Tipps, wie Sie nach Italien auswandern

Italien gilt als eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Doch Bella Italia schaffte es im internationalen Vergleich nur auf Rang 24. Horrende Staatsschulden (106% am BIP), Schattenwirtschaft und die Rohstoff- und Energieabhängigkeit vom Ausland gaben Abzug. Dennoch lockt das Land Zuwanderer aus ganz Europa. Wenige, aber beständig.

Olivenbäume vor einem antiken Aquedukt
Die guten alten Zeiten, als Rom Weltmacht war, liegen zwar 1800 Jahre zurück.
Aber ihre Spuren sind heute noch allgegenwärtig.

Die Zahl der Einwanderer hat sich seit 1991 verdreifacht. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist jedoch mit 3,5 Prozent immer noch bescheiden. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 9, in der Schweiz 20 Prozent. Die Bevölkerungsdichte liegt in Italien zwar nur bei 197 Einwohnern pro Quadratkilometer. Doch rund zwei Drittel davon leben im Norden des Landes.

Einreisebestimmungen

Arbeiten und Auswandern nach Italien für Deutsche ist einfach. Als EU-Bürger können Sie mit Reisepass oder Personalausweis nach Italien einreisen. Eine Aufenthaltsgenehmigung entfällt für Touristen bis zu 3 Monaten Aufenthalt. Wollen Sie länger bleiben und Arbeit aufnehmen? Der Antrag auf eine permesso di soggiorno ist dann in der zuständigen Polizeistelle (Questura) zu stellen. Damit können Sie dann die libretto di lavoro beantragen.

Wirtschaft

 

Antike römische Architektur heute
Spuren antiker Baukunst in Rom

Nach dem 1. Weltkrieg subventionierte der Staat angeschlagene Unternehmen der Stahlbranche. Kurz darauf übernahm die Regierung 3 große Banken. Mussolini setzte diesen Kurs fort; die neue staatliche Holding IRI (Istituto per la Ricostruzione Industriale) besaß 20 Prozent des Aktienkapitals und wurde Großunternehmer im Bankensektor. Eine stark gelenkte Wirtschaft auf der einen, Schattenwirtschaft auf der anderen Seite prägten Italien bis Ende der 80er. Dank Deregulierung der Wirtschaft in den 90er Jahren schwand der Einfluss der Staatsholding IRI. Die Arbeitslosenquote sank 2006 auf 7,4 Prozent. Im Norden Italiens herrscht annähernd Vollbeschäftigung, im Süden sind 14 Prozent ohne Arbeit.

 

Löhne und Gehälter

Die Löhne in Italien sind niedriger als in Deutschland. Arbeiter werden meist nicht monatsweise, sondern nach Arbeitsstunden bezahlt. In Süditalien liegen die Löhne bis zu einem Viertel unter denen in Norditalien; Frauen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als Männer mit gleichem Bildungsgrad.

Üblich sind leistungsbezogene Gehälter mit Prämien, die vom Unternehmenserfolg abhängen, oder Aktienoptionen für Führungskräfte. Kleinbetriebe zahlen Teile des Entgelts gern in Form von Gutschriften für Produkte oder Dienstleistungen.

Beispiel-Verdienste für ausgewählte Berufszweige

 

Beruf Brutto-Jahresgehalt
Vertriebsleiter 37.000 bis 52.000 €
Ingenieur 38.000 bis 80.000 €
Programmierer 33.600 bis 55.000 €
Fremdsprachensekretär/in 17.000 bis 21.000 €
Buchhalter/in 16.800 bis 48.000 €
Kraftfahrer 20.500 bis 27.000 €
Ungelernte Arbeitskraft 13.800 bis 19.800 €

(Quelle: BA für Arbeit)

 

Steuerlast

Wenn Sie mehr als 6 Monate in Italien für einen italienischen Arbeitgeber arbeiten, müssen  Einkünfte dort versteuert werden. Ausnahmen: Studenten, Auszubildende und Praktikanten mit Wohnsitz in Deutschland.

Abhängig Beschäftigte in Italien werden vom Arbeitgeber bei der Sozialversicherung angemeldet. Der Arbeitnehmeranteil an den Sozialabgaben beträgt 9,19 Prozent vom Bruttogehalt. Der Beitragssatz ist so niedrig, weil Arbeitnehmer nur einen Beitrag zur Rentenversicherung (8,89 Prozent) und zur Arbeitslosenversicherung (0,3 Prozent) leisten. Es gibt keine Beitragsbemessungsgrenze.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Italien liegen rund 10 Prozent höher als in Deutschland. Mailand gehört zu den teuersten Städten Europas. Das Leben in Süditalien ist allerdings kostengünstiger als im Norden.

Stellensuche

Am effektivsten ist die Stellensuche über persönliche Kontakte. Empfehlungen von Bekannten führen leichter zum Ziel als die offiziellen Kanäle. Zu den letztgenannten einige Tipps:

  • Die meisten Unternehmen veröffentlichen auf ihren Websites Stellenangebote.
  • Der Stellenteil in den großen Tageszeitungen wie Il Sole 24 Ore, Corriere della Sera, Il Gazettino oder Il Giornale ist ebenfalls zu empfehlen, da sehr umfangreich.
  • Branchenspezifische oder regionale Jobbörsen: IT-Fachkräfte und Marketing (www.kataweb.it), Fach- und Führungskräfte (jobbydoo.it) IT-Jobbörse für den Raum Florenz (www.fionline.it), Raum Bozen (www.provinz.bz.it), Zeitarbeitsbörsen (www.obiettivolavoro.it).
  • Für eine Branchensuche eignen sich hin und wieder die Gelben Seiten, www.paginegialle.it doch einfacher dürfte Google sein.

Im Dreieck Mailand-Genua-Turin sind die Arbeitschancen am besten.

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Kommentare

...Deine Aussage kann genauso richtig wie falsch sein.

Die heimische Sprache im Ausland macht es einem SEHR viel leichter, Fuss zu fassen. ...zum Volk und besonders zu den Behoerden. Dann kann es helfen, ueber sein Heimweh besser hinweg zu kommen.
Ich wandere doch nicht wegen der Sprache 'Deutsch' aus. Um meine Heimat zu verlassen, bedarf es erheblicher Gruende.

Es ist kein guter Zug, mit irgendwelchen Aussagen um sich zu feuern!!!

Respektiere bitte die Gedanken und Wege anderer Menschen.

Ich respektiere auch Deine Art der Rechtschreibung.

LG, Eoon

genau!!! leider gibt es aber immer noch sehr viele leute, die anders denken!!!!

Hallo Gast, das könnte dich interessieren: Erfahrungsbericht Italien

hallo,
ich bin gerade 19 jahre alt aber schon sicher, dass ich nicht in deutschland leben möchte!
ich habe italienisch sowie französisch gelernt.. ich überlege ob es für mich günstiger wäre nach frankreich oder italien auszuwandern???

sind die menschen in italien freundlich zu ausländern?
welche beruflichen zweige bieten am meisten chancen auf arbeit?

könnte jdn der schon ausgewandert ist, berichten wie das ablief bzw. wo sie jetzt stehen oder ob sie im allgemeinen glücklicher sind?

Ja hallo, ich sehe das genauso, man sollte nur ins Ausland auswandern wenn man die Sprache auch einigermaßen beherrscht und / oder sie dann auch erlernen will.

Hat jedoch vielleicht jemand einen Rat. Ich versuche seit 2 Jahren als Achitektin einen Job in Italien zu bekommen, sehr schwierige Angelegenheit. Nun hatte ich im November Bewerbungsgespräche und werde immer weiter vertröstet. Ist das normal dass man nach 2 Monaten immer noch keine Info hat und wie kann ich nochmals aber sehr nett nachfragen wie es nun mit dem Job aussieht???

Danke für die Hilfe Sandra

wenn ich lese, dass menschen nach Italien auswandern möchten aber bitte dort, wo man Deutsch spricht dann empfehle ich in Deutschland zu bleiben, denn dort spricht man deutsch!!!

Hallo Angelo und Ina. Am liebsten wäre uns ein Ort in Italien wo es Arbeit gäbe und die Menschen noch deutsch reden. Könntet ihr mir einen Rat geben? Was macht ihr in Sizilien?
Gruß Alex

hallo alex,
wohin möchtest du nach italien hin? und wann wir gehen ende märz nach sizilien .

liebe grüße

angelo&ina

Hallo,eure Mail ist jetzt schon paar Monate alt.Seit ihr schon ausgewandert? Wir wollen auch dorthin auswandern und bräuchten dringend Tipps.Mein Mann ist Berufskraftfahrer.Danke.Alex

Ich habe mal ein Anliegen:

Wir suchen Ansprechpartner, welche nach Italien ausgewandert sind und uns hier hingehend mit Tipps und Ratschlägen unterstützen können.

Danke

Fam. Mohr

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