USA - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das Traumziel für High Potentials aus aller Welt

U.S.A. - der Inbegriff der Neuen Welt

USA: Reichtum, Größe und die Vielfalt eines ganzen Kontinents. Die Vereinigten Staaten sind ein Mythos - mehr als jedes andere Land. Doch was sind sie ohne diesen? Was können die jährlich über 12.000 deutschen Einwanderer erwarten?

Steckbrief: USA in Zahlen

DatenKommentar
Landessprache: Englisch, lokal auch SpanischEnglisch ist faktisch die Landessprache, doch eine verbindlich festgelegte Amtssprache gibt es nicht
Hauptstadt: Washington, D.C.4,96 Mio. Einwohner
Fläche: 9.833.517 km²ohne Überseegebiete; entspricht 27 mal der Fläche von Deutschland; drittgrößtes Land der Erde
Einwohnerzahl: 322.755.353(2015)
Bevölkerungsdichte: 33 Einw. je km²(Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 57.324 USDnominal, #8 weltweit
Human Development Index: 0,915#8 weltweit
Deutsche im Land: 180.000Permanent Residents, die in Deutschland geboren wurden (entspricht 1,4 % der Inhaber der Greencard); geschätzt
Netto-Einwanderrate: 3,9 Einwanderer pro 1000 EinwohnerJahr 2016

Flagge der USADie USA sind eines der reichsten und größten Länder der Welt und unsere Nr. 2 der besten Zielländer. Und die letzte verbliebene Supermacht.

Daran ändert auch die kontroverse Außenpolitik nichts; ebenso die wirtschaftlichen Probleme. Im Jahr 2009 emigrierten über 11.000 Deutsche in die USA. Warum sollte man dorthin auswandern?

Warum in die USA auswandern?

Die Steuern sind nicht der Grund. Sie sind höher als hier viele glauben. Andererseits kann man für wenig Geld eine "Inc." (Corporation, dt. Kapitalgesellschaft) gründen, das Pendant zur GmbH. Damit hat man steuerliche Spielräume.

Die Vorstöße nach "9/11" in Richtung mehr zentrale Kontrolle stießen auf viel Gegenwehr: das Freiheitsgefühl und Selbstverständnis der Amerikaner werden dabei verletzt. Der Staat reguliert insgesamt viel weniger als in Deutschland. Es gibt keine Meisterpflicht, keine Meldepflicht und kaum Förderprogramme für Firmen. ... Do it yourself!

Doch wenn reguliert wird, ist die Bürokratie pedantischer als die hiesige. Täglich werden 500 neue gesetzliche Regelungen erlassen. Und die teils unglaublichen Klagewellen gegen Firmen sind hierzulande Legion.

Für wen sind die USA zu empfehlen?

Freiheit bedeutet auch Eigenverantwortung. Und das merkt man: Die USA haben ein dünnes soziales Netz. Unterstützung für Arbeitslose und sozial Schwache, Krankenversicherung, staatliche Rentenversicherung gibt es zwar - aber sie decken nur rudimentäre Bedürfnisse ab und sind je nach Bundesstaat verschieden. Den 'Sozialstaat' finden Sie in den USA nicht. Erwägenswert ist das Land vor allem

  • für Unternehmer
  • für hoch qualifizierte Angestellte, Ärzte, andere Akademiker
  • für Rentner
  • mit Einschränkungen für Facharbeiter (mehr dazu unten, Kapitel "Auswandern ohne Greencard Lotterie)"

Jahresgehälter können bei deutlich über hunderttausend Dollar liegen. Dem sind jedoch die Lebenshaltungs-Kosten und ggfs. Ausbildungs-Kosten der Kinder entgegen zu stellen. Viele Einwanderer sind sich einig: das Leben macht mehr Spaß, ist - gerade für sie - angenehmer als in Germany. Leistung und Erfolg sind positiv und nicht suspekt. Erfolgreiche Menschen sind Vorbilder. Ohne gute Ausbildung, Unternehmergeist und Freude auf eine andere Kultur sollten Sie das Land allerdings meiden. Oder nur als Urlaubsziel anvisieren.

Als Rentner in die USA

Noch ein Wort an die auswanderungswilligen Rentner. Es gibt in den USA 40.000 deutsche Rentenbezieher. Wenn Sie das Land bereits kennen, gut Englisch sprechen, zieht es Sie vielleicht auch in den warmen Süden - in den Sonnengürtel Amerikas.

Falls Sie aber noch nicht in den USA gelebt haben, bedenken Sie bitte die Alternativen: Als Rentner steht Ihnen die Welt offen. Das Mittelmeer ist viel näher als die Karibik, Familienbesuche nach Spanien leichter und viel, viel billiger als nach Florida. Werfen Sie auch einen Blick nach Südosteuropa: Bulgarien, Ungarn, Slowakei. Mit kleiner Rente kann man dort gut leben, ähnlich wie in Lateinamerika.

Auswandern über Greencard Lotterie?

Um in den USA zu leben und zu arbeiten, braucht man die Greencard. Einmal im Jahr verlost die US-Regierung 55.000 unbefristete Aufenthaltsgenehmigungen. An dieser Lotterie können Sie direkt ohne Hilfe Dritter teilnehmen oder Sie suchen dafür eine Agentur.

Die Green Card Lotterie ist eine echte Verlosung von Einwanderungserlaubnissen in die USA. Wer ein Los gezogen hat, muss - um einreisen zu können - außerdem

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, mindestens den Realschulabschluss
  • polizeiliches Führungszeugnis vorlegen
  • eine Gesundheitsprüfung durchführen lassen
  • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen, durch ein Arbeitsangebot, Startkapital oder einen in den USA lebenden Bürgen

Die Höhe des erforderlichen Startkapitals ist nicht verbindlich festgelegt. Hier wird im Einzelfall bei dem persönlichen Gespräch in der amerikanischen Botschaft entschieden. So weit alles klar?

Wenn Sie jetzt fragen: Und wie stehen die Chancen auf die Greencard? Nicht sehr gut. 2008 bewarben sich 13,6 Millionen Menschen für 60.000 Green Cards.

Auswandern ohne Greencard Lotterie

Es geht in vielen Fällen auch ohne die Lotterie. Die Einwanderung ist bei Heirat mit einem US Bürger oder Familienzusammenführung möglich. Künstler und Sportler mit besonderen Leistungen oder hohem Bekanntheitsgrad können in die USA einwandern. High Potentials dürfen dauerhaft einreisen, wenn sie einen der Ausbildung angemessenen Job in den USA haben. Facharbeiter können, eventuell, wenn der US Arbeitsmarkt sie braucht, einwandern. Soweit der Überblick; die Bestimmungen sind sehr kompliziert.

Die Vereinigten Staaten von Amerika. Landesüberblick

Karte der USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (englisch United States of America) bestehen aus 50 Bundesstaaten, einem Bundesdistrikt (Hauptstadt Washington, D.C.), fünf größeren Territorien und Überseegebieten. Die 48 zusammenhängenden Continental United States und Alaska liegen in Nordamerika, Hawaii und kleinere Außengebiete im Pazifik und in der Karibik liegen.

Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa (Hochphase: 1892-1924) rasch an Einfluss. Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten beeinflusst Demographie und Kultur des Landes bis heute. Die USA waren nie ein Nationalstaat, wie man das aus Europa kannte.

Wirtschaftlich sind die USA das wichtigste Land der Welt. Hier wird ein Fünftel des Welteinkommens erwirtschaftet. Das Land ist groß, rohstoffreich und weit erschlossen. Die USA: Das ist der wichtigste Binnenmarkt der Welt. Vom Tellerwäscher zum Millionär ist der Traum unternehmerischer Freiheit: Durch eigene Leistung, Tüchtigkeit und Geschäftssinn alles erreichen können. Außerdem sind die USA das am höchsten verschuldete Land der Welt, die größte Militärmaschinerie und ... überhaupt die Größten.

Der American Way of Life prägt Trends und Moden auf der ganzen Welt. Wohlstand, Konsum und Glück gehören dabei zusammen.

Klimazonen der USA im Überblick

Bei einem Land dieser Größe ist das Klima äußerst vielfältig: Die kontinentale, subtropische, mediterrane Klimazone sind vertreten. Dabei herrscht das Kontinentalklima vor. Im Süden von Florida ist das Klima tropisch.

Im Norden, vom Staat Washington bis nach Maine, ist das Klima gemäßigt. Die Winter können kalt werden (unter 0 °C), die Sommer sind heiß (über 35 °C). Die Niederschlagsmenge ist gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt.

In den Südstaaten wird das Klima subtropisch: in Texas, Louisiana, Mississippi, Georgia und großen Teilen Floridas. An der Küste Kaliforniens ist das Klima mediterran.

Blick über Chicago
Blick auf Chicago. Könnte es nicht jede andere Großstadt sein, da sie sich sehr ähneln? Die Gleichförmigkeit wird weiter unten verständlich, durch den amerikanischen Gründungsmythos.

Deutsche in Amerika

Laut U.S. Census Bureau waren Deutschstämmige im Jahr 2000 eine der größten Einwanderernationen. Aber was heißt das? Es ist sehr schwierig bis unmöglich, die Zahl der Deutschen zu ermitteln: "Deutsche" und "Deutschstämmige" können Amerikaner sein, deren Vorfahren um 1900 einwanderten und die kein Wort Deutsch sprechen.

Sicher ist nur das: Die Vereinigten Staaten sind die Nummer 2 der Zielländer für Deutsche. Und die Vereinigten Staaten sind das begehrteste Einwanderungsland der Welt überhaupt.

Der Mythos der USA

Jeder hat schon einmal gehört, dass die Vereinigten Staaten ein Mythos sind. Der Traum vom selbst gestalteten Leben, sich aus eigener Kraft eine Existenz aufbauen. Und das ist nur die Oberfläche. Ich lade Sie ein, etwas tiefer in die Neue Welt einzutauchen.

Ein Mythos kann Ihnen helfen, die eigene Lebensperspektive zu klären. Und er ist wichtig, um zu verstehen, was Mr. Trump tut. Und es hilft, sich im Vorfeld zu befragen, ob die USA die neue Heimat werden können oder ob man lieber Zuhause bleibt.

The Frontier - der Mythos der USA

Der amerikanische Mythos ist die Eroberung des Wilden Westens. Wo vorher unzivilisierte Wildnis war, schafft der Amerikaner die Ordnung der menschlichen Gesellschaft. Die Freiheit ist das höchste Gut und sie hat ihre Grenze an der Freiheit des Nächsten. Das ist das Thema jedes Westernfilmes aus Hollywood. Es kann ein einfacher Farmer sein oder der Sheriff, der in der gerade aus Holzbohlen gezimmerten Siedlung das Gesetz vertritt: Der Held im Western muss sich entscheiden, wo die ordnende Grenze (the frontier) zu ziehen ist. Er hat die Aufgabe, diese Grenze in seinem Leben und dem seiner Gemeinschaft zu ziehen. Die Grenze verläuft nicht nur räumlich-geografisch, sondern auch dort, wo die Lebensentwürfe des freien Siedlers bedroht werden. Zur Bedrohung werden können gesetzlose Landsleute, (selten) Indianer, Menschen, die ihr Glück mit der Macht über andere verwechseln, oder auch die unbezähmbare Natur. Die Grenze zu ziehen heißt so viel wie, die Werte der Pioniere, ihre Lebensgrundsätze zu verteidigen. Die Grenze kann nur ziehen (und weiter nach Westen verschieben), wer mit seinem Leben dafür eintritt.

Der "Wilde Westen"

Cowboy mit Pferd

Die Eroberung des Wilden Westens ist das Leben der Pioniere in völliger Freiheit, Gefahr und Unsicherheit. Der mythische Amerikaner errichtet die Ordnung am Rande des Chaos. Das klingt altbacken? George W. Bush hat sich auf diesen Auftrag berufen, als er zum Krieg gegen den Terror antrat.

Der Siedler ist umgeben von Indianern und Gesetzlosen, die das Leben bedrohen. Auffällig, dass im Wilden Westen des Hollywoodkinos oft der Sheriff oder ein wehrhafter Farmer die Ordnung behauptet. Sein Argument ist der starke Arm und der rauchende Colt.

Der Wilde Westen und die "frontier towns"

Der Offizier Edward Johnson (1598-1672) schrieb ein Buch über die Eroberung der Neuen Welt. Darin sprach von "frontier towns". Als Bezeichnung für eine Lebensweise ist "frontier" ab 1887 belegt. Die junge Generation ging in ein neues Gebiet, "um die Erfahrungen der Eltern zu wiederholen". Fast drei Jahrhunderte lang bestimmte dieser Zyklus die amerikanische Gesellschaft, "denn mit jeder neuen Frontier wurde das kulturelle Erbe verändert, um mit den neuen Bedingungen fertig zu werden" (G. Raeithel).

US-amerikanische Historiker datieren die Frontier-Epoche von der Gründung Jamestowns 1607 bis ins Jahr 1890, als amtlich das Ende der Frontier erklärt wurde. Man hatte die Westküste erreicht. Nordamerika war erobert.

Der Film "Der mit dem Wolf tanzt" mit Kevin Costner in der Hauptrolle nennt die Furcht, dass der amerikanische Mythos sterben könne, weil nicht mehr genug Neuland jenseits der Frontier da sein könne. "Ich wollte schon immer den Westen kennenlernen - Sie wollen den Westen kennenlernen? - Ja Sir. Bevor es ihn nicht mehr gibt."

Ist der Frontier-Mythos noch lebendig? Ja. John F. Kennedy sprach 1960 vom Aufbruch zu neuen Grenzen - new frontiers. Mit dem Aufruf, "new frontiers" zu überschreiten, ging es JFK um die Eroberung des Weltraums, wissenschaftlichen Fortschritt und den Kampf um die Welt als Wettstreit mit der Sowjetunion. Damit traf er die amerikanische Identität. Übrigens lebt auch die TV Serie "Raumschiff Enterprise" von dieser Idee: "... to boldly go where no man has gone before" überträgt den amerikanischen Mythos ins Weltall und in eine fantastische Zukunft.

Ford Mustang

Abb.: Ford Mustang. Auch wenn die Pferde unter die Motorhaube sind: Die Freiheit auf dem Highway erinnert an die Freiheit der Pioniere, die damals Neuland betraten.

Was ist heute daraus geworden?

Die Skepsis gegen die Machtallüren der Zentralregierung in Washington zeigt dieses Selbstverständnis vieler Amerikaner noch heute. Im Mythos sagen sich die Menschen, was sie ausmacht und von wo aus sie sich und die Welt sehen. Dass die USA die Eroberer einer vorher chaotischen Welt sind, kann man sowohl an den Kriegen sehen (man denke an die beiden Weltkriege, den Vietnamkrieg und die Kriege gegen den Irak) wie auch daran, dass und mit welcher Vehemenz das US-amerikanische Raumfahrtprogramm vorangetrieben wurde.

Webtipps

letzte Bearbeitung: 12.06.2017

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Kommentare

Hallo Leute.Endlich ist es im Februar so weit.Meine Schwester lebt in Mission Hills Kalifornien.Sie hat uns Arbeit und ein Tolles Haus besorgt.Ich such Leute die auch dorthin auswandern wollen oder die dort schon Leben.Würde mich über eine Antwort freuen

Danke für die ausführliche Buchbesprechung.

Wenn ich so ein Buch in die Finger bekomme, schau ich mir immer zuerst ein paar bestimmte Dinge an:

- Wie sieht das Inhaltsverzeichnis aus, und findet man dann auch dort das Gewünschte?

- Hat das Buch einen Anhang? Wenn ja, was wird behandelt?

- Hat das Buch ein Stichwortverzeichnis? Wenn ja, was findet man dort?

Kai Blum hat, ich glaube, NICHTS vergessen. Es ist nicht nur alles zu finden, sondern es ist auch noch sehr umfangreich.

Am Inhaltsverzeichnis erkennt man schon die Themata und ihre Gliederung. Sie entsprechen der Chronologie im Auftreten der Alltagssorgen.
Somit ergibt sich flüssiges, interessantes Lesen. Der Stil ist locker und leicht, aber nicht flappsig. Er ist sehr sachlich aber nicht trocken. Er gibt an den richtigen Stellen auch Empfehlungen und Verweise. Man merkt, daß er sich viel Mühe bei der Überarbeitung der Adressen gemacht hast.

Klar gibt es auch eine Art Anhang, obwohl er es so nicht betitulierst. Toll, über die Schu- und Kleidergrößen, die wichtigen Maßeinheiten, die 100 wichtigsten Webadressen, bis hin zu den 200 Begriffen, die jeder Neuankömmling kennen sollte, alles ist zu finden und anschaulich erklärt.
Das erstemal, daß ich eine nette Faustformel zum Umrechnen Fahrenheit und Celsius gefunden habe.

Das Stichwortverzeichnis verdient seinen Namen. Es ist sehr groß, gegliedert, und vor allem findet man auch die relevanten Stichwörter. Das klingt banal, ist aber bei vielen Büchern so nicht vorhanden; für ein Nachschlagewerk sehr wichtig.

Wir haben uns mal einige Punkte herausgegriffen und mit unserem eigenen Wissen und Erfahrungen verglichen. Alles deckte sich: Umzug, Hundetransport, Beschaffung der SSN Card.
Auch die Geldfragen sind sehr schön und präzise abgehandelt.
Das Thema Hauskauf interessierte uns besonders. Auch hier vertreten wir seine Tips, z.B. hinsichtlich des EIGENEN Maklers.

Insgesamt fällt an seinem Buch das vermittelte Wissen auf, das wirklich auf einem Fundament steht. Keine Belehrungen, keine Schlaumeierei, wirklich nur erfahrene Tips, die Gold wert sind. Das können nicht alle Amerika-Bücher von sich behaupten.

Wer sich in den USA länger aufhalten will/muß, hat mit diesem Buch eine sehr gute Vorbereitung. Wer schon dort ist, für den ist es ein wilkommenes Nachschlagewerk!

Danke dafür, Kai Blum. You made a fantastic job!

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