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Auswandern nach Brasilien

In Brasilien herrscht zur Zeit ein sehr offenes und demokratisches Klima. Die Regierung hat nach dem Ende der Diktatur Ende der 70er Jahre zuerst die politische Landschaft liberalisiert und in den Neunzigern die Wirtschaft wieder auf die Füße gebracht. In nächster Zukunft ist keine Änderung dieser Lage in Sicht.

von Andrè Müller

Flagge von Brasilien

Flagge von Brasilien. Wahlspruch: Ordem e Progresso (Ordnung und Fortschritt)

Wirtschaftlich kommt Brasilien immer weiter nach oben und wird sich in absehbarer Zeit unter die großen Industrienationen mischen. Dies wird durch den jüngsten Fund von Erdöl an der brasilianischen Küste noch unterstützt.

Auswandern nach Brasilien

Besonders geeignet ist Brasilien für Rentner und Pensionäre, wenn sie über durchschnittliche oder höhere Altersbezüge haben. Für Leute, die sich selbstständig machen wollen und ein gutes Konzept mitbringen ebenfalls. Hier gilt: Vorher dieses Konzept bei einem Gründerzentrum einmal prüfen lassen. Wenn die dem zustimmen, dann hat es gute Erfolgsaussichten.

Bildung ist in Brasilien für alle kostenfrei, so dass jeder ohne große Zusatzkosten studieren kann, wenn er vorher mindestens die Mittlere Reife hat. Also 8 Schuljahre gemacht hat.

Es gibt ein staatliches Gesundheitssystem die SUS, welche dafür sorgt, dass jedem medizinische Versorgung zur Verfügung steht. Tipp für Einwanderer: Versichern Sie sich privat, wenn Sie können, denn damit ersparen sie sich sehr sehr lange Wartezeiten. Bei einigen Arbeitgebern ist die private Krankenversicherung mit im Lohn erhalten (Gesundheitsdienste, Krankenhäuser, etc.)

Die besten Orte für Auswanderer

Satellitenkarte: Lage von Pantanal in BrasilienNaturliebhaber mit der Neigung zu ausgedehnten Spaziergängen finden in den ländlichen, küstennahen (bis 50 km) Regionen des Nordostens, im Pantanal nord-westlich von Sao Paulo und im Süden um Florianopolis tolle Möglichkeiten.

Liebhaber der mediterranen Kultur sind im Staat Rio de Janeiro gut aufgehoben, vor allem in den Vororten Rios. Angra dos Reis kann man durchaus mit Biaritz oder Monaco vergleichen.

Gut für die Karriere: Großstädte Brasiliens. Wer aus wirtschaftlichen Gründen nach Brasilien möchte, dem empfiehlt sich immer einer der großen urbanen Ballungsräume.

Klima in Brasilien

Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde und hat dementsprechend mehrere Klimazonen. Im Norden und Nordosten herrscht tropisches Klima vor. Gerade im Regenwaldgebiet am Amazonas und der Nordküste regnet es nahezu jeden Tag, während der Regenzeit bis zu mehreren Stunden, in der Trockenzeit bis zu 10 Minuten pro Guss. In den Küstenregenwäldern der nordöstlichen Region ist die Regenintensität nicht ganz so schlimm. Die Luftfeuchtigkeit beträgt aber meist über 80% und die Temperaturen schwanken zwischen 18°C im „Winter“(Regenzeit) und 30°C im „Sommer“(Trockenzeit).

Tropenblume BromelieAn der südwestlichen Küste um Rio de Janeiro ist das Klima eher subtropisch, was Sommer mit Temperaturen bis über 40°C zur Folge hat, aber bei der Lufttemperaturen so um die 60% liegen. Im Winter kann es aber auch deutlich kühler werden.

Im Süden ist da Klima eine Mischzone aus subtropischen und gemäßigt-warmen Gebieten. Das Klima ist dort mit Südfrankreich zu vergleichen. Im Winter sind auch mal Temperaturen unter Null anzutreffen.

Der Mittelwesten und Zentralbrasilien sind eine eher trockenere Region, genau wie das brasilianische Bergland nördlich von Rio de Janeiro. Die Temperaturen dort weichen aber nicht wesentlich von den anderen ab.

Stadt-Land

Die meisten der 200 Millionen brasilianischen Einwohner leben in der über 6000 km langen Küstenregion. Die größten Städte sind Sao Paolo mit über 20 Millionen Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 8 Mio. Einwohnern, San Salvador de Bahia mit einer Bevölkerung von 3 Mio. und Recife mit etwa 1,7 Mio.

Es gibt in den einzelnen Regionen kaum Unterschiede in der Preisentwicklung zwischen Stadt und Land, aber es gibt ein sehr großes Nord-Süd-Gefälle. Je weiter man in den Süden kommt, desto teurer wird es. Allerdings sind die Regionen um die Städte Recife, Fortaleza und Salvador im Norden auch etwas teurer, als die restlichen nordöstlichen Gebiete.

Panorama von Sao Paolo

Foto: Panoramablick auf Sao Paolo. Die Region ist der größte industrielle Ballungsraum in ganz Lateinamerika. Rund 1000 deutsche Firmen sind dort vertreten – die größte Konzentration deutscher Unternehmen weltweit.

Persönliche Freiheit

Der Staat mischt sich in so gut wie gar nichts ein. Einzig sollte man aufpassen, dass man im Straßenverkehr alle Regeln einhält, denn Verstöße sind hier sehr teuer. Es gibt für legal erworbenen Grund kaum Bauvorschriften. Trotzdem ist es sinnvoll, einen Architekten zu beauftragen, um eventuelle Umbauten, Anbauten oder Neubauten abzusegnen.

Es gibt bestimmte Dinge, die in Brasilien verboten sind: Hausbau auf einem Strand oder dem dazugehörigen Dünenabschnitt. Alle Strände sind Staatseigentum. Nacktbaden und Oben ohne baden am Strand: Das darf man nur auf einem eigenen Grundstück.

Respektieren Sie die Ordnungshüter!

Als Deutscher mit einer Permanencia, also einer Daueraufenthaltsgenehmigung kann es schon mal vorkommen, dass die Polizei einen ab und zu mal anhält, wenn man mit dem Auto fährt. Bitte nicht provozieren. Die Polizei findet sonst immer einen Grund, einen mitzunehmen oder für eine Anklage. Als Ausländer hat man vor Gericht kaum eine Chance.
Bitte nicht versuchen, den Beamten oder den Richtern Geld anzubieten. Seit Ende der Diktatur sind die meisten Beamten oder Polizisten nicht mehr bestechlich. Ein Bestechungsversuch kann sehr teuer werden.

Einreise nach Brasilien

Jeder EU-Europäer mit einem noch mindestens 180 Tage gültigen Reisepass darf einreisen. Will man eine Aufenthaltserlaubnis in Brasilien und hat keine Verwandten, Ehepartner oder Kinder im Land, muss man eine Kaution von 50.000 Reais hinterlegen. Diese Kaution entfällt jedoch u.a.,

  • wenn man ein zeitlich begrenztes Visum hat,
  • wenn man mit einem brasilianischen Partner verheiratet ist,oder
  • wenn man Kinder hat, die brasilianische Staatsbürger sind.

Um in Brasilien nicht gleich in Armut zu kommen, sollte man schon ein gewisses Eigenkapital mitnehmen.

  • Für den Kauf einer Wohnung sollte man etwa 20.000 bis 100.000 Reais einplanen. Ab 20.000 kann man in Vororten von Großstädten eine Wohnung bekommen. In den „besseren Vierteln“ wie z.B. Praia de Leblon (Rio de Janeiro), oder Praia de Boa Viagem (Recife) wird sich unter 100.000 Reais nichts finden lassen.
  • Für das normale Überleben mit den normalen Kosten, pro Monat etwa 500 Reais für die erste Person und für jede weitere 300 Reais. (Stand 2008, geringer Lebensstandard).
  • Für ein Leben in bescheidenem Wohlstand benötigen Sie 1.000 Reais aufwärts je Monat.
  • Planen Sie etwa zwei Jahre, um richtig Fuß zu fassen. Diesen Zeitraum sollten Sie finanziell überbrücken können. Für eine Einzelperson also ungefähr 32.000 bis 42.000 Reais, das sind umgerechnet zwischen 12.800 und 16.800 Euro (Stand Januar 2008 / 1 Euro = 2.50 Reais) Dieses Geld sollte man nicht an Bargeld mitnehmen, sondern besser auf einem Konto in Europa parken.
  • Bargeld können Sie mit einer EC Karte mit dem Plus-Zeichen, oder dem Maestro-Zeichen an fast jedem Automaten, z.B. der Banco 24 Horas abheben.
  • Wer Bargeld über 10.000,– USD einführt, muss es am Zoll versteuern.

Recht und Verwaltung: das CPF

Wer in Brasilien arbeiten, kaufen oder handeln will, muss ein sogenanntes CPF haben. Das CPF ist vergleichbar mit unserer Steuerkarte. Jeder Besitzer einer CPF-Nummer muss über diese Nummer eine Steuererklärung abgeben. Die CPF – Abgabe für Steuerpflichtige muss zwischen Januar und Juni gemacht werden. Die Nichtsteuerpflichtigen (CPF-Inhaber mit Hauptwohnsitz außerhalb Brasiliens oder mit einem Monatseinkommen unter 1.100 Reais) müssen die Abgabe zwischen August und November machen.

Ohne CPF ist es nicht annähernd möglich z.B. Land zu erwerben. Sobald man also in Brasilien angekommen ist, sollte man den CPF sofort bei der nächsten Prefeitura  (Gemeindeverwaltung) beantragen. Kann auch schon in Deutschland beim brasilianischen Konsulat zusammen mit der Permanencia beantragt werden, das wird dann aber teurer.

Steuerliche Belastung

Wer unter 1.000,– Reais pro Monat verdient, ist von der Steuer befreit. Das reicht aber für einen Normalsterblichen zum Leben. Verdient man mehr, geht es bis zu einem Spitzensteuersatz von 25%. Mehr zahlt keiner. Die Inflation hält sich seit Einführung der Real in Grenzen, es gab Zeiten, z.B. 2007, als der Euro eine höhere Inflation hatte. Genaue Raten kann man bei einer Bank erfragen.

Arbeitsmarkt

In Brasilien gibt es kaum Arbeitslose in unserem Sinne. Es gibt viele Niedrigverdiener, die mit ihrem Einkommen gerade so klarkommen. Damit sind aber die selbstständigen Kioskbesitzer, u.ä. gemeint. Wer einen Job bei einer Firma hat, bekommt zumindest den gesetzlichen Mindestlohn. Der liegt zur Zeit bei etwa 350 Reais. Damit kann man sich zumindest ernähren. Wer seinen Job verliert, bekommt 6 Monate so etwas wie Arbeitslosengeld, aber danach ist Schluss.

Für die Selbstständigkeit gibt es kaum Regelungen. Wichtig ist nur, dass man sein Geschäft anmeldet. Wegen des CPF. Ohne CPF darf man auch das nicht tun.

Wer zur Aufbesserung seines Lohnes Nebentätigkeiten ausüben möchte, kann dies gern tun. Man kann zum Beispiel Kekse oder Kuchen backen, oder auch Empadas oder ähnliches und kann diese auf der Straße verkaufen. Manche Restaurants kaufen auch gerne selbstgemachte, marmeladenähnliche Sachen aus landestypischen Früchten von privaten Erzeugern. Aber Vorsicht, wer so etwas machen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass man Ausländer auch gerne mal über den Tisch zieht. Wer in Brasilien arbeiten möchte, sollte zwingend portugiesisch sprechen können, sonst kann man auch schnell mal auf der Nase liegen.

Die besten Orte zum Geldverdienen

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Im Nordosten Brasiliens um Recife herum liegt das brasilianische „Silikon Valley“. Hier ist überwiegend Industrie aus Holland angesiedelt. Firmen wie Unilever, Philips und andere stellen gerne auch deutsche Ingenieure oder Wissenschaftler ein.

Wer in der Luft- und Raumfahrt arbeiten möchte, sollte entweder im Großraum Sao Paolo nach Arbeit suchen, oder aber in Maranhao im Nordosten. Dort ist das Raumfahrtzentrum der Brasilianer. In der Touristikbranche kann man überall etwas finden, so nehmen internationale Hotelketten gerne Menschen mit europäischen Sprachkenntnissen. Die Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten erlaubt eigentlich jedem, dort einen Platz zu finden. Aber wer dort richtig reich werden möchte, sollte sich in der Touristikbranche oder der IT-Branche selbstständig machen. (Stand 2007)

Deutsche in Brasilien

Es gibt hier keine zuverlässigen Zahlen, aber es gibt viele Deutsche in Brasilien. Im Süden, im Bundesstaat Santa Catarina leben viele Deutschstämmige, deren Vorfahren während der großen Kartoffelpest in den 1840ern aus Deutschland ausgewandert sind. Dort gibt es sogar eine deutschsprachige Stadt: Blumenau, in welcher jedes Jahr das Oktoberfest gefeiert wird.

Blumenau Wappen, deutsche Stadt in Brasilien
Hier spricht man – oft – Deutsch: Wappen von Blumenau

Im Nordosten und in Rio leben viele, die ihren Reichtum genießen wollen, aber auch einige, die das Abenteuer nach Brasilien gezogen hat.

Bitte nicht enttäuscht sein, wenn ihr in Brasilien angekommen seid, und den Karneval vermisst. Den Karneval aus dem deutschen Fernsehen gibt es nur in Rio. Jede Region feiert ihn anders.

Agenturen kenne ich keine. Leider. Aber über die Konsulate erfährt man eigentlich alles, was man braucht. Ich selbst lebe noch nicht in Brasilien, habe aber vor dorthin auszuwandern.

Weiterlesen: Auswandern nach Brasilien – Tipps für den Alltag

Kontakt zum Autor: AndyMue71@web.de

Brasilianische Botschaft in Berlin
Wallstrasse 57
10179 – Berlin
Tel.: 030-72628-0
Fax: 030-72628-320
www: brasilianische-botschaft.de

17 Kommentare

  1. Pilotenschein in Brasilien
    Hallo

    Umgerechnet 20.000€ (80.000€ in Deutschland) wirst du für beide Scheine brauchen (Privatpilotenschein und Berufspilotenschein). Innerhalb eines Jahres kannst du beide Scheine erwerben.
    Danach geht es nur noch um Stunden sammeln, damit du bei den Airlines anfangen kannst.
    Das heißt du bewirbst dich bei einer linhas aeras z.b. Sete
    und fliegst zwei bis drei Jahre lang für die (z.b. eine Cessna Caravan). Danach hast du genügend Stunden, um dich bei Tam, Azul, Gol oder Tripe zu bewerben. Ich habe mich direkt bei der Flugschule in Goiania erkundigt (escola de voo Goias), die machen einen ziemlich guten Eindruck. Es gibt aber bessere Flugschulen. Namen hab ich grad nicht im Gedächtnis. Ich werde aber bei meinem Onkel nachfragen (Pilot bei Gol). Das schöne in Brasilien ist, wenn du Bock auf Boeing hast, gehst du zu Gol, Airbus zu Tam oder Embraer 190 Azul oder Trip. Du kannst entscheiden, welchen Typ du fliegen wirst. Wenn du aber älter wie 25 Jahre bist, würde ich es an deiner stelle nicht mehr versuchen. Ab 30 Jahren wird es sehr schwer (fast unmöglich), in eine Airline reinzukommen.

    Liebe Grüße Michi

    Antworten
  2. Pilotenschein in Brasilien
    Hallo Ihr

    Wenn man 5.000 RS in Brasilien verdient ist das so als ob du 6000€ hier in Deutschland verdienen würdest. In Brasilien ist alles ziemlich günstig. Anfang 2014 werde ich nach Brasilien ziehen um meinen Pilotenschein dort zu machen.
    Dort werde ich mich dann für eine brasilianische Airline bewerben und für die dann fliegen 🙂 kann es kaum erwarten hier zu verschwinden und dort meinen Traum zu verwirklichen. Hier ist alles viel schwieriger…
    würde gerne hier meinen Flugschein machen aber 80.000€ und Abi is einfach zu viel des guten. Mein Onkel fliegt dort für die Airline Gol, er fliegt ne 737 NG.
    Bei der Flugschule in Goiania war ich schon und es ist einfach nur genial… z.b. 1 Flugschule in einer alten cessna (uhren instrumentierung) müsste ich hier zwischen 200 und 300€ zahlen. In Brasilien für eine Flugstunde in einer Modernen Cessna (Glascockpit (nur Bildschirme)) zahle ich umgerechnet 80€ die Flugstunde. Da ich schon viel fliegerische Erfahrung habe, beide Nationalitäten und einen Onkel der dort für Gol fliegt, werde ich es dort um ein vielfaches einfacher haben als hier in germany. Also nur noch Geld sparen und dann weg von hier :D.

    Liebe Grüße Michi

    Antworten
    • Flugschein
      Hallo Michi,
      Flugschein in Brasil machen… klingt ja sehr interessant.
      Wieviel Euros muss man denn für einen Flugschein in Brasil so kalkulieren bis man z.B eine 737 fliegen kann… und wie lange dauert so ein Flugschein?
      Hast Du Adressen von guten Flugschulen in Brasil?

      Lieber Gruß, Norbert

      Antworten
  3. AUSWANDERN NACH COSTA RICA
    HALLO AUSWANDERUNGSINTERESSIERTE
    Leben seit 1996 in Costa Rica auf einer Finca von 50 HA und haben fast Selbstversorgung erreicht!
    Wohnraum ist ausreichend vorhanden,betreiben Rinderzucht,Schweinehaltung,Gefluegelzucht,Bioanbau von Gemuese und Zitrusplantagen,auch etwas Tourismus sorgt fuer Einnahmen,waehre aber ausbaufaehig!Um eine Aufenthalts-
    genehmigung zu bekommen,ist ein Deposit von 60.000 US auf 5 Jahre ,bei der staatlichen Banco National,verzinst 3% pro Person zu erbringen. Dafuer wechselt man 1000 US pro Monat in Landeswaehrung zur freien Verfuegung.
    Wir suchen Auswanderungswillige zwischen 30 – 60 Jahren,die
    sich vorstellen koennten, in unserem Projekt mitzuwirken.

    Antworten
  4. Gehalt
    Hallo Leute,

    ich habe ein Jobangebot bekommen und könnte nach Salvador ziehen
    Netto hätte ich 5220 Reais. Reicht das für mich und meine Frau? Wir wollen nicht in Luxus leben aber Sicherheit ist mir wichtig….

    Vielen Dank für die Hilfe!!!!

    Sean

    Antworten
    • 5220 Reais / Monat ist für
      5220 Reais / Monat ist für Salvador schon ganz schöner Luxus. Damit könnt ihr dort mehr als gut leben.

      Als Umrechnungskurs hatte immer 1:2.5 gerechnet, auch wenn das momentan nicht stimmt. Jetzt nimm mal in Deutschland 2.000 Euro, wenn du nur 100 oder 200 Euro Miete und evtl. je 10 Euro für Strom und Wasser zahlst.

      Antworten
  5. AW: auswandern
    Hallo Janine,

    ein bisschen weiter unten findest du meinen Beitrag.

    Erstmal zu Salvador:
    Salvador liegt im Nordosten Brasiliens. Der Nordosten ist eher als unterentwickelt bekannt. Viele Brasilianer versuchen sich in São Paulo oder Curitiba niederzulassen, weil die Arbeitssituation dort besser ist.

    Salvador selbst hat ein ziemlich schönes Zentrum (Pelourinho), was wohl vor allem aus touristischen Gründen so gut aussieht. Salvador ist aber vor allem eins – gefährlich. Und du brauchst nicht mal den Mund aufzumachen, Dir sieht man schon von den Klamotten, vom Haarschnitt und von der Art her an, dass du keine Brasilianerin bist. Dunkle Ecken außerhalb des Zentrums von Salvador solltest du meiden. Das gilt besonders nach Einbruch der Dunkelheit.

    Portugiesisch ist nicht das Problem. Ich denk mal, nach ca. 1 Jahr kannst du das fließend.

    Arbeit:
    Wie oben angedeutet, ist Bahía nicht gerade das industrielle Zentrum Brasiliens. Als Europäer und speziell als Deutsche wird aber Deine Ausbildung höher angerechnet als die der Brasilianer. Mir fällt jetzt aber nicht wirklich viel ein, als was du dort arbeiten könntest. Die besten Chancen hast du, wenn du versucht, in der Touristenindustrie unterzukommen (Arbeit in Luxushotelressourt, Unternehmen die Touristenausflüge anbieten).

    Visum:
    Zuerst bekommst du für 3 Monate ein Touristenvisum. Damit darfst du auch nicht arbeiten. Informier Dich vorher, ob du aufgrund Deiner Halbschwester ein anderes Visum bekommen kannst.

    Mein Tipp:
    Flieg rüber (Billigflüge mit Condor), bleib erstmal die 3 Monate mit dem Touristenvisum dort. Versuch dort zu leben wie ein Einheimischer, d.h. mit Budget eines normalen Einkommens in Bahía. Such nach Jobangeboten. Informier Dich auch über Krankenversicherung.

    Endgültig rüberziehen würde ich an Deiner Stelle erst, wenn du einen gutbezahlten Job gefunden hast.

    Antworten
  6. Tja, alles etwas schöngeredet
    Hallo,

    ich bin mit einer Brasilianerin verheiratet und hab logischerweise auch schon über das Auswandern nach Brasilien nachgedacht. Den Süden (SC, RS) kenn ich leider noch nicht, aber ansonsten hab ich schon ca. 10 Bundesstaaten bereist. Ein paar Korrekturen zum obigen Artikel hätte ich noch:

    Gesundheitssystem:
    Die „Posto de Saude“ und „Santa Casa“ sind für jeden kostenlos. Ich hab mir dort meine Gelbfieberimpfung geholt und einmal ein Magenverstimmung „begutachten“ lassen. Eine Permanencia braucht man nicht dafür. Der Nachteil ist, dass der Arzt einen nach stundenlanger Wartezeit aus 2m Entfernung begutachtet. Von einer Untersuchung kann da nicht die Rede sein. Will man bessere Leistungen, braucht man eine eigene Krankenversicherung. Die zahlt aber auch nicht alles und schon gar nicht überall. Braucht man z.B. eine Operation, die ein Spezialist durchführen kann, der aber mit der Krankenversicherung keinen Vertrag hat, hat man Pech. Genauso leicht lehnt die Krankenversicherung Maßnahmen ab, wenn das entsprechende Krankenhaus vom Wohnort zu weit weg liegt, weil man z.B. in der näherliegenden Stadt keinen Termin bekommen konnte.

    Schulsystem:
    Bei den öffentlichen Schulen wechseln in jedem Jahr die Lehrer in jedem Fach. Ich kenn das aus S.P., wo Ende Januar/Anfang Februar die Einschreibungen für die Lehrer losgehen, die sich dann für die jeweiligen Klassen bewerben können. Ob das gut ist, jedes Jahr einen anderen Lehrer zu bekommen, mag ich bezweifeln.

    Unis:
    Private Unis sind schweineteuer (oftmals teurer als in Europa). Staatliche Unis führen Aufnahmetests durch. Gehört man nicht zur geistigen oder finanziellen Elite, wird’s wohl nix mit dem Studium in Brasilien.

    Neben diesen Punkten gibt es aber noch zwei ganz entscheidende Punkte für mich, nicht nach Brasilien auszuwandern:

    1. Mauern:
    In Deutschland haben wir die 1989 abgerissen. In Brasilien haben 95% aller Häuser, die nicht gerade im Stadtzentrum liegen, eine. Das Ding ist dann ca. 2-3m hoch, hat oben drauf halbeingemauerte Glasscherben. Und darüber befindet sich ein Stacheldraht, der manchmal noch unter Starkstrom steht. Und damit man sich noch besser fühlt, kläfft einem aus jedem Haus ein Köter an. Knastatmosphäre innen und außen.

    2. Fehlende Natur:
    Bei Brasilien denkt jeder zuerst an Strand und tropischen Regenwald. In der Realität sind normale brasilianische Städte häßliche Betonwüsten. Die Straßen werden begrenzt von Bürgersteigen, an deren Ende eine Mauer steht. Bäume sind meist ca. 2-3 m hoch und so zurechtgestutzt, dass sie keinerlei Schutz vor der Sonne bieten. Von Bäumen überwachsene Alleen oder grüne Parks kenn ich nur aus Rio (oder Argentinien). Das Ergebnis davon ist, dass man nach ca. 1/2 Stunde Laufen in einer gewöhnlichen brasilianischen Stadt einen Sonnenstich hat. In den Grundstücken sieht das meist so aus, dass der gesamte Boden im und außerhalb des Hauses (zwischen Hausmauer und Grundstücksbegrenzungsmauer) entweder betoniert oder gefließt ist. Dort existiert kein einziger Quadratzentimeter Erde mehr.

    So nach diesen ganzen negativen (leider für mich dominanten) Punkten jetzt auch was Positives:

    Brasilianer sind sehr freundliches und offene Menschen, die außerdem meist eine Lebensfreude vermitteln, die wir aus Deutschland so nicht kennen. Natürlich darf man auch die exzellente Qualität des brasilianischen Rindfleischs (Churrasco) nicht verschweigen. Jeden Tag Arroz und Feijao ist dagegen eine andere Sache.

    Wer tatsächlich nach Brasilien auswandern will, sollte diese Punkte unbedingt beachten und die Vor- und Nachteile genau abwägen und sich nicht von einzelnen Touristenstädtchen blenden lassen.

    Antworten
    • Zwei Jahre Brasilien ….
      Ihren Artikel habe ich mit Freude und einem lauten lachen gelesen. Wir leben seit zwei Jahren in Curitiba – Parana.
      Mein Mann ist Pensioniert und ich bin Pfarrerin.
      Ich habe bis jetzt nur in Santa Catarina und den Dörfern erlebt, dass es keine Zäune gibt und keinen Stacheldraht.
      Wir wohnen in einer Sackgasse ca. 300m lang mit 30 Hunden die nicht erzogen sind. Meine Nerven liegen blank. Ich habe auch noch nie so gefroren wir hier. 3-6 Grad im Winter ohne Heizung. SUS auf keinen Fall, lieber Unimed versichern und privat dazuzahlen.

      Das Schulsystem, schlecht, die Lehrer sind schlecht ausgebildet und lustlos. Wer es sich leisten kann schickt sein Kind auf eine europäische Schule.
      Wie kommt man zu einem kleinen Vermögen in Brasilien – man geht mit einem grossen hin…

      Wir haben jetzt über alle unsere Abenteuer ein Buch geschrieben. Normale Menschen würden das nie aushalten.

      Antworten
      • Beitrag: Zwei Jahre Brasilien…
        Mit einer Kombination aus Pensionist und Pfarrerin lebt es sich in Brasilien wie die Made im Speck. Da darf man sich eigentlich über gar nichts beschweren, besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Kirchen sich über Jahrhunderte riesige Besitztümer von den Eingeborenen ergaunert haben und gemeinsam mit den Großgrundbesitzern die Bevölkerung unterdrücken.

        Dass in den südamerikanischen Staaten generell die Kriminalität so erschreckend hoch ist im Vergleich zu Asien, ist ebenfalls darauf zurückzuführen. Zum Glück hat das Krebsgeschwür des Christentums in Asien nur auf den Philippinen wuchern können, und das Volk wird jedes Jahr aufs Neue dafür bestraft mit Kriminalität, Naturkatastrophen und politischen Desastern.

        Wieso muss man sich als Pfarrerin versichern? Haben Sie kein Gottvertrauen? Und 30 unerzogene Hunde sind ja wirklich unerhört. Ihre Nerven liegen blank?! Sind Sie sicher, dass Sie den richtigen Beruf gewählt haben? Und wieso muss man sich Schule leisten können? Gibt es keine kostenlosen christlichen Schulen für die breite arme Bevölkerung?

        Aber Ihr mit Abstand schlimmster Satz war: (Zitat)“Normale Menschen würden das nie aushalten.“ Die Menschen eines Landes, in dem Sie Gast sind und das Ihre „Würdenträger“ und ihre Geldgeber Jahrhunderte lang gnadenlos geplündert haben, als nicht normal zu diffamieren, ist schamlos und zeugt von tiefer Menschenverachtung. Schämen Sie sich!

        Antworten
        • @Thailandbedienter
          Sie wissen scheinbar gar nichts über Brasilien und wollen nur etwas Frust loswerden. Ich wünsche Ihnen, dass Gott Ihnen Gutes tut. Sie scheinen in Not.

          MfG

          Antworten
        • Unmöglich!
          Wie kann man nur so verachtend über ein Land schreiben was einen aufnimmt. Ich bin schockiert das eine Pfarrin sich traut so etwas zu schreiben. Niemand zwingt sie dort zu leben, aber es ist bequem, weil sie dort mehr Geld besitzen.

          Mit christlicher Nächstenliebe hat das nichts zu tun – schämen sollten sie sich!

          Antworten
  7. Rentner und Brasilien
    Ich lebe jetzt das neunte Jahr in Brasilien. Acht Jahre Paraná und jetzt seit Juli 09 in Ceará. Es sind Welten vergleicht man beiden Bundesstaaten. Nordosten toll? Du wirst dich umsehen! Auf dem Land leben, ich kann vergleichen. Der nächste Geldautomat für Ausländer, 200 Km entfernt. Kein Supermarkt, auch bis nach Sobral oder Fortaleza. Die Krämerläden bei mir würde jedes deutsche Gesundheitsamt sofort dicht machen. Mein Mietvertrag dauert noch fünf Monate. Bis dahin habe ich Zeit um mir Gedanken zu machen, ab nach Fortaleza, in ein anderes Land und zurück nach Deutschland.
    Was Saudade de Familia (Gesundheitswesen) anbetrifft, kann man so nicht stehen lassen, kenne mich da etwas aus. Ist wie überall, dem einen Arzt traut man, dem anderen nicht. Der Gang dahin ist für Jederman kostenlos, Arm, Reich oder Permanent Visa!

    Antworten
  8. Auswandern nach Brasilien
    Lieber André,

    die Tipps sind sehr nett – aber entsprechen leider nicht immer der Wahrheit…
    Das staatliche Gesundheitssystem ist nun wirklich niemandem zu empfehlen, der nicht vor der Tür des Krankenhauses sterben möchte. Der Zugang zu den öffentlichen Universitäten ist mit den sogennaten Quoten vielen guten Studenten erschwert worden – die Privaten sind es wegen der oft horrenden Preisen erst recht.
    Thema Arbeitslose. Die Anzahl der Arbeitslosen liegt momentan z.B. in São Paulo erschreckend hoch – höher als im Durchschnitt in Deutschland.
    Brasilien ist ein wunderschönes LAnd – als Einwanderungsland für Rentner jedoch aus Gründen der medizinischen Versorgung und der allgemeinen Unsicherheit auf den Straßen jedoch weniger geeignet.

    Antworten
  9. Universitäten
    Man muss ergänzend erwähnen, dass zwar jeder, der sich seinen Realschulabschluss in Brasilien hat anerkennen lassen (was manchmal durchaus nicht einfach ist), theoretisch zwar auf eine kostenlose staatliche Universität kann, aber vorher am Auswahlverfahren, dem Vestibular, teilnehmen und bestehen muss.
    Dafür besuchen brasilianische Schüler Vorbereitungsklassen, ähnlich den französischen „classes préparatoires“, die nur darauf vorbereiten, soweit sie nicht sowieso schon auf eine Privatschule mit höherem Niveau gingen.

    Wer aber ein anständiges Abitur und noch nicht alles vergessen, sowie wirklich gute Portugiesischkenntnisse(!) hat, sollte das bewältigen.
    Private Unis sind zwar zumeist frei von Eingangstests, kosten aber natürlich Geld und sind oft national/international wenig anerkannt – sich informieren ist unabdingbar.

    Ein Trick besteht darin, sich in Deutschland in eine Hochschule einzuschreiben und gleich, oder für das 2. Semester ein Auslandssemester zu organisieren und dann einfach am Ende des Auslandssemesters auf die brasilianische Uni überzuwechseln. Damit spart man sich den Vestibular.

    Antworten
      • Nein, ein damaliger
        Nein, ein damaliger Kommilitone hatte sich verliebt und ist sozusagen gleich dort geblieben, ging zumindest bei ihm problemlos. Sollten sich da keine expliziten Verordnungen geändert haben, sehe ich keinen Grund, weshalb das nicht immer klappen sollte.

        Ich habe während meiner Zeit in Brasilien Kinder von Bekannten vorbereitet, deshalb weiß ich ungefähr was verlangt wird. Wie gesagt, wenn man in Mathe und Naturwissenschaften noch fit ist, ist das zu schaffen. Der obige Aufwand lohnt sich eigentlich nur, wenn das Abi schon länger zurückliegt und man keine Zeit u./o. die Muße hat, alles nochmal nachzulernen; oder man eben damals Mathe u.ä. abgewählt hatte und merkt, dass einem Kunst&Reli zumindest in der ersten Stufe des Vestibulars nichts bringen.

        Aber man muss bedenken, dass man gegen Muttersprachler antritt, die sich vorbereitet haben – also ist es klar, dass man im nichtsprachlichen Bereich umso mehr punkten muss.

        Infos und Probetests gibt es unter: http://www.fuvest.br/

        Viel Erfolg!

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