Zum Auswandern ist die Schweiz die Nr. 1

Schweiz: die Alphörner rufen

Die Schweiz ist reizvoll und seit über 10 Jahren die unangefochtene Nummer eins unter den Ausreiseländern der Deutschen. Auf den ersten Blick ist die erhabene Landschaft bezaubernd. Wo sonst kann man aus seinem Büro auf saftige Wiesen und raue Berge blicken? ... nach der Arbeit in den Bergen spazieren gehen, baden, Rad fahren, wandern?

Steckbrief: die Schweiz in Zahlen

Daten Kommentar
Amtssprache: Deutsch, Französisch, Italienisch überwiegend ist die Schweiz deutschsprachig
Hauptstadt: Bern (de facto) Schweiz hat de jure keine Hauptstadt, Bern ist Bundesstadt
Fläche: 41.285 km² --
Einwohnerzahl: 8.391.973 --
Bevölkerungsdichte: 203 Einw. je km² (Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 81.161 USD nominal, #4 weltweit
Human Development Index: 0,930 #3 weltweit
Deutsche im Land: 350.000 Tendenz stetig steigend
Netto-Einwanderrate: 4,7 Einwanderer pro 1000 Einwohner(2016)

Die alltäglichen Möglichkeiten der Eidgenossen werden hierzulande höchstens in Freizeitparks simuliert oder als Winterurlaub für teures Geld erkauft. Aber das ist wie gesagt nur der erste Eindruck. Zum Auswandern in die Schweiz braucht es mehr. Und es gibt viel mehr in dem reizvollen und eigenartigen Alpenland.

Schweiz Karte

Die "Willensnation" Schweiz

Die Schweizer bilden weder sprachlich noch konfessionell eine Einheit. In dieser einfachen Mitteilung suchen viele eine Information und finden nichts, dann gehen sie weiter und scannen nach Zahlen. Dabei ist der Satz ein Schlüssel, wenn Deutsche die Schweiz je verstehen wollen. Darum noch einmal: Die Schweizer bilden weder sprachlich noch konfessionell eine Einheit. Es gibt vier offizielle Landessprachen, 20 Prozent Ausländer; Katholiken und evangelisch Reformierte sprechen je 40 Prozent der Bevölkerung an - das sind 20 Prozent mehr als in Deutschland.

Was die Schweizer zusammenhält, ist die freie Entscheidung freier Menschen. Nüchterner ausgerückt: Der Gedanke des Föderalismus ist lebendig. Die deutsche Politik will alles zentral in Berlin regeln, von Experten. Die Schweizer regeln vieles vor Ort, in Einzelfällen und von den Betroffenen. Die Ur-Idee der Schweiz ist das Rütlibündnis. Im Rütlischwur lebt die Idee bis heute, das Schutz- und Trutzbündnis der Kantone.

Matterhorn
Das Matterhorn ist der Schweizer Berg überhaupt. Ein riesiger (4.478 m) und nahezu symmetrischer pyramidenartiger Gipfel. Vier steile Gesichter, die über den umliegenden Gletschern aufsteigen, in vier Himmelsrichtungen. Sie werden von den Hörnli-, Furggen-, Leone- und Zmutt-Kämmen gespalten. Der Berg übersieht die Schweizer Stadt Zermatt im Kanton Wallis.

Alltag in der Schweiz

Hier sind an erster Stelle die Steuern zu nennen. Nicht umsonst gilt die Schweiz als erstklassiger Finanzplatz - auch, aber nicht nur für Deutsche. (Auf FATCA gehe ich weiter unten ein). Die Mehrwertsteuer liegt derzeit bei 8 Prozent, der reduzierte Steuersatz bei 2,5 Prozent. Im 2. Teil werden Aufenthaltsbewilligung und Niederlassung erläutert.

Die geringeren staatlichen Eingriffe ins Portemonnaie machen die Confédération suisse zur ersten Adresse für jene, die Freiheit und Produktivität bejahen. Doch wäre das noch zu wenig ohne das zweite Attribut des Alpenlandes: Die sprichwörtliche Schweizer Gemütlichkeit Lebensart.

Dafür sind Lebensmittel generell teurer als in Deutschland. Das liegt u.a. an den kleinen Anbau- und Weideflächen. Aber auch daran, dass die Schweiz nicht am EU-Subventionstropf hängt. Die helvetischen Kühe haben z.B. einen Mindestanspruch an Freilandtagen. So etwas mag für supermarktgewohnte "Sparfüchse" amüsant klingen, aber darin zeigt sich ein Verständnis von Tier- und Konsumentenschutz, der hierzulande die Ausnahme ist. Es gibt noch mehr gute Gründe.

Schweiz und Deutschland

Deutschland ist für die Schweiz der wichtigste Handelspartner. Im Jahr 2015 wurden zwischen beiden Ländern Waren im Wert von 84 Milliarden Franken (CHF) gehandelt. Das entsprach 23% des gesamten Außenhandels der Schweiz: Exporte nach Deutschland in Höhe von 37 Mrd. CHF, Importe aus Deutschland von 47 Mrd. CHF.

Aus deutscher Sicht sind "Swiss made" Produkte bekannt als Qualitätswaren, zu denen es keine Pendants gibt. Lebensmittel, Industrieprodukte und Dienstleistungen aus der Schweiz sind eine Empfehlung. Deutschland und die Schweiz sind Handelspartner, die sich viel zu geben haben. Wer nur in Zahlen wühlt, der würde feststellen, dass die Schweiz Handelspartner Nr.9 nach Warenwert ist. Völlig abstrakte Rechnung! Für chinesische Socken findet man in jedem 99ct-Laden Ersatz, aber wenn es keine Schweizer Uhren gibt, dann fehlt etwas Wesentliches.

Aufenthaltsbewilligung

Wenn Sie sich länger als 3 Monate in der Schweiz aufhalten wollen, brauchen Sie eine Aufenthaltsbewilligung. Wenn Sie - egal für wie lange - in der Schweiz arbeiten wollen, benötigen Sie eine Aufenthaltsbewilligung. Heißt unterm Strich: Alles, was über einen Urlaub oder die Forschungs- und Evaluationsreise hinausgeht, erfordert diese Bewilligung. Lesen Sie weiter im 2. Teil: Aufenthalt, Niederlassung - wer kann in der Schweiz leben?

Politik in der Schweiz: Föderalismus

Die Schweiz hat einen ausgeprägten Föderalismus. Die Kantone (vergleichbar den Bundesländern in Deutschland) behalten alle Aufgaben, die in der Bundesverfassung nicht explizit dem Bund zugeordnet werden. Das läuft in Deutschland genau andersrum...

Die neutrale Außenpolitik ist ein weiterer Pluspunkt für die Schweiz. Seit 1815 beteiligt sich die Schweiz an keinem Krieg anderer Staaten. Das Militär ist nur zur Verteidigung da.

Die Schweiz ist ein interessantes Land, weil die Schweizer sich traditionell aus Schwierigkeiten ihrer europäischen Nachbarn herauszuhalten wissen. Als Europa sich millionenfach ermordete, hatten die Schweizer vorsorglich die Tür abgeschlossen und sich noch schnell vom Völkerbund - solange es den gab - eine Neutralitätsbescheinigung geholt, mit Stempel und Unterschrift. Als die Führer der EU-Staaten sich mit Milliardenschuldscheinen "retteten", hatten die Schweizer vorsorglich die Tür verriegelt und das Telefon ausgesteckt. Schweizer sind unsere Nachbarn und sie wissen untrüglich, wann es Zeit zu gehen ist: spätestens wenn die großen EU-Häuptlinge nach ihrer Fete die Rechnung bekommen.

Nach diesem Kurzüberblick werfen wir einen Blick auf die Einreise-Voraussetzungen in die Schweiz.

Der Nationalmythos der Schweiz

Ohne den mythologischen Hintergrund sind viele Vorstellungen der Gegenwart, sind weder Kunst noch der Jahreslauf zu verstehen.

Wenn man in einem Mythos lebt, lebt man in einer zusammenhängenden Geschichte, die die Welt deutet. Sonst ist alles in Einzelfragen und Details zerrissen, der Mythos führt alles Einzelne ins Große Bild und gibt der Vielfalt des Lebens einen Zusammenhang.

Schwingen, der beliebte Zweikampf der Schweizer

Der Ursprung der Schweiz im Rütlischwur

Der Schweizer Nationalmythos wurde im Rütlischwur geboren und wird im "Wilhelm Tell" gezeigt. Es geht nicht um große Aufgaben in der Welt, sondern "nur" um Schutz und gegenseitige Hilfe gegen mächtige äußere Feinde. Diese Grundhaltung finden wir überraschenderweise in vielen Situationen der jüngeren Geschichte wieder (s.o.). Als ob die Schweizer der Welt sagen wollen: Lasst uns in Ruhe unsere Sachen machen und ihr kümmert euch um eure, dann ist die Welt schon viel besser dran.

Die Willensnation begann nicht auf einer Burg, nicht in einer Schlacht, nicht mit einer alten Tragödie und Wahnsinn, sondern ganz unspektakulär auf einer Wiese. Man erzählt sich, dass Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden auf einer Wiese am Vierwaldstättersee einen Eid gegen die Habsburger, die Besatzer, schworen. Dieser Schwur begründet ihren Bund. Manche sagen, einer der drei Abgesandten war Walter Fürst, anderen Quellen zufolge war es Wilhelm Tell. Wie auch immer: Es ist ergiebiger, Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" zu lesen (ja besser noch: das Stück aufzuführen), denn seine wuchtige Größe ist zeitlos. Der 2. Aufzug endet mit dem Bekenntnis:

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
in keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

Der Mythos schafft eine Insel, auf der sich Identität bilden und erhalten kann. Das bergige Land begünstigt das zusätzlich. So greift Ernst Jünger auf die Schweiz zurück, als er in einem Roman das Burgenland beschreibt, das Land des Adels, die Welt tradierter Ordnung: "So ließe unser Land sich einer Art von Schweiz vergleichen, die Konnetabels und Residenten in die Reiche der Welt entsendet und doch in ihren Bergen ein unberührtes Bauern- und Hirtenleben hegt."

Sogar ein Politiker wie Peer Steinbrück ahnte vage das Besondere, das die Schweiz noch heute umgibt, als er in der Jagd auf deutsche Steuerflüchtlinge großmäulig drohte, die deutsche Kavallerie werde die Schweizer Indianerdörfer disziplinieren. Wir nehmen staunend zur Kenntnis, dass der deutsche Hilfspolizist glaubt, Indianer lebten in der Schweiz und belassen es dabei.

Geschichte der Schweiz

Die Schweizerische Eidgenossenschaft wurde im Jahre 1291 als Verteidigungsallianz unter drei Kantonen gegründet - das Thema von eben. Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat ihre Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich 1499 gesichert. Mit der Verfassung von 1848 wurde der alte Bundesgedanke durch die mehr zentralistische Bundesregierung ersetzt.

Die Schweizer legen Wert auf ihre Neutralität. Im Mittelalter sah das so aus: Es gab ständig kleine Kriege. Ritter waren selten und teuer. Die Schweizer waren als "Gewalthaufen" ein neuer Kämpfertyp, das einzige, was gegen Ritter bestehen konnte und - sie waren als Söldner für jeden dienstbar, der sie bezahlen konnte. Aber sie kämpften nur im "Ausland", stets darauf bedacht, dass sie die politischen Auswirkungen einer Schlacht im nachhinein nicht betrafen.

Wirtschaftslage. Neugier und Freiheit

Die Schweiz zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Das weiß jeder. Wie sie das schafft, fällt oft unter den Tisch: Durch Neugier und Freiheit. Neugier zeigt sich in einzigartiger Innovationskraft und immer besseren Lösungen, Freiheit zeigt sich im flexiblen Arbeitsmarkt. "Flexibler Arbeitsmarkt" sagt man in Deutschland. Gemeint ist schlicht und einfach ein Markt: Dort manchen Menschen Geschäfte (auch eine Anstellung ist i.d. Sinne ein Geschäft) aus eigenem Antrieb und zum eigenen Vorteil.

Die Industrie ist exportorientiert. Schwerpunkte sind Chemie und Pharmaindustrie, Maschinenbau, Elektroindustrie, Uhren und Feinmechanik und Schmuck. Die dominierende Branche ist der Dienstleistungssektor, in dem 76% der Erwerbstätigen arbeiten. In der Schweiz arbeiten viele Deutsche aus Süddeutschland als Grenzgänger, ohne ihren Wohnsitz zu verlagern.

Stromerzeugung

In der Energieerzeugung setzt die Schweiz zu 55% auf Wasserkraft und zu 40% auf Kernenergie. Kernenergie wird nicht weiter genutzt (2011 beschlossen), die bestehenden AKW werden noch benutzt, solange es erlaubt ist.

Arbeiten in der Schweiz

Auf www.karriere.ch finden Sie den Ratgeber (PDF) "Arbeiten in der Schweiz". Außerdem können Sie sich mit wenigen Klicks bei einer passenden Stellenvermittlung in der Schweiz ins Spiel bringen.

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Webtipps

letzte Bearbeitung: 26.04.2017

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Kommentare

Grüezi, Servus und Hallo .... und ich möcht und kann Dir nur beipflichten, denn die Schweiz ist so sehr wertvoll und deshalb sage ich immer wenn ich dort bin: "Schützen sie ihr Land, es ist so schön und wertvoll ...".
Ich habe viele Jahre direkt mit schweizer Temporärfirmen, mit Firmen direkt und mit unzähligen Hotels und gastronomischen Einrichtungen der Gesamtschweiz zusammengearbeitet, habe unzähligen gut qualifizierten arbeitswilligen Deutschen zu Festanstellungen verholfen, habe meine Schweizer direkt besucht und habe mindest 2 x Urlaub im Jahr in der Schweiz gemacht. Es war eine Herzlichkeit zwischen den Mitarbeitern in Zug und Zürich u. anderswo, so, als würde man sich von Geburt an kennen ....
Ich liebe das Land, die Menschen mit ihrer Zurückhaltung und Bescheidenheit, die Berge (bin ein Bergmensch), finde es super toll wenn ich im Engadin bin und u.a. ein bissl auch italienisch quasseln kann, im Wallis ein bissl französisch und das echte Schwiizerdüütsch - das eben auch sich unterscheidet in Berndüütsch, Baseldüütsch, Züridüütsch u.a.m.
Ich bedaure sehr, dass ich mit Eintritt ins Pensionärsleben meine erarbeiteten guten Schweizkontakte beenden mußte und würde, wenns irgendwie möglich ist, gern eine kleine Nebentätigkeit in der Schweiz aufnehmen. Manchmal denke ich schon, ich hab schon mal in der Schweiz gelebt, weils mir einfach so vertraut ist ....
So, das mal dazu und dann noch ne schöne Zeit ....

Wir waren schon immer von Feinden umzingelt. Niemand konnte, wollte und wagte uns anzugreifen. Wir sind stolz darauf.
Darum müsst ihr verstehen, dass es die Schweiz wie sie heute ist, eigentlich schon sehr lange gibt und sie wurde nur innerlich etwas umgeformt, aber nach Aussen machte sie schon immer einen ruhigen, stabilen und gesunden Eindruck. Was kann man da von Deutschland halten? Reden wir lieber nicht darüber, da fallen mir leider nur grausame Themen ein.

Darum an die Deutschen:
Die Schweizer sind deshalb so empfindlich was Ausländer angeht, weil sie Angst haben ihr hochheiliges und unberührtes Land zu verlieren. Wir sind die 'älteste Demokratie' der Welt seit 1291, in ' ' deshalb, weil die Amis uns das nicht anerkennen. Der Rütlischwur wird nicht als Staatsgründung anerkannt. Somit sind die Amis die älteste Demokratie, aber wir sind trotzdem älter.

Unser Land betrachten wir als sehr wertvoll. Das ist so wie ein Oldtimer Auto, dass es nirgends mehr zu kaufen gibt, wie neu aussieht und bestens funktioniert.
Nur so nebenbei, falls es wirklich dazu kommen sollte, dass Deutsche ungebremst in die Schweiz einwandern, wird die SVP hier schon dafür sorgen dass es gebremst wird. Die einzig Wahre Partei der Schweiz, die ihre Werte schätzt.

Nochmals hallo aus Zürich!

Ich finde es spannend wie unterschiedlich meine Ausführungen interpretiert werden. - Jeder darf sein wie er will. Ich sage ja gerade man solle sich nicht verunsichern lassen und sich selber sein.

Jedes Land bringt seine Eigenschaften mit. Ich denke auch, dass Deutsche und Schweizer sich sehr nahe stehen. Gerade darum habe ich meine 5 Punkte ja geschrieben. Es ist oft die Eigenart von Schweizern zurückhaltend zu sein und die von Deutschen zu zeigen was man hat. Ich wollte damit mein Interesse an unseren Nachbarn bekunden und ein Willkommensgruss vermitteln. ;-)

Es war ein Versuch, Probleme die AM ANFANG (bis man sich kennt, nicht später) in der Schweiz entstehen könnten, schon gar nicht entstehen zu lassen. Ich finde Deutschland ein sehr schönes Land. Ich war vor 3 Wochen in Köln und vor 2 Monaten in Berlin und auch vorher schon oftmals da. Ich liebe die Städte und finde gar nicht, dass Deutschland am Boden ist, im Gegenteil. Ihr habt vieles geschafft und seit oft für Fehler von früher eingestanden. Unser Komplex beruht ja auf solchen "Bewunderungen" vom "grossen Bruder" Deutschland.

Ich persönlich würde als Deutscher wohl nicht auswandern. Jedes Land bringt Vor- und Nachteile mit sich und jeder sollte stolz auf sein Heimatland sein.

Also nochmals: Willkommen wer kommt und beste Grüsse für die die bleiben... ;)

Phil

Du hast völlig recht, Deutschland schlittert sehenden Auges in den finanziellen und sozialen Untergang. Dies kann man nicht nur Merkel anlasten, das ist bereits seit längerem vorbereitet worden und wird natürlich von CDU und FDP nicht mehr angefasst. Die Kosten im Gesundheitsbereich explodieren, Millionen von Menschen arbeiten in schlecht bezahlten Jobs, werden durch Arbeitsvermittlungsunternehmen schlicht ausgebeutet - und leider geht es immer so weiter. Eine reale Lohnsenkung spricht eine eindeutige Sprache. Wir sprechen in D nur noch über wirtschaftliche Erfolge und Hartz IV, Kultur verkommt zur Bedeutungslosigkeit, das Land definiert nur noch, wer arm und wer reich ist. Mag der Rütli-Schwur auch ein wenig in die Jahre gekommen sein, aber ich glaube, dass wir von einem solchen Denken hier meilenweit entfernt sind und uns nur danach definieren, ob wir Kohle auf dem Konto haben oder Weltmeister in irgendeiner Sportart geworden sind. Der Rest verkommt in Boulevardblättern und dümmlichen TV-Shows. Armes Land.

Hallo Phil!

ich bin ein Deutscher und ich habe deinen Artikel wirklich mit sehr sehr viel Aufmerksamkeit gelesen und er hat mir so gut gefallen, dass es mir auf der Zunge brennt darauf hier im forum zu antworten! Es ist tatsaechlich so, dass in Deutschland alles nicht so ist wie es sein sollte und wie es sein muesste aber daran sind nicht ,, NUR ,, die kleinen Deutschen schuld, nein die Schuld sollte man wirklich ganz ganz oben suchen denn die haben aus uns das gemacht was sie wollten!!! Es ist richtig, dass es sehr viele Deutsche gibt, die arrogant sind aber da sollte man nicht unbedingt den Stein deshalb ins rollen bringen es ist ganz einfach so, dass man damit viele viele Jahre leben musste und weiter leben muss!!!

Andere Laender andere Sitten und somit wird es auch in der Schweiz viele arrogante geben soetwas wuerde mir hauchduenn am Allerwertesten vorbei gehen !!! Man sollte sich doch ganz einfach mal die Frage stellen, warum so viele Deutsche ihr Vaterland verlassen wollen, diese Frage ist ganz ganz einfach zu beantworten! Deutschland ist am Abgrund gelandet Deutschland ist am Boden zerstört, KAPUTT! Da liegt doch der Hase im Pfeffer und nirgendwo anders das haben die Deutschen bestimmt nicht mit ihrer Arroganz kaputt gemacht, nein Deutschland wurde von den Kaputten in Berlin kaputt regiert so sieht es doch aus! Ich schaeme mich zutiefst so ueber mein Vaterland zu reden aber leider ist es so! Was war denn 1989, wie es auf die Strasse ging und es wurde gerufen "Wir sind ein Volk" und wie es gesagt wurde von einen Herrn Kohl, es wuerden bluehende Landschaften in DEUTSCHLAND entstehen, wo sind denn diese bluehenden Landschaften, worauf das vereinte Volk gewartet hat und belogen und betrogen wurde?

Es wird hoechste Zeit, dass wieder auf die Strasse gegangen wird aber mit allergroesster Haerte und dann nicht nur rufen wir sind ein Volk, NEIN dann auch zeigen und denen ganz deutlich spueren lassen, dass WIR ein Volk sind! So, das war meine Meinung dazu. Ich wuensche dir weiterhin eine sehr sehr gute Zusammenarbeit mit deinen deutschen Kollegen in der wunderschoenen Schweiz und glaube mir, es sind nicht alle deutschen schlecht NICHT alle!!

liebe Gruesse

Wir sind eine kleine Familie. Mein Mann (31, Konstrukteur), meine 4 Monate alte Tochter und ich(22, zurzeit Elternzeit) haben vor in Kürze in die Schweiz auszuwandern. Mein Mann hatte schon einige Vorstellungsgespräche (oder wie man in der Schweiz sagt - Interview) Man merkt das die Leute sehr nett und freundlich sind. Haben schon viel gehört, dass die Deutschen nicht gern gesehen sind. Aber zum größten teil sind uns nur nette Leute begegnet. Wir haben die Auffassung, dass wenn wir in die Schweiz kommen, wir uns dort auch anpassen sollten, auch sprachlich. Dies ist jedoch nicht böse gemeint oder gar, dass wir uns drüber lustig machen (außer das Wort Güggli-Hähnchen find ich so süß :-)) Wir Deutsche wissen halt nicht was ihr in Wirklichkeit denkt, wenn ihr uns angrinst. Die Deutschen sind da viel direkter. Dies verunsichert uns dann. Aber ansonsten denke ich, sind wir alle gleich und jeder der Manieren und Anstand hat wird gern gesehen- egal in welchem Land.

Liebe Grüße noch aus Deutschland ;-)

... bei Punkt 3 Deiner interessanten Ausführungen möchte ich doch - mit Verlaub - Einspruch einlegen. Einen Kaffee kannst Du in Zürich bestellen wie Du willst, weil es dort keine einzige schweizer Servicekraft mehr gibt. Wenn Du einen Kaffee "Ich krieg 'nen Kaffee!" so bestellst, dann wird der Ober höchstens in irgendeinem deutschen Dialekt antworten: "Kommt sofort!" Und Du wirst Dich als Deutscher fühlen wie zu Hause!

Dein Beitrag ist zwar verständlich und klar dargestellt. Was ich mich aber frage ist, warum ich nicht so sein darf wie ich bin?! Ich bin ein offener, direkter und humorvoller Mensch, rede gerne, habe gerne Spaß Privat und im Beruf.
So wie du es darstellst, würde ich arrogant rüber kommen?! Ist es euch denn lieber wenn man sich verstellt? Wenn man nicht der ist, der man gibt zu sein...
Eine Antwort darauf wäre super.

Ps: deutsch ist meine Muttersprache, ich komme aus Norddeutschland, habe also keinen Dialekt. Trotzdem nehme ich Monat für Monat neue Wörter von Kollegen auf, spreche diese dann mehr oder weniger unbemerkt im Unterbewusstsein aus, wieso ist das jetzt nicht gut? Grüezi und Adé (Leider ist Adé bei mir im Job verboten) sind bei mir Standard. Komme ich mal in meine Heimat wo Moin Moin, Tach oder Guten Tag normal sind, dann rutschen mir manchmal Schweizer Begrüßungen raus und ich werde komisch angeguckt...:-)

Liebe Deutsche, lieber Deutscher

Als "richtiger" Zürcher (beide Elternteile aus Zürich) verfolge ich viele dieser lustigen Kommentare über die Deutschen in der Schweiz. Ich arbeite im pädagogischen Bereich, in einem Team mit 17 Mitarbeitern, davon 9 Deutsche.

Einige Tipps für Einwanderer:

1. Wir sind ein gemütliches Volk. Sprich eine Spur langsamer als Zuhasue. Mit kritischem Blick aber auch sehr interessiert, schauen wir wer da kommt. Sei dich selbst und lasse dich nicht verunsichern. Wir brauchen länger bis wir vertrauen, dafür ist ein Freund dann auch wirklich einer für den man sich einsetzt.

2. Verzichte auf jegliche "jööh-Kommentare". Wir nehmen unsere Sprache und das Land nicht so wahr und unser Komplex wächst ins unermessliche, wenn du das tust. Unweigerlich wirst du das Wort "Arrogant" hören.

3. Vermeide es, dich in den Mittelpunkt zu stellen. Wir wissen, dass dies in Deutschland nötig ist um überhaupt wahrgenommen zu werden, hier wirst du als "überheblich" abgestempelt, wenn du das tust. -> "Ich krieg'n Kaffe!" mag in Deutschland üblich sein, hier erntest du böse Blicke. "Dürfte ich bitte noch eine Tasse Kaffe haben" (in CH-Deutsch mit den vielen "li"s) ist die richtige Version.

4. Niemand erwartet von dir, dass du Schweizerdeutsch sprichst. Mache uns eine Freude und lerne "Grüäzi" und "Ade". Den Rest kannst du in Hochdeutsch machen. Wenn wir sprechen dürfen wie uns der Schnabel gewachsen ist und du uns verstehst, hat niemand ein Problem. Frage nach wenn dus nicht verstehst.

5. Das Volk hat die Macht. Dieses Gefühl ist verankert. Unterschätze diese Ansicht nicht und mach dich darüber lustig. Du wirst erstaunt sein wie stur und selbstsicher ein Schweizer sein kann, wenn du es übertreibst.

Wer also offen auf die Schweizer zugeht, wird nach anfänglicher Unsicherheit über die misstrauischen Blicke, gute Freunde kennenlernen. Sei uns willkommen in der Schweiz und deinem Lieblings-einwanderungs-ort Zürich.

Phil

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,...

Heinrich Heine, (1797 - 1856), eigentlich Harry Heine, deutscher Dichter, Erzähler und Romancier

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