Deutschland kaputt – die Guten gehen, die „Bedürftigen“ bleiben

Wie Zu- und Auswanderung das Land ruinieren

Über die dramatischen Folgen einer katastrophalen Einwanderungs- und Sozialpolitik schrieb Gunnar Heinsohn im ef-Magazin. Seine Deutung der demografischen (Demografie: Bevölkerungswissenschaft) Entwicklung der Deutschen konzentriert sich auf die Einwanderung und Auswanderung und deren Folgen für die Zukunft Deutschlands.

Es lohnt sich, auf diesen Artikel ausführlich einzugehen, denn

  • er belegt den Trend der letzten Jahre: immer mehr Menschen verlassen Deutschland dauerhaft
  • die Demografen bieten für diesen Schritt verständliche Erklärungen an
  • Auswandern erscheint als rationale Entscheidung für Menschen, die nicht für ihre unproduktiven Nachbarn leben wollen
  • Wenn die Fähigen, die Leistungsträger gehen, verschärft das die Lage der Daheimbleibenden deutlich und nachhaltig.
  • Die deutsche Einwanderunspolitik ist Teil des Problems der Verarmung dieses Landes und ein Grund, dass Leistungsträger hier nicht mehr leben wollen
  • Andere Länder wie Kanada oder Australien machen, so Heinsohn, im Eigeninteresse alles richtig in der Einwanderungspolitik (auch wenn sie für ihre Hürden für Einwanderer öfter gerügt werden)

Denjenigen, die auswandern verteufeln und ‚wer ein guter Mensch ist, zieht hier den Karren aus dem Dreck‘ rufen, sei dieser Artikel besonders ans Herz gelegt 🙂

Der Nanny State. Paradiesische Zustände?

Heinsohns Ausgangspunkt ist das Sozialhilfesystem, das Erwerbslosigkeit zum Lebensstil erhebt. Er schreibt:

"Eine Person gerät in Not und bittet die Nachbarn Hilfe. Die Mitbürger legen zusammen und zahlen. Nach einem Jahr fragen sie an, wie es ihr gehe und wann sie mit der Rückzahlung beginnen könne. Die Hilfsbedürftige hält ihnen einen Säugling entgegen und erklärt, dass sie jetzt n mehr Geld brauche. Auf die Frage, wie das passieren konnte, kommt die knappe Antwort, sie sei halt schwanger worden. Einige Nachbarinnen werden ungehalten. Schließlich hätten sie ja auch verhütet, während man für sie das Geld aufbrachte. Die junge Mutter wirkt ein wenig betreten. Aber da tritt aus der Wohnung ein Helfer nach vorne und herrscht die Nachbarn an. Hat diese Frau vielleicht kein Recht auf Kinder? Sind Sie etwa für Zwangsabtreibung? Sie wissen wohl nicht, dass sie damit Genozid befürworten. …"

Drei Jahre später fragen sie wieder nach, was die junge Frau nun vorhabe, da …

"treten zwei Helfer nach vorne. Sie haben Fernsehteams dabei. Es gar nicht nur um diese Frau, ruft der eine. Wir werden mehr. Viele von uns sind Ausländer und Migranten. Wenn Sie für die nicht zahlen wollen, sind Sie ausländerfeindlich! Wir werden Sie wegen Rassismus belangen. Ein anderer stößt nach: Wir sind die jüngste und am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Wenn Sie auch nur ein Wort gegen unsere Versorgung aus Ihren Steuern sagen, kommen Sie wegen Volksverhetzung vor Gericht."

Die hier bildhaft gezeigte Entwicklung in nüchternen Zahlen sieht so aus:

  • Deutschland hat 1965 130.000 Kinder unter fünfzehn Jahren auf Sozialhilfe.
  • 1991 sind es 630.000.
  • Im Frühjahr 2010 leben – einschließlich der "Aufstocker" (Geringverdiener, die ergänzend ALG 2 beziehen) – zwei Millionen Kinder von Hartz IV.

In Kassel lebt 1965 eins von 75 Kindern von Steuergeld. 2010 zahlen die Kasseler bereits für eins von fünf Kindern – fünfzehn mal mehr.

Nun ist Deutschland nicht das einzige Industrieland, das das Heil in der Rundumversorgung der "Bedürftigen" sah. Aber andere Länder sind vom Nanny State wieder abgekommen, bevor dessen Kostenexplosion die nächsten Generationen ruiniert. Wie es anders geht, zeigt Heinsohn am Beispiel der USA.

Wie es anders geht: das Beispiel USA

Der damalige Präsident Bill Clinton reagiert auf die hochschnellenden Zahlen von Sozialhilfeempfängern mit einer Gesetzesänderung. "Ab 1. Januar 1997 kürzt [das neue Gesetz] körperlich gesunden Amerikanern den bis dahin lebenslangen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe auf einen Anspruch von nur noch fünf Jahren. Diese Entscheidung wird flankiert durch Trainingsprogramme für Mütter und Tagesstätten für ihren Nachwuchs. Entscheidend aber wirkt die Obergrenze von fünf Jahren. Die sind am Stück oder in Raten abrufbar, damit selbst mehrere echte Notlagen abgewehrt werden können".

Was zunächst viele erstaunen mag: während die Ausgaben gegen Armut fallen, geht die Zahl der Armen zurück. Von mehr als vierzehn Millionen im Jahr 1994 auf weniger als fünf Millionen 2005.

Wer von Sozialhilfe lebt, der ist …

Ja, was? Ein Opfer widriger Umstände? Eine andere Art Mensch als jemand, der von seiner Erwerbstätigkeit lebt? Clinton hat solche Bewertungen außen vor gelassen. Was bringt es, alle über einen Kamm zu scheren? Wer verkündet, Hartz-IV Empfänger seien faul, wollen nicht arbeiten, seien vom Kapitalismus überrant o.ä., der inszeniert sich damit meist als selbsternannter Helfer. Clintons Ansatz: die Menschen kann man nicht ändern, Gesetze aber schon. Und, möchte man hinzufügen, Menschen sind in der Lage, ihr Leben zu planen und entsprechend ihrer Ziele zu handeln. Jeder kann sich selbst ändern. Unschön wird es, wenn jemand versucht, andere zu ändern.

Was man mal sehen muss: Die von Sozialhilfe lebenden Mütter handeln "genauso rational wie viel reichere Subventionsempfänger auch. Wenn der Staat Geld hinlegt, dann wird es genommen. Clinton versteht das. Deshalb führt er keinen moralischen Kreuzzug und verfällt auch nicht auf Schikanen".

In den USA beträgt das Durchschnittsalter 34 Jahre. In Deutschland liegt es bei 44 Jahren. Und die Frauen in Deutschland haben im Durchschnitt 1,4 Kinder, Frauen in den USA aber 2,1.

Der Nachwuchs wächst nicht nach

Gehen wir im folgenden davon aus, dass 100 neu geborene Kinder nötig sind, damit Deutschlands Bevölkerung nicht weiter zu schrumpft und vergreist.

  • 35 Kinder werden gar nicht geboren
  • Bleiben 65 Kinder. Von ihnen sind später fünfzehn nicht ausbildungsreif (lt. Berufsbildungsbericht der Bundesregierung)
  • Bleiben 50 Kinder. Von ihnen wandern 10 aus.
  • Bleiben am Ende nur 40 Aufrechte.

40 von 100. Wen wundert es, dass die Demographen der Bundesrepublik keine Chance mehr geben?

Und dazu kommt: "In Deutschland wächst die Zahl alleinerziehender Frauen auf Sozialhilfe viermal schneller als in anderen hoch entwickelten Nationen. Vom Minister bis runter zum Stammtisch wird ihnen Faulheit und Parasitentum vorgeworfen. Aber nicht die Frauen sind hier anders, sondern die Gesetze. Eine nicht Verrnittelbare bekommt bei zwei Kindern bis zum 50. Lebensjahr 415.000 Euro auf Hartz IV. Wer so einen Betrag erst anbietet und die damit verführten Frauen dann als durchtrieben hinstellt, redet infam. Schuld sind nicht die Frauen, sondern die staatliche Verlockung."

Zukunftsprognose

"Wenn man Deutschland als einen einzigen Menschen fasst, dann wird er älter, kleiner, unqualifizierter und schuldenreicher. Für 2060 erwartet das Statistische Bundesamt statt 82 nur noch 65 Millionen Einwohner mit einem Durchschnittalter von 54 statt jetzt 44 Jahren. Aber auch das wird nur gelingen, wenn jährlich — statt jetzt gerade mal 700 – mindestens 100.000 Hochqualifizierte kommen und nicht weiter jährlich 150.000 Hochqualifizierte auswandern statt hierzubleiben. Für diesen Idealfall kommen auf 100 Arbeitsfähige zwischen 25 und 65 Jahren 180 zu Versorgende – die Alten, die Jungen und die Gleichaltrigen in Hartz IV. Aber selbst diese Prognose ist noch geschönt. Denn jene 100 Aktiven werden sich die Versorgung von 180 Bedürftigen nicht zutrauen und aus dem Lande so fliehen (…)"

… und was das mit Auswanderung zu tun hat

Zu den wichtigsten Einwanderungsländern zählen Australien, England, Kanada, Neuseeland und USA. Schon diese fünf Staaten benötigen jedes Jahr 1,7 Millionen qualifizierte Einwanderer, um nicht zu vergreisen. "Gleichwohl würden sie aus Deutschland nicht jeden nehmen. Ihre Einwanderungspolitik folgt nämlich Prinzipien. Sie wollen, dass ihre eigenen Kinder einmal mehr können als die Eltern. Deshalb müssen auch die Zuwanderer tüchtiger sein als die Einheimischen. Nur wer für die Aufnehmenden etwas leisten kann und ihnen nicht gleich in die Taschen greifen muss, darf hoffen, von ihnen auch angenommen zu werden. Wer sich aber einbringen kann, darf in jeder Farbe schillern." Das liest sich dann zum Beispiel so:

  • Australien will „hoch qualifizierte Menschen, die bestens ausgebildet sind. Sie müssen Englisch auf hohem Niveau beherrschen und sehr schnell einen Beitrag zur australischen Wirtschaft leisten können.”
  • Kanada will „als Einwanderer erfolgreiche Unternehmer, die mit ihren Fähigkeiten und ihrem Know-how einen Beitrag zum wirtschaftlichen und kulturellen Wohl Kanadas sowie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze leisten.”

Deutschland ist der Gegenpol zu Kanada. Dort sind Zuwanderer höher qualifiziert als die Einheimischen. Von über zehn Millionen Zuwanderern seit 1987 nach Deutschland sind nur 5 bis 10 Prozent qualifiziert. Wir leben damit, Einwanderer lebenslang zu versorgen, die weder daheim noch hier eine Chance haben. "Jetzt aber ist jeder der 25 Millionen Nettosteuerzahler mit 40.000 Euro für Migranten verschuldet. Wer sonst könnte eine Billion Euro Hilfsgelder für Fremde vorweisen? Das ändert allerdings nichts daran, dass Migrantenkinder nirgendwo tiefer unter den einheimischen Schulleistungen liegen als zwischen Rhein und Oder.

Ausländer – das zeigt der Blick auf Kanada – können das Problem nicht sein. Sie sind die Lösung. Das belegen in Deutschland muslimische Iraner, russische Juden und Ostasiaten, die bessere Abiturnoten hinlegen als Kinder der deutschen Mittelschicht. Schlechte Schulnoten jedoch bleiben auch nach dem Überschreiten einer Grenze schlechte Schulnoten. Sie verwandeln sich nicht plötzlich in ein Ausländerproblem. Hinter diesem Schummelwort versteckt sich eine gescheiterte Einwanderungspolitik."

 

Zitate mit freundlicher Genehmigung von G. Heinsohn. "Deutschland kaputt" erschien in eigentümlich frei Nr. 104, Jul./Aug. 2010, im Web: www.ef-magazin.de

2 Kommentare

  1. interessante und informative

    interessante und informative Artikel "einem Durchschnittalter von 54 statt jetzt 44 Jahren. Aber auch das wird nur gelingen, wenn jährlich — statt jetzt gerade mal 700 – mindestens 100.000 Hochqualifizierte kommen und nicht weiter jährlich 150.000 Hochqualifizierte auswandern statt hierzubleiben. Für diesen Idealfall kommen auf 100 Arbeitsfähige zwischen 25 und 65 Jahren 180 zu Versorgende – die Alten, die Jungen und die Gleichaltrigen in Hartz IV. Aber selbst diese Prognose ist noch geschönt.

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