Auswandern nach Brasilien

In Brasilien herrscht zur Zeit ein sehr offenes und demokratisches Klima. Die Regierung hat nach dem Ende der Diktatur Ende der 70er Jahre zuerst die politische Landschaft liberalisiert und in den Neunzigern die Wirtschaft wieder auf die Füße gebracht. In nächster Zukunft ist keine Änderung dieser Lage in Sicht.

von Andrè Müller

Flagge von Brasilien

Flagge von Brasilien. Wahlspruch: Ordem e Progresso (Ordnung und Fortschritt)

Wirtschaftlich kommt Brasilien immer weiter nach oben und wird sich in absehbarer Zeit unter die großen Industrienationen mischen. Dies wird durch den jüngsten Fund von Erdöl an der brasilianischen Küste noch unterstützt.

Auswandern nach Brasilien

Besonders geeignet ist Brasilien für Rentner und Pensionäre, wenn sie über durchschnittliche oder höhere Altersbezüge haben. Für Leute, die sich selbstständig machen wollen und ein gutes Konzept mitbringen ebenfalls. Hier gilt: Vorher dieses Konzept bei einem Gründerzentrum einmal prüfen lassen. Wenn die dem zustimmen, dann hat es gute Erfolgsaussichten.

Bildung ist in Brasilien für alle kostenfrei, so dass jeder ohne große Zusatzkosten studieren kann, wenn er vorher mindestens die Mittlere Reife hat. Also 8 Schuljahre gemacht hat.

Es gibt ein staatliches Gesundheitssystem die SUS, welche dafür sorgt, dass jedem medizinische Versorgung zur Verfügung steht. Tipp für Einwanderer: Versichern Sie sich privat, wenn Sie können, denn damit ersparen sie sich sehr sehr lange Wartezeiten. Bei einigen Arbeitgebern ist die private Krankenversicherung mit im Lohn erhalten (Gesundheitsdienste, Krankenhäuser, etc.)

Die besten Orte für Auswanderer

Satellitenkarte: Lage von Pantanal in BrasilienNaturliebhaber mit der Neigung zu ausgedehnten Spaziergängen finden in den ländlichen, küstennahen (bis 50 km) Regionen des Nordostens, im Pantanal nord-westlich von Sao Paulo und im Süden um Florianopolis tolle Möglichkeiten.

Liebhaber der mediterranen Kultur sind im Staat Rio de Janeiro gut aufgehoben, vor allem in den Vororten Rios. Angra dos Reis kann man durchaus mit Biaritz oder Monaco vergleichen.

Gut für die Karriere: Großstädte Brasiliens. Wer aus wirtschaftlichen Gründen nach Brasilien möchte, dem empfiehlt sich immer einer der großen urbanen Ballungsräume.

Klima in Brasilien

Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde und hat dementsprechend mehrere Klimazonen. Im Norden und Nordosten herrscht tropisches Klima vor. Gerade im Regenwaldgebiet am Amazonas und der Nordküste regnet es nahezu jeden Tag, während der Regenzeit bis zu mehreren Stunden, in der Trockenzeit bis zu 10 Minuten pro Guss. In den Küstenregenwäldern der nordöstlichen Region ist die Regenintensität nicht ganz so schlimm. Die Luftfeuchtigkeit beträgt aber meist über 80% und die Temperaturen schwanken zwischen 18°C im "Winter"(Regenzeit) und 30°C im "Sommer"(Trockenzeit).

Tropenblume BromelieAn der südwestlichen Küste um Rio de Janeiro ist das Klima eher subtropisch, was Sommer mit Temperaturen bis über 40°C zur Folge hat, aber bei der Lufttemperaturen so um die 60% liegen. Im Winter kann es aber auch deutlich kühler werden.

Im Süden ist da Klima eine Mischzone aus subtropischen und gemäßigt-warmen Gebieten. Das Klima ist dort mit Südfrankreich zu vergleichen. Im Winter sind auch mal Temperaturen unter Null anzutreffen.

Der Mittelwesten und Zentralbrasilien sind eine eher trockenere Region, genau wie das brasilianische Bergland nördlich von Rio de Janeiro. Die Temperaturen dort weichen aber nicht wesentlich von den anderen ab.

Stadt-Land

Die meisten der 200 Millionen brasilianischen Einwohner leben in der über 6000 km langen Küstenregion. Die größten Städte sind Sao Paolo mit über 20 Millionen Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 8 Mio. Einwohnern, San Salvador de Bahia mit einer Bevölkerung von 3 Mio. und Recife mit etwa 1,7 Mio.

Es gibt in den einzelnen Regionen kaum Unterschiede in der Preisentwicklung zwischen Stadt und Land, aber es gibt ein sehr großes Nord-Süd-Gefälle. Je weiter man in den Süden kommt, desto teurer wird es. Allerdings sind die Regionen um die Städte Recife, Fortaleza und Salvador im Norden auch etwas teurer, als die restlichen nordöstlichen Gebiete.

Panorama von Sao Paolo

Foto: Panoramablick auf Sao Paolo. Die Region ist der größte industrielle Ballungsraum in ganz Lateinamerika. Rund 1000 deutsche Firmen sind dort vertreten - die größte Konzentration deutscher Unternehmen weltweit.

Persönliche Freiheit

Der Staat mischt sich in so gut wie gar nichts ein. Einzig sollte man aufpassen, dass man im Straßenverkehr alle Regeln einhält, denn Verstöße sind hier sehr teuer. Es gibt für legal erworbenen Grund kaum Bauvorschriften. Trotzdem ist es sinnvoll, einen Architekten zu beauftragen, um eventuelle Umbauten, Anbauten oder Neubauten abzusegnen.

Es gibt bestimmte Dinge, die in Brasilien verboten sind: Hausbau auf einem Strand oder dem dazugehörigen Dünenabschnitt. Alle Strände sind Staatseigentum. Nacktbaden und Oben ohne baden am Strand: Das darf man nur auf einem eigenen Grundstück.

Respektieren Sie die Ordnungshüter!

Als Deutscher mit einer Permanencia, also einer Daueraufenthaltsgenehmigung kann es schon mal vorkommen, dass die Polizei einen ab und zu mal anhält, wenn man mit dem Auto fährt. Bitte nicht provozieren. Die Polizei findet sonst immer einen Grund, einen mitzunehmen oder für eine Anklage. Als Ausländer hat man vor Gericht kaum eine Chance.
Bitte nicht versuchen, den Beamten oder den Richtern Geld anzubieten. Seit Ende der Diktatur sind die meisten Beamten oder Polizisten nicht mehr bestechlich. Ein Bestechungsversuch kann sehr teuer werden.

Einreise nach Brasilien

Jeder EU-Europäer mit einem noch mindestens 180 Tage gültigen Reisepass darf einreisen. Will man eine Aufenthaltserlaubnis in Brasilien und hat keine Verwandten, Ehepartner oder Kinder im Land, muss man eine Kaution von 50.000 Reais hinterlegen. Diese Kaution entfällt jedoch u.a.,

  • wenn man ein zeitlich begrenztes Visum hat,
  • wenn man mit einem brasilianischen Partner verheiratet ist,oder
  • wenn man Kinder hat, die brasilianische Staatsbürger sind.

Um in Brasilien nicht gleich in Armut zu kommen, sollte man schon ein gewisses Eigenkapital mitnehmen.

  • Für den Kauf einer Wohnung sollte man etwa 20.000 bis 100.000 Reais einplanen. Ab 20.000 kann man in Vororten von Großstädten eine Wohnung bekommen. In den "besseren Vierteln" wie z.B. Praia de Leblon (Rio de Janeiro), oder Praia de Boa Viagem (Recife) wird sich unter 100.000 Reais nichts finden lassen.
  • Für das normale Überleben mit den normalen Kosten, pro Monat etwa 500 Reais für die erste Person und für jede weitere 300 Reais. (Stand 2008, geringer Lebensstandard).
  • Für ein Leben in bescheidenem Wohlstand benötigen Sie 1.000 Reais aufwärts je Monat.
  • Planen Sie etwa zwei Jahre, um richtig Fuß zu fassen. Diesen Zeitraum sollten Sie finanziell überbrücken können. Für eine Einzelperson also ungefähr 32.000 bis 42.000 Reais, das sind umgerechnet zwischen 12.800 und 16.800 Euro (Stand Januar 2008 / 1 Euro = 2.50 Reais) Dieses Geld sollte man nicht an Bargeld mitnehmen, sondern besser auf einem Konto in Europa parken.
  • Bargeld können Sie mit einer EC Karte mit dem Plus-Zeichen, oder dem Maestro-Zeichen an fast jedem Automaten, z.B. der Banco 24 Horas abheben.
  • Wer Bargeld über 10.000,-- USD einführt, muss es am Zoll versteuern.

Recht und Verwaltung: das CPF

Wer in Brasilien arbeiten, kaufen oder handeln will, muss ein sogenanntes CPF haben. Das CPF ist vergleichbar mit unserer Steuerkarte. Jeder Besitzer einer CPF-Nummer muss über diese Nummer eine Steuererklärung abgeben. Die CPF - Abgabe für Steuerpflichtige muss zwischen Januar und Juni gemacht werden. Die Nichtsteuerpflichtigen (CPF-Inhaber mit Hauptwohnsitz außerhalb Brasiliens oder mit einem Monatseinkommen unter 1.100 Reais) müssen die Abgabe zwischen August und November machen.

Ohne CPF ist es nicht annähernd möglich z.B. Land zu erwerben. Sobald man also in Brasilien angekommen ist, sollte man den CPF sofort bei der nächsten Prefeitura  (Gemeindeverwaltung) beantragen. Kann auch schon in Deutschland beim brasilianischen Konsulat zusammen mit der Permanencia beantragt werden, das wird dann aber teurer.

Steuerliche Belastung

Wer unter 1.000,-- Reais pro Monat verdient, ist von der Steuer befreit. Das reicht aber für einen Normalsterblichen zum Leben. Verdient man mehr, geht es bis zu einem Spitzensteuersatz von 25%. Mehr zahlt keiner. Die Inflation hält sich seit Einführung der Real in Grenzen, es gab Zeiten, z.B. 2007, als der Euro eine höhere Inflation hatte. Genaue Raten kann man bei einer Bank erfragen.

Arbeitsmarkt

In Brasilien gibt es kaum Arbeitslose in unserem Sinne. Es gibt viele Niedrigverdiener, die mit ihrem Einkommen gerade so klarkommen. Damit sind aber die selbstständigen Kioskbesitzer, u.ä. gemeint. Wer einen Job bei einer Firma hat, bekommt zumindest den gesetzlichen Mindestlohn. Der liegt zur Zeit bei etwa 350 Reais. Damit kann man sich zumindest ernähren. Wer seinen Job verliert, bekommt 6 Monate so etwas wie Arbeitslosengeld, aber danach ist Schluss.

Für die Selbstständigkeit gibt es kaum Regelungen. Wichtig ist nur, dass man sein Geschäft anmeldet. Wegen des CPF. Ohne CPF darf man auch das nicht tun.

Wer zur Aufbesserung seines Lohnes Nebentätigkeiten ausüben möchte, kann dies gern tun. Man kann zum Beispiel Kekse oder Kuchen backen, oder auch Empadas oder ähnliches und kann diese auf der Straße verkaufen. Manche Restaurants kaufen auch gerne selbstgemachte, marmeladenähnliche Sachen aus landestypischen Früchten von privaten Erzeugern. Aber Vorsicht, wer so etwas machen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass man Ausländer auch gerne mal über den Tisch zieht. Wer in Brasilien arbeiten möchte, sollte zwingend portugiesisch sprechen können, sonst kann man auch schnell mal auf der Nase liegen.

Die besten Orte zum Geldverdienen

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Im Nordosten Brasiliens um Recife herum liegt das brasilianische "Silikon Valley". Hier ist überwiegend Industrie aus Holland angesiedelt. Firmen wie Unilever, Philips und andere stellen gerne auch deutsche Ingenieure oder Wissenschaftler ein.

Wer in der Luft- und Raumfahrt arbeiten möchte, sollte entweder im Großraum Sao Paolo nach Arbeit suchen, oder aber in Maranhao im Nordosten. Dort ist das Raumfahrtzentrum der Brasilianer. In der Touristikbranche kann man überall etwas finden, so nehmen internationale Hotelketten gerne Menschen mit europäischen Sprachkenntnissen. Die Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten erlaubt eigentlich jedem, dort einen Platz zu finden. Aber wer dort richtig reich werden möchte, sollte sich in der Touristikbranche oder der IT-Branche selbstständig machen. (Stand 2007)

Deutsche in Brasilien

Es gibt hier keine zuverlässigen Zahlen, aber es gibt viele Deutsche in Brasilien. Im Süden, im Bundesstaat Santa Catarina leben viele Deutschstämmige, deren Vorfahren während der großen Kartoffelpest in den 1840ern aus Deutschland ausgewandert sind. Dort gibt es sogar eine deutschsprachige Stadt: Blumenau, in welcher jedes Jahr das Oktoberfest gefeiert wird.

Blumenau Wappen, deutsche Stadt in Brasilien
Hier spricht man - oft - Deutsch: Wappen von Blumenau

Im Nordosten und in Rio leben viele, die ihren Reichtum genießen wollen, aber auch einige, die das Abenteuer nach Brasilien gezogen hat.

Bitte nicht enttäuscht sein, wenn ihr in Brasilien angekommen seid, und den Karneval vermisst. Den Karneval aus dem deutschen Fernsehen gibt es nur in Rio. Jede Region feiert ihn anders.

Agenturen kenne ich keine. Leider. Aber über die Konsulate erfährt man eigentlich alles, was man braucht. Ich selbst lebe noch nicht in Brasilien, habe aber vor dorthin auszuwandern.

Weiterlesen: Auswandern nach Brasilien - Tipps für den Alltag

Kontakt zum Autor: AndyMue71@web.de

Brasilianische Botschaft in Berlin
Wallstrasse 57
10179 – Berlin
Tel.: 030-72628-0
Fax: 030-72628-320
www: brasilianische-botschaft.de

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Kommentare

Hallo

Umgerechnet 20.000€ (80.000€ in Deutschland) wirst du für beide Scheine brauchen (Privatpilotenschein und Berufspilotenschein). Innerhalb eines Jahres kannst du beide Scheine erwerben.
Danach geht es nur noch um Stunden sammeln, damit du bei den Airlines anfangen kannst.
Das heißt du bewirbst dich bei einer linhas aeras z.b. Sete
und fliegst zwei bis drei Jahre lang für die (z.b. eine Cessna Caravan). Danach hast du genügend Stunden, um dich bei Tam, Azul, Gol oder Tripe zu bewerben. Ich habe mich direkt bei der Flugschule in Goiania erkundigt (escola de voo Goias), die machen einen ziemlich guten Eindruck. Es gibt aber bessere Flugschulen. Namen hab ich grad nicht im Gedächtnis. Ich werde aber bei meinem Onkel nachfragen (Pilot bei Gol). Das schöne in Brasilien ist, wenn du Bock auf Boeing hast, gehst du zu Gol, Airbus zu Tam oder Embraer 190 Azul oder Trip. Du kannst entscheiden, welchen Typ du fliegen wirst. Wenn du aber älter wie 25 Jahre bist, würde ich es an deiner stelle nicht mehr versuchen. Ab 30 Jahren wird es sehr schwer (fast unmöglich), in eine Airline reinzukommen.

Liebe Grüße Michi

Hallo Michi,
Flugschein in Brasil machen... klingt ja sehr interessant.
Wieviel Euros muss man denn für einen Flugschein in Brasil so kalkulieren bis man z.B eine 737 fliegen kann... und wie lange dauert so ein Flugschein?
Hast Du Adressen von guten Flugschulen in Brasil?

Lieber Gruß, Norbert

Hallo Ihr

Wenn man 5.000 RS in Brasilien verdient ist das so als ob du 6000€ hier in Deutschland verdienen würdest. In Brasilien ist alles ziemlich günstig. Anfang 2014 werde ich nach Brasilien ziehen um meinen Pilotenschein dort zu machen.
Dort werde ich mich dann für eine brasilianische Airline bewerben und für die dann fliegen :-) kann es kaum erwarten hier zu verschwinden und dort meinen Traum zu verwirklichen. Hier ist alles viel schwieriger...
würde gerne hier meinen Flugschein machen aber 80.000€ und Abi is einfach zu viel des guten. Mein Onkel fliegt dort für die Airline Gol, er fliegt ne 737 NG.
Bei der Flugschule in Goiania war ich schon und es ist einfach nur genial... z.b. 1 Flugschule in einer alten cessna (uhren instrumentierung) müsste ich hier zwischen 200 und 300€ zahlen. In Brasilien für eine Flugstunde in einer Modernen Cessna (Glascockpit (nur Bildschirme)) zahle ich umgerechnet 80€ die Flugstunde. Da ich schon viel fliegerische Erfahrung habe, beide Nationalitäten und einen Onkel der dort für Gol fliegt, werde ich es dort um ein vielfaches einfacher haben als hier in germany. Also nur noch Geld sparen und dann weg von hier :D.

Liebe Grüße Michi

HALLO AUSWANDERUNGSINTERESSIERTE
Leben seit 1996 in Costa Rica auf einer Finca von 50 HA und haben fast Selbstversorgung erreicht!
Wohnraum ist ausreichend vorhanden,betreiben Rinderzucht,Schweinehaltung,Gefluegelzucht,Bioanbau von Gemuese und Zitrusplantagen,auch etwas Tourismus sorgt fuer Einnahmen,waehre aber ausbaufaehig!Um eine Aufenthalts-
genehmigung zu bekommen,ist ein Deposit von 60.000 US auf 5 Jahre ,bei der staatlichen Banco National,verzinst 3% pro Person zu erbringen. Dafuer wechselt man 1000 US pro Monat in Landeswaehrung zur freien Verfuegung.
Wir suchen Auswanderungswillige zwischen 30 - 60 Jahren,die
sich vorstellen koennten, in unserem Projekt mitzuwirken.

5220 Reais / Monat ist für Salvador schon ganz schöner Luxus. Damit könnt ihr dort mehr als gut leben.

Als Umrechnungskurs hatte immer 1:2.5 gerechnet, auch wenn das momentan nicht stimmt. Jetzt nimm mal in Deutschland 2.000 Euro, wenn du nur 100 oder 200 Euro Miete und evtl. je 10 Euro für Strom und Wasser zahlst.

Hallo Leute,

ich habe ein Jobangebot bekommen und könnte nach Salvador ziehen
Netto hätte ich 5220 Reais. Reicht das für mich und meine Frau? Wir wollen nicht in Luxus leben aber Sicherheit ist mir wichtig....

Vielen Dank für die Hilfe!!!!

Sean

Hallo Janine,

ein bisschen weiter unten findest du meinen Beitrag.

Erstmal zu Salvador:
Salvador liegt im Nordosten Brasiliens. Der Nordosten ist eher als unterentwickelt bekannt. Viele Brasilianer versuchen sich in São Paulo oder Curitiba niederzulassen, weil die Arbeitssituation dort besser ist.

Salvador selbst hat ein ziemlich schönes Zentrum (Pelourinho), was wohl vor allem aus touristischen Gründen so gut aussieht. Salvador ist aber vor allem eins - gefährlich. Und du brauchst nicht mal den Mund aufzumachen, Dir sieht man schon von den Klamotten, vom Haarschnitt und von der Art her an, dass du keine Brasilianerin bist. Dunkle Ecken außerhalb des Zentrums von Salvador solltest du meiden. Das gilt besonders nach Einbruch der Dunkelheit.

Portugiesisch ist nicht das Problem. Ich denk mal, nach ca. 1 Jahr kannst du das fließend.

Arbeit:
Wie oben angedeutet, ist Bahía nicht gerade das industrielle Zentrum Brasiliens. Als Europäer und speziell als Deutsche wird aber Deine Ausbildung höher angerechnet als die der Brasilianer. Mir fällt jetzt aber nicht wirklich viel ein, als was du dort arbeiten könntest. Die besten Chancen hast du, wenn du versucht, in der Touristenindustrie unterzukommen (Arbeit in Luxushotelressourt, Unternehmen die Touristenausflüge anbieten).

Visum:
Zuerst bekommst du für 3 Monate ein Touristenvisum. Damit darfst du auch nicht arbeiten. Informier Dich vorher, ob du aufgrund Deiner Halbschwester ein anderes Visum bekommen kannst.

Mein Tipp:
Flieg rüber (Billigflüge mit Condor), bleib erstmal die 3 Monate mit dem Touristenvisum dort. Versuch dort zu leben wie ein Einheimischer, d.h. mit Budget eines normalen Einkommens in Bahía. Such nach Jobangeboten. Informier Dich auch über Krankenversicherung.

Endgültig rüberziehen würde ich an Deiner Stelle erst, wenn du einen gutbezahlten Job gefunden hast.

Wie kann man nur so verachtend über ein Land schreiben was einen aufnimmt. Ich bin schockiert das eine Pfarrin sich traut so etwas zu schreiben. Niemand zwingt sie dort zu leben, aber es ist bequem, weil sie dort mehr Geld besitzen.

Mit christlicher Nächstenliebe hat das nichts zu tun - schämen sollten sie sich!

Sie wissen scheinbar gar nichts über Brasilien und wollen nur etwas Frust loswerden. Ich wünsche Ihnen, dass Gott Ihnen Gutes tut. Sie scheinen in Not.

MfG

Mit einer Kombination aus Pensionist und Pfarrerin lebt es sich in Brasilien wie die Made im Speck. Da darf man sich eigentlich über gar nichts beschweren, besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Kirchen sich über Jahrhunderte riesige Besitztümer von den Eingeborenen ergaunert haben und gemeinsam mit den Großgrundbesitzern die Bevölkerung unterdrücken.

Dass in den südamerikanischen Staaten generell die Kriminalität so erschreckend hoch ist im Vergleich zu Asien, ist ebenfalls darauf zurückzuführen. Zum Glück hat das Krebsgeschwür des Christentums in Asien nur auf den Philippinen wuchern können, und das Volk wird jedes Jahr aufs Neue dafür bestraft mit Kriminalität, Naturkatastrophen und politischen Desastern.

Wieso muss man sich als Pfarrerin versichern? Haben Sie kein Gottvertrauen? Und 30 unerzogene Hunde sind ja wirklich unerhört. Ihre Nerven liegen blank?! Sind Sie sicher, dass Sie den richtigen Beruf gewählt haben? Und wieso muss man sich Schule leisten können? Gibt es keine kostenlosen christlichen Schulen für die breite arme Bevölkerung?

Aber Ihr mit Abstand schlimmster Satz war: (Zitat)"Normale Menschen würden das nie aushalten." Die Menschen eines Landes, in dem Sie Gast sind und das Ihre "Würdenträger" und ihre Geldgeber Jahrhunderte lang gnadenlos geplündert haben, als nicht normal zu diffamieren, ist schamlos und zeugt von tiefer Menschenverachtung. Schämen Sie sich!

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