Auswandern nach Spanien

Spanien Idylle: Altstadt von Marbella

Spanien ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Auswanderer in Europa. Für Europäer ist ein Spanien-Aufenthalt der Inbegriff für Ruhe und Erholung. Das hat zu einer multi-kulturellen Gesellschaft geführt - eine sichere und angenehme Oase für viele, die ins Ausland ziehen wollen. Die hohe Sonnenscheindauer macht Spanien für Menschen aus kälteren Regionen der Welt attraktiv.

Steckbrief: Spanien in Zahlen

DatenKommentar
Amtssprache: Spanisch--
Hauptstadt: Madrid--
Fläche: 504.645 km²--
Einwohnerzahl: 46.438.422(2016)
Bevölkerungsdichte: 92 Einw. je km²(Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 32.360 USDnominal, #27 weltweit
Human Development Index: 0,869#27 weltweit
Deutsche im Land: 182.000(BA f. Statistik; hohe Dunkelziffer möglich)
Netto-Einwanderrate: 8 Einwanderer pro 1000 EinwohnerSchätzung für 2016

Spanien ist ein beliebtes Tourismusziel - weltweit die Nummer Drei. Auch bei den deutschen Auswanderern liegt Spanien weit vorn in der Beliebtheit. Und das seit Jahren und kaum verändert durch die Krisen der EU.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich Spanien von einer schweren wirtschaftlichen Rezession erholt, die Mitte 2008 begann. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, bleibt aber im europäischen Vergleich hoch, besonders bei den Unter-25-Jährigen. Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone.

Spanien: Kathedrale auf Mallorca
Wer Mallorca nur als Tourist heimsucht, kennt das Wahrzeichen der Insel nicht. Die Kathedrale der Heiligen Maria (umgangssprachlich: La Seu) in Palma, der Hauptstadt von Mallorca und Bischofskirche des Bistums Mallorca. Erbaut 1230 bis 1590, denn die Siesta gehört zu Spanien dazu. Die Kirche, die heute nicht fertig wird, die wird es eben mañana ...

Ausländer in Spanien

Ende 2005 lebten schätzungsweise 4,8 Millionen Ausländer in Spanien. Es gibt zwar deutsche Siedlungen entlang der Ostküste, jedoch stammen die meisten Einwanderer aus anderen Ländern: Briten machen 8,1 Prozent, Franzosen 8 Prozent und Deutsche 5,6 Prozent der Ausländer in Spanien aus. Spanien verbindet zudem eine lange Geschichte mit Südamerika, was die Beliebtheit unter den dort gebürtigen Emigranten erklärt.

Spanische Kultur

Spanien hat viele Facetten und "Sub-Kulturen". Durch eine lange bewegte Geschichte haben sich zum Beispiel Katalonien, das Baskenland und Galizien die kulturelle Eigenständigkeit größtenteils bewahrt.

Spanien ist ein an historischen Kulturschätzen ausgesprochen reiches Land. Weltberühmt sind die steinzeitlichen Höhlen von Altamira. Die Kelten haben Spuren hinterlassen und natürlich das Römische Reich. Die Mauren prägten die iberische Halbinsel bis ins Mittelalter.

Heute konzentriert sich Spaniens Kunstszene in Madrid und Barcelona. Allerdings: Seit Spanien sparen soll (diktiert Brüssel), kürzt der Staat die Fördergelder für Kunst und Kultur. Das ist so überzeugend, wie der Alkoholiker, der seine leeren Schnapsflaschen ausspült, bevor er sie wegwirft, denn "man hat ja eine Vorbildfunktion für die Kinder." Zugleich wurde die MwSt auf Kulturprodukte auf 21% angehoben. Viele wichtige Kunstzentren werden von privaten Stiftungen von Banken und Versicherungen betrieben (z.B. Caixa-Forum in Barcelona, Sevilla und Madrid, Ausstellungssäle der Versicherung MAPFRE, der Fundación Juan March, u.a.)

Spanien: Esel in einem Olivenhain

Immer wieder suchen die Spanier die Balance zwischen Autonomiestreben und staatlicher Einheit auf der anderen Seite. Immer wieder wird der Ruf nach Unabhängigkeit von Madrid laut, aber die Vorteile der EU-Mitgliedschaft will auch kaum ein Vertreter der Autonomie ausschlagen. Dennoch sollte man auch sehen, dass es in den letzten Jahren keine offene Gewalt gibt - mit Gesprächen und politischen Aktivitäten wird versucht, die Situation zu lösen.

A propos Multikulti: Im Jahr 711 wurde Spanien von einem muslimischen Heer erobert. Die Mauren wurden erst 1492 endgültig vertrieben. In den Jahrhunderten dazwischen war die Iberische Halbinsel die Hauptverbindung zwischen dem christlichen Europa und der islamischen Welt. Kunst, Wissenschaft und eine beispiellose religiöse Vielfalt machten Spanien zu einem Anziehungspunkt für ganz Europa.

Und nach diesem kurzen Rückblick - wieder zurück in die Gegenwart. :)

Arbeit in Spanien

Die Struktur der spanischen Wirtschaft weist eine für Industrienationen typische Verteilung auf. Die Anteile der wichtigsten Bereiche am BIP im Überblick:

  • 68 % Dienstleistungen (1/3 des BIP entfielen vor 2007 auf den Immobiliensektor; 2016 ist dieser Anteil wieder erreicht)
  • 20 % verarbeitende Industrie
  • 9 % Bauwirtschaft
  • 3 % Landwirtschaft

Spanien hat einen starken Tourismussektor. Als eine Folge davon ist Saisonarbeit in allen Küstenorten weit verbreitet. Wenn Sie für längere Zeit in Spanien arbeiten wollen, ist es wichtig, dass Sie einen Arbeitsvertrag mit dem Arbeitgeber schließen. Arbeitgeber können befristete Verträge von bis zu 9 Monaten anbieten. Generell hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine unbefristete Anstellung, nachdem der befristete Saisonvertrag um ist.

Karte von SpanienAuch wenn die Löhne in der Regel in Spanien niedriger sind als in Deutschland, sind es andererseits auch die Lebenshaltungskosten. Es ist daher wichtig, dass Sie Löhne und die Entwicklung der Lebenshaltungskosten in Spanien mit Ihrer derzeitigen Lebenssituation vergleichen. Wenn Sie nur eine Seite beachten, wird das Bild verzerrt. Alle Steuern und Abgaben in Spanien werden direkt vom Lohn abgezogen. Wer illegal arbeitet, wird nach Hause ins Herkunftsland geschickt, dem Arbeitgeber droht eine Strafe. Seien Sie daher sehr vorsichtig, wenn Sie den Lohn bar auf die Hand bekommen. Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenzen.

Wenn Sie aus einem unberisteten Vertrag gekündigt werden, können Sie in Berufung gehen. Das ist ein ziemlich starres und durchgeregeltes Verfahren, bietet jedoch einen gewissen Schutz für den Arbeitnehmer. Der spanische Arbeitsmarkt gilt als im EU Vergleich leicht zugänglich für Ausländer.

Um in Spanien zu arbeiten, müssen Sie eine NIE-Nummer haben (Numero Identificacion de Extranjeros, wird nur an ausländische Arbeitnehmer vergeben) - das ist entscheidend!

Die Arbeitslosenquote lag Ende 2012 bei 26,6 % und erreichte damit den höchsten Stand in der Europäischen Union. Gleichzeitig stieg auch die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen auf 56,5 %, das bedeutet die zweithöchste Quote nach Griechenland.

Klima in Spanien

In Spanien gibt es drei Hauptklimate, je nach geographischer Lage und Höhenlage: mediterranes Klima, ozeanisches Klima und Steppenklima.

Mediterranes Klima

Das mediterrane Klima ist durch trockene und warme/ heiße Sommer und kühle bis milde und feuchte Winter geprägt. Das ist in Spanien vorherrschende Klima. Diesen Klimatyp kann man weiter unterteilen: „Standard Mittelmeerklima“ der Flachlandgebiete und „Kontinental geprägtes Mittelmeerklima“ im Landesinneren. Je weiter im Landesinneren und je höher, desto kälter und länger werden die Winter.

Windmühle in Spanien

Wo gibt es was? Standard-Mittelmeerklima herrscht in den Küstengebieten (mit Ausnahme der nördlichen Atlantikküste), im Becken des Guadalquivir, am Unterlauf des Tejo und im Guadiana-Beckens im Westen des Landes. Das kontinental geprägte Mittelmeerklima herrscht in der Meseta (Iberische Meseta, bzw. Hochland von Kastilien).

Ozeanisches Klima in Spanien

Im nördlichen Teil des Landes herrscht ozeanisches Klima. Vor allem im Baskenland, Asturien, in Kantabrien und Navarra. Diese Klimaregion kennt regelmäßigen Schneefall in den Wintermonaten.

Steppenklima in Spanien

Das semiaride Klima (Steppenklima, halbtrockenes Klima) überwiegt in der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Kanarische Inseln), Provinz Almeria in Ost-Andalusien, in der Region Murcia und der Provinz Alicante. Außerdem herrscht dieses Klima im Nordosten (Provinz Saragossa, Ebrotal), und in Teilen von Navarra. Es ist auch in großen Bereichen des zentralen Hochlandes anzutreffen; vor allem in der La Mancha und Gebieten der Extremadura. Im Unterschied zum Mittelmeerklima hält die Trockenzeit über das Ende des Sommers hinaus an.

Blick auf Saragossa
Zwei Wahrzeichen von Saragossa: die Basílica del Pilar und der Ebro.

Noch mehr Extreme: Noch mehr Schnee - oder noch mehr trockene Hitze

Neben den drei Hauptklimazonen gibt es in kleinen Gebieten noch andere Klimate. Sie haben eines gemeinsam: Alle sind irgendwie extrem. Alpines Klima herrscht in den oberen Höhenlagen im Kantabrischen Gebirge, in den Pyrenäen und der Sierra Nevada. Sierra Nevada? Ja, in Andalusien. Hier ragt der Mulhacén auf, mit 3.478 Metern der höchste Berg Spaniens. Tropisches Klima gibt es in den Küstengebieten der Kanarischen Inseln. Heißes Wüstenklima gibt es an der Südostküste um Almeria und Las Palmas.

Immobilien in Spanien

"Viele spanische Familien haben neben einer Wohnung in der Stadt ein Wochenendhaus auf dem Land oder am Meer. Nach Zahlen der Banco de España gab es Ende 2005 in Spanien ca. 23,7 Mio. Wohnungen (spanisch Piso) und 15,39 Mio. Haushalte. Damit kommen auf einen spanischen Haushalt 1,54 Wohnungen, die höchste Rate der Welt. 85 % der spanischen Wohnungen werden von ihren Eigentümern bewohnt, 15 % vermietet." (Wikipedia)

Der Immobilienmarkt in Spanien ist sehr rege, vor allem in den Küstengebieten. Touristen und europäische Einwanderer zieht es zum größten Teil an die Mittelmeerküste. Zwar gibt es eine Vielzahl von Hot Spots an der Küste, in den Innenstädten sind die Preise jedoch weniger aufgeblasen. Diese Unterschiede schwinden, weil mehr Ausländer Spanien als neue Heimat wählen und sie meist in die spanischen Großstädte ziehen. Die Wirtschaftskrise hat den Preisanstieg vorerst gedämpft und zu einer Preisstabilisierung geführt.

Lange Zeit war Spaniens Immobilienmarkt nur auf kaufende Kunden aus, das große Geld sofort sollte es sein. Später setzte sich langsam (!) die Einsicht durch, dass viele Auswanderer nicht sofort kaufen wollen oder können, sondern mieten wollen. Miete kann eine Übergangslösung sein, um die Wohngegend zu sondieren, außerdem ist es billiger und die Auswanderer müssen ihr angestammtes Heim nicht aufgeben. Viele Makler tun sich aber 2014 immer noch sehr schwer, Mietobjekte anzubieten.

Staatliche Leistungen in Spanien

Das spanische Sozialsystem ist auch für ausländische Arbeitnehmer attraktiv. Wer zum Beispiel nach sechs Monaten oder mehr seine Vollzeitstelle verliert, hat Anrecht auf das gesamte Leistungsspektrum staatlicher Unterstützung.

Fazit

Für viele ist Spanien das Zielland, wenn sie dauerhaft ins Ausland gehen und nicht mehr arbeiten müssen. Für Spanien sprechen das warme Klima (das ganze Jahr wie im Urlaub:) und die niedrigeren Lebenshaltungskosten im Vergleich mit Deutschland. Bevor Spanien sehr hart von der Wirtschaftskrise getroffen wurde, waren die guten Aussichten am Arbeitsmarkt ein weiteres Plus. Aber das war einmal. Auch 8 Jahre nach Ausbruch der Krise ist es schwer, als Deutscher in Spanien Arbeit zu finden.

Webtipps

letzte Bearbeitung: 23.06.2017

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Kommentare

Hallo,
würde gern mehr über ihr etabliertes Geschäft erfahren.

mfg j. wagner

Hallo Optimist,

sind schon eine Weile am Überlegen, Deutschland zu verlassen und in wärmere Gefilde zu ziehen. Deine Annonce klingt auf den ersten Blick sehr interessant. Kannst Du uns bitte ein paar nähere Angaben machen (Ort und Art des Geschäftes)? Vielen Dank im Voraus.

Ingrid und Sebastian

Auch bei nicht so rosigen Zeiten in Europa gibt es in Spanien gerade jetzt viele Chancen eines Neuanfangs. Verkaufe gutgehendes, etabliertes Geschäft (kein Restaurant oder Bar) auf den kanarischen Inseln aus gesundheitlichen Gründen. Wer dort leben möchte, wo andere Urlaub machen und auch noch genügend Zeit für sein soziales Leben haben möchte melde sich doch einfach. Bitte nur seriöse Anfragen.

Auch hier gibt es gerade jetzt gute Möglichkeiten etwas zu Kaufen oder zu Mieten.

Stehe gerne für weitere Informationen zu Schulen, Gesundheitsversorgung, Arbeitsunterlagen etc. zur Verfügung.

Realisiere Deinen Traum - es lohnt sich!

hallo,suchen noch mitstreiter für unseren gnadenhof südlich von alicante.am liebsten wären uns rentner oder ähliches.denn ein geregeltes monatliches einkommen muß vorhanden sein.wir leben hier mit hunden ,katzen,ziegen und eseln zusammen.sind 58 und63 jahre.wir suchen noch tierliebe menschen,die lust haben hier mit uns gemeinsam die tiere zu versorgen.unterkunft wird natürlich umsonst gestellt.bei interesse hier meine e-mail adresse

anjaangela@web.de freue mich,von euch zu hören(lesen)

Im Momet rate ich niemandem nach Spanien auszuwandern. Die Politik ist unsicher, viele Menschen sind verarmt, arbeitslos und bekommen ihre Häuserkredite gekündigt, weil sie nichts mehr bezahlen können. Die restlichen Spanier warten, dass die Urlauber in diesem Sommer wieder kommen, dass ein wenig Geld in die Kassen kommt. Dies wird ein Trugschluss sein.

Ich kenne viele, die Ferienhäuser gebaut haben und sie stehen leer. Viele Rentner gehen wieder zurück nach Deutschland, weil die Gegend immer unsicherer wird.

http://goldblogger.de/weltgeschehen/ueber-2-millionen-haeuser-stehen-in-...

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