Auswandern auf die Philippinen

Die Philippinen sind ein Inselstaat mit 7.107 Inseln. 880 davon sind bewohnt. Es ist ein sehr schönes, teilweise paradiesisches und abwechslungsreiches Land, dass man sehr genießen kann, wenn man sich auf das fremde Land einstellt.

Als Zielland für Auswanderer haben die Philippinen ein schlechtes Image. Schauen wir uns den Inselstaat darum genauer an.

Sicherheit

Fast das gesamte Land ist für westliche Ausländer sicher. Nur den südlichen Teil der Insel Mindanao sollte man meiden. Dagegen stellen die Städte Davao, General Santos City, Cagayan de Oro, Cebu und weitere keine Sicherheitsrisiken dar.

Natürlich gibt es auf den Philippinen Kriminalität, wie auch sonst auf der Welt, wie auch in Deutschland. Im gesamten Land herrscht hohe Armut und Arbeitslosigkeit. Öfters werden Ausländer in ihren Wohnungen und Häusern überfallen, denn da gibt es etwas zu holen. Daher sollte vorher genau geprüft werden, in welcher Gegend man sich niederlassen möchte.

Wer noch nie auf den Philippinen war, sollte sich das Land genau anschauen - vor Ort. Wenn man niemanden kennt, ist es schwer, die geeignete Wohngegend zu finden. Lasst Euch bitte nicht dazu verleiten, Versprechungen oder „tollen“ Vorschlägen zu folgen. Leider werden wir als westliche Ausländer als „Sparschweine auf 2 Beinen“ von den Pinoys gesehen. Um an Geld zu kommen, versprechen die alles, aber halten nicht viel. Das gilt aber auch für so manchen dort lebenden Ausländer, der die philippinische Mentalität angenommen hat.

Viele Beiträge in Internet-Foren habe ich mitleidig belächelt, in denen die Pinoys, trotz großer Armut, als immer lächelnde Menschen dargestellt werden. Das stimmt zwar meistens, doch darf man den Ausdruck nicht als glückliches und menschenfreundliches Zeichen sehen. Es ist ein Teil der täglichen Geldbeschaffung.

„Hey Joe, give money!“ ist die tägliche Aufforderung der Pinoys an die westlichen Ausländer. Das Lächeln verschwindet sofort, wenn man dieser Aufforderung nicht Folge leistet. Auch wenn es einem schwer fällt, sollte man diese „Bettelei“ ignorieren. Wenn man dennoch aus Mitleid ein paar Peso gibt, ist man sehr schnell von vielen Pinoys umlagert, die ebenfalls am Geldsegen teilhaben wollen. Ihre Hilfsbereitschaft, die sofort angebotene Freundschaft sind immer mit einer bezahlten Gegenleistung verbunden. Sobald diese ausbleibt, ist der auch Pinoy verschwunden. Man sollte sich nicht auf Versprechen der Pinoys verlassen. Wir sagen hier auf den Philippinen: „In dem Moment, wo der Pinoy ein Versprechen ausspricht, hat er es auch schon gebrochen!“.

„No Problem, Sir/Madam!“, ist eine gängige Floskel. Doch genau dann starten die Probleme. Natürlich gibt es vertrauenswürdige Pinoys, aber diese muss man erst einmal finden.

Was sie nicht tun sollten

  • Zeigen Sie niemals Fremden Geld, Schmuck, oder anderen Wertsachen. So etwas lockt ungebetene Gäste an.
  • Auch sollte man sich nicht wie ein Prolet aufführen, keine Beleidigungen gegenüber den Pinoys aussprechen. Sie fühlen sich schnell angegriffen, wenn man übers Ziel hinausschießt.
  • Denken Sie daran: Wir sind geduldete Ausländer und man sollte sich als Gast verhalten.
  • Mit Geld kann man alles regeln? Irrtum! Diese Fehlannahme hat so manchem westlichen Ausländer erhebliche Probleme gebracht, bis zur Ausweisung und Gefängnisaufenthalt.

Wenn man diese Regeln einhält, kann man das wunderschöne Land sehr genießen.

Visa

Mit deutschem Reisepass und Rückflugticket erhält man bei der Einreise ein 21 Tage gültiges Touristen-Visum. Dieses kann man in den Büros für Einwanderung (Bureau of Immigration) verlängern. Die Philippinen bieten verschiedene Visa an. Weitere Informationen unter http://www.philippine-embassy.de/bln/index.php? option=com_content&task=view&id=196&Itemid=305

Finger weg von Visa Agenten! Da kann es passieren, dass erheblich zu viel bezahlt wird, oder man sogar nur ein gefälschtes Visa erhält. VORSICHT!!! Gerne bin ich bereit, Euch individuell und kostenfrei zu informieren.

Lebensunterhalt

Aufgrund des Wechselkurses (Euro-Peso) ist man als Europäer in der gehobenen Einkommensklasse auf den Philippinen. 1.000 Euro sind (je nach Wechselkurs) ungefähr 60.000 Peso. Zum Vergleich: Ein gehobenes Angestelltengehalt (Manager Posten) liegt bei ca. 18.000 Peso.

Beispiel für monatliche Kosten auf den Philippinen

  • Hausmiete (voll möbliert mit Klimaanlage) ca. 15.000 Peso
  • Strom, Wasser, Gas ca. 8.000 Peso
  • Lebensmittel pro Person ca. 20.000 Peso
  • Haushaltshilfe (Maid) ca. 2.500 Peso
  • sonstige Kosten ca. 8.000 Peso

Zusammen ca. 53.500 Peso

Diese Kosten sind sehr hoch angesetzt für ein schon luxuriöses Leben. Viele hier lebende Europäer kommen mit der Hälfte aus.

Eigentum

Nach philippinischem Recht darf ein Ausländer kein Land, Grundstück oder Haus erwerben. Dieses kann nur ein Pinoy. Wenn man eine Filipina heiratet, läuft jeglicher Kaufvertrag auf ihren Namen. Die große Gefahr liegt bei einer eventuellen Trennung, denn dann ist der Ausländer alles los. Das ist auch mir passiert und ich bin nur einer von vielen Geschädigten.

Pachten und Mieten sind relativ sichere Möglichkeiten. Relativ deshalb, weil man Pacht- und Mietverträge vorwiegend mit Pinoys abschließt. Diese können unberechenbar sein. Informieren Sie sich deshalb vorher genau, mit wem Sie Verträge schließen.

Eine absolut sichere Möglichkeit zum Erwerb von Eigentum auf den Philippinen kann ich ab Ende 2011 anbieten.

Inhaber von permanenten Visa können Fahrzeuge auf ihren Namen erwerben und Bankkonten eröffnen. Firmen können nur nach der 60/40 Regelung (60% Pinoy/40% Ausländer) gegründet werden. Aber auch dafür kann ich bei Interesse eine weitaus sichere und bessere Lösung anbieten.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung ist in den Großstädten (Manila, Cebu, Davao) gut. Es gibt in diesen Städten sehr gute Krankenhäuser, die westlichen Standards entsprechen. In den Provinzen dagegen ist es sehr schwer, gute Mediziner zu finden. Ein Rettungswesen für Notfälle gibt es nur in den Großstädten, nicht in den Provinzen. Auch sind die Provinzkrankenhäuser an Wochenenden nicht mit Ärzten besetzt. Es gibt sehr gute Dentisten, auch in den Provinzen. Diese sind modern ausgestattet und arbeiten nach europäischem Ausbildungsstandard. Viele europäische Dentisten geben ihre Aufträge an philippinische Dentallabors.

Die Medikamentenversorgung ist sehr gut. Die meisten Apotheken (Pharmacies) haben 24 Stunden geöffnet, auch in den Provinzen. Der Bezug von europäischen Medikamente ist über diese Apotheken möglich.

Malaria Vorbeugungen sind nicht notwendig auf den Philippinen. In einigen Provinzen gibt es das Denguefieber http://de.wikipedia.org/wiki/Denguefieber, ebenfalls von Moskitos übertragene Viruserkrankung, für die es bislang noch keine Vorbeugeimpfung gibt. Bitte keinen Insektenschutz aus Europa mitbringen. Er ist relativ wirkungslos. Die hier angebotenen Insektenschutzmittel (Off Lotion) sind sehr wirkungsvoll.

Krankenversicherung

Im gesamten Land ist Barzahlung bei Ärzten und Krankenhäusern üblich. Mit einer Auslandskrankenversicherung können Sie Arztrechnungen und Rezepte geltend machen. Erfragen Sie Details bei Ihrer Krankenkasse oder einer Auslandskrankenkasse.

Heirat

Wo die Liebe hin fällt... Vor der Heirat auf den Philippinen sehen Sie sich nicht nur die zukünftige Ehefrau genau an, sondern auch deren Großfamilie. Sie heiraten nicht nur die Frau, sondern man bekommt die gesamte Familie, inklusive Oma und Opa, Nichten, Neffen, etc. als Mitgift dazu.

Heiratsfähige Mädchen werden von der Familie angehalten, sich nach einem Ausländer umzuschauen. Nach der Heirat ist dieser Ausländer der Hauptversorger der gesamten Familie. Wichtig: es gibt keine Scheidung auf den Philippinen! Es gibt nur eine Annullierung des Heiratsvertrages - und die ist sehr schwer zu erlangen. Darum prüfe, wer sich ewig bindet!

Schule und Universität

Es herrscht auf den Philippinen Schulpflicht. Die meisten öffentlichen Schulen sind für europäische Kinder nicht geeignet, da das Schulsystem sehr zu wünschen lässt. Es gibt gute Privatschulen, meistens im Einzugsbereich von Ballungszentren (Manila, Cebu, Davao, etc.). Auch gibt es sehr gute, international anerkannte Universitäten.

Kontakt: Deutsche Schule Manila

Technik

Elektrische Versorgung = 220 V Wechselstrom, allerdings 60 Hz, 2 Phasen Leitung, keine Erdung, nur Oberlandleitungen, viele Stromausfälle. Wasserversorgung ist vorhanden, allerdings nicht als Trinkwasser geeignet. Trinkwasser gibt es nur über Wasserspender.

Einkaufen

Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Pinoys. Daher gibt es selbst in den kleinsten Provinzen Super Malls und kleinere Einkaufsläden. Sari-Sari-Stores (ähnlich wie Kioske) finden Sie überall und sie sind teilweise 24 Stunden/ Tag geöffnet.

Arbeiten

Man benötigt eine Arbeitserlaubnis und das Arbeits-Visa. Beides kann man als Angestellter mit einem Arbeitsvertrag einer philippinischen Firma schnell und günstig erhalten.

Allerdings ist es eher eine Seltenheit, bei einer philippinische Firma eine Arbeit zu erhalten, da wir „Langnasen“ viel zu teuer sind. Meistens machen sich Ausländer in der Touristikbranche selbstständig. Auch dann muss man einen Pinoy "mit im Boot" haben. Das sollte man sich reiflich überlegen.

Fazit: die Philippinen sind ein Dritte-Welt-Land und nicht vergleichbar mit Europa. Man kann hier darum (oder dennoch) sehr gut leben. Das Land ist traumhaft und voller Sehenswürdigkeiten. Bei dieser Anzahl von Inseln macht ein Insel-Hopping enorm viel Spaß. Man kann für sich noch einzelne Traumstrände erkunden.

Für jeden ist auswandern individuell. Wer sich näher informieren möchte, kann gerne mit mir in Kontakt treten. Wünsche allen Auswanderen viel Glück und Gesundheit.

Bernhard

Landes-Infos auf Wikipedia

Über den Autor

Ich lebe und arbeite seit mehr als 6 ½ Jahren auf den Philippinen, davon 1 Jahr als Berater für die Regierung. Ich bin seit mehr als 2 Jahren mit einer Filipina liiert (nicht verheiratet!) Mein Wissen und meine Erfahrungen möchte ich gerne für Auswanderwillige zur Verfügung stellen.

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