Europavergleich der Gesundheitssysteme

Die Niederlande führen den "Euro Health Consumer Index 2008" an. Die niederländischen Patienten sind am zufriedensten mit ihrem Gesundheitssystem. Das ergab ein europaweiter Vergleich von Health Consumer Powerhouse.

Das private Beratungsunternehmen legte Mitte November 2008 den vierten Europäischen Gesundheitskonsumenten-Index vor. Dieser Index soll die Qualität der Gesundheitssysteme aus Patientensicht abbilden. Die Qualität wird umso höher eingestuft, je mehr Punkte in den folgenden Bereichen erreicht werden:

  • hochwertige Versorgung
  • leichter Zugang zu Gesundheits-Dienstleistungen
  • Patientenrechte und Patienteninformation
  • Wartezeiten für eine Behandlung

HCI 2008

In diesem Jahr wurden 31 europäische Gesundheitssysteme verglichen. Die Ergebnisse in der Gesamtleistungsbewertung:

  1. Niederlande
  2. Dänemark
  3. Österreich
  4. Luxemburg
  5. Schweden
  6. Deutschland (Platz 3 im Jahr 2005)
  7. Schweiz
  8. Norwegen
  9. Finnland
  10. Frankreich
  11. Estland
  12. Belgien
  13. Großbritannien
  14. Ungarn
  15. Irland
  16. Tschechische Republik
  17. Italien
  18. Spanien
  19. Griechenland
  20. Slovenien
  21. Zypern
  22. Slowakei
  23. Malta
  24. Litauen
  25. Polen
  26. Portugal
  27. Rumänien
  28. Bulgarien
  29. Kroatien
  30. Mazedonien
  31. Lettland

Leistungsbewertung ausgewählter Länder

  Unterkategorien
  Patientenrechte & Information E-Health Wartezeit Behandlungs-Ergebnisse Umfang Arzneimittel-Angebot Gesamt
Belgien 105 42 173 131 133 75 659
Dänemark 144  100 120 214 117 125  820
Deutschland 100 50 187 190 100 113 740
Frankreich 113 50 133 190 108 100 694
England 94 92 93 155 117 100 651
Italien 100 42 129 190 100 88 649
Luxemburg 106 42 187 190 133 100 758
Niederlande 125 92 133 214 150 125 839
Österreich 100 50 173 202 108 150 783
Schweiz 100 50 187 167 83 126 713
Durchschnitt 109 61 152 184 115 110 731

 

Legende zur Tabelle: E-Health steht für Elektronische Medizinangebote, Umfang für den Umfang der bereitgestellten Leistungen.
Die Höchstpunktzahl in den sechs Unterkategorien von links nach rechts: 150 / 100 / 200 / 250 / 150 / 150.

Gründe für den Abstieg des deutschen Gesundheitswesens

  • unzureichende Stärkung der Eigenverantwortung der Patienten und ihrer Rechte
  • unzureichende Information über Versorgungsangebote
  • hohe Infektionsrate mit antibiotikaresistenten Keimen (MRSA) im deutschen Gesundheitswesen
  • wenige Reihenuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs

Die Angaben stammen von Arne Björnberg, EHCI Forschungsleiter.

Positiv schlagen relativ kurze Wartezeiten in Deutschlands Wartezimmern zu Buche.

Auch Belgien, Frankreich und Schweden haben seit 2005 Plätze verloren. Die Niederlande liegen von Anfang der Erhebung regelmäßig unter den besten drei Ländern.

mehr Informationen über den Health Consumer Index: www.healthpowerhouse.com

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