Auswandern nach Spanien

Spanien Idylle: Altstadt von Marbella

Spanien ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Auswanderer in Europa. Für Europäer ist ein Spanien-Aufenthalt der Inbegriff für Ruhe und Erholung. Das hat zu einer multi-kulturellen Gesellschaft geführt - eine sichere und angenehme Oase für viele, die ins Ausland ziehen wollen. Die hohe Sonnenscheindauer macht Spanien für Menschen aus kälteren Regionen der Welt attraktiv.

Steckbrief: Spanien in Zahlen

DatenKommentar
Amtssprache: Spanisch--
Hauptstadt: Madrid--
Fläche: 504.645 km²--
Einwohnerzahl: 46.438.422(2016)
Bevölkerungsdichte: 92 Einw. je km²(Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 32.360 USDnominal, #27 weltweit
Human Development Index: 0,869#27 weltweit
Deutsche im Land: 182.000(BA f. Statistik; hohe Dunkelziffer möglich)
Netto-Einwanderrate: 8 Einwanderer pro 1000 EinwohnerSchätzung für 2016

Spanien ist ein beliebtes Tourismusziel - weltweit die Nummer Drei. Auch bei den deutschen Auswanderern liegt Spanien weit vorn in der Beliebtheit. Und das seit Jahren und kaum verändert durch die Krisen der EU.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich Spanien von einer schweren wirtschaftlichen Rezession erholt, die Mitte 2008 begann. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, bleibt aber im europäischen Vergleich hoch, besonders bei den Unter-25-Jährigen. Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone.

Spanien: Kathedrale auf Mallorca
Wer Mallorca nur als Tourist heimsucht, kennt das Wahrzeichen der Insel nicht. Die Kathedrale der Heiligen Maria (umgangssprachlich: La Seu) in Palma, der Hauptstadt von Mallorca und Bischofskirche des Bistums Mallorca. Erbaut 1230 bis 1590, denn die Siesta gehört zu Spanien dazu. Die Kirche, die heute nicht fertig wird, die wird es eben mañana ...

Ausländer in Spanien

Ende 2005 lebten schätzungsweise 4,8 Millionen Ausländer in Spanien. Es gibt zwar deutsche Siedlungen entlang der Ostküste, jedoch stammen die meisten Einwanderer aus anderen Ländern: Briten machen 8,1 Prozent, Franzosen 8 Prozent und Deutsche 5,6 Prozent der Ausländer in Spanien aus. Spanien verbindet zudem eine lange Geschichte mit Südamerika, was die Beliebtheit unter den dort gebürtigen Emigranten erklärt.

Spanische Kultur

Spanien hat viele Facetten und "Sub-Kulturen". Durch eine lange bewegte Geschichte haben sich zum Beispiel Katalonien, das Baskenland und Galizien die kulturelle Eigenständigkeit größtenteils bewahrt.

Spanien ist ein an historischen Kulturschätzen ausgesprochen reiches Land. Weltberühmt sind die steinzeitlichen Höhlen von Altamira. Die Kelten haben Spuren hinterlassen und natürlich das Römische Reich. Die Mauren prägten die iberische Halbinsel bis ins Mittelalter.

Heute konzentriert sich Spaniens Kunstszene in Madrid und Barcelona. Allerdings: Seit Spanien sparen soll (diktiert Brüssel), kürzt der Staat die Fördergelder für Kunst und Kultur. Das ist so überzeugend, wie der Alkoholiker, der seine leeren Schnapsflaschen ausspült, bevor er sie wegwirft, denn "man hat ja eine Vorbildfunktion für die Kinder." Zugleich wurde die MwSt auf Kulturprodukte auf 21% angehoben. Viele wichtige Kunstzentren werden von privaten Stiftungen von Banken und Versicherungen betrieben (z.B. Caixa-Forum in Barcelona, Sevilla und Madrid, Ausstellungssäle der Versicherung MAPFRE, der Fundación Juan March, u.a.)

Spanien: Esel in einem Olivenhain

Immer wieder suchen die Spanier die Balance zwischen Autonomiestreben und staatlicher Einheit auf der anderen Seite. Immer wieder wird der Ruf nach Unabhängigkeit von Madrid laut, aber die Vorteile der EU-Mitgliedschaft will auch kaum ein Vertreter der Autonomie ausschlagen. Dennoch sollte man auch sehen, dass es in den letzten Jahren keine offene Gewalt gibt - mit Gesprächen und politischen Aktivitäten wird versucht, die Situation zu lösen.

A propos Multikulti: Im Jahr 711 wurde Spanien von einem muslimischen Heer erobert. Die Mauren wurden erst 1492 endgültig vertrieben. In den Jahrhunderten dazwischen war die Iberische Halbinsel die Hauptverbindung zwischen dem christlichen Europa und der islamischen Welt. Kunst, Wissenschaft und eine beispiellose religiöse Vielfalt machten Spanien zu einem Anziehungspunkt für ganz Europa.

Und nach diesem kurzen Rückblick - wieder zurück in die Gegenwart. :)

Arbeit in Spanien

Die Struktur der spanischen Wirtschaft weist eine für Industrienationen typische Verteilung auf. Die Anteile der wichtigsten Bereiche am BIP im Überblick:

  • 68 % Dienstleistungen (1/3 des BIP entfielen vor 2007 auf den Immobiliensektor; 2016 ist dieser Anteil wieder erreicht)
  • 20 % verarbeitende Industrie
  • 9 % Bauwirtschaft
  • 3 % Landwirtschaft

Spanien hat einen starken Tourismussektor. Als eine Folge davon ist Saisonarbeit in allen Küstenorten weit verbreitet. Wenn Sie für längere Zeit in Spanien arbeiten wollen, ist es wichtig, dass Sie einen Arbeitsvertrag mit dem Arbeitgeber schließen. Arbeitgeber können befristete Verträge von bis zu 9 Monaten anbieten. Generell hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine unbefristete Anstellung, nachdem der befristete Saisonvertrag um ist.

Karte von SpanienAuch wenn die Löhne in der Regel in Spanien niedriger sind als in Deutschland, sind es andererseits auch die Lebenshaltungskosten. Es ist daher wichtig, dass Sie Löhne und die Entwicklung der Lebenshaltungskosten in Spanien mit Ihrer derzeitigen Lebenssituation vergleichen. Wenn Sie nur eine Seite beachten, wird das Bild verzerrt. Alle Steuern und Abgaben in Spanien werden direkt vom Lohn abgezogen. Wer illegal arbeitet, wird nach Hause ins Herkunftsland geschickt, dem Arbeitgeber droht eine Strafe. Seien Sie daher sehr vorsichtig, wenn Sie den Lohn bar auf die Hand bekommen. Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenzen.

Wenn Sie aus einem unberisteten Vertrag gekündigt werden, können Sie in Berufung gehen. Das ist ein ziemlich starres und durchgeregeltes Verfahren, bietet jedoch einen gewissen Schutz für den Arbeitnehmer. Der spanische Arbeitsmarkt gilt als im EU Vergleich leicht zugänglich für Ausländer.

Um in Spanien zu arbeiten, müssen Sie eine NIE-Nummer haben (Numero Identificacion de Extranjeros, wird nur an ausländische Arbeitnehmer vergeben) - das ist entscheidend!

Die Arbeitslosenquote lag Ende 2012 bei 26,6 % und erreichte damit den höchsten Stand in der Europäischen Union. Gleichzeitig stieg auch die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen auf 56,5 %, das bedeutet die zweithöchste Quote nach Griechenland.

Klima in Spanien

In Spanien gibt es drei Hauptklimate, je nach geographischer Lage und Höhenlage: mediterranes Klima, ozeanisches Klima und Steppenklima.

Mediterranes Klima

Das mediterrane Klima ist durch trockene und warme/ heiße Sommer und kühle bis milde und feuchte Winter geprägt. Das ist in Spanien vorherrschende Klima. Diesen Klimatyp kann man weiter unterteilen: „Standard Mittelmeerklima“ der Flachlandgebiete und „Kontinental geprägtes Mittelmeerklima“ im Landesinneren. Je weiter im Landesinneren und je höher, desto kälter und länger werden die Winter.

Windmühle in Spanien

Wo gibt es was? Standard-Mittelmeerklima herrscht in den Küstengebieten (mit Ausnahme der nördlichen Atlantikküste), im Becken des Guadalquivir, am Unterlauf des Tejo und im Guadiana-Beckens im Westen des Landes. Das kontinental geprägte Mittelmeerklima herrscht in der Meseta (Iberische Meseta, bzw. Hochland von Kastilien).

Ozeanisches Klima in Spanien

Im nördlichen Teil des Landes herrscht ozeanisches Klima. Vor allem im Baskenland, Asturien, in Kantabrien und Navarra. Diese Klimaregion kennt regelmäßigen Schneefall in den Wintermonaten.

Steppenklima in Spanien

Das semiaride Klima (Steppenklima, halbtrockenes Klima) überwiegt in der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Kanarische Inseln), Provinz Almeria in Ost-Andalusien, in der Region Murcia und der Provinz Alicante. Außerdem herrscht dieses Klima im Nordosten (Provinz Saragossa, Ebrotal), und in Teilen von Navarra. Es ist auch in großen Bereichen des zentralen Hochlandes anzutreffen; vor allem in der La Mancha und Gebieten der Extremadura. Im Unterschied zum Mittelmeerklima hält die Trockenzeit über das Ende des Sommers hinaus an.

Blick auf Saragossa
Zwei Wahrzeichen von Saragossa: die Basílica del Pilar und der Ebro.

Noch mehr Extreme: Noch mehr Schnee - oder noch mehr trockene Hitze

Neben den drei Hauptklimazonen gibt es in kleinen Gebieten noch andere Klimate. Sie haben eines gemeinsam: Alle sind irgendwie extrem. Alpines Klima herrscht in den oberen Höhenlagen im Kantabrischen Gebirge, in den Pyrenäen und der Sierra Nevada. Sierra Nevada? Ja, in Andalusien. Hier ragt der Mulhacén auf, mit 3.478 Metern der höchste Berg Spaniens. Tropisches Klima gibt es in den Küstengebieten der Kanarischen Inseln. Heißes Wüstenklima gibt es an der Südostküste um Almeria und Las Palmas.

Immobilien in Spanien

"Viele spanische Familien haben neben einer Wohnung in der Stadt ein Wochenendhaus auf dem Land oder am Meer. Nach Zahlen der Banco de España gab es Ende 2005 in Spanien ca. 23,7 Mio. Wohnungen (spanisch Piso) und 15,39 Mio. Haushalte. Damit kommen auf einen spanischen Haushalt 1,54 Wohnungen, die höchste Rate der Welt. 85 % der spanischen Wohnungen werden von ihren Eigentümern bewohnt, 15 % vermietet." (Wikipedia)

Der Immobilienmarkt in Spanien ist sehr rege, vor allem in den Küstengebieten. Touristen und europäische Einwanderer zieht es zum größten Teil an die Mittelmeerküste. Zwar gibt es eine Vielzahl von Hot Spots an der Küste, in den Innenstädten sind die Preise jedoch weniger aufgeblasen. Diese Unterschiede schwinden, weil mehr Ausländer Spanien als neue Heimat wählen und sie meist in die spanischen Großstädte ziehen. Die Wirtschaftskrise hat den Preisanstieg vorerst gedämpft und zu einer Preisstabilisierung geführt.

Lange Zeit war Spaniens Immobilienmarkt nur auf kaufende Kunden aus, das große Geld sofort sollte es sein. Später setzte sich langsam (!) die Einsicht durch, dass viele Auswanderer nicht sofort kaufen wollen oder können, sondern mieten wollen. Miete kann eine Übergangslösung sein, um die Wohngegend zu sondieren, außerdem ist es billiger und die Auswanderer müssen ihr angestammtes Heim nicht aufgeben. Viele Makler tun sich aber 2014 immer noch sehr schwer, Mietobjekte anzubieten.

Staatliche Leistungen in Spanien

Das spanische Sozialsystem ist auch für ausländische Arbeitnehmer attraktiv. Wer zum Beispiel nach sechs Monaten oder mehr seine Vollzeitstelle verliert, hat Anrecht auf das gesamte Leistungsspektrum staatlicher Unterstützung.

Fazit

Für viele ist Spanien das Zielland, wenn sie dauerhaft ins Ausland gehen und nicht mehr arbeiten müssen. Für Spanien sprechen das warme Klima (das ganze Jahr wie im Urlaub:) und die niedrigeren Lebenshaltungskosten im Vergleich mit Deutschland. Bevor Spanien sehr hart von der Wirtschaftskrise getroffen wurde, waren die guten Aussichten am Arbeitsmarkt ein weiteres Plus. Aber das war einmal. Auch 8 Jahre nach Ausbruch der Krise ist es schwer, als Deutscher in Spanien Arbeit zu finden.

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letzte Bearbeitung: 23.06.2017

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Kommentare

In anderen Ländern ist es doch nicht anders. Ihr wollt auswandern, weil ihr euch in D nicht mehr wohl fühlt? das funktioniert nicht. Hier in Spanien ist die Bürokratie wesentlich schärfer als in D. Was ich hier schon an Ämtern verzweifelt bin. Papier ohne Ende, aber niemand kennt sich mit Gestzen aus. Der eine sagt ja, der andere nein. Und ewig lange Bearbeitung. Du machst Termine, die dann außer dir niemand einhält.
Spanien gehört mit zu den korruptesten Ländern in Europa. Wenn du nicht für Alles ein paar Scheine rüberschieben kannst, dann wartest du ewig. Hier wirst du vielleicht nicht wegen einer geklauten Buelette entlassen, du bekommst erst gar keine Arbeit. Über 20% Arbeitslosigkeit- Tendenz steigend- das spricht doch für sich.
D gehört noch mit zu den besten Ländern der Welt, was das Sozialsystem anbelangt. Wer kein Geld hat um sorgenfrei im Ausland zu leben, der sollte D nicht verlassen.

Hallo !
Der Hund liegt ganz woanders begraben! Natürlich spielen die Lebenserhaltungskosten eine große Rolle. Das Problem ist aber auch ein ganz anderes, Deutschland verkommt immer mehr zum Polizeistaat ,Spitzelstaat und zur Diktatur! Es werden Bürger denunziert und zielgerecht bestpitzelt, fast wie in der damaligen DDR! Wer zb. eine Bullette sich vom Chefdinner nimmt wird entlassen, sich ein paar Maultaschen einsteckt und diese vor der Abfalltonne bewahrt ,einen Pfandbon von 1,30Euro findet und einlöst, wird entlassen,was sind das für Zustände? Menschliche Schicksale werden dabei nicht berücksichtigt! Die Bürokratie ist nicht weniger geworden sonder noch mehr! Ja um so etwas kümmert sich Deutschland!
M.f.G.

Ich lese gerade mal so mit. Aber jetzt muß ich dochmal einen Kommentar abgeben. Ich wohne seit über 30 Jahren in Spanien und habe die Ganze Entwicklung vor Ort miterlebt. Also denke ich, mir eine reale Einschätzung erlauben zu dürfen.

Immer wieder muß ich diese gescheiterten Existenzen erleben, die in Sevilla auf dem Konsulat aufschlagen- total pleite, enttäuscht, die Familien zerbrochen und nur noch einen Wunsch- zurück nach D! Und es werden immer mehr. Viele haben sich von den total unrealistischen TV-Sendungen verleiten lassen. Die kommen ohne Sprachkenntnisse, ohne Arbeit, ohne Geld aber mit großes Familie und Privatzoo hier an und erwarten, daß die Sonne das ganze Jahr scheint und man auch ohne Arbeit über die Runden kommt. Und dann sind sie enttäuscht, wenn sie in Spanien keine Sozialleistungen wie in D beziehen können.

Im Moment herrscht in Spanien eine Arbeitslosigkeit von über 20%, die Wirtschaft geht immer mehr den Bach runter. Der Bausektor ist total eingebrochen, zwar gehen die Immobilienpreise wieder auf ein normales maß herunter, aber niemand hat mehr Geld, eine Immobilie zu kaufen. Überall stehen Wohnungen leer, die Hypothekenzinsen sind einfach zu hoch. Und dazu eine unfähige Regierung, die eine Vogel Strauß-Politik betreibt.

Die Löhne sind im Vergleich zu anderen Ländern in Europa sehr niedrig- die Lebenshaltungskosten sind den deutschen zu vergleichen. Dazu kommt, daß gerade die Winter kalt und naß sind. Ich habe noch nie im Winter so gefroren, wie hier in Spanien. Es gibt keine Zentralheizungen. Alles geht über Strom. Das geht richtig ins Geld. Dazu kommt die hohe Luftfeuchtigkeit. Dann sind die Häuser und Wohnungen gar nicht oder nur sehr schlecht isoliert. Ich wohne in der Nähe Sevillas- also im warmen Süden. Im Moment haben wir nachts um die 2 Grad, tagsüber schon seit Wochen Regen und 10 Grad. Man empfindet es aber als kälter. Im Sommer können die Temperaturen schon einmal auf 50 Grad steigen. Wer Kreislaufbeschwerden hat, sollte Spanien meiden.

Der Arbeitsmarkt ist total zusammengebrochen. Wer da nicht eine eigene gute Idee hat, hat kaum eine Chance auf Arbeit. Perfekte Sprachkenntnisse sind Voraussetzung. Sonst muß man wegen jedem Behördengang auf Landsleute zurückgreifen, und die Zocken richtig ab.

Und eine Erfahrung mache ich immer wieder: Wer ohne ausreichende Geldmittel hier aufschlägt, der hat schon verloren. Das Leben in Spanien ist sehr teuer geworden. Es gibt Dinge, die sind preiswerter, andere dafür teurer.
Und die, die mit Kindern herkommen: Die Schulbildung in Spanien ist miserabel. Man verbaut den Kindern alle Möglichkeiten für eine gute Zukunft. Sie können mit dem Schulabschluß in Spanien nicht zurück nach D um eine Berufsausbildung zu machen. Die gibt es nämlich kaum in Spanien. Gute Schulen sind seht teuer. Ich habe erst letzte Woche mit einer Familie gesprochen, die zurück nach D wollen. Sie kamen vor 3 Jahren voller Hoffnung nach Spanien. Obwohl der Sohn kurz vor dem Abitur in D stand. In Spanien hat er nicht einmal den Abschluß der 10.Klasse geschafft wegen mangelnder Sprachkenntnisse. Jetzt geht er ohne Schulabschluß zurück nach D. Die Familie ist total pleite und in D auf Hartz4 angewiesen. Sie haben keine Arbeit gefunden, nur Saisonjobs. haben sich auch alles leichter vorgestellt. Aber hier in Spanien wartet niemand auf Ausländer, die auch noch den Spaniern die Arbeit wegnehmen wollen. Und auf die Deutschen sowieso nicht. Lieber Südamerikaner. Die arbeiten für wenig Geld und beherrschen die Sprache perfekt.

Das Gesundheitssystem unterscheidet sich total von dem deutschen. Es ist viel schlechter und die Wartezeiten sind zum Teil enorm lang. Wer arbeitet ist zwangsläufig in der Seguridad social versichert. Hier ist alles auf eine familiäre Unterstützung und Versorgung aufgebaut. Wer keine familiäre Unterstützung in Anspruch nehmen kann, ist verloren. Die Ärzte sind zum Teil schlecht ausgebildet. Ein bekannter meinte mal, die Ärzte in Spanien haben das Niveau eines Krankenpflegers in D. Eine Privatversicherung ist meines Erachtens dringend erforderlich. Dann ist die Versorgung wesentlich besser, wenn auch nicht optimal. Dazu braucht man aber auch wieder geld.

Und dann gibt es keine soziale Hängematte wie in D. Hilfeleistungen vom Staat gibt es nur für sehr Bedürftige, und das auch nur im geringen Maße und begrenzt. Hier hilft sich die Familie gegenseitig.

Und wer jetzt wieder meint, warum lebt die dann in dem Land? Ich habe genug finanzielle Mittel, um mir ein sorgenfreies leben hier leisten zu können. ich bin zu einer zeit nach Spanien gegangen, als man Wohnraum noch bezahlen konnte. Und nach so vielen Jahren bin ich voll integriert.
Leider hat sich Spanien sehr zu seinem Nachteil verändert. Noch einmal die Wahl- Spanien wäre nicht mehr das Ziel einer Auswanderung.

ja, ich bin ab august 2010 rentnerin (verwitwet), bekomme etwa 1500 € netto, habe hier ein haus, was ich vermieten oder verkaufen würde. spreche spanisch, haben einen dackel und einen lebenspartner (so in der reihenfolge). bin viel in der welt herumgekommen ( auf eigene faust reisende), und habe mich immer überall wohl gefühlt und zu vielen menschen kontakt bekommen, freunde gewonnen und mich mit den jeweiligen lebenssituationen auseinander gesetzt.

ihr kommentar hat mich aufmerksam gemacht. so würde ich gerne erfahrungen für mich nutzen wie: kann ich in asturien ein haus mieten oder kaufen, wenn ja, für welchen preis. wie sind die nebenkosten etc.
ach ja, ich/wir möchte/n nicht in einer touristenhochburg leben, sondern eher ländlich mit kontakt zu den menschen dort.

hallo danke für deine Infos,
mich würde noch interessieren, ob es besser ist, seinen Wohnsitz in BRD zu behalten, also welche vor- und Nachteile gibt es je nach Änderung des ersten Wohnsitzes?
Danke für deine Hilfe, Saludos!

Hallo Srilla,
ich lebte über 10 Jahre in Spanien und denke ich kann mir wirklich ein Urteil über das Thema Auswandern nach Spanien erlauben ;)
Zwei Jahre war ich nun wieder in Deutschland, werde aber Mitte April wieder Richtung Süden ziehen ;)
Grundsätzlich solltest du darüber nachdenken, das Du je ländlicher Du wohnst deine Sprachkenntnisse in Spanisch wichtiger werden. In Touristen- und anderen Ballungsgebieten findet man eher mal jemanden der etwas übersetzen könnte (falls Du kein spanisch sprichst)....solltest du allerdings im Landesinneren enden ;) ist es recht unwahrscheinlich (natürlich nicht unmöglich).
Als Tierfreund wirst Du dort ein dickes Fell brauchen, da sich die spanische Mentalität erst langsam in Richtung, vernünftiger Umgang mit Tieren entwickelt...und auch da ist die ländliche Bevölkerung weit hinterher. Tierschutzorganisationen gibt es reichlich und in fast jeder grösseren Ortschaft...jedoch viele von Ausländern (engländern und deutschen) geleitet und finanziert). Die grösste mir bekannte wäre "Triple A" im Süden Spaniens. Diese ist englisch geführt und arbeitet mit deutschen, skandinavischen und spanischen Tierschutzorganisationen zusammen. Die Hauptaufgaben dort bestehen aus der Vermittlung der Tiere nach Nordeuropa, dem kastrieren bzw sterilisieren der freilebenden Hunde und Katzen zur Geburtenkontrolle, dem "befreien" gequälter und misshandelten Tieren und der akuten medizinischen Versorgung. Alle Organisationen die ich dort kenne sind Ehrenamtlich und leben von Spenden, die leider nicht gerade üppig fließen.
Abschminken sollte man sich auch die Idee vom günstigen Leben in Spanien..vieles ist teurer als in good old germany...gerade in Touristmusgebieten muss man sich schon auskennen um einigermaßen günstig über die Runden zu kommen.
Da du ja mit Tieren leben willst, würde sich ja eine Finca (Bauernhäuschen mit Grundstück) anbieten...da gibt es schon günstige zu mieten....jedoch sind die meist noch auf dem Stand von vor 100 Jahren...je nach Lage. Einige haben kein Strom oder fließend Wasser oder sind weit von allen Einkaufsmöglichkeiten entfernt und meist nur durch sehr schlechte Feldwege zu erreichen. Mann benötigt als ein dementsprechendes Auto....allein schon um die Gasflaschen zu transportieren (für Heizung/Kühlschrank/Herd).
Kurz je ländlicher, desto schwieriger ist es, ohne ausreichende finanzielle Mittel. Da du ja schon nach Startkapital fragst...ist die klare Antwort JA. Sicherlich kann man sich auch mit wenig Geld durchschlagen...aber die meisten Auswanderer (mit wenig Geld) kehren nach weniger als einem Jahr zurück in Ihre Heimatländer. Meistens Pleite und total desillusioniert, da sie sich im Vorfeld nicht wirklich im klaren waren was das Leben im Ausland bedeutet.
Auch das mit dem finden einer Arbeit ist Ballungsgebieten einfacher (je nach Alter und Kenntnisstand der spanischen Sprache).
Eine Arbeitserlaubnis brauchst du als EU Bürger nicht, genausowenig wie eine Aufenthalsterlaubnis!
Dein Zukünftiger Arbeitgeber in Spanien wir von Dir jedoch eine spanische Steuernummer verlangen (NIE), meistens kümmert sich jedoch der Steuerberater deines Chefs darum und sagt dir wohin Du dich wenden musst.

Eine Sache muss ich Grundsätzlich jedoch mal loswerden..falls Du nach da unten ziehst:
Unterschätze nicht die kulturellen Unterschiede zwischen deutscher und spanischer Mentalität..alles dauert etwas länger und manana (morgen) heißt nicht wirklich das ein morgiger Termin auch wirklich stattfindet ;)
Und als zweiten Tip (auch auf die Gefahr hin das ich mich nun Unbeliebt mache !!!)
Vertraue keinem Landsmann !! Sicherlich ist es hilfreich gleichsprachige Leute vor Ort kennenzulernen....jedoch werde viele Neuankömmlinge gerade von anderen Ausländern ausgenutzt oder ausgenommen. Könnte ganze Bände mit solchen Geschichten erzählen..und ich glaube ich habe dort noch nie jemanden getroffen der nicht mindestens einmal von einem Landsmann in irgendeiner form "verarscht" wurde...viele haben dabei all ihr Geld verloren.
Also Vorsicht !
Falls Du oder jemand anderes der dies ließt weiter Fragen hat kann er/sie sich gerne an mich wenden...ich versuche zu helfen wo ich kann.
Olly

gs-management@gmx.net

hallo!
Mein Freund und ich befassen uns mit dem Gedanken nach Spanien auszuwandern, sind beide aber erst knapp über 20. Wie ist es dort mit: vor Ort arbeit finden, und Wohnungen?
würde mich über eine Antwort freuen.
grüße

Hallo Stefan!
Zu niedrige Lebenserhaltungskosten, allein das Heizen schon
kostet mir jährlich so um die 1000 Euro, in diesem Jahr liegt es weitaus höher ! Stromkosten sind auch niedriger und Kraftstoffpreise! Ja etwas spart man doch schon !
Gruß

Niedrige Lebenshaltungskosten? An welcher Stelle denn bitte? ;)
- Supermärkte haben in etwa das gleiche Preisniveau
- Manche Dinge sind teurer, andere günstiger...

ich kann nur sagen: Lebenshaltungskosten und Steuern nehmen sich nicht viel im Vgl. zu Deutschland.

Wohnungsmiete und Häuser ebenfalls nicht... wo soll man also so sehr sparen, das es wirklich ins Gewicht fällt? ;)

Hallo !
Ich trage mich schon des längerem mit dem Gedanken nach Spanien auzuwandern! Die Rente kommt so langsam in Sicht!
Wäre nett wenn eine Sie in etwa den gleichen Gedanken hätte!Vieleicht gibt es ja Gemeinsamkeiten, wär ja schön !

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