Österreich für Auswanderer

Wien, Österreichs Hauptstadt und Ziel der meisten Auswanderer

Eine nahe liegende Alternative zum Leben in Deutschland lautet ganz einfach: Auswandern nach Österreich. Gerade in Österreich ist es für Deutsche leicht, ein neues Leben zu starten. Wer mit der etwas anderen Mentalität der Ösis zurecht kommt, wird ins Nachbarland nach Süden auswandern und dort schnell heimisch werden.

Steckbrief: Österreich in Zahlen

DatenKommentar
Amtssprache: Deutsch--
Hauptstadt: Wien1,75 Mio. Einwohner
Fläche: 83.879 km²(etwas größer als Tschechien)
Einwohnerzahl: 8.699.730(2016)
Bevölkerungsdichte: 104 Einw. je km²(Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 48.957 USDnominal, #11 weltweit
Human Development Index: 0,881#21 weltweit
Deutsche im Land: 140.000(2016)

Österreich für Auswanderer

Österreich KarteDie meisten deutschen Auswanderer gehen nach Wien. Wichtig zu wissen ist darum, dass die Lebenshaltungskosten in Wien höher sind als in den teuersten Städten Deutschlands. Am günstigsten leben die Tiroler. Zugleich sind die Verdienste in Wien am höchsten und in Tirol am niedrigsten. Es gleicht sich also vieles aus. Aber wussten Sie, dass österreichische Arbeitnehmer brutto im Durchschnitt weniger verdienen als deutsche?

Steuern und Sozialabgaben unterscheiden sich in beiden Ländern stark. Die Nettogehälter können im Nachbarland höher oder auch niedriger sein. Generell sind die Löhne niedriger, das Preisniveau höher als in Deutschland. Gerade weil Österreich so viele Ähnlichkeiten mit Deutschland hat, werden die Unterschiede oft übersehen - und fallen später um so unangenehmer auf.

Deutsche in Österreich: es werden immer mehr

Im Jahr 2001 waren ca. 20.000 Deutsche in Österreich, 2011 arbeiteten 83.000 Deutsche dort. Und der Trend hält an: 2017 leben 140.000 Deutsche in Österreich! Deutsche sind die zweitgrößte Einwanderungsgruppe. Nur aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen mehr Arbeitnehmer. Und was machen die Deutschen da?

Die meisten sind Arbeitnehmer, quer durch alle Branchen. Außerdem lockt es auch Studenten - v.a. Numerus Clausus Flüchtlinge - nach Österreich. Und Unternehmen, denn für sie ist das flexible Arbeitsrecht ein großer Standortvorteil.

Man muss aber auch sehen, dass die Abgabenlast mit 44% vergleichsweise hoch ist. Es geht noch viel höher als in Österreich: Die höchste Abgabenlast (Steuern + Sozialabgaben) drückt die Bundesrepublik Deutschland (49,3%), gefolgt von der Grande Nation Frankreich (48,9%) und Italien (47,8%). Und es geht andererseits viel niedriger: In Polen (35,6%), in den Vereinigten Staaten (31,3%) oder dem Vereinigten Königreich (31,5%; Quelle: OECD Studie 2014).

Blick auf die Altstadt von Salzburg und den Burgberg
Blick auf die Altstadt von Salzburg und den Burgberg. Die viertgrößte Stadt der Alpenrepublik liegt an der Salzach. Im Jahr 15 v.Chr. übernahmen die Römer die alte Keltenstadt Iuvavum - viel später wurde daraus Salzburg.

Österreich und seine Wirtschaft

Die Ösis kommen ohne gesetzlichen Mindestlohn zurecht, denn Gewohnheit (man tauscht sich aus, was üblich ist) und Erwartungen (man wechselt den Job, wenn man etwas Besseres findet) wirken von sich aus. Außerdem gibt es häufig so genannte Kollektivverträge, die eine ähnliche Wirkung wie der Mindestlohn haben. Üblich sind ein 13. und 14. Monatsgehalt. Auch Fahrgelderstattungen, betriebliche Zusatzrenten oder ein privat nutzbares Mobiltelefon gibt es häufig. Bei Führungskräften werden variable Gehaltsbestandteile immer wichtiger.

Obwohl die Ösis im Euro-Vergleich moderat verschuldet sind, zeigen sich Vorboten künftiger Probleme: Die Staatsschulden von 75% der Wirtschaftsleistung sind der höchste Fehlbetrag seit 15 Jahren. Über 40% des Bundeshaushalts gehen für Renten und Zinsen drauf. Auch mit dem freundlichsten Wiener Lächeln lässt sich solcher Dreck nicht mehr unter den Teppich kehren. Und es geht noch weiter.

Österreich in wirtschaftlicher Hinsicht: Entwickelte Marktwirtschaft, qualifizierte Arbeitskräfte und hoher Lebensstandard. Die Wirtschaft ist eng mit anderen EU-Volkswirtschaften verbunden, vor allem mit Deutschland. Und Österreich ist, wie der Name schon anzeigt, auch das Tor nach Osten. Es hat traditionell enge Verbindungen mit dem Land Ungarn, mit der Tschechischen Republik, der Slowakei und den Balkanländern.

Panorama Wien, Hauptstadt von Österreich

Das Wirtschaftswachstum war in den vergangenen Jahren relativ schwach und erreichte im Jahr 2015 0,9%. Österreichs Arbeitslosenquote von 5,8% ist die höchste seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Gründe sind die "Flüchtlinge" und die Einwanderer aus Deutschland und anderen Ländern. Mit besserer Berufsausbildung und großzügigen Abschieden in den Vorruhestand wird versucht, die Arbeitslosenquote zu drücken. Sie wäre sonst weit höher.

Der Länderreport der CIA nennt zusätzlich äußere Risiken, denen Österreich ausgesetzt ist, wie "... unerwartet schwaches Weltwirtschaftswachstum, das den Exportmarkt bedroht, das anhaltende Engagement der österreichischen Banken in Mittel- und Osteuropa, die Auswirkungen vom Kollaps der Hypo Alpe Adria Bank ...". Auch die unkalkulierbaren Folgeerscheinungen der europäischen Staatsschuldenkrise gehören dazu und sind noch nicht vom Tisch. Es sieht im Frühjahr 2017 nach einer leichten Besserung aus. Die Staatsverschuldung hat jedoch ein mit 84,2% des BIP den Höchststand seit 1945 erreicht.

Die Alpenrepublik wird gemütlich - Deutschland wird bequem

Im weltweiten Korruptionsindex liegt Österreich auf Platz 17. Im Vergleich der wirtschaftlichen Freiheit ("Economic Freedom of the World") liegt es auf Platz 31 (Deutschland, man staune, belegt #29). Wenn ich das zusammenzähle, trübt sich das sonnige Alpenwetter ein. Natürlich kann man sagen, dass die Probleme keine spezifisch österreichischen sind - sondern irgendetwas mit der seltsamen Weltlage zu tun haben. Und soll ausgerechnet ein Auswanderer dazu verdammt sein, die zu analysieren? Es kommt darauf an, ob Sie dauerhaft auswandern bzw. wie lange Sie bleiben wollen. Heute klingen die eben angeführten Rankings vielleicht exotisch. Aber wenn sich die Verhältnisse ändern wie zuletzt weltweit 2007, kann sich das im Handumdrehen ändern.

Dann werden Menschen entlassen, dann muss gespart werden. Und wer stört? Der Ausländer, der ein Konkurrent ist. Der Piefke! Soll er doch nach Hause gehen. ... So könnte sich der Ton verschärfen. Und steuern wir nicht quietschvergnügt in die nächste "Finanzkrise"? Jeder lebt auf Pump, als wäre vor 10 Jahren nichts Dramatisches gewesen.

Jedenfalls ist von der Österreichischen Schule (v. Mises, Hayeck) nur ein Schatten geblieben. Deren Vertreter wussten zwar, dass zur Freiheit des Marktes Kontingenz gehört. Aber heute glauben die meisten, dass Kontingenz und Beliebigkeit dasselbe seien. Die Alpenrepublik wird gemütlich - im Unterschied zu Deutschland, das bequem wird. Das ist häufig so, wenn der Wohlstand groß und die Ziele klein sind. Man legt sich aufs Sofa und guckt, was im Fernsehen kommt.

Ein Stück Sachertorte
Ein Stück Sachertorte im Hotel Sacher, Wien. Die Original Sacher-Torte wird in einer eigenen Produktionsstelle in Wien Simmering hergestellt.

Tourismus

Der Tourismus spielt auch in Österreich eine wichtige Rolle. Standortvorteil: Anders als in vielen Ländern ist die Urlaubssaison hier ganzjährig. Im Sommer wandern, im Winter auf die Piste und im Frühling an die Donau.

Wen braucht der Arbeitsmarkt?

Österreichs Wirtschaft sucht Ingenieure für nahezu alle Sparten. Krankenschwestern und Krankenpfleger sollen den steigenden Pflegebedarf decken. Und Handwerker sind gesucht - auch hier: lieber mit Qualifikation als der Hansdampf in allen Gassen.

Anders im Tourismus: In dieser schnellen Branche finden sowohl gelernte Kräfte als auch Aushilfen sehr leicht einen Job. Dafür sind die Anstellungen oft saisonal begrenzt. Der Vorteil der Branche in Österreich ist (für die Angestellten), dass Urlauber im Sommer zum Wandern kommen und im Winter zum Skifahren. Das ganze Jahr ist Saison und es gibt ungewöhnlich gute Chancen auf eine ganzjährige Beschäftigung.

Arbeitsmarkt in Österreich

Die Arbeitslosigkeit in Österreich gleicht zahlenmäßig der deutschen. Der Bedarf an ausländischen Arbeitern ist relativ groß. Dies ist vor allem in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor der Fall. In vielen Gegenden werden Handwerker gesucht. Dass gern auf Personal aus Deutschland zurückgegriffen wird, liegt auf der Hand: Deutsche und Österreicher sprechen dieselbe Sprache, die kulturelle Nähe ist groß. Auswandern nach Österreich bedeutet für Deutsche also nur eine geringe Umstellung, vergleicht man den Schritt mit anderen Ländern. Dennoch will Auswandern gut geplant sein.

Lebenshaltung: Fakten und falsche Verallgemeinerungen

Einige Vorurteile, die in Deutschland mit Österreich in Verbindung gebracht wurden, sind bei näherer Betrachtung gegenstandslos. Andere hatten in der Vergangenheit eine gewisse Berechtigung, heute aber nicht mehr.

Lebensmittel z.B. sind inzwischen etwa gleich teuer. Die Wohnungsmieten ebenfalls. Wobei die Mieten in Großstädten wie Graz, Salzburg oder Linz sehr hoch sind. In ländlichen Regionen von Österreich sind die Mieten moderat. Wien als größte und extremste Stadt Österreichs fällt bei Vergleichen wie eben aus dem Rahmen. Wien muss man stets gesondert betrachten. E-Geräte kosten in Österreich etwas mehr.

Österreicher und Deutsche

Die Österreicher und besonders die Wiener sind oft liebenswerte Menschen. Das schließt eine sorgfältig gepflegte Antipathie gegen "die Deutschen" ("die Piefkes") nicht aus, sondern ein. Dennoch: "In den letzten Jahren verstärkte sich auch die Zuwanderung aus Deutschland nach Österreich, da hier die Chancen auf einen Arbeitsplatz - etwa in der Tourismusbranche - größer empfunden wurden oder werden als dies in Deutschland der Fall war bzw. ist. Heute sind Deutsche mit 109.000 (Stand 1. Januar 2007) nach den Serben und Montenegrinern, sowie den Türken bereits die drittgrößte Gastarbeitergruppe in Österreich." (Quelle: Wikipedia) Die aktuellen Zahlen hatte ich weiter oben genannt; es werden prozentual immer mehr deutsche Einwanderer und dazu kommen noch die Grenzgänger.

Einreise

Da Österreich Mitglied der EU ist, können Deutsche sich ohne Probleme niederlassen. Auch im Bezug auf Ämter sind EU-Bürger klar im Vorteil. Und Deutsche haben es bei Österreichs Ämtern besonders leicht. Schon alleine wegen der Sprache. Daran wird sich künftig nichts ändern. Na, das ist doch mal was! :)

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letzte Bearbeitung: 18.04.2017

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Kommentare

sind wir ja vom gleichen schlag und du würdest in ö sicher keine probleme haben schnell einen guten job zu finden.... hängt aber auch von der stadt ab.. österreich hat ein west ost gefälle..das solltet ihr berücksichtigen... ansonsten kann ich noch sagen das das steuersystem in ö besser ist sowie das gesundheitssystem - keine wahlkrankenkassen - gleich für alle - die routineuntersuchungen für die man in d aufpreis zahlen muss(wenns a bisserl bessr sein soll) sind in ö standard und auch die medikamente sind billiger...
aber wie letztens schon erwähnt..österreich oder auch deutschland... nix is besser oder schlechter... nur anders
lg

hallo,
wollte mich auch mal schlau machen wie es sich verhält mit dem wechseln von d nach ö. leider habe ich im internet keine antworten gefunden die mich interessieren würden.
wäre dankbar, würde sich jemand mit mir in verbindung setzen.
wegen:
arbeit,ämter,mieten evt. kaufen, rente, krankenversicherung, und, und und.

habt mut und gebt mir bescheid, vielleicht sollte ich noch erwähnen, bei uns handelt es sich um eine großfamilie, die die nase von d inzwischen gestrichen voll hat.

Hallo reclau,

so, wie Sie / Du es beschrieben haben kenne ich es aus D auch nicht anders. Regulär lt. meinem Arbeitsvertrag arbeite ich 7,5 Stunden am Tag. Meistens sind es aber meistens 9 Stunden und mehr. Eine Umstellung wäre es also für mich auch nicht! Arbeitsscheu bin ich bei weitem nicht. In meinem Leben habe ich es bisher auf 2 Wochen arbeitslos gebracht (zwischen Ausbildung und Abitur!). Ich arbeite sehr gern und denke, dass sich daran auch in der Zukunft nichts ändern wird!

Schöne Grüße (noch aus D)
Mark

ich bin österreicherin - lebe mittlererweile aber in münchen
viele berichte handeln hier über wien - die meisten österreicher würden sagen:"wien ist ja nicht österreich"
wien ist eine schöne stadt doch hier trifft sich eben ganz europa - sozusagen multi kulti - wirkliche österreicher sind hier kaum zu finden - wer das mag soll da hin...
österreicher haben auch grundsätzlich kein problem mit deutschen - also ich kenn keinen einzigen...alles hat seine vor- und nachteile... ich kenn beide seiten ö und d..
der finanzielle aufwand ist in der relation der gleiche..
das heisst übrig bleiben wird unterm strich gleich viel..
arbeit ist in ö leichter zu finden als in d - allerdings ist die arbeitsmoral in ö schon anders... in ö wird nicht gearbeitet bis die stunden voll sind sondern bis man mit
der arbeit fertig ist... österreicher sind bereit überdurchschnittlichen einsatz zu zeigen - und das in normalen jobs ebenso wie in gehobeneren ( da wirds sowieso erwartet- ich lebe jetzt 7 jahre in deutschland und für mich
persönlich macht es keinen unterschied... na ja vielleicht ... eins ist schon anders.. wir ösis sind lockerer und offener und haben immer a bissl an "schmäh" der oft nicht verstanden wird.. aber das kann ja noch werden..

Hallo Zusammen,

meine Frau und ich tragen uns auch schon lange mit dem Gedanken, nach Österreich auszuwandern. Über die Kommentare hier kann ich nur müde lächeln:

Abzocke:
In jedem Land gibt es Gesetze und Regeln, die man befolgen muss. Ob ich in Ö ohne Pickerl fahre, in D falsch parke oder in NL zu schnell fahre. Zahlen muss man, egal, welche Nationalität man hat! Von Abzocke kann da keine Rede sein!

Sozialhilfe:
Ich finde es äusserst unangemessen schon nach Sozialhilfe, usw. zu fragen, noch bevor in in meinem "Wunschland" angekommen bin. Wenn man arbeiten will finde man auch etwas (auch in D)!

Anpassung:
Viele in D regen sich über Migranten auf, die sich nicht anpassen können / wollen! Aber wenn ich so manche Kommentare hier lese habe ich den Eindruck, dass sich manche Deutsche in Ö nicht anpassen können oder wollen. Wenn ich nach Ö auswander, dann weiss ich, dass dort z.B. die Kirche einen wesentlich höheren Stellenwert hat als bei uns. Ich persönlich kann mich als christlichen erzogen damit arrangieren und z.B. jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. Und Klugscheisser mag ich sowieso nicht!

Fremdenfeindlichkeit: Gibt es sowohl in D, in Ö und in allen anderen Ländern. Auch in D ist Fremdenfeindlichkeit in ländlichen Gegenden stärker ausgeprägt als in Städten. Aber woher kommt das? Ich persönlich hätte ein Problem damit, vor meiner Haustür eine Moschee samt Minerett stehen zu haben. Wir sind hier und in Ö in einer abendländischen Kultur!
Wenn ich irgendwohin ziehe, dann passe ich mich auch an! Es ist ein gewaltiger Unterschied ob ich zu meiner Herkunft stehe (Nationalitätenstolz) oder ob ich mich nicht anpassen will! Man kann auch seine Herkunft mit der Anpassung vereinen!

Also, regt Euch mal nicht so auf und packt Euch mal an die eigene Nase!

Grüße (noch) aus D
Mark

Hallo,
ich will Euch mal die Situation aus der Sicht eines österreichischen Arbeitnehmers darstellen.

Ich bin ein Elektromonteur der jahrelang in Österreich auf Montage war. Im Jahr 1990 fing ich mit dieser Tätigkeit an, es war zu dieser Zeit sehr leicht eine Anstellung zu finden und der Lohn war mit ca. 35.000 Schilling (5000 DM) netto ebenfalls sehr Zufriedenstellend. Mann konnte sich was schaffen mit seinem Geld und Arbeiten lohnte sich.
Dann mussten wir vermehrt einen Zuzug von ausländischen Arbeitskräften hinnehmen. Serben, Türken, Bosnier, Rumänen usw. drangen in unser Land. Da es sich bei diesen neuen Mitbürgern meisst nicht um qualifizierteste Arbeitnehmer handelte, es sprachliche Einschränkungen gab und deren Fleiss sich oft in Grenzen hielt, war es nicht unbedingt eine Konkurenz, zumindest in meiner Branche.

Alles Veränderte sich erst Rasant mit der Masseneinwanderung der Deutschen. Keine sprachlichen Hindernisse mehr, meist hohe Ausbildung und naja Fleiss eben wie man von einem Deutschen erwartet. Aber das Schlimmste ist, das diese neuen Arbeitsmarkteroberer scheinbar bereit sind um fast jeden Preis zu arbeiten, Hauptsache eine Festeinstellung. Dies führte nun innerhalb kürzester Zeit zu einem Verfall meiner Branche. Den Begriff Elektromontage scheinte es nun nicht mehr zu geben. Man muss nun in Österreich offensichtlich für den Kollektivlohn (1150 Euro) überall arbeiten. Der Begriff wie Spesen, Kilometergeld, Montagezulagen usw. gelten nun als veraltet. Klar, es gibt nun genug ausgewanderte Deutsche auf die man zugreifen kann und weiters werden noch Unzählige als Wochenpendler mit 9sitzer Bussen angekarrt um unsere Baustellen zu bedienen. So kann es dann vorkommen, dass in einer Region wie meiner (Kärnten) wo die Arbeitslosigkeit besonders im Winter ohnehin schon hoch ist, man vom Arbeitsamt für 3 Tage schnell mal auf eine Baustelle geschickt wird um dort zu sehen wie hunderte Deutsche lustig in meinem Land Ihre Kohle machen. Und glaubt mir, es geht nicht nur mir so und dies wird auch ein Grund sein warum bei uns Deutsche nicht allzu beliebt sind.

Obwohl man in den Zeitungen laufend vom akuten Facharbeitermangel liest der unsere Entwicklung bremst, will ich behaupten das dies totaler Schwachsinn ist. Solch Meldung soll wahrscheinlich Oma hintern Küchenherd beruhigen, da sie sich nun wundert warum hier Millionen Ausländer rumlaufen die uns alle nur helfen. Beim Aufbau der zerbombten Städte kamen wir scheinbar noch ohne diese wertvollen Kräfte aus.

Ich kenne nun genügend Facharbeiter mit hoher Qualifizierung und Bereitschaft zu Arbeiten die allesamt keine Anstellung mehr finden. Es mangelt offenbar nur an billigen Arbeitnehmer die für immer weniger Geld immer mehr leisten. Das Arbeitsamt hat mir schon Stellen (nach 20jähriger Berufserfahrung leitende Position) angeboten, die waren unter aller Kritik. Teilzeitstellen in einer Fleischerei als Schlachthelfer, in einer Grosswäscherei als Maschinist usw. oder Leasingfirmen die gerade mal 1200 Euro abdrücken wollen für eine Arbeit die 400km von meinem Wohnort entfernt liegt.

Musste nun meine Heimat (Habe Land und Haus hier erschaffen) verlassen um überhaupt wieder eine gerecht bezahlte Arbeit zu bekommen. Nun hänge ich hier tausende Kilometer entfernt von stetem Heimweh geplagt und darf hier im Forum lesen welch Vorzüge mein Land noch für Euch bietet. Irgendwie mache ich ja nun das Gleiche wie Ihr und kann dies zum Teil auch verstehen und hassen tu ich eigentlich nicht generell die Deutschen, sondern die politische Situation die solch Abwanderungen erzwingt.

Hallo Unbelkannter Autor,
zunächst ein Dank für den Kommentar, der ausdrücklich un klar geschrieben wurde. Ich bin einer von denen, der gerne das Land Österreich als Anwohner und mit vollem Einsatz für dieses Land dienen würde. Ich suche jedoch einwenig Hilfstellung, inwieweit ich am schnellsten(was ja trotz aller Vorbereitung immernoch länger dauert) die Möglickeit finden könnte nach Österreich,auszuwandern. Ich würde mich freuen,da ich den Eindruck gewonnnen habe, hier einen Informativen Schreibpartner gefunden zu haben, mich evtl zu kontaktieren, da ich für jede Hilfestellung( Job, Wohnung etc) dankbar bin. Würde mich freuen bald etwas zu hören. Schöne Grüße

hallo
ich komme aus deutschland und möchte nach österreich auswanderen mit meine 4 kids.jetzt weiss ich nicht ob ich mir auch da ein anwalt nehmen kann für die scheidung??
würde mich freuen wen jemand rat weiss.ich bedanke mich in vorraus.

Hallo, ich als Österreicher/Wiener möchte kurz mal meine Sicht der Dinge loswerden und damit eventuell all denen, die nach Österreich auswandern wollen, eine Entscheidungshilfe geben. Leider sind manche Informationen und besonders Zahlen zur Wirtschaft Österreichs bzw. zur Bevölkerung nicht mehr ganz frisch, sondern haben sich seit der letzten Aktualisierung etwas verändert. Wer darauf wert legt, sollte unbedingt nach den aktuellen Zahlen googeln. Beispielsweise habe ich eine aktuelle Zahl über die Anzahl der in Ö lebenden Deutschen vorliegen, und die liegt bereits bei über 200.000, womit die Deutschen hinter den Jugoslawen bereits die zweitgrösste Gruppe noch vor den Türken einnehmen. Über das BIP pro Kopf liegen ebenfalls viel aktuellere Zahlen vor, auch über die Arbeitslosenzahlen.

Prinzipiell möchte ich sagen, dass man sich nicht erwarten kann, dass in Ö alles einfach und locker läuft, womit man sich in DE vielleicht abgemüht hat. Auch hier werden die Lebensumstände durch die wirtschaftliche Lage im Moment eher schlechter als besser. Natürlich kann eine Auswanderung trotzdem für den einen oder anderen eine positive Wendung bringen. Worauf sollte man sich als Deutscher einstellen, wenn man nach Österreich kommt?

Zuerst mal denke ich, dass Deutsche in Ö nicht so unbeliebt sind, wie hier dargestellt wird. Manchmal wird von Deutschen etwas als unfreundlich oder feindlich eingeschätzt, was aber aus dem Mund eines Österreiches gar nicht so gemeint ist, wie es klingt. Das Wort "Piefke" alleine ist in etwa so harmlos, als wenn man als Österreicher in DE als "Ösi" angesprochen wird. Natürlich gibt es auch Menschen, die Deutsche nicht mögen, aber - wie immer - sind das meistens die geistig eher unterbelichteten. Oft ist eine ablehnenden Haltung gegenüber Deutschen auch darin begründet, dass manche Deutschen glauben, sie müssen dem Österreicher die Welt erklären und "den grossen Bruder" raushängen lassen. Da reagieren die meisten allergisch drauf. Man muss sich immer vor Augen halten, dass man sich, auch wenn die Sprache die gleiche sein mag, in einem anderen Land befindet, in dem verschiedene Dinge einfach anders laufen und auch die Menschen anders sind. Das trifft besonders im Osten des Landes (und hier besonders in und rund um Wien) zu, wo viele Österreicher auch "rassisch" gesehen keine Deutschen sind, sondern eine Mischung aus hauptsächlich slawischen Völkern. Daraus ergibt sich, dass sie auch andere Menschen sind als Deutsche. Daher besser keine Vergleiche anstellen, sondern lieber versuchen, die Menschen zu verstehen. Ich kann nur von den Wienern sprechen: Die erscheinen oft grantig und distanziert, aber wenn man sie verstanden hat und akzeptiert, sind sie herzliche und wirklich treue Seelen. Prinzipiell hat man es in städtischen Ballungsräumen vielleicht einfacher als in extrem dörflichen Gebieten.

Als Deutscher muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass Österreich besonders in den ländlichen Gebieten sehr konservativ ist. Das erweckt oft den Eindruck einer vorherrschenden Fremdenfeindlichkeit, die z.T. auch vorhanden ist. Aber zusammenfassend nochmal: Österreicher sind nicht generell deutschenfeindlich. Wenn man ihnen auf Augenhöhe begegnet und nicht den Oberlehrer raushängen lässt, wird man sicher sehr freundlich behandelt (Ausnahmen habe ich bereits erwähnt). Ich persönlich gebe hiermit eine Liebeserklärung an meine Mitbürger aus Deutschland ab :-)

Ebenfalls unwahr ist, dass man als Deutscher in Ö permanent abgezockt wird. Stichwort "Autobahnvignette": Hier wird nicht gezielt auf Deutschenjagd gegangen. Wer keine Vignette klebt, zahlt eben. Ich als Österreicher habe wegen eines lächerlichen Formfehlers beim Kleben der Vignette 400 Euro Strafe abgedrückt. Es trifft also alle, nicht nur Deutsche.

Bezüglich Arbeit: Es ist schwieriger geworden, etwas zu finden, aber offenbar (so sagen mir meine Freunde aus Deutschland) ist es noch einfacher als in Deutschland. Zu den Gehältern: Hier herrschen auch viele Gerüchte vor. Ich denke, man kann heute nicht mehr sagen, die Gehälter in Ö seien durch die Bank niedriger als in DE. Das trifft sicher auf die Altersklasse der 40+jährigen zu, keine Frage. Hier schätze ich die Gehälter in DE etwa 20% höher ein. Bei den Jüngeren haben sich die Gehälter wohl schon grösstenteils angeglichen. Durch persönliche Erfahrung (ich habe selbst 18 Monate in DE gelebt, habe einige deutsche Freunde, die in Ö leben, sowie einen Ö-Freund, der in Bayern lebt) kann ich behaupten, dass es rein vom persönlichen Verhandlungsgeschick abhängt, ob man in Ö ein besseres/schlechteres Gehalt bekommt, als man es in DE für die gleiche Tätigkeit bekommen hätte (einzelne Branchen mal ausgenommen).

Dazu muss ich aber hinzufügen, dass meine Angaben hier eher für Wien repräsentativ sind. Die Gehälter sind im Burgenland, weiten Teilen Niederösterreichs, der Steiermark und Kärnten tendenziell niedriger, zum Teil sogar deutlich. In Wien, Salzburg, Vorarlberg... wird höher bezahlt. Damit man sich was darunter vorstellen kann, hier mein persÖnliches Beispiel: Ich bin 28, männlich, Maturant (Abiturient), arbeite derzeit als Angestellter in der Auftragsbearbeitung eines mittelgrossen Betriebs in Wien. Ich arbeite 38,5h/Woche, meine Tätigkeit ist ein klassischer Durchschnittsjob, meine Kollegen sind alle in meinen Alter und "nur" Pflichtschulabsolventen, bekommen aber genausoviel bezahlt wie ich. Und das sind ziemlich genau 36.000 Euro Brutto-Jahresgehalt (plus variabler Jahresprämie am Ende des Geschäftsjahres).

Mein Freund, der nach Bayern gezogen ist, arbeitete dort bei einer namhaften, grossen Firma, ist Maschinenbauer und führte diverse Messungen durch. Verdient hat er monatlich 300 Euro/brutto weniger als ich. Damit will ich nochmals betonen: Eine klare Aussage, ob Gehälter diesseits oder jenseits der Grenze höher sind, kann man nicht so einfach treffen.

Die Kosten in Ö: Das Leben ist erheblich teurer geworden. Mieten sind kräftig gestiegen. In Wien zahlt man auch für echt kleine Wohnungen in weniger guten Lagen kaum weniger als 500 Euro. Etwas zentrumsnäher muss man auf jeden Fall mit 10 Euro/qm rechnen, je nachdem, wie hoch die eigenen Ansprüche sind, auch mehr. Lebensmittel sind zu einem grossen Teil etwas teurer als in Deutschland, manche Dinge sind dafür aber auch billiger. An der Tankstelle zahlt man 20 bis 30 Cent pro Liter weniger als in Deutschland. Im täglichen Leben habe ich während meiner DE-Zeit etwa die selben Ausgaben gehabt wie in Österreich, bloss etwas anders verteilt. Auch hier gilt: Teuerer sind hier die Bundesländer mit höheren Einkommen, während das Leben in manchen Teilen Niederösterreichs und besonders im Burgenland erheblich billiger ist, obwohl man dort auch wunderbar leben kann.

Ich merke gerade, dass meine "kleine Zusammenfassung" hier den Rahmen sprengt, weshalb ich es hierbei belasse. Wenn hier jemand aus Deutschland Fragen zur Lage in Österreich hat oder die Meinung eines Österreichers zu bestimmten Themen einholen will, kontaktiert mich einfach! Werde mein Bestes tun, um diese Fragen zu beantworten!

Hallo Angelo,

Möchte auch auswandern,

in die Schweiz oder nach Österreich

Bin ebenfalls alleine und denke, daß es mit
Anschluß leichter wäre

liebe Grüße Eva Marie

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