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Das Fürstentum Liechtenstein
Das Fürstentum Liechtenstein belegt Platz 2 in der Auswanderungs-Topliste. Die Steuerrazzien gegen Deutsche, die ihr Kapital nach Liechtenstein verbrachten, machten den Zwergstaat Anfang 2008 auf unliebsame Weise populär. Im März 2008 trat Liechtenstein dem Schengenraum bei.
"Steueroasen kann es eben nur in Steuerwüsten geben." - Fürst Hans-Adam II.
Aus der Traum von der Steueroase? Jein, das Land wird weiterhin attraktiv bleiben. Liechtenstein hat das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf weltweit, es betrug im Jahr 2005 über 150.000 Schweizer Franken pro Erwerbstätiger. Liechtenstein ist nicht Mitglied der EU. So weit so gut. Aber...
Einreise
Liechtenstein hat die Personenfreizügigkeit eingeschränkt. Um steigende Immobilienpreise durch Zuzug aus der gesamten EU zu vermeiden, vergibt Liechtenstein pro Jahr nur 72 neue Aufenthaltsbewilligungen (andere Quellen geben 64 an). Der dauerhafte Umzug erfordert also eine langwierige Vorbereitung. Die Chancen bei der Verlosung sind äußerst gering. Wer nur vorübergehend einreisen will, kann das ohne Grenzkontrolle tun.
Die meisten Wahl-Liechtensteiner sind Pendler. Rund 15.000 Ausländer sind es mittlerweile. Die meisten sind mit dieser Lösung zufrieden. Für sie bedeuten augenfällige Unterschiede zur Heimat, etwa die "hohe Ferrari-Dichte", weniger Neid über die geringere Steuerlast der einheimischen Kollegen als Vorfreude auf die Rente. Die wird ihnen dereinst aus Vaduz überwiesen. Und sie gilt als sicher - in einem Land, das seit dem Zweiten Weltkrieg keine Rezession erlebt hat.

Fürstentum Liechtenstein ganz modern: das Kunstmuseum in Vaduz (sui)
Bevölkerung
Zwei Drittel der Einwohner sind gebürtige Liechtensteiner. Ein Fünftel kommt aus dem übrigen deutschen Sprachraum, gefolgt von jeweils 3.3 % aus Italien und Südeuropa. Mehr Ausländer sollen - sagen die Liechtensteiner - und dürfen - sagen die Gesetze - es auch nicht werden. Doch eine andere Zahl überrascht weit mehr: 84 Prozent der Einwohner des Fürstentums Liechtenstein bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut. Kaum einer zweifelt, dass das auch so bleibt.
Auswandern nach Liechtenstein
- Man spricht einen alemannischen Dialekt des Oberdeutschen, so wie er grenzüberschreitend auch im benachbarten Graubünden, im St. Galler Rheintal (Schweiz) und im benachbarten Vorarlberg (Österreich) gesprochen wird.
- Schrift- und Mediensprache ist (Hoch)Deutsch, von einer Sprachbarriere kann nicht die Rede sein.
- Liechtenstein hat kein Militär, wird sich also nicht an internationalen Kriegen oder Konflikten etc. beteiligen. Sympathisch: Aus Kostengründen wurde das Militär 1868 aufgelöst.
- Politisch stabil ist das Fürstentum, weil das Fürstenhaus noch eine ernst zu nehmende Macht hat. So ist der rein taktischen Tagespolitik, wie wir sie aus Deutschland kennen, ein Riegel vorgeschoben. Der Fürst kann das Parlament auflösen, die Regierung ohne Gründe entlassen und gegen Richterbestellungen Veto einlegen.
Richtungsweisend war der Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum: Damit wurde Liechtenstein als Finanzplatz attraktiv. Ausländischen Banken konnten sich im Fürstentum niederlassen, die Zahl der in Liechtenstein vertretenen Banken vervielfachte sich.
Wirtschaft
Liechtenstein ist gemessen am BIP pro Kopf der reichste Staat der Welt. Hauptsächlich stammt der Wohlstand von einem starken Bankenwesen und der international tätigen Wirtschaft. Hilti, Ivoclar (Dentaltechnik) oder ThyssenPresta im Autobau sind bekannte Namen in aller Welt.
Darüber hinaus ist das Fürstentum Liechtenstein für sein Treuhandwesen bekannt.

Schloss Vaduz - das Wahrzeichen Liechtensteins (sui)
Stiftungsrecht
Das Liechtensteiner Gesellschaftsrecht erlaubt Stiftungen, die es ermöglichen, ein Vermögen von seinem tatsächlichen Eigentümer zu trennen und somit zu anonymisieren. Anders als in Deutschland kann die liechtensteinische Stiftung vom Stifter jederzeit aufgelöst werden. Die Stiftungen dürfen nicht wirtschaftlich tätig sein. Sie werden in der Regel lediglich mit einer jährlichen Pauschale von 1000 CHF besteuert.
Nützliche Links:
Fürst und Volk
Das digitale Liechtenstein

Beitraege von Marcel
".....Hallo Marcel
Du scheinst ja in der Karibik viel Zeit zum Schreiben zu haben, ....."
Wenn man die Beitraege von Marcel aus der Karibik liest unter
http://www.wohin-auswandern.de/auswandern-curacao#comment-4517
bekommt man eher den Eindruck, er sei noch nie dort gewesen, worueber er schreibt.
Ich gaube eher, hier will einer die Leser ganz schoen zum Narren machen.
Peter
Hallo Marcel Du scheinst ja
Hallo Marcel
Du scheinst ja in der Karibik viel Zeit zum Schreiben zu haben, aber leider hast Du dir wenig Zeit genommen, um Dich über das Ländle zu informieren...
Ein Liechtensteiner
Leben als Deutscher in Liechtenstein-niemals auf Dauer!
Hallo liebe Auswanderer,
ich heiße Marcel, lebe auf Aruba und habe zum Thema Auswandern auf die ABC Inseln schon einige Infos geben können.
Wie ich gelesen habe, steht (mir völlig unverständlich) Liechtenstein auf dem 2. Platz der Top Auswanderungsliste. Ich kann mir das nur so erklären, dort wird der Otto-Normal Malocher gesucht, da die Einheimischen ihre Banken und Treuhandgesellschaften hüten und führen. Sollte mich wundern, wenn auch nur eine einzige Liechtensteinerin nebenbei putzen geht, oder es an den 2-3 Tankstellen im Land auch nur einen Liechtensteiner Tankwart gibt. Dies sind Jobs die von den Ausländern verrichtet werden.
Ich schreibe aus guter FL Erfahrung, meine Frau ist gebürtige Liechtensteinerin und in Vaduz aufgewachsen. Ich habe sie schließlich irgendwann erlöst und aus dem Ländle rausgeholt und nach Aruba verbracht wo wir heute glücklich leben ;-)
Bevor wir nach Aruba übergesiedelt sind, stand kurzzeitig die Frage an, ob ich mit ihr in Liechtenstein wohnen und leben werde, oder wir gemeinsam in Deutschland unsere Zukunft suchen. Wie erwähnt, wir leben heute in der Karibik und das ist auch gut so.
Ich kann hier nicht als Liechtensteiner schreiben, aber als Deutscher, der es versucht hat, mit dem Ländle, wie die Liechtensteiner ihr Land liebevoll nennen, auszukommen. Aus meiner Sicht, unmöglich.
Deutsche sind im Fürstentum "Arbeitsknechte" für die Tätigkeiten, mit denen sich kein Liechtensteiner die Finger dreckig machen will. Dazu gehört quasi alles, was mit körperlicher Arbeit zu tun hat, Tätigkeiten bei denen man sich dreckig macht und was weniger als 5.800 SFR im Monat einbringt. Dies ist übrigens der ungefähre Durchschnittslohn eines Liechtensteiners im Angestelltenverhältnis, abzüglich ~4,8% Steuern und Abgaben. Aber wie gesagt, darunter macht er/sie die Arbeit schon gar nicht.
Für einen Ausländer (Deutschen) sind dies nahezu paradiesische Einkommen/Steuern. Er wird dafür auch wie ein Ausländer behandelt und wie ein Gastarbeiter angesehen.
Er verrät sich recht schnell, denn er spricht Hochdeutsch und kein Rheintaldialekt und damit ist er im FL in der untersten Schublade und wird auch entsprechend behandelt.
Ich habe es oft erlebt, dass ich schief angesehen wurde, Leute neben mir anfingen über die "Gastarbeiter" zu lästern, etc. Wenn man - im nahezu einzigen Supermarkt der Hauptstadt Vaduz - einkaufen gehen wollte, war es fast die Regel, dass an der Fleischtheke zuerst die bedient wurden, die im Ländle geboren wurden. Unsereinst wurde gern mal kurz übergangen. Ich habe mich mal wütend beschwert und bekam schlicht zur Antwort, Frau XY hätte bestellt und ich möge mich gedulden. Frau XY hat übrigens immer bestellt, auch wenn sie sich danach an der Fleischtheke ihren Einkauf zusammengestellt hat.
Liechtensteiner kennen den Stammbaum ihrer eigenen Nachbarn mindestens 300 Jahre zurück, sowas verbindet halt ganz besonders.
Also wenn das Fürstentum Liechtenstein auf der Auswanderungsliste Platz 2 belegt, dann meiner Meinung nach nur wegen der temporären Gastarbeiter aus Deutschland, ich kenne um ehrlich zu sein keinen einzigen! Deutschen, der sich auf Dauer im FL niedergelassen hat.
Nach unserer/meiner Probephase im FL, die rund 4 Monate gedauert hat, war ich mehr als erleichtert, dass meine Frau eingesehen hat, dass ich dort niemals glücklich werden könnte. Heute fahren wir einmal im Jahr zu ihren Verwandten zu Besuch und übernachten in einem schicken Nobel-Landhotel. (Was anderes gibts da gar nicht, von wegen Novotel oder Ibis) Dann sieht man uns als Touristen an, welche noch um Klassen besser behandelt werden, wie die besagten Gastarbeiter.
Ich habe meine Frau gefragt, wie aktuell die Situation aussieht, wenn man die FL Staatsangehörigkeit bekommen möchte: Man halte sich fest - im Prinzip geht das nur dann, wenn man eine Liechtensteinerin heiratet, nach 5 Jahren sowohl die direkten Nachbarn, als auch der Arbeitgeber und das halbe Dorf in einer Versammlung bestätigen, dass man sich gut eingelebt hat, natürlich aus deren Sicht und jetzt kommt es ganz dick: Die Dorfbewohner und Nachbarn müssen auch bestätigen, dass die geführte Ehe harmonisch geführt wird! Wenn also ein Nachbar mitbekommt, das zu Hause regelmäßig die Fetzen fliegen, weshalb auch immer, dann wird es nichts mit dem FL Paß! Das halbe Ländle guckt quasi auf und in einen und um einen herum - fünfzehn Jahre lang und entscheidet dann nach eigenem Ermessen, "ja" der Mann oder die Frau dürfen die Staatsbürgerschaft bekommen.
Nochmals, diese "Abstimmung" findet frühestens nach 15 Jahren statt.
Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften gibts im FL Gesetz bisher nicht. Heiraten dürfen sie dort auch nicht, einzig eine eheähnliche Gemeinschaft hat man dort zugelassen, wohl um sich nicht in ganz Europa zu blamieren.
Zurück zu den Möglichkeiten vom Fürsten einen blauen Paß mit eigenem Namen überreicht zu bekommen:
Zuerst einmal bekommt man die Aufenthaltsbewilligung (B) für 5 Jahre,
danach je nach Arbeits- und Familienverhältnissen die Daueraufenthaltsbewilligung (D)
und wenn dann wieder 5 Jahre alles glatt gelaufen ist und man von keinem Einheimischen bei der Ausländerbehörde angeschwärzt wurde, bekommt man evtl. die Niederlassungsbewilligung (C). Diese wird aber bereits versagt, sollte man in den letzen zwei Jahren vor Antrag auch nur kurzfristig Sozialhilfe bekommen haben. Das Arbeitslosengeld fällt im FL auch unter Sozialhilfe.
In den gut 15 Jahren "auf Bewährung" im Fürstentum hatte man früher übrigens einen als Ausländerpass gekennzeichneten Ausweis mit sich zu tragen, der neben dem eigentlichen Paß immer vorzuzeigen war. Erst in jüngster Zeit hat man den berüchtigten Ausländerpass gegen eine schicke blaue Chipkarte, welche den jeweiligen Buchstaben B-C oder D trägt, ersetzt und nennt sie nun Aufenthaltstitel.
Seit ein paar Jahren hat man im FL sowas wie die Green Card Lotterie eingeführt. Personen die sich auf gewöhnlichem Weg die Zähne ausgebissen haben auch nur die simple B Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, haben nun die Möglichkeit, sie mit Glück und vorher zu entrichtenden saftigen "Losgebühren" zu erwerben/gewinnen. Die Bedingungen für den B Titel müssen aber auch im Losverfahren erfüllt werden.
Wer nicht in Liechtenstein lebt oder arbeitet, hat auch in der Lotterie keine Chance, anders als bei der US Greencard Lottery, die so ziemlich jeder offen steht, auch wenn er die Staaten vorher noch nie betreten hat.
Ich kann nur von mir persönlich sprechen, als Ausländer wäre ich in Liechtenstein vielleicht reich geworden dank -aus EU Sicht- saftigem Verdienst und so gut wie keinen Steuern, aber glücklich wohl nie.
Trotzdem, ich bewundere das Fürstentum für seine Eigenständigkeit, ich mag auch den Fürsten und seinen Sohn und habe Respekt vor deren Stellung im Ländle. Ich glaube manch europäischer Staatsbürger wäre heute auch wieder froh, die Dinge im eigenen Land entscheiden zu können, anstatt in Brüssel.
Aber merke: Wer nicht in Liechtenstein geboren wurde, der gehört dort auf Dauer einfach nicht hin. Die Gesetze dort machen es einem nahezu unmöglich einen FL Paß zu bekommen und das Gastarbeiter Image welches einem immer wieder durch die einheimische Bevölkerung angeheftet wird, sorgt für eine recht kühle Atmosphäre.
Zum Schluß noch eins, mein Artikel soll NICHT den Eindruck erwecken, die Liechtensteiner seien ausländerfeindlich. Aber ausländerfreundlich sind sie ebenfalls nicht, das steht für mich fest.
So, wer es doch auf Dauer im Fürstentum versuchen möchte, der kann sich hier auf diesen Seiten schlau machen:
http://www.llv.li/amtsstellen/llv-apa-home.htm
(Ausländer- und Paßamt im FL)
Liebe Grüße
Marcel