Uruguay - die "Schweiz Südamerikas"

Uruguay ist der zweitkleinste Staat Südamerikas. Wenn Sie ein Billig-Land suchen, dann sind Sie hier falsch. Wenn Sie jedoch ein ruhiges, sonniges Land suchen mit einer guten Lebensqualität, stabiler Politik und geringer Kriminalität, dann sind Sie hier an der richtigen Stelle. Auch den Traum vom Eigenheim kann man sich hier endlich erfüllen. Es ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.

von Günther Viktorin

Landesüberblick

Flagge von UruguayUruguay ist ein kleines (rund 177.000 km2), demokratisches Land ( seit 1985), südlich von Paraguay liegt es zwischen Argentinien und Brasilien. Mit seiner 500 km langen Küste war es in der Vergangenheit ein sehr beliebtes Land für Argentinien und Brasilien, die ständig Kriege führten um es zu besetzen. Aber die Uruguayer wehrten sich tapfer und letztendlich bekamen sie im Jahre 1825 ihre Unabhängigkeit (international anerkannt im Jahre 1828).

Durch die geringe Einwohnerzahl (3,5 Mil. - davon 1,5 Mil. in der Hauptstadt Montevideo), findet man noch ruhige Plätzchen um sich einen geruhsamen Lebensabend zu machen (knappe 20 Einwohner pro km2). Die Bevölkerung setzt sich zu 88% aus europäischen Nachkommen zusammen (Spanier, Italiner, Deutsche, Schweizer) wodurch sich auch der europäische Einfluss in diesem Latein-Amerikanischen Land erklärt. Die indianischen Ureinwohner sind im 19. Jahrhundert von den spanischen Einwanderern ausgerottet worden.

Uruguay ist auch bekannt als Wohlfahrtsstaat oder wie früher genannt die“ Schweiz Südamerikas”. Er sorgte bis Anfang der 60er Jahre für einen relativ ausgeglichenen Lebensstandard, danach begann die Schere zwischen Arm und Reich bis zum heutigen Tage immer weiter auseinanderzuklaffen. Man sieht hier teure Luxus-Villen und Luxus-Karossen ebenso wie auch kleine ärmliche Hütten und Oldtimer. Manchmal direkt nebenan.

Stadtzentrum Montevideo
Zentrum von Montevideo

Und doch bietet Uruguay immer noch eines der höchsten Lebens-Standards in Südamerika mit dem grössten Anteil an Mittelklasse in der Bevölkerung und nur 2% Analphabeten. Die Uruguayer sind ausgesprochen freundlich und gelassen, was das Einwandern sehr angenehm macht. Deutsche sind hier sehr hoch angesehen. Allgemein wird Respekt groß geschrieben. Bei Verständigungsschwierigkeiten sind die Einheimischen sehr geduldig und hilfsbereit. Stress ist für die meisten Uruguayer ein Fremdwort.

Einreisebestimmungen

Die meisten europäischen Länder, wie auch Nord-Amerika, benötigen kein Visum. Bei Einreise bekommt man die Erlaubnis für einen 3 monatigen Aufenthalt, den man problemlos 3 Monate auf der Immigrations-Behörde verlängern kann. Dann muss man ausreisen, kann jedoch ohne Probleme wieder einreisen.

Die Einwanderungsbestimmungen sind relativ einfach:

  • beglaubigte Geburtsurkunde (evtl. Heirats- oder Scheidungsurkunde)
  • polizeiliches Führungszeugnis, Interpol Nachfrage
  • Gesundheitszeugnis
  • Tetanusimpfung
  • und ein festes Einkommen von 500 U$D pro Familie

als Nachweis sind nötig. Wir empfehlen Einwanderern jedoch, mit mehr Rückhalt als 500 USD/mtl. zu kommen.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten (exklusive Kosten fürs Wohnen) sind etwas günstiger als in Deutschland. Manches ist deutlich günstiger wie z.B.: Obst, Gemüse und Fleisch. Anderes ist deutlich teurer als in Deutschland. Zumeist ausländische Produkte, die eingeführt werden müssen. Für Ausländer ist es auch möglich hier zu arbeiten oder eine Firma zu gründen. Das Einkommen ist aber nicht mit deutschem Standard zu vergleichen.

Klima

Das Klima ist sehr angenehm, besonders an der Küste. Im Norden ist es heißer als in der südlichen Küstenregionen. Temperaturen an der Küste:
Im Januar, der heißeste Monat des Jahres, liegt die Temperatur zwischen 30-35 º Grad. Im Februar kühlt es etwas ab, da liegen die Höchsttemperaturen normalerweise bei 25º bis zu 30º. Die Wintermonate Juni, Juli, August sind die kältesten Monate des Jahres, die Temperaturen liegen zwischen 5 und 15 º, Frost ist äußerst selten.

Atlantikküste

Hohe Luftfeuchtigkeit ist in der Regel mal mehr, mal weniger an der Tagesordnung. Schwüle, unangenehme Tage jedoch sind eher selten. Dadurch, das Uruguay überwiegend Flachland ist und nur im Landesinnern kleinere Erhöhungen hat, sind hier Klima- und Temperatur-Schwankungen nicht selten. An einem Tag kann es unter anderem Sommer und Winter gleichzeitig geben. Auch kamen schon in der Vergangenheit extreme trockene oder sehr regenreiche Winter vor.

Das Klima ist sehr angenehm für den Menschen, aber auch für die Pflanzen- und Tierwelt. Ganz Uruguay blüht und grünt in den unterschiedlichsten Farben. Weltbekannte Heilpflanzen wie z.B.: Aloe Vera wachsen hier wie Unkraut.

Elektrische Energieerzeugung durch Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen machen das Land zusätzlich attraktiv. So gibt es z.B.: kein Kernkraftwerk und kaum Industrie.

Da die großen Krankenhäuser, die meisten Arbeitsplätze und viele wichtigen öffentliche Einrichtungen sich in Montevideo befinden, ist die Bevölkerungsdichte in und um Montevideo am Größten. Einwanderer suchen sich meistens in einem ruhigen Badeort ihre neue Heimat. Wer mit einem kleinen Campo (Land) liebäugelt und trotzdem nicht weit vom Strand entfernt sein möchte, kann sich hier beide Wünsche erfüllen.

Krankenversicherung

Das Krankenversicherungssystem ist etwas anders aufgebaut , als man es gewohnt ist. Die Krankenversicherungen haben ihre eigenen Krankenhäuser und „Praxen“ die in allen größeren Orten vertreten sind. Für größere Untersuchungen oder gar Operationen muß man nach Montevideo. Der medizinische Standard ist durchaus auf amerikanischen oder europäischen Niveau. Die Ärzte nehmen an internationalen Kongressen teil um ständig auf den neuesten medizinischen Standard zu sein.

Die Beitrags-Kosten einer privaten Krankenkasse sind geringer als in den meisten Teilen Europas und der USA. Es gibt keine gefährlichen Krankheiten wie z.B. Malaria, Gelbfieber, Denguefieber, etc. Auch in der Tierwelt sind hier gefährliche und giftige Tiere nicht vorhanden.

Wirtschaft

Neben dem Haupteinkommen, der Viehzucht, bildet auch der Fremdenverkehr eine wichtige Einnahmequelle für Uruguay. Dieser Wirtschaftszweig wird demzufolge auch aktiv gefördert. Die meisten Auslandsgäste kamen 2006 aus Argentinien. Darauf folgten Gäste aus Brasilien, Chile und den Vereinigten Staaten. Die meistbesuchten Orte befinden sich am Meer, darunter der größte und bekannteste Touristenort Punta del Este. Jährlich besuchen rund 2,5 Millionen Touristen Uruguay.

Das eigens ernannte Logo „Uruguay Natural“ macht seinem Namen alle Ehre. Durch überwiegend unbehandelte Naturprodukte, die man frisch, vor allem auf den wöchentlichen Märkten erwerben kann, ist die natürliche, gesunde Lebensweise hier noch kostengünstig. Keine Genmanipulationen, auch nicht bei der Viehzucht. Hier ist „Massentierhaltung“ gänzlich unbekannt. Die Tiere wachsen hier noch in einer natürlichen Umgebung auf, was man auch schmecken kann. Fleisch kommt hier meist gegrillt auf den Tisch - hier als „Asado“ bekannt (die traditionelle uruguayische Art, die schon einige Stündchen dauern kann) .

Banken

Das Bankensystem bestand aus vier staatlichen Banken, 12 privaten Banken und weiteren Finanzorganisationen. Die staatlichen Banken dominieren den Markt. Die größte Bank ist die Banco de la República Oriental del Uruguay (BROU).

Im Jahr 2002 kam es aufgrund der Argentinien-Krise zu einer Bankenkrise, infolgedessen mehrere Banken umstrukturiert werden mussten und einige auch geschlossen wurden. Uruguay gilt nach wie vor als sicherer Hafen für Argentinier, die ihr Geld nicht in Argentinien anlegen wollen. Vor der Bankenkrise hielten Argentinier etwa 40 Prozent aller Einlagen in den Banken, auch nach der Bankenkrise liegt dieser Wert bei etwa 30 Prozent.

Politik

Uruguay hat bezüglich Korruption und Bestechung sehr strenge Gesetze. Transparency International hat im Jahr 2004 Uruguay an 28. Stelle ihres Index gesetzt. Dies ist in Lateinamerika nach Chile die zweitbeste Platzierung. Trotz dieser relativ guten Bewertung beklagen die Bürger Korruption im öffentlichen Sektor und mehrere hohe Beamte sowie ein Richter wurden in den vergangenen Jahren wegen Korruption verfolgt. Ausländische Firmen betrachten jedoch Korruption nicht als größeres Hindernis für Investitionen in Uruguay.

Wichtige Eckpunkte der uruguayischen Verfassung sind:

  • Souveränität : Uruguay ist ein Einheitsstaat, der von keiner ausländischen Macht abhängt, pazifistisch ist und sich in die Organisationen von Lateinamerika (speziell wirtschaftlicher Natur) einbringt. Es herrscht Laizismus.
  • Rechte und Pflichten: Alle Bürger sind frei, haben die Pflicht zu wählen (ab 18Jahren) und haben Recht auf Ehre, Freiheit, Sicherheit, Arbeit und Privateigentum.
  • Alle Bürger sind vor dem Recht gleich. Es herrscht Presse-, Versammlungs- undRedefreiheit.
  • Staatsbürgerschaft: Jeder, der auf dem Gebiet Uruguays geboren wird, bekommt dieStaatsbürgerschaft Uruguays. Jede Familie, die seit mehr als drei Jahren unbescholten in Uruguay lebt und über ein Mindestkapital verfügt, kann die Staatsbürgerschaft beantragen.

Wenn Sie dieses Land interessant finden und als Ihr Land zum Auswandern in Erwägung ziehen, wenden Sie sich bei Fragen rund ums Thema Einwandern an andere Auswanderer und/ oder an das Honorarkonsulat in Frankfurt (hier entlang)

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