- Erfahrungsberichte
- Geschichte
- Ratgeber
- Statistiken
- Abwanderung Deutschland
- Arbeitskosten EU
- Beste Städte 2008
- Big Mac Index 2008
- Demokratie-Index 2007
- Die gefährlichsten Länder
- Die teuersten Städte
- Die Top 32 Länder
- ECA Studie 2008
- EU Gesundheitssysteme
- Fortbildung im Ausland
- Happy Planet Index
- Studium im Ausland
- Top-10 Länder 2006
- Top-20 Länder 2005
- Wirtschaftliche Freiheit
- Service
Ist Argentinien attraktiv für Deutsche?
Es war einmal ein riesiges unbekanntes Königreich auf einem fernen Kontinent. Die Seefahrer und Entdecker aus Europa träumten davon. Sie erwarteten, riesige Schätze in den Urwäldern zu finden - und benannten das Reich des Silbers (lat. argentum) nach ihrem Traum. Und heute?
Heute ist von dem Traum wenig geblieben. Argentinien belegt Platz 28 der besten Auswanderungsziele
Was Argentinien Deutschen bieten könnte
- Die kulturelle Barriere ist niedrig. Denn in Argentinien leben rund 300.000 Deutschsprachige. Dennoch ist Spanisch notwendig, um hier leben zu können.
- In der Provinz Buenos Aires leben über 50 Prozent der Argentinier. Die Bevölkerungsdichte im Süden des Landes ist sehr gering, so dass hier autarke Selbstversorger eine ideale Heimat finden können. Dieses Gebiet ist dem deutschen Klima am ähnlichsten. (Dennoch leben die meisten Deutschen im subtropischen Nordosten des Landes).
Märchen, Traum und Wirklichkeit
Der Traum vom Silber ist ausgeträumt. Argentinien in Zahlen zeigt sich heute so ernüchternd, dass man sich nur schwer an den alten Glanz erinnert:
- die Inflationsrate liebt bei über 12 Prozent (Dez. 2005), von 2001 bis 2005 stiegen die Konsumentenpreise um 61,3 %
- die Arbeitslosigkeit betrug 2006 12 Prozent
- die durchschnittliche Lebenserwartung liegt immerhin bei 76,12 Jahren und die Bevölkerung wächst um 0,96 Prozent pro Jahr
- Das in den 90ern privatisierte Rentensystem wurde 2007 wieder teilverstaatlicht. So hat die Regierung jetzt Geld - was in einigen Jahren daraus wird? Wen interessiert das?
Geschichte
Die Nachkriegsgeschichte ist bis heute geprägt vom Peronismus, der schwer verständlichen politischen Ideologie des Übervaters Juan Peron. Seine Partei "Partido Justicialista" (12 Prozent der Argentinier sind Mitglied und machen sie zur wichtigsten Kraft im Lande) ist heute in Flügelkämpfe zerstritten. In den 90ern wurden weitreichende Privatisierungen durchgesetzt.
Der letzte Präsident Kirchner allerdings war gewillt, diese Reformen rückgängig zu machen. Es wird wieder verstaatlicht, wo es geht - auch unter der neuen Frau Cristina Fernàndez de Kirchner. Die Post ist wieder im Staatsbesitz, bei der Wasserversorgung arbeitet man noch daran, die Energieerzeuger werden überwacht. Manche bezeichnen Kirchner darum als Neo-Marxisten. Die Korruption ist wieder mächtig, die Justiz machtlos. Das Rechtssystem der Argentinier gilt als eines der unsichersten weltweit.
Das Wirtschaftswunder und die "Asien Connection"
Argentiniens Landwirtschaft ernährt die Welt. Das jüngste Wirtschaftswunder Argentiniens wächst in den endlosen Pampas: Soja, Weizen, Mais und Fleisch. Getreide ist der Wachstumsbringer überhaupt, da die asiatischen Länder mit wachsendem Wohlstand statt Reis mehr Fleisch essen. Und das Tierfutter dafür kommt aus Argentinien. Außerdem treiben die Biokraftstoffe die Preise für Mais und Soja hoch. Argentinien hat nicht nur riesige Anbauflächen, sondern auch enorme Süßwasservorräte für die Landwirtschaft.
Argentinien hat das Potential zu Fortschritt und Wohlstand. Das Gute am Schlechten: seit dem Staatsbankrott 2002 ist das Pampaland weitgehend vom internationalen Kapital abgeschnitten - Krisen in den USA oder Asien treffen Argentinien nicht. Die Verschlimmbesserungen der Kirchner-Regierung sind wohl die größte Gefahr für das Land.

Deutsche in Argentinien
Hallo,
der Artikel klingt irgendwie ziemlich pessimistisch. Sicher hat Argentinien seine Probleme - ökonomisch wie politisch. Trotzdem ist es ein lebenswertes Ziel für Einwanderer. Die meisten, mit denen wir gesprochen haben, bereuen es nicht.
Schöne Grüße,
Sop von Fernlokal