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Auswandern nach Indien
Auf die Frage,"Was raten sie jemandem, der sich ernsthaft mit den Thema auswandern nach Indien beschäftigt?" antwortete ein Nutzer mit einem umfangreichen Beitrag, der hier wiedergegeben wird.
Indien heute
Indien ist derzeit sicher kein Auswanderungsland für Jedermann. Wahrscheinlich ist es sogar neben einer Handvoll anderer Länder eines der für Europäer am schwierigsten begreifbaren Länder überhaupt. Da ist
- die schiere Größe des Landes,
- das ungezügelte Bevölkerungswachstum,
- die allgegenwärtige Korruption,
- die völlig andere Kultur,
- Dutzende unterschiedlicher Sprachen je nach Region
- und der viel zu starke Einfluss der Religionen im täglichen Leben.
Sie können einem ein geregeltes Leben gewöhnten Deutschen sehr zu schaffen machen.
Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt es nicht, und westliche Frauen werden wegen des "free Sex" (so die überwiegende Meinung der Inder) in der westlichen Welt als Freiwild angesehen, das man schamlos bedrängen kann. Im Berufsleben werden sie benachteiligt, Respekt müssen sie sich hart erkämpfen.
Was für Indien spricht
Was ist positiv an Indien? Indien ist ein Drittweltland in der Größe eines Kontinents. Man findet sämtliche Klimazonen, die man sich vorstellen kann. Es gibt Berge wie in der Schweiz, weite Ebenen mit 300 Tagen Sonnengarantie, angenehm milde Winter und heiße und trockene Sommer. Indien bietet wunderschöne Strände, Regenwälder und verfügt über eine Jahrtausende alte Kultur.
Die Grundeinstellung der Bevölkerung ist durchweg positiv. Das Land befindet sind im Aufbruch, am Beginn eines Wirtschaftswunders. Die Menschen sind optimistisch und lebensfroh, erstaunlicherweise gerade auch die ärmeren Schichten.
Die Lebenhaltungskosten sind im Schnitt etwa 75-80% günstiger als in Deutschland. Importierte Waren und Luxusartikel sind hingegen in der Regel teurer als in Deutschland. In den Metropolen wie Mumbai oder Delhi ist das Leben natürlich erheblich teurer, alleine schon wegen der extrem hohen Mieten. In der Provinz hingegen lebt es sich außerordentlich günstig.
Arbeitskraft ist in Indien sehr billig - weil nicht sehr qualifiziert, und Ausländer sollten im Hause immer einen oder mehrere Bedienstete beschäftigen, z.B. Koch, Putzmann/frau, Diener, Gärtner, Security sowie Fahrer. Wenngleich die Kriminalität sehr niedrig ist, so bieten Angestellte stets einen zusätzlichen Schutz.
Sicher muß man in Indien viel mehr auf Sauberkeit und Hygiene achten als in Europa, aber wer nicht gerade im Dschungel unterwegs ist, hat gesundheitlich wenig zu befürchten. Wasser sollte stets gefiltert werden, oder man bekommt es in 20 Liter Flaschen geliefert. Obst und Gemüse immer waschen, wie in Deutschland auch.
Immobilienerwerb
Ich rate vom Grunderwerb ab - generell in Asien! Immobilien machen immobil. Und man weiß nie, wie lange man im Lande bleiben wird. Die Gesetze können sich schnell ändern, und in Indien denken Politiker oft sehr patriotisch. Die Mieten sind so moderat, daß man sein Geld lieber anlegt und die Miete von den Zinsen bezahlt. Außerdem gibt es in Indien praktisch keine Städteplanung. Es kann also passieren, daß ein Nachbar plötzlich eine Werkstatt eröffnet, mitten in einem Wohngebiet, auch wenn es als solches gekennzeichnet ist.
Alltag in Indien
Speisen und Getränke sind sehr gewöhnungsbedürftig, Inder haben eine völlig andere Koch- und Eßkultur als Europäer. Restaurants sind im allgemeinen mit größter Vorsicht zu genießen, in den Küchen herrschen unvorstellbar schmutzige Verhältnisse. Toiletten sollte man dort ebenfalls meiden.
Die meisten Inder leben wohl vegetarisch, Hühnchen, Ziege und Fisch sind überall erhältlich, Rindfleisch nur in muslimischen Gegenden oder Stadtteilen und Schweinefleisch wird allgemein gemieden (weil Schweine sich in Indien auch von menschlichen Fäkalien ernähren). Angeblich "sauberes" Schweinefleisch gibt es dennoch in verschiedenen Metzgereien in Delhi, Mumbai und im Nordosten Indiens.
Der Arbeitsmarkt
Als Selbstständiger hat man in Indien alle Möglichkeiten, sich zu etablieren. Ein Angestelltenverhältnis bei indischen Firmen ist praktisch unmöglich,
- zum einen wegen der geringen Löhne,
- zum anderen weil Einheimische generell bevorzugt werden.
Multinationale Konzerne stellen ab und zu Ausländer auf Managementebene ein, aber zu deutlich geringen Gehältern als in Europa.
Fazit
Indien ist etwas für Pioniere mit viel Anpassungsfähigkeit, Geduld, Toleranz und Menschen auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Der Deutsche Michel, Oberlehrer und Sicherheitsfanatiker wird sich hier sicher nicht wohl fühlen. Indien kann einem den Weg zu sich selbst zeigen.
Vielen Dank an Thailandbedienter!
Webtipps
- Informationsseite der indischen Regierung
- Indische Botschaft, Berlin
- Indien Fieber: Reisen zum und im Subkontinent

Schmutziges Essen
Indien war bisher eines der ganz wenigen Länder, wo ich keinerlei Magenprobleme hatte. Die Schärfe brennt den Magen scheinbar gesund. Und ich hab dort die ersten 2 Wochen fast ausschließlich mit an Ständen ernährt, die am Straßenrand standen.
Toller Nebeneffekt: Man nimmt sehr schnell ab. Bei mir waren es 7 kg in 4 Wochen.
Indien ist ein tolles Reiseland. Aber dort leben? Wohl höchstens als Aussteiger in Goa.