sich selbsterfüllenden Prophezeiungen und die wirken. Das wird jeder Psychologe bestätigen.
  14. weil man schon an der Uni nicht für Leistung und Schnelligkeit belohnt wird, sondern bestraft.
  15. weil "überqualifiziert" ein Argument ist, einen Job nicht zu bekommen.
  16. weil Wir erst 2038 wieder Weltmeister werden (sagt die Statistik).
  17. weil die Inflation alles auffrisst, was die Steuern übrig lassen: 6 Monate im Jahr arbeiten für den Fiskus. Bei Einführung des Euro wurde DM in € 2:1 getauscht, heute sind die Preise nominell gleich.
  18. und weil es - zum Glück - Alternativen zu diesem Land gibt.
  19. weil Sie auswandern können, wohin Sie wollen.
  20. weil neben all diesen Antworten auf die Frage, Warum auswandern? zu fragen ist, Warum hier bleiben?

Und nun ein ganz anderes Thema. Kennen Sie den ...?
"Worte und Taten müssen in der Politik zusammen passsen." (Angela Merkel) - Das Problem dabei ist wohl eher, sie passen perfekt zusammen: das Eine ist so bedeutungslos wie das Andere.

Auf der nächsten Seite finden Sie noch mehr Gründe zum Auswandern.

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Kommentare

Auch ich plane bald auszuwandern. Das einzige, wofür mir Deutschland noch nützlich sein wird, ist die "Angesehenheit" der deutschen Berufsausbildung im Ausland.
Und jedes mal, wenn ich in einem Gespräch äußere, ich werde auswandern, bekomme ich als Antwort, wie naiv und dumm das doch sei und wie zwecklos, da es in anderen Ländern ja auch nicht anders aussieht.
Nun, wenn es in anderen Ländern auch nicht anders aussieht (woran ich nicht glauben kann und auch nicht will, weil es schlicht und einfach nicht stimmt), dann kann ich nur sagen: Gute Nacht Welt und alle, die sie bevölkern!
Kritik an Deutschland zu äußern ist zwecklos. Jeder Punkt vom jeweiligen Gesprächspartner wird entweder bestritten, schön geredet oder ignoriert.
Diskutieren können die Deutschen, doch ändern wird sich dadurch auch nichts! "Macher" sind die Deutschen in diesen Punkten sowieso nicht.
Eine Liste zu erstellen für Gründe warum ich(!) auswandern will, wäre sinnlos, weil sich kein Ende finden würde.
Jetzt werden sich sicherlich bald "Hater" (gegen mich) finden, doch das wird mein Kommentar nur belegen!

Hallo Holger,

ich bin 48, Maschinenbauingenieur, lebe in NRW.
Du hast Recht: Einmal in Hartz IV gibt es kaum eine Chance mehr und mit 52 noch einen neuen Job finden ist in diesem Land kaum möglich. Ich meine einen Job, von dem man leben kann.

Ich arbeite schon lange nicht mehr in meinem Beruf, war auch schon arbeitslos, habe mich dann aber selbständig gemacht und mir selbst etwas aufgebaut.

Zwar in einem ganz anderen Bereich, aber es geht mir ganz gut, weil ich keine hohen Ansprüche habe.

Mit Frau und zwei Kindern wirst Du mit Hartz IV mehr Einkommen haben als in einem Angestelltenverhältnis als Ingenieur... es sei denn, Du warst vorher in der Geschäftsleitung tätig und hast monatlich eine fünfstellige Summe verdient.

Die doppelte Moral in Deutschland ist folgende:

Dieselben Leute, die mich vorher belächelt und missachtet haben, weil ich arbeitslos war, haben heute Respekt, nachdem ich erfolgreich selbständig bin.
Nur: Solche Leute brauche ich heute auch nicht mehr !

Wenn ich in 5 Jahren Deutschland verlasse, hat das nichts mit Geld zu tun und ich suche im Ausland auch keinen Job.
Das hat ganz andere Gründe.

Ich bin auch eher ein Aussteiger als ein klassischer Auswanderer.

Na ja, ich wünsche Dir trotz Arbeitslosigkeit eine gute Zeit und Erfolg bei der Jobsuche.

Freundliche Grüße

Eagle

Hallo,
ich muss hier, nachdem ich so viele Kommentare gelesen habe, welche im Gesamtbild ein einziges Jammerzeugnis darstellen, einfach mal meine Meinung loswerden.

Geht es uns in Deutschland wirklich so schlecht, dass wir gleich in ein ''besseres'' Land flüchten müssen?
Der Lebensstandard hier ist doch in Ordnung!

Ich habe mich auch mehrmals schon mit dem Thema ''Auswandern'' auseinandergesetzt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich auf jeden Fall hier bleiben möchte. Hier gibt es alles, was wir brauchen... nicht alle Länder unterstützen ihre Arbeitslosen, in anderen Fällen bekommen diese weitaus weniger als wir (um ein Beispiel zu nennen;)).

Dieses ewige Rumgejammere ist echt unerträglich!
Ich habe auf einer anderen Seite, die sich mit der Thematik des Auswanderns beschäftigt, einen Satz gelesen, der mir die Augen geöffnet hat: ''Statt vor unseren Problemen wegzurennen, sollten wir hierbleiben und versuchen, diese zu lösen!''

Also, denkt lieber nochmal gründlich darüber nach, ob Deutschland wirklich so unglaublich schlecht ist, bevor ihr bereut, dieses Land verlassen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Hallo.
Ich bin ein 52 jaehriger Ingenieur und Maschinenschlosser aus Wiesbaden, Frau, 2 - Kinder, 3 - Katzen: Also "Normalo"!.
Nach einem Unfall (1 1/4 Jahr krank gewesen)von dem ich absolut genesen bin, nun arbeitslos.Ich habe allein in den letzten 4 - Tagen "314" Bewerbungen quer durch die Republik geschrieben, um bloss nicht in Hartz IV zu fallen. 3 Tage habe ich ueberhaupt nicht geschlafen sondern mich mit Kaffee und 5 - Minutenspaziergaengen ums Haus "wachgehalten". Warum: Weil Mein ALG I im Februar auslaeuft und ich dann in Hartz IV falle.
Dann habe ich kein Geld mehr mich zu bewerben. Ein Internetanschluss ist ja im Regelsatz nicht vorgesehen! Also muss ich jetzt mitten in der beschissenen Winterszeit meine Chance nutzen. Das bloedeste dann haben die meisten Firmen Urlaub. Die Weihnachtszeit kostet mich etwa 2 Monate wo nichts laeuft.
Sicher hatte ich Vorstellungsgespraeche: Bisher 5. Alles "Dummschwaetzerfirmen" fuer die ich mein Fahrgeld hinausgeworfen habe. Auch diese sagten ab.
"Auftrag verschoben, erst naechstes Jahr wissen wir mehr, nie mehr was von gehoert, ...".

Nun zu Dir.
Mein Tipp:

Verlass nicht ohne Geld die BRD!!!
Wovon willst Du leben? Nicht alle Laender zahlen "Hartz IV"!!!

Ich wuerde jenes erst tun, wenn ich mir von Deutschland aus einen Job im Ausland organisiert haette!

Da bleibt dir fast nur das Internet mit seinen E-Mail Bewerbungen.
Vom Arbeitsamt kannst Du keinen Jobvorschlag erwarten! Ich habe jedenfalls noch nie gehoert, dass jemand so zu Arbeit gekommen ist.

Mit besten Wuenschen
Holger Petzel

Einen schönen guten Tag, 1949 ist die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden als demokratischer Staat. 1990 übernahm man die DDR und hörte das Wort "Freiheit" vielerorts.

Aber ist Deutschland heute ein freiheitliches Land ?

Nun, da habe ich meine Zweifel.

-Schulpflicht
-Wehrpflicht
-auch gesunde Menschen können in Deutschland jederzeit unter Zwangsbetreuung gestellt werden, wenn Ärzte falsche Gesundheitszeugnisse ausstellen und Richter das Recht beugen - und ich habe es erlebt das es so ist und den Verursachern (Arzt / Richter) passiert überhaupt nichts

Das System in Deutschland basiert nicht auf der Idee, dass das einzelne Individuum best-mögliche Lebensmöglichkeiten bekommt, sondern beruht darauf, die Menschen zu bevormunden und zwar durch Ämter, Behörden, Justiz, etc.

Deutsche Produkte sind super, keine Frage. Aber in diesem Land stimmt etwas nicht mehr in Justiz und Politik.

In Deutschland bestimmen Gutachter und Lobby-Gruppen was läuft und pragmatische, bodenständige, bürgernahe Lösungen welche unkompliziert und fair sind rücken in die Ferne.

Da aber immer zwei Seiten dazugehören, ist die Obrigkeitshörigkeit mancher Deutsche Teil des Problems.

Persönlich betroffen und entsetzt bin ich als nachweislich gesunder Mensch (37 J. alt) darüber, dass JEDER in Deutschland unter rechtliche Zwangsbetreuung gestellt werden kann - auch wenn es noch so sinnlos ist und für die Betroffenen enormes Leid bedeutet, wird es trotzdem gemacht...

Also an alle, die in Deutschland bleiben wollen:
Vielleicht entrechtet Sie irgendwann im Alter mal ein deutscher Amtsrichter (weil es ihm gerade mal so passt!)

Oder Anträge bei Behörden stellen, ...und, und, und...

Nee, ich denke das es freiere Länder gibt, welche sich nicht anmaßen, ohne Not massiv in die Belange der Menschen hineinzureden.

Aber was erzähle ich hier eigentlich, jeder kann zum Bürgerbüro / Stadthaus gehen und sich abmelden in Deutschland - Moment mal: jetzt will der deutsche Staat von Ihnen wissen wohin Sie ziehen... . Meine Empfehlung: tragen Sie einfach folgendes ein: "in die freie Welt".

Jeder soll die Möglichkeit haben, das beste aus seinem Leben zu machen, solange es keinem anderen bzw. der Umwelt schadet.

Schöne Grüße von Christof

Weiter so! Die Idee des Auswanderns spornt schon unsere philosophischen Fähigkeiten zu höchster Leistung!
"Warum bin ich hier und nicht wonders?! Woher komme ich, wohin will ich, wozu bin ich?"
Die Frage des Woher und des Wohin ist allemal von der Frage des "Wozu" untergeordnet!

"...non a esser bruti
ma per seguir virtute e conoscenza!" (Dante, Divina Commedia)

Also Dante meint, wir sind nicht dazu geschaffen, um als Tiere, oder besser als "unförmiges Leben", unser Dasein zu Fristen, sondern um Tatkraft (Schaffenskraft) und Erkenntnis zu folgen!(Es läßt sich schlecht "virtus" mit "Tugend" übersetzen, da dies Wort im Deutschen ihr ursprünlichen Sinn eingebüßt hat!)
In den herkömmlichen christlichen aber auch islamischen wie indischen Kulturen war Armut eine "virtus", eine Tugend, weil es ein gottergebenes,dem reellen Sein zugewandtes Leben, das fern von der Macht und der mit ihr verbundenen Unwahrhaftigkeit lag - In Deutschland ist heute Armut Objekt von Scham und Schande,- Grund der Scham, für den, der sie erleidet, weil sie nicht als eine biographische Selbstwahl angesehen wird, sondern als eine Selbstverschuldung gegenüber sich Selbst und dem Staat- und wer sich gegenüber der Staatsräson versündigt ist des Teufels, weil der Staat im Verlauf der Säkularisierung im deutschen Herzen und Tun an Gottes Stelle getreten ist!
Schande für die Mitmenschen, die auf die Armen herabsehen: der deutsche Blick schielt gewöhnlich nach unten, überkreuz sieht er links und rechts nur das, was von der staatlichen Schatztruhe hinabsickert - sein Untertanengeist verwehrt ihm ein Blick nach oben, wohin die Güter dieser Welt schwindet!

In Italien sang Pavarotti trotz Mafia, deutschen Touristen, und neapolitanischer Müll:
"Voglio vivere così,
col sole in fronte!"
"Ich will so leben, genauso,
mit der Sonne im Gesicht!

So long for today! Nächstes Mal erzähle ich euch, wie es aus enem Land der " Dichter und Denker" dank des weitverbreiteten Negativismus zu einem Land der "Richter und Henker" kommen konnte!

Ich lebe gerne in Deutschland und beteilige mich heftig an den verschiedenen politischen Debatten.
Ich habe in Kanada geheiratet, lebe etliche Monat im Jahr in Finnland und habe beruflich viel im Ausland zu tun. Ich pendle regelmäßig zwischen Deutschland und Finnland und ich habe folgendes festgestellt: überall gibt es nette Menschen, überall hat man Chancen aber auch überall gibt es Bürokratie, Hürden, Widerstände - weil das die normale Systematik des Lebens ist.
Wer im Stande ist Chancen zu erkennen und zu nutzen, kann dies in Deutschland ebenso gut tun wie in Kanada, Finnland, Polen oder Schweiz.
Wer dies nicht kann, wird überall an (seine eigenen) Grenzen stoßen. Meckernde Arbeitskollegen oder Nachbarn, die eine Kommentierung zur Höhe deines Rasens abgeben - die gibt es wirklich überall. Geschwindigkeitsübetretungen waren für mich in Kanada und in Finnland auf jeden Fall teuer als in Deutschland. Clash of Culture - auch ein nettes Thema.
Für eine dauerhafte Auswanderung sprechen nach meiner Einschätzung eher innere Gründe z.B. die Liebe zu Einsamkeit, Landschaft und Natur, die sich in einem dichtbesiedelten Gebiet wie Deutschland oder Niederlande eher schlechter realisieren lassen oder die Verlagerung des Lebensmittelpunkts (Partner, Familie) oder einfach die Neugier auf das Andere.
In diesem Sinne wünsche ich jedem, dass er/sie auch ohne Auswanderung viele Erfahrungen sammeln kann und so zum Kosmopoliten wird - dann ist der Wohnort schlicht egal.

Hallo,

dem Kommentar kann ich zustimmen, aber...

1.Es geht bei dem Thema auswandern nicht nur ums Geld.
2.In Deutschland kann noch so viel passieren, die Leute
werden nicht wie z.B. in Frankreich auf die Straße gehen
und protestieren.
3.Als Einzelner kann ich nichts verändern (das habe ich
in den letzten 20 Jahren vergeblich versucht)
4.Es ist richtig, dass in den Slums von Manila auch
gestresste Gesichter zu sehen sind und es ist in
materieller Hinsicht sicher aus unserer westlichen
Sichtweise katastrophal arm.(Ich habe inzwischen mehrere
Jahre dort in Manila verbracht)
5.Ganz ohne Geld geht es nirgendwo auf der Welt.

Das stimmt schon alles,aber...

...was ich als eigentlichen Grund für die Absicht auszuwandern habe, ist die Mentalität hier.
Hier gibt es weder einen gesellschaftlichen Zusammenhalt, noch nachbarschaftliche Hilfen...was ich meine ist, dass hier jemand ein halbes Jahr tot in seiner Wohnung liegen kann und der Nachbar,eine Tür weiter erst aufmerksam wird, wenn der Geruch nicht mehr auszuhalten ist...oder der Umgang mit alten Menschen in den sogenannten Seniorenheimen.

Der Respekt voreinander nimmt mehr und mehr ab, die Jugend
verroht und wird immer oberflächlicher.
(Es gibt immer Ausnahmen..sicher)

Wir jammern auf einem unglaublich hohem Niveau. Eigentlich haben wir alles um zufrieden zu sein...sind es aber nicht.
Warum eigentlich ?

"Armes-reiches Deutschland" hätte besser gepasst.

Ich will Deutschland nicht schlechtreden, aber es gibt
Dinge, die den meisten von uns gar nicht mehr auffallen oder
einfach als "Normal" hingenommen werden, die nicht in Ordnung sind.

Der WERTEVERLUST ist für mich ein Hauptgrund zum Auswandern.

Und der LUXUS DER EINFACHHEIT.

Mir wurde als Kind immer vermittelt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe..

Das alles ist nicht leicht zu erklären und würde wohl ein Buch füllen...ich habe jedoch jeden Tag das Gefühl, mein Leben wird hier immer unerträglicher...das mag daran liegen, das "Verzicht" und "arm sein" für mich nie negativ belegt waren.
Ich war jedenfalls wesentlich glücklicher, (auch hier in Deutschland), als ich fast gar nichts hatte, keine Firma, kein Auto, weniger Geld...aber das ist hierzulande sehr schwer zu vermitteln, das Glück nicht viel mit materiellen Dingen zu tun hat.
Am ehesten werden es Menschen verstehen, die schon einmal
schwere Krankheiten durchgemacht haben und danach wieder
gesund wurden...

Und: Ja ich würde dem Autor auch finanziell helfen auszuwandern...um die Frage zu beantworten.

Ich könnte noch zur Lektüre ein Buch empfehlen:
Dale Carnegie Titel:"Sorge dich nicht-Lebe"

Armes Deutschland - Trilogie

Diesen Kommentaren folgend, stellt sich mir das gesamte "Ich will Auswandern" - Dilemma dar. Einer will weg, weil er offensichtlich nicht in der Lage ist, seine materiellen Lebensbeduerfnisse abzusichern. Einer sagt, dass es woanders auch nicht sehr viel "anders" ist. Einer sehnt sich - materiell unabhaengig - nach mehr Lebensqualitaet/Lebensfreude.
Nehmen wir das wertungsfrei zur Kenntnis, dann wird klar, wie vielschichtig die Motive sind, die jemanden zum Verlassen seines bisherigen Umfeldes veranlassen koennen.

Unbestritten ist materielle Absicherung einer der Grundpfeiler unserer Existenz. Das zu leugnen, waere mehr als blauaeugig und wirklichkeitsfremd. In der heutigen Zeit heisst das nun einmal "Kohle", "Geld", "Zaster" oder wie immer wir das nennen wollen.

Aber selbst das Entrinnen oder auch "Auswandern" stoesst auf finanzielle Barrieren. Jedes Ticket, jede Bahnfahrkarte, jeder Voucher kostet naemlich etwas von diesem vielgeschmaehten und - leider - die Welt regierenden "Zeug".
Die brutale Wirklichkeit ist, dass - wenn ausreichende finanzielle Absicherung vorhanden ist - jeder Platz auf diesem Planeten zum Traumziel und "Paradies" werden kann. Damit im Hintergrund gibt es nur aeusserst wenige Beschraenkungen.
"Hast Du nichts, dann bist Du nichts" - einer dieser Saetze, die mir noch aus meiner Kindheit gelaeufig sind und - trotz der Veraenderungen in unseren heutigen Gesellschaften - erstaunlich und beaengstigend wenig von ihrer Bedeutung verloren haben. International ist das auch nicht anders. Die Unterteilung in Have und Have-not ist so aktuell wie immer.

Jedes Land/Regierung/Oekonomie wird die wirtschaftlich Staerksten selektieren und versuchen, fuer diese Schichten attraktiv zu erscheinen ( dass Deutschland zugegebenermassen dagegen verstoesst, ist ebenfalls traurige Realitaet und fuehrt zu Verzerrungen, die mittel- und langfristig aeusserst unangehme Folgen haben werden ). Auch das "arbeitende Fussvolk" wird - wenn es um Auswandern in ein anderes Land geht - sorgfaeltig begutachtet und ausgewaehlt. Nach Verwertbarkeit.

Das Thema "Menschlichkeit" spielt dabei - wenn ueberhaupt - nur eine untergeordnete Rolle. Gaebe es ein Land mit garantierter Lebensqualitaet/Lebensfreude - wir waeren alle in Nullkommanichts auf dem Weg dorthin, oder?

Wer ohne finanzielle Deckung den Absprung versucht wird sich im Kreise der am meisten verletzlichen und wehrlosesten "Arbeitnehmer" wiederfinden. Egal wie, die Rechnungen kommen rein und muessen bezahlt werden, ein Weg muss gefunden werden, den - wieder - vielgeschmaehten Zaster aufzutreiben. Sonst landen wir naemlich auch - wieder - beim Punkt Null. Egal wo, das Rad dreht sich immer gleich...

Auswandern ist heute zu einer Industrie geworden, in der Profit generiert wird und die Leute anspricht, die sich das leisten koennen. Berater, Spediteure, Anwaelte, Agenturen etc. - die engagieren sich sicher nicht aus Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft, sondern weil damit etwas zu verdienen ist. Der Markt ist kreiert und wird bedient. Ein Beduerfnis wird erschaffen und gleichzeitig befriedigt. Wer nicht zahlen kann, faellt durch die Roste. Aber Hauptsache ist, dass Wege gezeigt werden, um "dahin zu kommen, wo es besser ist".

Nach Wegfall des Paragraphen 144StGB treibt dieses "Marketing" ungeahnte Blueten. Wo kein Klaeger, da kein Richter. Die haeufig erheblichen Nachteile der "Ziellaender" werden naemlich tunlichst nicht erwaehnt! Die Begruendungen fuers Auswandern grenzen an Polemik!
" Weil es woanders besser ist" - nach welchen Kriterien wird das bemessen? Wird die Empfindung des Einzelnen - sich oft in einer Minoritaet befindenden - als Massstab herangezogen? Der Beweis fuer eine solche Behauptung kann - auf Fakten beruhend - schwerlich angetreten werden ( siehe Kanada ). Der Ausweg heisst HOFFNUNG FUETTERN!
Waere es nicht mit ein wenig schriftstellerischem Talent moeglich, selbst die Arktis als "Zielland" anzupreisen? Argumente wuerden sich reichlich finden...

UND WO GENAU IST DAS NUN? DIE DEMOKRATISCHE REPUBLIK SORGENFREI? DIE VEREINIGTEN STAATEN VON LEBESCHOEN? DAS KOENIGREICH HAPPYGOLUCKY?
Leider ist dieses Nirvana nicht existent. Nirgends.

Hier wird vom Autor "Eagle" das Beispiel Phillippinen angegeben. Das Bestreben der Menschen dort, ihr Land aufgrund der wirtschaftlichen Umstaende zu verlassen, ist ausgesprochen hoch. Die Menge der Asiaten, die in anderen Laendern ein besseres finanzielles Umfeld suchen, wird ebenso staendig groesser. Die haben Sehnsucht nach einer "Vollkaskoversicherung" und sind gerne bereit, ihre "Bambushuetten" zu verlassen. In den Slums von Manila findet sich bestimmt auch das eine oder andere "gestresste Gesicht"... Begehrte Billigloehner mit Minimalanspruechen - das ist, was sie sind.

Wenn wir aus Deutschland weggehen, dann nehmen wir etwas mit, das wir nicht mehr los werden: Das Eingestaendnis, nicht in der Lage zu sein, unser Umfeld unseren Beduerfnissen entsprechend zu veraendern. Das "Zur-Schau-stellen" eigener Machtlosigkeit. Ist es nicht die Faehigkeit der Spezies Mensch, Umgebungen zu veraendern und zu adaptieren?
Schuldzuweisungen sind ueberfluessig - es werden eh immer andere Schuld sein, NICHT ICH. Wenn wir das schon in Deutschland mit uns machen lassen, wie sieht es dann in fremden Laendern aus?

Warum hierbleiben? Weil wir Veraenderungen herbeifuehren koennen. Weil Bequemlichkeit nicht mit Hilflosigkeit gleichzusetzen ist. Weil nur das "Ueber den Tellerrand des eigenen Ich's schauen" notwendig ist, ein Leben in Deutschland wieder zu dem zu machen, was es lange Zeit war. Wollen wir wirklich warten, dass sich diese Emporkoemmlinge des neuen Geldadels dazu herablassen, dem Poebel wieder einige Kruemel unter den Tisch zu fegen? Stoert es niemanden, dass - selbst wenn "Gesetze" eingehalten werden - das moralische und ethische Recht eines Volkes seit Jahren verletzt wird? Erst werden mit Steuergeldern gigantische "Bail - Out" - Summen finanziert, jetzt schanzen sich die Herren Vorstaende und Manager wieder enorme Boni und Stimuli zu? Wollen wir noch lange den Mund dazu halten? Halt, die paar Euro Hartz - Erhoehung machens natuerlich...kolossal!

DAS ENGAGEMENT JEDES EINZELNEN IST GEFRAGT! WEG MIT DEN SCHEUKLAPPEN!

Migration hat es schon immer gegeben, und das ist auch gut so. Wenn aber dieser normale und kreative Prozess noch durch Panikmacherei und "Geschaeftssinn" in eine Art "Massenflucht" eskaliert, dann ist das einer gewinneinbringenden Manipulation zu verdanken, der wir aeusserst kritisch gegenueberstehen muessen.

Die Propaganda von Auswandererseiten ist entgegengesetzt den Rueckwandererzahlen. Fuehren wir uns das vor Augen, bleibt festzustellen, dass das, was der Einzelne an "Erfahrungen" gemacht hat, auf jeden Fall einem Anderen die Taschen fuellte.
Die Mehrzahl der "enthusiastischen Auswandererblogs" sind nach ca. 2Jahren trocken, die Realitaet hat gegriffen, die Euphorie ist vorbei. Das Phaenomen ist, das die Authentizitaet bei Zustandsbeschreibungen haeufig zuallererst floeten geht. Frohes Auswandern!

Abschliessend eine hypothetische Frage an den Autor "Eagle" ( ich bitte darum, nicht offensiv verstanden zu werden ):
Waeren Sie bereit, dem Autor von "armes Deutschland" vom 12. August d.J. finanziell bei seinem Auswanderungsunternehmen zu unterstuetzen? Obwohl die Zielstellung offensichtlich nicht dieselbe ist, das "arme Deutschland" wollen Sie ja beide verlassen.

Das Geschriebene ist mir zu negativ. Ich habe erst in UK gewohnt und jetzt Skandinavien. Mein Resümee zum Thema Auswanderung oder Auslandsaufenthalt(so nenne ich das) ist, daß man persönlich wächst. Ich habe mich weiterentwickelt, habe einen anderen Blick auf Deutschland bekommen und sehe viele Dinge im Beruf und im Privatleben in anderen Zusammenhängen. Gleichzeitig bin ich selbstbewußter und entspannter geworden. Dafür hat sich dem Umzug ins Ausland gelohnt.

Also würde ich schreiben: weil es den Horizont erweitert und einem hilft die Welt mit anderen Augen zu sehen.

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