Geheimtipp zum Auswandern: Thailand

Tempel in Bangkok, Thailand

Sonne, Sandstrand, Meer und Lebenshaltungskosten, die oft nicht mal 2/3 des in Deutschland Notwendigen betragen - das ist in Thailand möglich. Und darum weckt Auswandern nach Thailand mehr und mehr Interesse. Besonders Rentner können dort günstig einen luxuriösen Lebensabend genießen.

Steckbrief: Thailand in Zahlen

Daten Kommentar
Amtssprache: Thai --
Hauptstadt: Bangkok 9,27 Mio. Einwohner
Fläche: 513.115 km² --
Einwohnerzahl: 67.959.359 (2015)
Bevölkerungsdichte: 132 Einw. je km² (Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 5.899 USD nominal, #85 weltweit
Human Development Index: 0,722 #89 weltweit
Deutsche im Land: 40.000 2014; Tendenz steigend
Netto-Einwanderrate: 0 Einwanderer pro 1000 Einwohner(2016)

Auf dieser Seite erfahren Sie, was das Leben in Thailand für Deutsche bietet:

  • Warum Thailand für alle mit gesichertem Einkommen oder mit Rente interessant ist.
  • Warum sich arbeiten in Thailand für Deutsche nur unter bestimmten Bedingungen lohnt (dann aber sehr lukrativ sein kann).
  • Warum Thailand für Aussteiger nicht mehr ist, was es früher war.

Karte von ThailandThailand gilt mancherorts schon als Auswandererparadies, besonders für Rentner und für Leute, die durch Vermögen ihren Lebensunterhalt gesichert haben. Die Zahl der Deutschen in Thailand liegt geschätzt bei 40.000.

Das tropische Klima in Thailand wirkt einigen Alterskrankheiten entgegen. Die günstigen Lebenshaltungskosten erlauben schon mit einer geringen Rente ein gutes - auf jeden Fall besseres Leben als in der Bundesrepublik.

Non Immigrant "O" Visum

Für Deutsche ab 50 gibt es das Non Immigrant "O" Visum. Es gilt für 1 Jahr und erlaubt unbegrenzte Einreisen. Ein Einreisestempel erlaubt den Aufenthalt für 90 Tage, dann wird zwecks Verlängerung (neuer Stempel) eine Ausreise fällig. Wenn Sie über monatliche Einnahmen von 65.000 THB (bzw. 1.727 EUR - 04/2017) verfügen, können Sie das Visum in Thailand auf 1 Jahr verlängern lassen.

Wer eine geringere Rente bekommt, muss den Differenzbetrag auf 800.000 THB 6 Monate vor Visaantrag in Thailand unangetastet auf der Bank haben. Denn die Auflage ist: wer in Thailand ein Retirement Visa beantragen will, muss folgende finanzielle Auflage erfüllen:

  • Bank Guthaben mit THB 800.000
  • monatliches Einkommen von mindestens THB 65.000
  • eine Kombination ist auch möglich, dann werden beide Posten addiert (Bank Account + Einkommen x 12 Monate = THB 800.000)

Vorteil: Sie müssen nicht alle 3 Monate das Land verlassen und wieder neu einreisen. Ist die Rente geringer, kann sie mit einem in Thailand angelegten Festgeld kombiniert werden.

Thailändisches Bankbuch/ Bankbescheinigung ist beim Visaantrag vorzulegen. Verdienst-, Renten- oder Pensionsbescheinigung sind durch die eigene Botschaft/Konsulat zu bescheinigen und beim Visaantrag abzugeben.

Rente in Thailand?

Tourismus: Pattaya bei Nacht

Ja, die Rente bekommen Sie dort ausgezahlt. Die Altersrente wird an Deutsche auch in Thailand zu 100% ausgezahlt. Auf andere Renten und die staatlichen Riesterzuschüsse müssen Sie allerdings verzichten oder Abschläge in Kauf nehmen.

Weitere Einzelheiten (z.B. Meldefristen, Überweisungsmodi) besprechen Sie bitte vorab mit Ihrer Rentenversicherung. Beachten Sie zu dem Thema auch den Artikel Rentner im Ausland

Welche Wohnorte sind in Thailand empfehlenswert?

Es spricht einiges dafür, den Altersruhesitz in Thailand in die Nähe der Tourismuszentren Pattaya und Phuket zu legen. Und zwar:

  • Dort ist die medizinische Versorgung am besten. Sie kann mit europäischen Standards mithalten.
  • Die Ärzte sprechen Deutsch.
  • In Pattaya und Phuket finden Sie auch deutschsprachige Hilfe für alle anderen Belange.
  • Dort haben sich bereits Landleute niedergelassen.

Allerdings kann nur jeder selbst entscheiden, ob er die Vielzahl ausländischer Touristen in der Hauptsaison gut verkraftet oder ob ihm die Region schon überlaufen ist.

Arbeiten in Thailand: wenn angestellt, dann als Expat

Bangkok, die Hauptstadt im nächtlichen Panorama
Die 9-Millionen-Stadt Bangkok, Hauptstadt des Königreiches Thailand im nächtlichen Panorama. Expats, die nicht im Tourismus arbeiten, werden die Metropole nur selten verlassen.

Wer nach Thailand auswandern will und dort als Angestellter arbeiten will/ muss, dem ist das Land nicht zu empfehlen. Denn Sie benötigen eine Arbeitsgenehmigung. Diese setzt einen Arbeitsvertrag einer thailändischen Firma mit einem Mindestgehalt von rund 60.000 Baht (1.593 EUR) monatlich voraus. Das ist für Thais ein Spitzenverdienst - für normale Angestellte sind solche Gehälter illusorisch. Das gilt natürlich auch für Deutsche - es sei denn, die deutsche Mutterfirma schickt sie.

Thailand für Unternehmer

Für ausländische Unternehmer ist Thailand mit Einschränkung attraktiv. Die Einschränkung besteht darin, dass sie keine Einzelfirma betreiben dürfen. Für Ausländer kommt nur eine Kapitalgesellschaft in Frage, wobei mindestens 51% der Firma in thailändischer Hand sein müssen. Mit einer Vertrauensperson (Ehepartner, Freund, Geschäftspartner), die selbst Thai ist, lässt sich jedoch eine sichere legale Lösung finden:

  • Sie als ausländischer Firmeninhaber halten 49 Prozent der Anteile
  • Ihr thailändischer Partner (Vertrauensperson) hält so viel, dass sie beide zusammen die Mehrheit der Shares haben
  • eine dritte Partei hält die restlichen Anteile. Das ist notwendig, denn bei Kapitalgesellschaften in Thailand muss es mindestens drei Gesellschafter geben.

Thailand ist kein Ort für "Aussteiger"

Thailand ist keine Heimat für den, der dem Alltag entfliehen will und als Selbstversorger oder von Gelegenheitsarbeiten leben möchte. Hauptgrund sind die verschärften Visabestimmungen. Sie erfordern die regelmäßige Ein- und Ausreise und schon die ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Die Einreiseregelung ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Insgesamt wollen die Behörden schlecht betuchte "Dauertouristen" aus dem Land fernhalten. Mit weiteren Verschärfungen ist darum zu rechnen.

Traditioneller Reisanbau mit Wasserbüffel in Thailand
Traditioneller Reisanbau mit Wasserbüffel - so sah das vor Jahrzehnten auch schon aus. Thailand ist einer der Haupterzeuger von Reis.

Wie ist das Wetter in Thailand?

Thailand liegt in den Tropen: hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und dann gibt es noch den Monsun. Die kältesten Monate sind November bis Februar: Dann liegt die Temperatur bei 20°C. Die heißen Monate sind März bis Mai.

Es gibt Unterschiede zwischen nördlichen Bergland und den flachen Küsten im Süden. Durch die Berglage ist das Klima im Norden wechselhafter als im Süden, die Temperaturen liegen jedoch überall zwischen ca. 20°C und 30 °C.

Ursprünglich war Siam (der alte Name Thailands) flächendeckend Dschungel. Heute leben die meisten Thais in urbanen Gebieten. Dennoch gibt es noch immergrünen Regenwald und abgeschiedene Flüsse - Heimat exotischer Pflanzen- und Tierarten.

Politische Lage in Thailand

Dass Sie diesen Artikel lesen, zeigt, dass Sie nach besseren Lebensbedingungen als in Deutschland suchen und dass Sie wissen, was unsichere Verhältnisse sind. Stichwort: Rentenabsicherung, Nullrunden, Inflation. Ich habe nun eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie.

Die schlechte: Auch für Thailand ist die Zukunft ungewiss, politische Stabilität vermissen viele Thais. Bitte berücksichtigen Sie das in Ihren Planungen. Andererseits sollten die innenpolitischen Kämpfe nicht überbewertet werden. Auch nach dem Militärputsch 2014 geht das Leben weiter.

Und nun die gute: Wenn Sie den Teil hinter sich haben, wird es nur noch besser.

Politische Stabilität ist laut der Schweizer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG das zweitwichtigste Entscheidungskriterium für ausländische Investoren. Doch diese Sicherheit kann das Land nicht bieten. Das verschärft die Situation (für Berufstätige natürlich weit mehr als für Rentner).

Thailand hat 2017 eine Militärregierung. Der vorige Premier, Abhisit Vejjajiva, ist wieder das, was er vorher war: Oppositionsführer.

Doch auch wenn der Machtkampf nach der Jahrtausendwende lang und hart war - sonderlich neu war die Situation für die Thais nicht: Seit 1932 hat das Militär 19 mal geputscht, zuletzt am 22.05. 2014.

Wirtschaft in Thailand

Mit einer gut entwickelten Infrastruktur, unternehmerischer Freiheit und allgemein einer investitionsfördernden Politik wuchs Thailand zu einem starken Wirtschaftsstandort. Die Jahre 2013-15 waren eine Dürreperiode, innere Unruhen und ein schwacher Weltmarkt drückten die Stimmung. Wirtschaftlich steht Thailand für Elektronikprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Automobile. Autobau in Thailand? Es handelt sich nicht um eigenen Marken. Aber jede große Automarke baut hier mindestens Teile oder komplette Autos - BMW, Daihatsu, Ford, Honda, Mercedes-Benz, Tata, VW und andere. Das ist eine Empfehlung für Expats.

Schwimmender Markt in Bangkok

Das andere starke Standbein ist der Tourismus. Thailand hat sich als exotisches Reiseland einen Namen gemacht. Die Verschiebung der Jahreszeiten ist ein Plus für die Thais: Wenn in Deutschland Winter ist, hat Thailand touristische Hochsaison. Im Tourismus können Deutsche Saisonanstellungen finden, z.B. in Tauchschulen, als Reiseführer, in Hotels und Gaststätten. Man muss die Gegend und die Materie kennen, dafür sind Thai-Kenntnisse nicht notwendig. Was dafür außer Deutsch unersetzlich ist, sind gute Englischkenntnisse - wie sonst können Sie schwedische, australische, russische oder US-amerikanische Gäste durchs Land führen?

Thailand als Schwellenland hat einen anhaltenden Arbeitskräftemangel. 2-4 Millionen Wanderarbeiter aus den Nachbarländern sind bereits da, um dem abzuhelfen. Europäische Expats können durch ihre Qualifikationen punkten.

Etwas verkürzt umreißen folgende Eckpunkte die Lage:

  • Die Inflation und das verlangsamte Wachstum in ganz Südostasien betreffen Thailand als Drehscheibe der Region besonders.
  • Kritisch sind die Abhängigkeit von Erdölimporten und der gesunkene Preis für das wichtige Exportgut Reis.
  • Die überwiegende Mehrheit der Thais kann lesen und schreiben - in Südostasien ist das nicht der Normalfall.
  • Die Gesundheits- und Sozialfürsorge ist deutlich besser als in den Nachbarländern.
  • Dennoch leben ca. 10% der Thais unterhalb der Armutsgrenze. Seit 2013 gibt es einen Mindestlohn von 300 Baht (ca. $ 10) pro Tag.
  • 2016 lag die Inflation bei 0,2%. 2015 waren es sogar -0,9% - wer nicht mehr arbeitet, den freut's.
  • Die Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 71,2 Jahren, Frauen 73,5 Jahre und Männer 69,1 Jahre. (Diese Zahlen sind verzerrt, weil eine relativ hohe AIDS Sterberate den Durchschnittswert drückt).

Also - wie so oft liegen Licht und Schatten dicht zusammen. Auch im Königreich Thailand.

Webtipps

letzte Bearbeitung: 27.04.2017

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Kommentare

Hallo Michel,
die Philippinen zählen in unserem Ranking zu den „no go areas” aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage der politischen Instabilität und ihrer Lage an der Grenze zweier Kontinentalplatten mit höherer Wahrscheinlichkeit für Erdbeben und Vulkanausbrüche.

Doch gerade durch deine Tätigkeit in der Mission wäre ein Vor-Ort-Bericht eine sehr schöne Ergänzung zu den allgemein zugänglichen Quellen.

herzliche Grüße vom anderen Ende des Globus:)
Knut

Hallo ,
ich lebe schon 3 jahre auf den Philippinen,allerdings im Missionsdienst unter den armen Kindern.
Dennoch vermisse ich die Philippinen in ihren Berichten als Auswanderungsland.

Ich lebe in Cagayan de oro City im Norden von Mindanao ,hier leben bereits viele Rentner aus Australien,USA,Deutschland die den Vorteil ihres Geldes hier geniesen .
Die Philippinen sind landschaftlich viel abwechslungsreicher als Thailand (es sind 7107 Inseln)
Der Norden in Batanes sieht aus wie das tiefste Irland oder Neuseeland.
Die Reissterrassen von Banawe gelten als 8 .Weltwunder.
Deswegen meine frage wo landen die Philippinen als Auswanderungsland.
Schaut mal meine Webseite an allerdings in englisch
Mtrue Virtual Tourist.
Oder sucht mal bei Google Camiquin Island diese Insel ist vor unserer ''Haustuere'' danke
Regards,
Michael

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