Arbeitskosten in der EU

In der Europäischen Union treiben die Neumitglieder das Tempo an. Das zeigt sich auch in den Arbeitskosten der EU. Die östlichen Mitgliedsstaaten fangen (fast) bei Null an und steigern sich rasant. Die reichen Industrieländer entwickeln sich langsamer.

Im europäischen Vergleich ist Deutschland noch immer teuer. Der Anstieg der Arbeitskosten fiel 2007 aber geringer aus als in allen anderen EU-Staaten. In der deutschen Privatwirtschaft wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 29,10 Euro für eine Arbeitsstunde bezahlt. Das ermittelte das Statistische Bundesamt im April 2008. Damit liegt Deutschland auf Platz sieben unter den 27 EU-Mitgliedern.

Arbeitskosten im EU Vergleich

  • Dänemark:  35 Euro
  • Schweden: 33,40 Euro
  • Frankreich: 31,90 Euro
  • Niederlande: 29,20 Euro
  • Deutschland: 29,10 Euro
  • Österreich: 28,50 Euro
  • Großbritannien: 27,90 Euro
  • Irland: 25,50 Euro
  • Italien: 24,50 Euro
  • Durchschnittliche Arbeitskosten der EU (27 Staaten): 22,80 Euro
  • Spanien: 18,30 Euro
  • Portugal: 11,10 Euro
  • Tschechien: 8,10 Euro
  • Polen: 6,70 Euro
  • Lettland: 4,80 Euro
  • Rumänien: 3,90 Euro
  • Bulgarien: 2,10 Euro

Die Stundenlöhne setzen sich aus Bruttolohn und Lohnnebenkosten zusammen. Erfasst wurden ausgewählte EU Staaten.

In den von den Statistikern errechneten Arbeitskosten je Stunde sind neben dem Bruttolohn auch die Lohnnebenkosten enthalten, die der Arbeitgeber zahlen muss - vor allem seine Beiträge zu den Sozialversicherungen. Was diese Kosten angeht, liegt Deutschland im EU-Vergleich mit Rang 14 im Mittelfeld. Auf einen Bruttolohn von 100 Euro müssen deutsche Arbeitgeber 32 Euro Lohnzusatzkosten draufzahlen. Am höchsten sind sie mit 50 Euro in Frankreich und Schweden.

In allen Ländern, in denen eine Arbeitsstunde mehr als 20 Euro kostete, lag der Anstieg 2007 unter 5 Prozent. Wo die Arbeitskosten weniger als 10 Euro je Stunde betrugen, stiegen sie mit zweistelligen Raten. So betrug der Zuwachs in Rumänien 30,4 Prozent - die höchste Steigerung im vergangenen Jahr.

Diese gute Entwicklung für Deutschland sollte man aber nicht überbewerten. Denn die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe - dort ist der internationalen Wettbewerb am größten -  sind deutlich höher. Sie werden nicht durch einfache und entsprechend niedrig bezahlte Dienstleistungen kompensiert. In der Industrie aber sind die Arbeitskosten in Deutschland mit 33 Euro in der Stunde die vierthöchsten der EU.

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