Deutsche Akademiker in der Schweiz

Die Schweiz ist und bleibt für Deutsche attraktiv - und gerät durch die anhaltende Einwanderung in Bedrängnis. Manche sprechen auch von einer Identitätskrise: wird die Schweiz ein Multikulti Land?

Modell: Akademiker

Im folgenden geht es um drei Fragen, die eng verbunden sind: 1. um deutsche Akademiker, die in Schweizer Hochschulen arbeiten; 2. Wie die deutschen Zuwanderer die Schweizer betreffen (unabhängig von Bildungsabschluss und ausgeübtem Beruf); 3. um die Akademikerquote. Und zuvor die Frage: Was ist ein Akademiker?

Was ist ein Akademiker?

Man weiß doch selten zu viel, um nicht mal Wikipedia zu fragen. Und siehe da: Akademiker? Begriffsklärung: Akademiker steht für

  1. Personen mit einem Hochschulabschluss. Das ist der nach einem Hochschulstudium verliehene akademische Grad oder sonstige Studienabschluss durch kirchliche oder staatliche Prüfung. In Deutschland hatten 2012 neun Millionen einen solchen Abschluss. (Akademische Grade u.a. Bachelor, Master, Doktor, Diplom)
  2. wissenschaftliches Personal an einer Hochschule. Hochschule: Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs. Hochschulen dienen der Pflege der Wissenschaften und Künste durch Forschung, Lehre, Studium und Fortbildung.

In diesem Artikel liegt der Schwerpunkt auf dem 2. Aspekt, auf dem wissenschaftlichen Hochschulpersonal an Schweizer Hochschulen, sofern es sich um deutsche Auswanderer handelt.

1. Die Schweizer(deutschen) Akademiker

Universität Zürich

Die Universität Zürich hat 2007 acht Professuren neu besetzt. Alle gingen an Anwärter aus Deutschland. Das ist nur ein Symptom. Der Trend: Die Haltung der Schweizer gegenüber den Deutschen spitzt sich zu. Von "rücksichtslosen aggressiven alemannischen Barbaren" war in einem Leserbrief an die Neue Zürcher Zeitung zu lesen.

Die akademische "Überfremdung" in Zahlen:

  • 43 Prozent aller Professoren in der Schweiz sind Ausländer.
  • In Zürich und Bern stammt ein Drittel der Professoren aus Deutschland.
  • Im Jahr 2000 zählte Bern 60 deutsche Hochschullehrer, 2008 waren es 97.

Nicht zu vergessen: Viele der deutschen Auswanderer haben die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen, tauchen in o.g. Zahlen also nicht mehr auf. Im Alltagsleben der Eidgenossen aber dennoch.

Woher die Verärgerung?

  • Deutsche verkaufen sich in Bewerbungsgespräche besser.
  • Sind sie eingestellt, holen sie ihren eigenen Mitarbeiterstab hinterher - auch aus Germany. Das blockiert die Karrieren der Schweizer Hochschullehrer.
  • Die deutschen Einwanderer in der Westschweiz sprechen noch schlechter Französisch als die Deutschschweizer - aber in der Schweiz spricht "man" eben nicht alternativlos Deutsch.
  • Für deutsche Workaholics mag Sonntagsarbeit akzeptabel sein, für Schweizer Assistenten ist es eine Tortur und die härtere Gangart in von Deutschen geleiteten Forschungsteams überzieht den Rahmen des rechtlich Erlaubten.

Was tun?

  • Zuerst einmal: Ihre Entscheidung zum Auswandern in die Schweiz sollten Sie unabhängig von den genannten sozialen Aspekten treffen! Warum? 20 Gastarbeiter sind im Dorf in der deutschen Provinz ein Stammtischskandal - aber "unser Pole/ Türke/ Russe" ist für die, die ihn kennen, eben nie die Masse. Gleiches gilt für deutsche Profs in Zürich.
  • Stellen Sie sich dennoch auf Bedenken und Ablehnung ein. Es wäre illusorisch zu glauben, dass nach Ihrer Eingewöhnungszeit alles automatisch anders wäre.
  • Fühlen Sie beim neuen Chef und den Kollegen vor: wie ist deren Einstellung zu Ihnen? (Nicht zu 'den Deutschen' - das hilft Ihnen gar nichts)
  • Wie wichtig sind Ihnen ein harmonisches Arbeitsumfeld und Freundschaften? Je nachdem ist die Deutsch-Schweizer-Frage wichtiger oder ein Nebenthema für Sie.
  • Werden Sie Schweizer! :)

2. Wie Schweizer mit den deutschen Zuwanderern können

Eben ging es schwerpunktmäßig um Akademiker, und da die Schweiz das Auswanderungsziel Nr.1 für Deutsche ist, muss der Blick über die Bildungsabschlüsse hinaus erweitert werden. Die große Zahl zugezogener Deutscher verschärft die Konkurrenz auf dem Schweizer Arbeitsmarkt, führt zu Spannungen und kulturellen Konflikten. Stichwort: Kulturschock. Es gibt die so genannten Armutsflüchtlinge, die kommen aus Ländern, die ich vergessen habe, nach Deutschland. Wenn Deutsche aus Deutschland in die Schweiz auswandern, ist es das genaue Gegenteil: Dann gehen nicht Opfer, sondern Täter. Da gehen Menschen, die arbeiten und viel erreichen wollen: für sich und zwar mehr, als in der Bundesrepublik möglich wäre. Sie kommen nicht als Bittsteller, sondern mit einer guten Portion Selbstvertrauen und Aggression. Das schürt dann auch Ressentiments der einheimischen Bevölkerung.

Diese Konflikte sind um so belastender, weil einem Doktor Schulz mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als dem Maler Müller (auch wenn beide Deutsche sind). Akademiker haben also schon eine Hypothek der 350.000 Deutschen übernommen, die vor ihnen da waren. Und dazu kommt, dass die Schweizer Planer die Schweizer Hochschulstandorte modernisieren wollen und dafür Ausländer favorisieren. Auch das kriegt Doktor Schulz zuerst um die Ohren, nicht die Planer, die die Personalentscheidungen treffen.

Man sollte die Angelegenheit nicht skandalisieren. Denn falls es ein Skandal wäre, muss man festhalten, dass die Schweizer seit über 10 Jahren damit leben. Dennoch beschäftigt das Thema immer wieder die Landesmedien, z.B. das Schweizer Fernsehen. Für manche deutsche Auswanderer ist es auf Dauer dann doch zu viel, sie bleiben Fremde, fühlen sich nicht angenommen und gehen wieder zurück. Eine Dokumentation vom SRF: Warum Deutsche der Schweiz den Rücken kehren. Länge 22 Min.

Umfrage-Ergebnisse. Deutsche und die Schweiz

2007 kamen 30.000 Deutsche in die Schweiz. Alles in allem sind schon 200.000 Ex-Bundesbürger zu Eidgenossen geworden.

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage, wie die Deutschen zum Auswandern in die Schweiz stehen:

  • 43% der deutschen Berufstätigen können sich vorstellen, in der Schweiz zu leben.
  • Hauptgrund zum auswandern: 80 Prozent nennen hier die höhere Löhne geringere Steuern. Während die Deutschen 2016 bis zum 12. Juli nur für den Staat arbeiten mussten, hatte man in der Schweiz schon ab Mitte April seine Steuerpflicht erfüllt.
  • Danach kommen das "schöne Land" (für 68% ein Grund) und die "gemeinsame Sprache" (61%).

(Umfrage von TNS Infratest, Comparis)

In der Schweiz gefragt: deutsche MedizinerFazit: Obwohl die Deutschen oft (noch?) die Polen der Schweizer sind, schürt ihre stetige Zuwanderung Ressentiments. Das hat nur zum Teil mit der Arbeitsplatzfrage zu tun - weit stärker dürfte die "preußische" Mentalität für das schlechte Beziehungskonto sorgen. Und mit dem Liechtensteiner Steuerskandal haben die Deutschen ihren Ruf erstmal endgültig ramponiert.

Zahlen über Professoren und Studenten

2015 waren 1.175 deutsche Professoren und 2.801 deutsche Dozenten an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen tätig. Im Studienjahr 2015/16 studierten knapp 15.000 Deutsche in der Schweiz. (Quelle: Auwärtiges Amt)

3. Akademikerquote: Internationaler Vergleich

Die bisherige Ausführung muss auch im Zusammenhang gesehen werden. Sowohl die Schweiz, als auch Deutschland (und übrigens auch Österreich) haben traditionell eine geringere Quote von Akademikern als einige andere Industrieländer. Siehe die OECD Studie weiter unten. Darum glauben Bildungsbeauftragte und Demographen aller drei Länder in den letzten Jahren, dass hier ein Nachholbedarf bestehe. Man schaut sich Zahlen aus den USA an und denkt: Wow! So viele Akademiker brauchen wir auch! (Oder so ähnlich, ich weiß nicht genau).

Warum ist der Prozentsatz der Akademiker in DE, CH und AT niedriger als anderswo?

Kurz gesagt: Weil es den Mittelstand gibt. Der Mittelstand bildet aus, erfindet, meldet Patente an, vom inhabergeführten Handwerksbetrieb bis zum Weltmarktführer. (Man könnte fast an eine geheime Glücksformel denken). Ausführlich: Es geht nun um Berufsschule und Hochschule, um Berufsabschluss und die "Akademikerquote". Wenn man nach dem Anteil der Akademiker zur gesamten Erwerbsbevölkerung fragt, fällt etwas auf: Die Akademikerquote ist in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz traditionell niedrig. Woran liegt das?

Das liegt am exzellenten dualen Ausbildungssystem (zwei Lernorte: Betrieb und Berufsschule). Wer sein Fachgebiet von der Pike auf lernen will, der hat in den genannten Ländern eben eine echte Alternative zur Uni/ Hochschule. Viele Berufe, die in anderen Ländern mit Akademikern besetzt werden, üben in der Schweiz, Österreich und Deutschland Absolventen beruflicher Ausbildungsgänge aus.

Und noch etwas kommt dazu: Das Lernen im Beruf hört ja nicht mit der Ausbildung auf, die man am Anfang durchläuft. Sondern es gibt ein großes Spektrum an Aufstiegsfortbildungen und der höheren Berufsbildung. Von den regelmäßigen Schulungen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein, ganz zu schweigen.

Wenn man das alles zusammen nimmt, dann erscheint die Akademikerfrage in einem etwas anderen Licht.

OECD Studie: Akademikeranteil im internationalen Vergleich

Nach einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betrug die Akademikerquote 2013 in Irland 39,7%, in Neuseeland 40,6%, in Großbritannien 41,0%, in Australien 41,3%, in den USA 43,1% und in Japan lag sie bei 46,6%. Und in Kanada (52,6) und Russland (53,5%) lag sie sogar bei mehr als der Hälfte.

Was die Zahlen bezeichnen, ist klar. Den prozentualen Anteil von Hochschulabsolventen an der Erwerbsbevölkerung eines Landes. Was zeigen sie nicht? Zum Beispiel das Wissensniveau der AbsolventInnen: Kann sich im Beruf bestätigen, dass jemand durch außerordentlich hohe Bildung besonders für die Tätigkeit geeignet ist - oder ist es ein Abschlusszeugnis, das als Fetisch dient? Offen bleibt die Frage, ob ein hohes Niveau an Akademikern besser ist als ein niedrigeres. Besser für wen überhaupt? Für den Arbeitgeber oder den Bewerber oder die Kunden des Unternehmens, in dem er arbeitet? Und der alte Streit, ob Qualität oder Quantität mehr zähle, wird hier auch neu befeuert.

Eines lässt sich jedoch leicht zeigen: Wenn die Akademikerquote zum BIP (Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) relationiert wird, gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen BIP und Bildungsweg. Mehr Akademiker bedeuten nicht automatisch ein höheres Bruttoinlandsprodukt. Auch zwischen Hochschulbildung und Zufriedenheit der Menschen gibt es keinen direkten Zusammenhang. Das klingt vielleicht banal. Es soll jedoch helfen, die Akademikerfrage nicht als isoliertes Hauptproblem eines modernen Landes misszuverstehen. Denn dann würde man es überstrapazieren. (Und das wäre unwissenschaftlich).

letzte Bearbeitung: 08.06.2017

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Kommentare

Hallo Herr Balmer,

Ihren Kommentar habe ich mit sehr grossem Interesse gelesen, da auch ich mich für eine Auswanderung in die Schweiz interessiere. Ich komme aus Süddeutschland (Oberbayern, Chiemgau) und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir behilflich sein könnten,diesen Schritt etwas leichter zu gehen.
Die Schweiz erinnert mich sehr an meine Heimat, weshalb ich mir dieses Land ausgesucht habe.
Meine E-Mail-Adresse lautet:walter@zuvi.de und ich würde mich sehr über eine Nachricht freuen.
Viele Grüße aus Oberbayern!
Walter Wolfsberger

Es geht um Identität.
Die Gesellschaftlichkeit, die zumindest hier im nördlichen BW (ich kann nicht für ganz D sprechen) vorherrscht, ist eine Katastrophe.
Die provinzielle Mentalität ist ein Parasit, der auch noch gepflegt wird, da passt kein Multi-Kulti rein, das will hier keiner, also gibt es auch keine Bereitschaft der Multi-Kulti Gesellschaft, irgendeine Form von Identität hier finden zu wollen, wozu auch, wenn sie mit Füßen getreten wird.
Hätte ich auch keinen Bock drauf.

Alles viel zu kompliziert.

Klar ist weglaufen dumm, aber ich fühle mich nicht für etwaige, deutsch-gesellschaftliche Missstände verantwortlich, nicht etwas weil ich ignorant bin, sondern weil ich mich als Europäer betrachte.
Zudem nicht in eine gut betuchte Position geraten könnte, einen wesentlichen Einfluss darauf zu nehmen (es aber ohnehin auch nie tun würde), aber das ist meiner Meinung nach sowieso ein gesellschaftlicher Mechanismus, der in den Köpfen der Betroffenen entschieden wird, und nicht von irgendwelchen Bauern aus der Provinz, die als lokale Pseudo-Politiker Ihre eigenen, zum kotzen schmeckenden Süppchen kochen.

Schweiz, ich bin unterwegs!

-Nur mein reines, jungfräuliches Hochdeutsch möchte ich behalten
;)

Hallo Marie

ich weiss, meine Antwort zu obiger Frage kommt etwas spät, aber vielleicht interessiert Sie meine Meinung ja trotzdem.
Ihre Frage war: "Kann mir jemand sagen, ob diese Eigenschaften bei den Schweizern tendenziell weniger extrem ausgeprägt sind?"

Als Schweizer mit fast 44 Jahren Schweizerfahrung möchte ich eine differenzierte Antwort geben: Ich würde sagen dass das Nachbarnkontollieren in der CH etwas weniger ausgeprägt ist und starken regionalen Unterschieden unterliegt.

In den urbanen Siedlungsgebieten (60% des Landes) ist das Motto Leben und Lebenlassen. Man hat sich nicht für die Privatsphäre anderer zu interessieren. Achtung! Im Alpenraum mit einer eher traditionellen Lebensweise kann dies anders sein. Von hier lebenden Deutschen wird es als grossser Unterschied empfunden dass Probleme nicht Direkt angesprochen werden, d.H. dass wir immer versuchen eine diplomatische Sprache zu finden. Gerade die direkteren Norddeutschen kann dies zuweilen sehr nerven...
Als weiteren grossen Unterschied empfinde ich die Rolle des Staates. Der Ruf nach staatlicher Hilfe ertönt oft nur im äussersten Notfall. Dies kann soweit gehen dass Menschen in Not nicht mal die staatlichen Leistungen die ihnen zustehen in Anspruch nehmen ....
Grundsätzlich gilt: Der schweizer Staat ist für den Bürger da, in Deutschland ist das wohl eher umgekehrt...

Übrigens; Sind Sie inzwischen schon in die CH eingewandert, oder denken Sie immer noch daran?

Wenn ja, heisse ich Sie herzlich Willkommen !
Martin Balmer

PS: Falls Sie Tipps zur Schweiz brauchen können bin ich gerne Behilflich.

Mich stimmt dieses antideutsche Verhalten sehr traurig.
Viele der Aussagen sind verallgemeinernd, rassistisch und haben nichts mit Neutralität zu tun. Persönlich liebe ich bayrisch und schweizerdeutsch, als auch Land und Leute.

Das Land selbst ist so fantastisch und auch die Politik ist recht angenehm, vor allem im Vergleich zu dem verlogenen deutschen Staat.

"Der Deutsche ist arrogant weil er deutsch spricht" - Was soll man dazu noch sagen ?

"Wieviele Deutsche vertägt die Schweiz" - Das hätten mal Deutsche über Zugewanderte in ihrem Land sagen sollen.
Diese können sogar alte Frauen erschlagen, den Richter bedrohen und das ganze Land mit den Worten "Alle Deutsche sind Hurensöhne" beleidigen und keiner traut sich darüber ein kritisches Wort zu verlieren. Das ganze ist übrigens so vor Gericht geschehen und wurde vom Fernsehen übertragen.

Dennoch wäre das oben genannte Zitat undenkbar und würde wegen Rechtsradikalismus verboten und abgestraft. Schon lachhaft das ein Land welches sich als neutral ansieht, so äußert.
http://www.youtube.com/watch?v=JBCBUcRUnp4

Luke hat in seinem Beitrag einiges wahres gesagt.

Was tun die Deutschen böses? Sind sie faul und leben sie auf schweizer Staatkosten, oder sind sie eher quaifiziert und geben dem Land was.

Was die Presse in der Schweiz abzieht ist rassistische Propaganda-Hetze, die dem 3. Reich alle Ehre gemacht hätte.

Komisch, Schweizer sind in Deutschland herzlich willkommen und gern gesehen. Ich hoffe die Schweizer sind in Wirklichkeit auch offener und nicht so rassistisch wie hier in den Videos dargestellt.

Im Übrigen ist es eine Unverschämtheit die ihresgleichen sucht, den jetzigen Deutschen eine Mitschuld an den Verbrechen des Naziregime zuzusprechen. Solch eine Diffamierung sollten sich die Deutschen nicht gefallen lassen. Es gibt keine Erbsünden, ansonsten müßten alle Länder und Menschen abgestraft werden.

Aber die Deutschen sind seit 45´ ja nur noch Duckmäuser, die zu diesem Thema auch immer gern die andere Wange hinhalten. Bücken, Mund halten und auf Nachschlag warten, ist deren Mentalität.

Wie auch immer, von der Schweiz hätte ich mir eigentlich mehr Menschlichkeit erhofft.Die Schweiz sah ich bisher immer als Fels in der Brandung an. Gerade auch in politischer Hinsicht. Aber vielleicht ist das auch noch so und die hier gezeigten Videos und Meinungen spiegeln nicht die Meinung der breiten Masse wieder.

Natürlich kann ich die Angst seinen Arbeitsplatz zu verlieren, oder erst gar kein zu bekommen voll und ganz verstehen. Einheimische sollten den Zugewanderten immer vorgezogen werden, egal in welchem Land.

Aber leider geht Leistung und Geld vor Nationalität.
Zumindest da sind sich eure Länder einig.

Im Fall der Deutschen wäre es dem Film nach zu gehen, die Qualifikation und Leistung. Die Deutschen selbst lassen aber Immigranten in ihr Land, die nicht vorhaben sich am Bruttosozialprodukt des Landes zu beteiligen. Bei politisch Verfolgten geht das natürlich absolut in Ordnung, aber bei "reinen" Sozialschmarotzern hört es dann mit dem Verständnis auf. Sozialschmarotzer scheinen die Deutschen aber eben nicht zu sein.

Also lieber qualifizierte Arbeiter die was beitragen, als Billiglohnarbeiter, oder Sozialschmarotzer.

Denn von den Billiglöhnen kann kein Einheimischer überleben, ist aber eine Goldgrube für viele Gastarbeiter.

Ich hoffe ich bin mit meinem Beitrag niemanden zu nahe getreten, es liegt nicht in meiner Absicht jemanden zu beleidigen.

In diesem Sinne baba.

Also erstmals, ich freue mich riesig, dass du die Sprache lernen willst =) Ich schlage dir vor, zuerst einmal mit einigen Schweizer Freunden Schweizerdeutsch zu üben. Weil für viele Schweizer grenzt es an Folter, wenn sie ein fremder Deutscher mit "Grüzi" begrüsst, um seine paar Brocken Schweizerdeutsch zu präsentieren ^^. Also wie gesagt, übe mal ein wenig mit deinen Schweizer Freunden und wenn du dann schon ein wenig Schweizerdeutsch kannnst, kannst du das auch in den Geschäften etc. ausprobieren =)Sobald du nämlich mehr kannst als nur einige Wörter, wird wohl fast jeder Schweizer mit Minderwertigkeitskomplex merken, dass du es ernst meinst mit Schweizerdeutsch lernen ;)

Also: Wenn man als Deutscher in die Schweiz "emigriert", dann hat man seine Gründe. Einer könnte z. Bsp. sein, dass man dort eben dies findet, was hier kritisiert wird: Stolz auf die eigene Kultur. Und ist nicht vor allem dass ein Grund, diesen Schritt zu tun?

Wir in "Deutschland" haben gespürt, dass es nicht gut ist, wenn man keine Identität mehr besitzt. Vielleicht ist die Schweiz ein Refugium, das die persönliche Freiheit, die der Einzelne sich wünscht, bewahren kann.

Ich weiss, dass die Schweiz damit überfordert wäre, wenn alle, die den "Staat Gesamt-Europa" ablehnen, hierher einreisen würden. Aber, nehmt es doch als Botschaft: "Wir wollen Deutsche sein. Wir wollen eine Identität haben. Wir wollen wissen, wofür wir uns einsetzen und wofür wir leben."

Ich lebe (noch) in Deutschland. Wer aus beruflichen gründen in die Schweiz übersiedelt, der tut dies aus dem gleichen Grund, wie dies auch andere tun, die nach Deutschland kommen. Oder auch nicht, denn in der Schweiz hängen die Schranken höher. Und das ist auch gut so. Denn, hier (in Dt.) wird es Brauch, Fachkräfte (also Leute, in deren Ausbildung andere investiert haben) anzulocken, und dann gegen die eigenen Leute als "Billige Arbeitskräfte" auszuspielen. Je größer Europa als Einheitsstaar wird, um so mehr wird dieses tragen.
Aber, diese Funktion ist endlich. Die Türkei ist nicht mehr Europa. lächel Was, wenn dieses Mittel nicht mehr zur Verfügung steht?

Derweil gehen viele Deutsche in die Schweiz. Warum? Mehr Lohn? Kaum, obwohl die Steuern niedriger sind. Im Endeffekt ist das Einkommen ungefähr gleich.

Warum? Weil Sie hier eine Gemeinschaft finden. Diese grenzt sich nach außen ab und lebt ihre eigenen Identität. Das empfinde ich für sehr wichtig.

Deutschland hat den Beweis gezeigt. Es kann keine Multi-kulturelle Gesellschaft geben. In dieser wird jeder nach seinen Wurzeln suchen, nach seiner Identität. Und so wird es in einem Land Gesellschaften geben, die sich klar voneinander abgrenzen und einander ausschließen; sich gegenseitig negieren.

Wenn also ein "Deutscher" in die Schweiz übersiedelt, dann wird er ein Schweizer. Wenn er dieses nicht verstanden hat, dann verstehe ich kaum, warum die Schweiz ihn auf nimmt.

Die Schweiz ist in Europa das einzige Land, dass seine Selbstständigkeit noch nicht aufgegeben hat. Sie sollte es auch weiterhin nicht tun. Auch wenn sie (leider, aber das ist nicht zu ändern) viel zu klein ist, um sich wesentlich der Gleichmacherei und dem Großkapital als vereinnamendes Wesen gegenüber zu stellen.

Viva Schweiz!

Liebe Grüsse

Vril

also da hört sich mal wieder einer die bayern und schwaben an... tzzz!

wenn überheblich und arrogant, dann bay und bw!
nord, ost und west grüßt den süden; von keinem von ihnen habe ich bis hierhin einen guten beitrag gelesen (nur rechtschreibfehler, und jaa.. ich schreibe bewusst klein).

dieses rumgepose hängt mir allen ernstes zum halse raus und wenn es (endlich) einen freistaat gäbe mit (stammel-stoiber an der macht) würden sie allesammt über den jordan gehen.

so.. das musste hier mal raus. nicht nur der süden ist elitär, auch der norden hat sehr gute universitäten und mit airbus, dem hamburger hafen und der fischerei im äußersten norden eine florierende wirtschaft, ohne die SIE gar nichts mehr zu lachen hätten.

sie, liebe schweizer wären wirklich gut daran beraten, mehr norddeutsche kennenlernen zu wollen. kein wunder dass sie derartige aufgeblasenheit abschreckt!! (polohemdenträger mit sonnenbrille und aufstellkragen laufen zuhauf in münchen rum, hier oben tragen wir friesennerz)

viele grüße aus hamburg!!

ein akademiker mit "einser diplom"

Ein herzliches Hallo zusammen!

Also, zunächst einmal möchte ich mich für die vielen ehrlichen Kommentare der Schweizer bedanken, nur so kann man etwas ändern! Hier in Deutschland sind sich immer alle nur dann einig, wenn das Problem nicht zuhört; wie soll sich da was ändern?
Das Deutsche überheblich und arrogant wirken (so wie eine "waschechte Bayerin hier: ".. wir bayern san sowieso net so wie die andern übrigen deutsche" (aber nicht einmal der Sprache mächtig "san") kann ich mir vorstellen, man betrachte dieses Phänomen im Urlaub und alles ist klar.

Ich für meinen Fall würde gerne (mit meiner Frau) in die Schweiz kommen, ich habe hier mit einem (sehr) guten Diplom derzeit keinerlei Chance auf eine Einstiegsposition, da der Markt von Fachkräften gesättigt ist. (Opfer der Finanzkrise mit mehr Erfahrung zu geringen Lohnforderungen) Daher habe ich die Suche auch auf internationale Ebene ausgeweitet und mich erst einmal in direkter Nachbarschaft umgesehen. Da meine familiären Wurzeln im südlichen Allgäu liegen, habe ich wohl eine Affinität zu den Bergen in mir.

Da ich es aber (anders als viele Herden-Deutsche) gewohnt bin mich auch im Urlaub der Sprache und kulturellen Bedingungen des jeweiligen Landes anzupassen, denke ich wir würden nach kurzer Zeit nicht mehr wirklich auffallen und auch so schnell es geht eine schweizer Staatsbürgerschaft beantragen. Ganz oder gar nicht!

Denn nichts ist schlimmer als in einem Land lauter Menschen zu begegnen, die sich abgrenzen und einem das Gefühl vermitteln, kein Teil des Ganzen sein zu wollen. Da fragt man sich wohl überall auf der Welt: "Was wollen die dann hier?" (und das zurecht)

Wir werden unsere nächsten Schritte sehr gut durchdenken und würden uns freuen, auch als zunächst Fremde ein Teil eures wunderschönen, schweizer Ganzen zu werden.

Liebe Schweizerin,

danke für den supernützlichen Beitrag.
Genau so finde ich es auch richtig.
Gerne würde ich die Sprache lernen- aber ich habe immer Angst die Leute könnten sich von mir verarscht fühlen.........das wär mir schon sehr arg......sollte das nicht so sein würde ich gerne mal meine Kenntnisse anwenden.....
Viele Grüße
Tobi

Na ja mein lieber Phygos, Mathematik ist wohl nicht Ihre Stärke was ? (Millionen wert... ich lach mit tot).
Und das Denken, fällt Ihnen auch etwas schwer !!
Aber Sie werden auch noch dahinterkommen. Ich hoffe es für Sie.

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