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Wieso ich kein Wahl-Schweizer wurde

Ich wollte immer in die Schweiz. Sie ist eins der ganz wenigen Länder, wo alles zusammen passt: Die Schweiz ist das beste Land zum Auswandern. Die Schweiz ist das beliebteste Zielland von uns Deutschen. Das Statistikamt bestätigt es jedes Jahr mit Zahlen: Die meisten Auswanderer gehen in die Schweiz.

Warum bin ich nicht in die Schweiz ausgewandert?

Trotzdem bin ich nicht in die Schweiz gegangen. Das hatte unter anderem finanzielle Gründe, leider! Es war nicht klar, ob wir uns die höheren Lebenshaltungskosten leisten könnten. Darum geht man ja mit Reserven dorthin los – und da lag das Problem.

Und das war so:

Die Geschäfte gingen zwei Jahre in Folge sehr gut. Dann schlug das Finanzamt zu und es zeigte sich, dass wir eine schlechte Steuerberaterin hatten. Eine, die in Buchhaltung ok war, aber uns keinen steuerlichen Rat erteilte, als es drauf ankam. Sie verlängerte die Abgabefrist. Und vermutlich warf sie vorher keinen Blick auf unser Konto – sonst hätte auffallen müssen, dass bei wenigen paartausend Euro weniger kein Problem bestanden hätte, aber sooo ….

Wir hatten gute Gewinne gemacht. Genauer: hart ersparte und schlecht abgelegte Rücklagen. Wir hatten keine betriebliche Altersvorsorge, das Büro hatten wir privat finanziert, kein 13. Jahresgehalt, keine Rentenbeiträge – wir wollten einfach sparen. Aber das FA sah Gewinne und besteuerte rigoros. Das zog eine horrende Gewerbesteuer nach sich – wir zahlten zwei Jahre ab, bis 2017. Dann war’s Asche mit der Schweiz oder Italien. Wir wanderten nach Bulgarien aus.

Was rate ich Auswanderern in die Schweiz?

Eigentlich sind es nur drei Dinge, auf die es ankommt:

  1. Wenn du auswandern kannst, geh bald. Sobald du soweit bist, warte nicht mehr. Die Zeit kommt nicht zurück!
  2. Mach einen sauberen Abschluss in Deutschland. Selbst wenn du in der Schweiz bleibst (aber wer weiß das schon vorher!) – jede offene Rechnung bekommst du irgendwann wieder präsentiert, im übertragenen Sinn oder ganz direkt. Die Statistik zeigt uns, dass ein großer Teil der Deutschen, die in die Schweiz ausgewandert sind, irgendwann zurückwollen.
  3. Jeder Deutsche hat ein Anrecht auf ein sicheres, solides, geschütztes Schweizer Konto. Auf ein Konto, das sicher ist a) weil es in Schweizer Franken geführt wird, b) durch eine seriöse Bank. Und ein Konto, das Gewinne macht, weil c) die Schweizer das Geldgeschäft verstehen. Und, mein Ehrenwort: Das Ganze ist legal.

Interessiert? Wer jetzt nickt und sagt: „Ich will mein Geld in der Schweiz sichern!“, bitte melden:

Schweizer Stärken

Die Schweizer betreiben seit dem (heute muss ich ja sagen: seit dem vorigen) Kalten Krieg eine sehr vorsichtige und kluge Krisenvorsorge. Sie können kämpfen – aber nach Möglichkeit vermeiden sie’s. Früher war das anders …

Die Schweizer Infanterie im Mittelalter hat mich begeistert, der dichte „Wehrhaufen“ mit den langen Spießen, die die wirksamste Waffe gegen die Ritterheere waren. Dass sie Söldner waren, denen die Bezahlung wichtig war und nicht die Ziele der adligen Heerführer, machte es noch besser. Ich finde das wohltuend pragmatisch.

Man konnte damals einen Feldzug dadurch gewinnen, dass man die Kriegskasse des Gegners klaute – dann hatte man seine Armee in der Hand.

Die Schweizer verstanden schon immer was von Geld.

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