Von Kiel nach Luzern. Ausgewandert in die Schweiz

Stelle dich bitte kurz vor.

Mein Name ist Annika (21), ich komme aus Norddeutschland (Kiel) und bin gelernte Fachkraft in der Lebensmittelbranche.

Warum bist du ausgewandert, wer/was gab den Ausschlag?

Ursprünglich bin ich als Aupair in die Schweiz (Zürich) gekommen und bin dort 1 Jahr tätig gewesen. Wärend dieser Zeit lernte ich meinen jetztigen Freund kennen und entschloss mich der Liebe und des Landes wegen, hier zu bleiben. Ich finde nach wie vor die Schweiz wunderschön und es gibt einiges zu entdecken.

Blick auf Zürich
Zürich: Blick von der Limmat auf die Zürcher Altstadt.
 

Warum fiel die Wahl gerade auf die Schweiz?

Zu meiner Wahl standen eigentlich Österreich und die Schweiz. Schliesslich hat die Schweiz das Rennen gemacht, da mich Lohn und die Stadt Zürich gelockt haben.

Wie war die Reaktion der Familie und der Freunde und Bekannten?

Zuerst gingen meine Familienmitglieder von einem Auslandsjahr aus und erwarteten mich nach 12 Monaten zurück. Doch nach den ersten 10 Monaten erfuhren sie von meinen Plänen und waren verschiedener Meinung. Eltern möchten natürlich gerne ihre Kinder in der Nähe wissen, aber heute sind alle stolz und freuen sich.

Eröffnete dein Beruf dir besondere Chancen in der Schweiz?

Ich muss sagen, dass ich hier gute Chancen habe. Ich arbeite nun als Kinderbetreuuerin und als Zweitjob als Servicekraft in einem Bergrestaurant.

Ich verdiene hier insgesamt fast dreimal so viel wie in Deutschland in meinem gelernten Beruf. Beide Berufe habe ich nicht gelernt, doch es war sehr einfach, an diese Jobs ran zu kommen!

Hattest du einen bestimmten Wohnort als Ziel?

Ich hatte eigentlich immer nur den Wunsch, in den Bergen zu leben. Seit meinem Urlaub vor einigen Jahren in den Tiroler Alpen war ich fasziniert und sehnte mich nach den Bergen. Mein jetztiger Wohnort Engelberg (Nahe Luzern) ist ein bekannter Wintersportort und für Leute, die in der Gastronomie oder allgemeinen Tourismus arbeiten werden, ideal.

Wer half dir/ euch bei den ersten Schritten?

Das Internet hilft sehr. Man liest sich Erfahrunsberichte durch und informiert sich bei Ämtern über die Einwanderungsvorschriften.

Wie fandest du die neue Wohnung?

Wir haben eine mittelgroße 4-Zimmer Wohnung mit Balkon und Bergsicht. Die Kosten liegen bei 1500 CHF, das sind ca. 1000 Euro. Für Schweizer Verhältnisse unheimlich günstig, für Neuankömmlinge unglaublich teuer :-)

Welche Erfahrungen hast du mit den Schweizer Behörden?

Wie auch in Deutschland muss man wegen jeder Kleinigkeit in die verschiedensten Aemter laufen und muss für jeden kleinen Stempel viel Geld bezahlen. Im großen und ganzen braucht man einige Wochen, um alles zur Schweizer Zufriedenheit erledigt zu haben. Es wird einem nicht unbedingt leicht gemacht als Ausländer.

Es ist schwer, eine lange Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Hat man einen befristeten Arbeitsvertrag vorliegen, wird dein Ausländerausweis auf diese Zeit beschränkt, hast du einen unbefriteten, dann gilt er meist für 3 Jahre. Was dann folgt, entscheidet das Amt dann unterschiedlich. Hast du gar keinen Arbeitsvertrag, bekommst du auch keinen Ausweis.Und ohne den siehts schlecht aus.

Die Kinderversorgung ist in der Schweiz anders als in Deutschland.Was für Erfahrungen hast du damit gemacht?

In meinem Aupair Jahr habe ich einen Einblick bekommen. Der Kindergarten beginnt erst mit frühestens 4-5 Jahren und ähnelt eher einer Vorschule. Spielsachen gab es nicht wirklich. 5 Tage die Woche von 7:45-12:45, manchmal eine Stunde länger. Positiv ist, dass zweimal im Monat Schwimmunterricht stattfindet. Für Kinder ab 3-5 Jahre gibt es max. zweimal die Woche eine Spielgruppe für ca. 3-4 h am Tag. Für Mütter, welche arbeiten möchten, eher weniger ansprechende Betreuungsmöglichkeiten, deswegen brauchte die Familie auch mich als Aupair.

Zur Schule ist noch kurz zu sagen, dass sie morgens und nachmittags stattfindet und meistens mit Mittagessen Möglichkeit.

Wie eng ist heute der Kontakt zur Familie und Freunden in Deutschland?

Mit der Familie besteht telefonischer Kontakt und dank Skype usw. ist der Kontakt sehr gut. 2-3 mal im Jahr fahren wir auf Heimatbesuch.

Würdest du heute wieder auswandern?

Ja, immer wieder gerne! Raus aus Deutschland, die Welt entdecken! Erst recht in meinem jungen Alter sollte man zusehen, dass man via Saisonjobs oder Aupair in nahe oder ferne Länder reisen und sich vielleicht irgendwo niederlassen kann. Auch Familien, welche einen Neustart brauchen, in Deutschland von ALG leben, sollten zusehen, dass sie einen Neuanfang wagen und ihr Glück anderswo suchen.

Für uns geht es nächstes Jahr nach Österreich, in den Tirol. Wo wir noch überall vorbeischauen werden, steht noch nicht fest, aber Wünsche wie die Toscana oder Griechenland stehen schon.

Nur ob es nochmal die Schweiz werden würde, bin ich mir nicht sicher, wir kommen uns eher unerwünscht vor und einige Dinge sind hier sehr gewöhnungsgedürftig, wie zum Beispiel die komplizierte Krankenversicherung und die vielen Schweizer, die kein Auto fahren können. Auch Fachkräfte sind hier schwer zu finden. Aber genau deswegen stellen die Schweizer Arbeitgeber ja so gerne die gut ausgebildeteten Deutschen ein.

Wie erlebst du das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern?

Über das Verhältniss zwischen den Dütschen und den Switzern wird ja gerne mal diskutiert.

Ich persönlich habe die Schweizer als sehr zurückgezogenes Volk kennengelernt. Sie bringen eher Kälte rüber und sind nicht besonders offen. In der Öffentlichkeit sprechen die Schweizer nicht gerade nett über uns Deutsche. Dies ist auch ein Grund dafür, dass wir weiter ziehen und die Schweiz verlassen.

Annika, vielen Dank für das Gespräch!

Fotos mit freundlicher Genehmigung vom mySwitzerland.com

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Kommentare

http://www.bfm.admin.ch/bfm/de/home.html

hier sind alle Infos über die Einwanderung in die Schweiz

Im grossen und ganzen gilt:

Ohne Arbeitsvertrag keinen Ausweiss und KEIN GELD!! Auswandern OHNE Erwartungen, es einfach auf dich zu kommen lassen und KEINE Vergleiche mit Deutschland stellen, DANN wirst du hier glücklich!!
Mein Erfahrungsbericht ist nicht mehr aktuell, ich lebe jetzt sehr gerne hier, habe den Tiefpunkt überwunden und mich bekommt nichts mehr hier raus! Lebensqualität pur, gute Löhne, geringe Steuer etc...

Bloss nicht zu viel Deutsch sein, dann nimmt dich hier jeder gut auf!!!

Respektiere den Schweizer Dialekt und mache dich NIEMALS über die doch teilweise "süße" Aussprache lustig (Schoggi, Säckli etc. ) Das hassen sie und ich finds respektlos!

Wenn du das beachtest bist du herzlich Willkommen.

Auf der Seite findest du alles zum einwandern ins schöne Land, wenn du nicht findest was du suchst, schreib mir bei jeder Frage eine eMail an annika.michelle@gmx.de

ich antworte sofort und helfe dir gerne!!

LG Annika

hallo mein name ist cornelius funk.

ich wollte sie fragen wo ich die genauen informationen finden kann. was ich alles machen muss um in die schweiz auswandern zu können.

und was ich alles beachten muss.

wenn sie mir das zu kommen lassen könnten dann were ich sehr erfreut darüber.

mfg. cornelius funk