Internet in Afrika - Ende der digitalen Steinzeit

Der Osten Afrikas wird derzeit zum ersten Mal per Breitbandkabel mit dem Rest der Welt verbunden. Bislang spielt der Kontinent eine Außenseiterrolle im WWW.

Internetnutzer in Afrika haben immer noch mit schleichend langsamen Verbindungen und astronomischen Kosten zu kämpfen. Woran das liegt?

  • An der strikten Regulierung der Telekommunikation
  • Mächtige Staatskonzerne sichern sich ihre Monopolstellungen
  • Daraus folgen stark begrenzte Übertragungsmöglichkeiten von 15 kB/ Sekunde (das war in Europa zur Jahrtausendwende normal), 100 kB gelten schon als schnell.
  • Auch kostenmäßig ist Internet in Afrika ein Luxus: Für eine Verbindung mit 1 Megabit/ Sekunde zahlt der Surfer in Ostafrika 2.500 bis 3.000 Dollar im Monat. (In Europa sind es ca. 35 Euro für das zehnfach größere Datenvolumen)

Zur Internetanbindung Afrikas 2009

Einige Daten zur Veranschaulichung:

  • Bisher entfallen nur zwei Prozent der weltweiten Investitionen in Seekabel auf Afrika.
  • Den Süden und Westen des Kontinents verbindet nur ein Glasfaserkabel mit Europa
  • Nur 9,5 Prozent der Afrikaner haben Internetzugang (Deutschland: 68 Prozent)

Der Markt kommt dank der bevorstehenden Fußball-WM 2010 etwas in Bewegung. Das Unternehmen Seacom verlegt derzeit ein Seekabel von Südafrika nach Indien und Großbritannien (London). Davon wird vor allem der Osten Afrikas mit zusätzlichen 1,2 Terabit/s profitieren.

Bis zur WM werden vermutlich nur zwei der geplanten bzw. im Bau befindlichen Kabel fertig sein, bis 2011 vielleicht vier. Doch schon das wird für Videokonferenzen und Internettelefonie einen starken Schub bedeuten.

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