Namibia

Namibia liegt zwischen Angola, Sambia, Botswana und Südafrika am Atlantischen Ozean.

Hochland bei Windhoek
Khomashochland bei Windhoek

Geographie

Flagge von Namibia

Amtssprache: Englisch; Nationalsprachen: unter anderem Afrikaans, Deutsch, Oshivambo

Hauptstadt: Windhoek

Fläche: 824.292 km²

Einwohnerzahl: knapp 2 Mio.

Bevölkerungsdichte: 2,3 Einwohner pro km²

BIP/Einwohner: 3.584 US$ (95. Platz weltweit)

Währung: Namibia-Dollar (NAD); 100 NAD = 7,8 EUR

Zeitzone: UTC+ 1

Telefonvorwahl: +264

Namibias ist mit einer Fläche von 824.292 km² mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Im Wesentlichen wird Namibia durch zwei Wüsten geprägt: im Westen durch die Namib und im Osten durch die Kalahari. Zwischen beiden Wüsten liegt das Binnenhochland.

Höchster Berg ist der rund 2.600 Meter hohe Königstein im Brandbergmassiv, etwa 200 km nördlich von Swakopmund. Im Osten geht das Binnenhochland Kalahari-Hochland über.

Klima

Generell: Namibia ist heiß und trocken. Das gilt für die beiden Wüsten - also flächenmäßig für den größten Teil des Landes. Starke Schwankungen der Tages-/Nachttemperatur können Nachtfrost und Tagestemperaturen von über 30 °C bringen.

Der Caprivi-Streifen hingegen ist geprägt von häufigen Niederschlägen. Diese haben ein ausgedehntes Flusssystem und einen dicht bewachsenen tropischen Urwald entstehen lassen. Die Luftfeuchtigkeit ist hier, im Gegensatz zu den anderen Landesteilen, sehr hoch.

Die Atlantikküste wiederum wird durch den kalten Benguelastrom bestimmt. Dieser kühlt den vorherrschenden Südwestwind stark ab, was infolge von Kondensation die Bildung von (Regen-)Wolken verhindert und regelmäßig einen dichten anhaltenden Nebel in Bodennähe erzeugt. Die Temperaturen im Sommer sind hier angenehm kühl und in den Wintermonaten mitunter auch tagsüber empfindlich kalt. Die Wassertemperatur erreicht selten mehr als 15 °C.

Aufgrund der besonderen klimatischen Verhältnisse ist eine landwirtschaftliche Nutzung des Landes nur in beschränktem Maße möglich: im trockenen Süden vor allem Viehzucht, im relativ regenreichen Norden auch Ackerbau.

Bevölkerung

Namibia ist extrem dünn besiedelt. Die Bevölkerung ist konzentriert auf wenige Städte und den fruchtbaren Norden des Landes. Im Süden des Landes leben gerade einmal 7 Prozent der Einwohner, während der Westen und die Namib-Wüste mit Ausnahme der Hafenstädte nahezu menschenleer sind.

Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 3 Prozent. Jedoch ist ein Fünftel der Bevölkerung mit AIDS infiziert. Dadurch ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt deutlich gefallen (Stand 2005: 52 Jahre).

Die erst 1990 eingeführte Amtssprache Englisch war eine Reaktion auf die vielen Sprachen und Dialekte. Namibia ist ein mehrsprachiges Land. Der Großteil der Bevölkerung spricht als Zweitsprache Afrikaans. Deutsch ist die Muttersprache von 1,1 Prozent der Bevölkerung und Zweitsprache eines Großteils der weißen Einwohner.

Schilder
offensichtlich ist Namibia ein mehrsprachiges Land :) danke an BlueMars

Wirtschaft

Etwa 20 BIP des BIP wird im Bergbau erwirtschaftet. Rohstoffe Namibias sind vor allem Uran und Diamanten, daneben Kupfer, Gold, Blei, Zinn und Erdgas. Die größte Uranmine der Welt ist die Rössing-Mine nordöstlich von Swakopmund. Ein bedeutendes Kupfervorkommen befindet sich bei Tsumeb.

Obwohl Namibia zu den reicheren Ländern Afrikas zählt, liegt die Arbeitslosenquote bei 30–40 Prozent. Das monatliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei etwa 120 Euro und ist starken Schwankungen unterworfen. Aufgrund der niedrigen Löhne einerseits und der sehr unvollkommenen steuerlichen Erfassung des Einkommens andererseits zahlten 2004 nur ca. 64.000 Einwohner Namibias Steuern.

Um die riesigen Einkommensschwankungen anzugleichen, wurde das Sozialprojekt Basic Income Grant (BIG) ins Leben gerufen. Darin geht es um ein bedingungsloses Grundeinkommen und dessen langfristige Auswirkung. Das Projekt wurde 2003 vorgeschlagen, wird aber erst seit 2008 in einer Gemeinde getestet. Prinzipiell könnte es die deutsche Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen beeinflussen - realistisch ist das aber in den nächsten Jahren nicht.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft, in der etwa die Hälfte aller Erwerbstätigen in Namibia beschäftigt sind - meist in der Viehzucht. Daneben spielen Fischerei und Tourismus eine immer größere Rolle.

Verkehr

Das Schienennetz des Transportunternehmens TransNamib stammt in seiner Grundstruktur noch aus der deutschen Kolonialzeit. Es ist inzwischen auf 2.382 km ausgebaut und verbindet alle größeren Orte Namibias. Der Schienenverkehr spielt vor allem in der Güterbeförderung eine Rolle; in der Personenbeförderung dagegen ist der Schienenverkehr fast ohne Bedeutung.

Das Straßennetz ist flächendeckend ausgebaut. Es ist etwa 65.000 km lang, davon sind 60.000 km nicht asphaltierte Natur-Pisten (Pad). Namibia ist hoch motorisiert - ein Ausgleich zum kaum vorhandenen öffentlichen Personenverkehr.

Windhoek und die Hafenstadt Walfischbai verfügen über internationale Flughäfen. Flughäfen für den Inlandflugverkehr sind außerdem in Oranjemund, Lüderitz, Swakopmund, Etosha-Mokuti und Katima Mulilo. Darüber hinaus verfügen jeder größere Ort und viele Farmen und Lodges über eigene Landeplätze bzw. -pisten.

Quelle: Wikipedia

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