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Island Wirtschaft im Überblick

Wenn die Insel wackelt … dann wissen die Isländer, dass sich Lava unter der Erde regt. Islands größter Schatz also – keine Gefahr. Oder doch eine Krise, wie Analysten munkeln?

Schafzucht - wichtigster Zweig der Landwirtschaft Islands
Schafzucht ist der wichtigste Zweig der Landwirtschaft

Island hat die Finanzkrise anscheinend gut überstanden. Die rot-grüne Regierung, die den Staatsbankrott abwendete, rückt nach den Wahlen im April 2013 wieder auf die Oppositionsbank. Jetzt regieren wieder die Parteien, die die isländische Finanzblase vor fünf Jahren protegierten.

Wichtig zu wissen: der anvisierte EU Beitritt ist wieder vom Tisch, Island wird eigenständiger bleiben als andere euroäische Ländern. Für Auswanderer ist das sicher ein Pluspunkt.

Den Isländern geht es eigentlich so gut wie kaum einem anderen Volk. Nach Island auswandern ist verlockend – nicht zuletzt wegen der geringen Nebenkosten. Dennoch kriselt es in dem Inselstaat. Dabei steht Islands Wirtschaft trotz scheinbar gravierender Nachteile sehr gut da. Bis jetzt.

Islands Wirtschaft: Pro & Contra

ProContra
Vollbeschäftigung und kaum Armut
immer noch eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt (rund 31.020 KKP Dollar und damit Rang 16 im Jahr 2011; Deutschland: 40.000 KKP Dollar)
Island hat eines der besten Gesundheitssysteme aufgebaut
Lebenserwartung ist mit die höchste weltweit
krisensichere Energiegewinnung durch Erdwärme
die abgeschiedene Lage im Nordatlantik
vulkanisch geprägtes Land mit wenig Vegetation

Andere skandinavische Zentralbanken stützten die Krone beim Ausbruch der Finanzblase, die auch die isländischen Banken kräftig aufgepumpt hatten. Das brachte Mitte Mai 2008 eine erste Wende. Die isländische Krone stieg wieder im Vergleich zum Euro.

Island: Alte Steinhäuser mit Grasdach
Tourismus in Island:  1000jährige Zeitreise

Gute Prognosen für Islands Wirtschaft

Die 313.000 Isländer sind dennoch überwiegend optimistisch. Sie setzen auf die Flexibilität der isländischen Wirtschaft. Worauf stützt sich der Optimismus? Die großen Themen der Welt sind steigende Preise für Energie und Nahrungsmittel. Und Islands Stärken? Fischfang (Nahrungsmittel) und Erdwärme (Energie). Der Fischfang macht rund die Hälfte der isländischen Exporte aus und der Energiereichtum wird zum neuen Wachstumsmotor für Islands Wirtschaft. Erdwärme ist in keinem anderen Land so weit genutzt (90% der Haushalte) und so billig wie auf der Insel.

Reykjaviks Straßen und Gehwege sind im Winter immer eisfrei: sie werden beheizt! Die Strecke von Reykjavik zum Flughafen Keflavik ist stets von Straßenlaternen beleuchtet. Das Land hat Energie im Überfluss.

„Die niedrigsten Strompreise Europas“, wie die isländische Regierung wirbt, sorgen dafür, dass immer mehr industrielle Großprojekte in Island realisiert werden. So ist die Aluminiumherstellung zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig geworden. Bei Aluminium sind 40 Prozent der Kosten Energiekosten. Die Erze werden sogar aus Australien mit dem Schiff zur Verarbeitung angeliefert.

Wichtig für die Island Wirtschaft: der Tourismus

Touristen sind eine zentrale Einnahmequelle geworden. Vor allem Kreuzfahrtschiffe machen in Island halt. Und die rauhe Landschaft mit ihren Gletschern, Vulkanen und Geysiren lockt Naturliebhaber aus aller Welt an. Mittlerweile kommen fast 582.000 Touristen pro Jahr – fast doppelt so viel, wie Island Einwohner hat.

Bevölkerung und Arbeitsmarkt

Einwohnerzahl: 319.000 (Januar 2012). Zwei Drittel davon leben in und um Reykjavik. Das Landesinnere ist fast unbewohnt. Die Bevölkerung wächst – ein deutlicher Gegentrend zu den reichen Ländern Europas. Er liegt an den hohen Geburtenraten und an einer höheren Einwanderung.

Island ist kein EU Mitglied, aber Unterzeichner des Schengener Abkommens. Arbeitnehmer aus der EU können ohne Kontrollen einreisen.

Isländer arbeiten viel und lange: meist gehen die Isländer mit 67 oder später in Rente. Die hohen Löhne lockten Zuwanderer an. Die größten Ausländergruppen sind Polen, Dänen und auf Platz 3 die Deutschen.

2 Kommentare

  1. Bücher zum Thema können weiterhelfen
    Hallo liebe Internetwelt.
    Ich beschäftige mich nun schon eine Weile mit Island als Auswanderungsziel. Empfehlenswert für das Verständnis sind meiner Meinung nach 2 deutsche Bücher: Zum einen „Wir sind alle Isländer“ und „Zwischen Licht und Dunkel – Abenteuer Alltag in Island“ Beide Bücher sind dazu angetan die Rosa Brille im Bezug auf Island abzusetzen.

    Das Land ist nun verschuldet. Das Vertrauen in die Regierung und in die Banken ist stark angeschlagen. Fast alle Isländer sind von der Krise betroffen, durch mehr Schulden oder durch Arbeitsplatzverlust, was wiederum auf Schulden hinausläuft.

    Das Leben in Island wird sicher nicht so einfach sein wie in Deutschland. Die Sprache ist sehr schwer, die Behörden sind auch nicht „netter“ als die in Deutschland und die Arbeitslosenzahlen erreichen immer neue Höhen. Viele Gastarbeiter verlassen das Land. Hinzu kommen sicher auch die extremen Wetterbedingungen. Für den Alltag ist das gleichnamige Buch sehr empfehlenswert. Es geht auch auf den Isländer an sich ein.

    Für die Betrachtung der jetzigen wirtschaftlichen Lage ist das Buch „Wir sind alle Isländer“ sehr gut. Es zeigt die Hintergründe der Krise in Island und wie einzelne Isländer damit umgehen. Ein Zeitzeugnis und ein Bericht der sensibilisiert.

    Jeder muss für sich abschätzen, warum er Island in die Wahl für eine Auswanderung mit einbezieht. Doch sind die Arbeitsbedingungen sicher momentan kein guter Grund. In den nächsten Monaten und Jahren wird sich einiges auf Island tun. EU-Beitritt, ggf. die Einführung des EURO, Rückbesinnung auf die Fischerei als Einnahmequelle und natürlich im Sommer der Tourismus.

    Ich empfehle jedem sich umfassend zu informieren und ggf. Kontakte zu Isländischen Reiseleitern aufzunehmen. Diese können sicher hilfreich sein, wenn man wirklich die Zelte in Deutschland abbrechen will und einen subjektiven Eindruck zu den gegebenen Bedingungen liefern.

    Jedenfalls wünsche ich jedem Auswanderer viel Glück,
    egal wo es ihn hinzieht. 🙂

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    • Danke für die Leseempfehlungen!
      Island Fan, danke für die Tipps. Die Titel kommen gleich auf meine Wunschliste. „Von Lust und Frust, in der Krise zu sein“ ist ein überraschender Untertitel 🙂

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