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Nach Chile auswandern - 'wo die Welt zu Ende ist'
Chile gilt als wirtschaftliches Musterland Lateinamerikas und belegt auch den ersten Platz des Human Development Index innerhalb Lateinamerikas. Auch durch seine landschaftliche Vielfalt und Schönheit nimmt das 4300 km lange und nur 180km schmale Land eine gewisse Sonderrolle ein.
Einreisebestimmungen
Deutsche benötigen für die Einreise nach Chile einen deutschen Reisepass, der mindestens 6 Monate gültig ist. Die Einreise mit dem Personalausweis ist nicht möglich. Für einen Aufenthalt von maximal 90 Tagen zu Tourismus- oder Besuchszwecken ist kein Visum erforderlich. Bei der Einreise wird an der Grenze kostenlos eine "Tarjeta de Turismo" ausgestellt.
Für andere Aufenthaltszwecke oder einen längerfristigen Aufenthalt sollte vor Einreise die örtlich zuständige chilenische Auslandsvertretung kontaktiert werden. s. www.extranjeria.gov.cl, die Webseite der chilenischen Ausländerbehörde.
Einwanderung
Bei einem Aufenthalt von mehr als 3 Monaten kann das normale Touristenvisum (residente temporario) beantragt werden. Es ist für ein Jahr gültig und kann verlängert werden.
Ausländische Techniker, Siedler, Akademiker und hochqualifizierte Handwerker, die sich in Chile niederlassen und eine Arbeit aufnehmen wollen, die zum Wohl und der Entwicklung des Landes beiträgt, erhalten ein Einwanderungsvisum. Die Einwanderungserlaubnis wird nur Angehörigen einer Berufsgruppe gewährt, die in Chile als Mangelware gilt und wird vom chilenischen Außenministerium ausgestellt.
Wenn Sie längere Zeit in Chile leben wollen, lassen Sie sich am besten vorab Zeugniskopien, Geburtsurkunden, Passbilder u.ä. Dokumente (bzw. deren Übersetzung) beglaubigen. Behördengänge können viel Zeit in Anspruch nehmen.

Nationalpark Torres del Paine im Süden von Chile
Bevölkerung
Am dichtesten besiedelt ist der Großraum Santiago de Chile, wo etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner lebt. Die Stadt hat 5,5 Millionen Einwohner - ein Drittel aller Einwohner des Landes.
Die Chilenen mit europäischen Vorfahren und Mestizen bilden rund 95,4 % der Bevölkerung. Die ersten Deutschen trafen 1843 in Puerto Hambre ein und siedelten sich später vor allem im Gebiet um den Llanquihue-See und in Valdivia, Osorno, sowie Puerto Montt an. Der Bevölkerungsanteil an Deutschen bzw. Deutschstämmigen beträgt heute ca. 200.000. Nur im Süden Chiles wird noch vereinzelt deutsch gesprochen, Tendenz weiter fallend - die Amtssprache ist Spanisch.
Geld / Kreditkarten
Kreditkarten können grundsätzlich verwendet werden; Einschränkungen für deren Benutzung sind lediglich in kleineren Orten gegeben. Bargeld kann an den meisten Geldautomaten mit Maestro-Zeichen per Kreditkarte oder EC-Karte (PIN erforderlich) abgehoben werden. Geldautomaten sollten aus Sicherheitsgründen nur während der Geschäftszeiten benutzt werden. Es wird empfohlen, keine größeren Bargeldmengen bei sich zu tragen.
Das Preisniveau in Chile ist im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern relativ hoch; es sollten ausreichend Reisemittel eingeplant werden. Trinkgelder in Höhe von ca. 10% sind üblich.
Die Wirtschaft Chiles
In einem Ranking der unternehmerfreundlichsten Länder der Welt (laut International Finance Corporation) landete Chile 2005 auf dem 25. Platz als bestes lateinamerikanisches Land. Deutschland besetzt laut dieser Studie Platz 19. Im jährlichen Korruptionsindex von Transparency International liegt Chile permanent in den Top 20 und lässt oft europäische Länder wie Frankreich, Spanien und Italien hinter sich.
Chile verfügt über die weltweit größten Kupferreserven. Kupferabbau und die Verarbeitung zu hochreinem Kupfer sind die treibende Kraft der Wirtschaft. Seit der zweiten Hälfte der siebziger Jahre ist die chilenische Wirtschaft konsequent privatwirtschaftlich und wettbewerbsorientiert ausgerichtet.
Der chilenische Binnenmarkt zählt mit rund 16,8 Mio. Einwohnern zu den kleineren Märkten der Welt. Klassische Industrieproduktion hat nur geringe Bedeutung. In kleinen und mittelständischen Unternehmen ist der größte Teil der chilenischen Arbeitnehmer beschäftigt. Zentrale Bedeutung hat der Dienstleistungssektor. Ausländische Unternehmen sind in Chile in der Regel mit Vertrieb und Service vertreten.

das Stadtzentrum der Hauptstadt Santiago de Chile
Zu den Wachstumsmärkten gehören
- die Tourismus-Branche
- Bergbau und Energiewirtschaft
- Nahrungsmittelindustrie, Agroindustrie
- Ausbau der Infrastruktur
Durch die (noch) sehr starke Ausrichtung auf Rohstoffe ist Chile sehr auf den Export in rohstoffhungrige Länder angewiesen.
Chile hat mit 19 Freihandelsverträgen, die mehr als 55 Länder einbeziehen, mehr Freihandelsabkommen geschlossen als jedes andere Land der Welt. Die wichtigsten Handelspartner sind die EU, die USA, China und Japan.
Die öffentliche Gesamtverschuldung konnte in den letzten 15 Jahren auf 4% des BIP reduziert werden. Das Ziel eines jährlichen strukturellen Überschusses von mindestens 1% des BIP wurde regelmäßig übertroffen. Der Überschuss wurde in Stabilisierungsfonds im Ausland angelegt. Dies sollte der Vorsorge gegen eine weltweit ungünstige Wirtschaftsentwicklung, zur Vermeidung einer zu hohen Aufwertung des chilenischen Peso und zur Bekämpfung der Inflation (2008 (Jahresbasis): 7,1%) dienen.
Stellenmarkt
Beschäftigungen in der Industrie werden grundsätzlich gut bezahlt, im Gesundheitswesen und im Handel ist die Entlohnung jedoch schlechter. Bei vorliegender Arbeitserlaubnis haben Ausländer die gleiche Rechtsstellung wie Chilenen.
Der Stellenmarkt in Chile ist für qualifizierte Facharbeiter mit guten Spanischkenntnissen aufnahmebereit. Facharbeiter und Handwerker werden grundsätzlich benötigt. In kaufmännischen Berufen besteht jedoch kaum eine Beschäftigungsmöglichkeit.

Auswandern nach Chile
Chile ist ein ausländerfreundliches Land, und wenn man gute Grundkenntnisse der spanischen Sprache besitzt kommt man dort sehr gut zurecht. Für Freiberufler und Ausländer die im Land eine Immobilie gekauft haben ist es erfahrungsgemäss relativ unbürokratisch vor Ort Arbeitserlaubnis und Visum zu innerhalb von 2 Monaten zu erhalten. Beim Erwerb von Grundbesitz genügt die Vorlage von Reisepass und Touristenvisum.
In den südlicheren Regionen sind neben den oben genannten Branchen Forstwirtschaft und Fischzucht wichtige Wirtschaftsfaktoren - Lachs und Zellulose werden überwiegend für den Export produziert.
Für Naturliebhaber und Menschen die ein gesundes Klima zu schätzen wissen ist der Süden Chiles sehr zu empfehlen.