Auswandern nach Polen

Polen: Blick auf das alte Breslau

Das Auswandern nach Polen ist mittlerweile für 8.000 Ausländer jährlich ein Thema geworden. Die Wirtschaft zeigt ein gutes Wachstum auf. Dieses übersteigt das der östlichen Nachbarn (Russland, Ukraine, Weißrussland) bei weitem. Seit Jahren liegt Polen in der TopTen der Zielländer der Deutschen.

Steckbrief: Polen in Zahlen

DatenKommentar
Amtssprache: Polnisch--
Hauptstadt: Warschaugrößte Stadt Polens: 1,7 Mio. Einwohner
Fläche: 312.679 km²--
Einwohnerzahl: 38.562.000(2015)
Bevölkerungsdichte: 123 Einw. je km²(Deutschland: 230/km²)
BIP je Einwohner: 13.394 USDnominal, #56 weltweit
Human Development Index: 0,834#35 weltweit
Deutsche im Land: 120.000Ausländer und "Eingeborene"

Die polnische Mentalität

Ich stolperte bei Recherchen zufällig über einen Satz, der meines Erachtens die Mentalität der Polen treffend zeigt. Trommelwirbel, jetzt kommt's: "Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Polen das zweiundzwanzigstreichste Land der Erde mit der einundzwanzigsthöchsten Kaufkraftparität." (Danke, Wikipedia!) Die Polen sehen eben immer das volle Glas.

Arbeit und Leben in Polen

Es gibt viele Gegensätze in Polen. Die Arbeitslosenquote ist knapp zweistellig (10%, Stand 2016). Die liberale Regierung Tusk schlug einen Weg ein, um Polen in der EU zu stärken. Sie zeigte auch international ein lange vermisstes Selbstbewusstsein. Der Kurs setzte sich mit den folgenden Regierungen fort.

Moderne polnische Städte mit westlichem Flair und Lifestyle (und Preisniveau!) sind Krakau und Warschau, auf dem Land ist es idyllisch. Mehr und mehr Erwerbslose ziehen aus ländlichen Gebieten in die Stadt. Dieser Trend führt in den Städten zu deutlich höherem Wettbewerb am Arbeitsmarkt. Lesen Sie weiter: In Polen leben - Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, Steuern, Auto und Verkehr

Warschau: Palast der Kultur und Wissenschaft
Warschau: Palast der Kultur und Wissenschaft. Die Warschauer nennen ihn "Stalintorte"; heute steht er unter Denkmalschutz (der Palast, nicht der Diktator). Im Hintergrund die Hochhäuser von heute.

Freunde und Familie

In Polen ist der Namenstag mindestens so wichtig wie der Geburtstag. Der Namenstag ist der Gedenktag (steht im Kirchenkalender) des Namenspatrons: Der Heilige, dessen Namen eine Person trägt. Sobald Sie mit Polen per Du sind, sollten Sie diese Feier ebenso wichtig nehmen. Kleiner Tipp: Greifen Sie sich einen Notizkalender und notieren die Namenstage Ihrer Freunde. Glückwünsche werden erwartet, kleine Geschenke sind gern gesehen.

Meinungsumfragen ergeben, dass die Familie für Polen der wichtigste Wert ist. Die Scheidungsrate ist im Europavergleich niedrig. Katholizismus ist weit verbreitet.

Polen und die Europäische Union

Polen ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Den Euro hat Polen noch nicht eingeführt, obwohl das eine vertraglich zum anderen gehört. Janusz Piechocinski äußerte, "Wir werden frühestens 2020 der Eurozone beitreten." (F.A.Z. vom 29.03.2017) Regierungschefin Beata Szydło hatte in der Vergangenheit moniert, dass der krisenanfällige Euro für Polens Stabilitäterwartungen zu riskant sei. Und das gegenüber Angela Merkel! Diese Skepsis überrascht, da andererseits die Geldspritze der EU nach Polen so viel Geld pumpt wie sonst nirgendwohin. Polen ist der größte Netto-Empfänger: 9,5 Mrd. Euro kamen in 2015 aus Brüssel, vor Tschechien (5,7 Mrd. Euro) und Rumänien (5,2 Mrd. Euro). Skandalös ist hierbei höchstens die Brüsseler Umverteilungswut.

Solche Zahlen ändern am Leben der kleinen Leute nichts. Die Gelder wandern vielleicht in Naturschutzgebiete, Autobahnen, Gewerbeparks oder betonierte Feldwege - in Projekte, die Touristen und Investoren bringen sollen. Und darum ist der weise Rat an Auswanderer: Rede nicht über Politik.

Polens Wirtschaft wächst

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (kaufkraftbereinigt) lag im Jahr 2013 bei 21.214 USD. Die Zahl klingt besser, als es ist, denn mit relativ hohen Lebenshaltungskosten kommt Polen damit nur auf Platz 49 weltweit. Wer auswandert, um in Polen finanziell bessergestellt zu sein als in Deutschland, muss die passende Arbeit suchen. Der polnische Durchschnittsverdienst ermöglicht ein materiell bescheideneres Leben als in Deutschland.

Löhne und Lebenshaltungskosten

Die Lohnentwicklung verläuft steil, die Lebenshaltungskosten haben sich ebenfalls dramatisch erhöht und haben bald deutsches Niveau. In den nächsten Jahren ist bei den Kosten wie Löhnen im Rahmen der EU Angleichung mit einem Anstieg zu rechnen. Mehr zu Einreise und Arbeit in Polen.

Um besser zu verstehen, was es heißen soll, dass die Lebenshaltungskosten annähernd deutsches Niveau haben, einige Zahlen. Polen hat den gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Im Vorjahr lag er bei 1.850 Zloty, das entspricht 451,- Euro. Bereinigt man die Summe nach den Kaufkraftunterschieden (in Polen gibt es für 1 Euro mehr als in Deutschland für 1 Euro zu haben ist), sind wir bei 750,- Euro. Also nochmal: Mindestlohn sind 1.850 Zloty, der Durchschnittslohn liegt bei 3.982 Zloty (ca. 1.000 Euro). Mietpreise: Im Landesdurchschnitt kostet die Einzimmer-Wohnung 900 bis 2100 Zloty, Zweizimmer-Wohnungen sind für 1100 bis 2500 Zloty zu haben. Das sind zwischen 260 bis 600 EUR. Die Preise schwanken von Stadt zu Land und von modernisierter Innenstadt zu Stadtrand. So ist dem Auswanderer nur zu raten, sich die zukünftige Wohngegend genau vor Ort anzusehen. Wie das geht? Am besten mit einem gut geplanten Erkundungsbesuch. Denn Durchschnittspreise taugen wenig, wenn sie, wie hier, über 50% schwanken.

Altstadt von Danzig
Danzig bei Nacht. In der Bildmitte das Krantor, Wahrzeichen der Stadt Danzig.

Was erwartet den Auswanderer?

Auswandern nach Polen - in was für ein Land brechen Sie da eigentlich auf? Polen hat 38 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt und mit 1,74 Millionen Einwohnern größte polnische Metropole ist Warschau. Ethnisch betrachtet ist Polen ein sehr homogenes Land. 97% der Bevölkerung sind Polen. Die größten nationalen Minderheiten sind Deutsche, Ukrainer und Weißrussen - alles im Promillebereich. Deutsche Auswanderer ohne Familie in Polen haben wahrscheinlich einen schweren Stand. Denn die Kehrseite der homogenen Bevölkerung ist: Niemand ist an Ausländer im Nachbarhaus gewöhnt. Und wenn es dann gerade ein Deutscher ist ...

1. Trends in der Wirtschaft

28 Prozent der Polen arbeiten in der Landwirtschaft, die aber nur 3,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Das ist keine polnische Spezialität, sondern eine der Branche; in den meisten Ländern ist das Verhältnis ähnlich. 26 Prozent arbeiten in der Industrie und mit 45 Prozent nahezu die Hälfte der Erwerbstätigen im Dienstleistungsgewerbe.

Diese nüchternen Zahlen zeigen die Kontraste Polens, aber auch den Strukturwandel zu einem modernen Wirtschaftsland. Der Dienstleistungssektor wird daher in den nächsten Jahren der stark wachsende sein, während in Landwirtschaft und Industrie Stellen abgebaut werden.

Bekannte Internetunternehmen haben Niederlassungen in Polen, unter anderem Amazon, Google und Microsoft. Auch wenn das im Arbeitsmarkt kaum aufällt, bringen solche Niederlassungen viel fürs Image des Standortes. Weniger aufsehenerregend, dafür in der Bilanz erfreulich sind die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland und Österreich (Nr.3 für Auswanderer).

Deutsche Einwanderer sollen - notwendige Qualifikation vorausgesetzt - gute Chancen auf Management- und Führungsstellen haben.

2. Polnisch als Fremdsprache

Gute Nachricht für deutsche Auswanderer: Polnisch sprechen ist im Beruf nicht überall erforderlich - aber besser leben Sie, wenn Sie die Sprache beherrschen. Ein Polnisch-Sprachkurs hilft. Ansonsten ist Englisch die erste Fremdsprache für Polen. Obwohl viele Polen jahrelang in der Bundesrepublik oder weiter im Westen arbeiten, sprechen sie wenig Deutsch. Die, die ich kennengelernt habe, verstehen manchmal sehr viel und kurz darauf kein Wort Deutsch. Seltsam :) Wer auswandert, sollte sich also nicht darauf verlassen, dass Polen des Deutschen mächtig sind. Und er sollte es zugleich nie ganz ausschließen. Kurz und gut: Wenn Sie nicht nur zum Arbeiten in das Land gehen, gibt es keine Alternative dazu, die Landessprache zu lernen. Denn bedenken Sie: der Alltag wird belastend sein, wenn Sie nicht zumindest Grundkenntnisse der polnischen Sprache haben.

Polen für Expats

Für Auslandsarbeiter empfehlen sich Warschau und die Großstädte Stettin, Danzig und Breslau. Dort sind die internationalen Unternehmen, dort finden deutsche Expats die besten Stellen und eine dazu passende Umgebung.

Polen für Rentner

Ganz Polen ist attraktiv, wenn Sie Polnisch sprechen und/ oder Familie in Polen haben. Für den Rest der Deutschen schlage ich die grenznahen Gebiete vor. Warum? Es sind höchstens 40 Kilometer bis nach Deutschland. Das ist gut für manche Einkäufe oder falls Sie einen deutschen Arzt aufsuchen wollen. Im Grenzgebiet gibt es viele Pendler und Grenzgänger und darum sprechen dort viele Polen Deutsch.

Einreisebestimmungen

EU-Bürger können ohne politische Barrieren nach Polen auswandern. Zur Einreise genügt ein gültiger deutscher Personalausweis oder Reisepass. Allerdings hat Polen die Freizügigkeit der EU begrenzt: Es wird eine Arbeitserlaubnis benötigt. Personen, die Arbeit suchen, werden von polnischen Arbeitsmarktservices unterstützt.

Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis

Ein Aufenthalt ist ohne Visa für 90 Tage möglich. Wollen Sie länger bleiben, benötigen Sie eine Erlaubnis. Wenn der Aufenthalt länger als 3 Monate dauert, ist der EU-Bürger verpflichtet, seinen Aufenthalt registrieren zu lassen. Der Antrag auf die Registrierung des Aufenthalts ist persönlich (!) im Büro des zuständigen Woiwoden zu stellen. Der entspricht in etwa dem Ministerpräsidenten eines Bundeslandes in Deutschland - großer Bahnhof für einen kleinen Verwaltungsakt. Im Amt ist zur Feststellung der Identität Reisepass oder Personalausweis vorzulegen. Arbeitnehmer benötigen außerdem einen Beschäftigungsnachweis oder schriftliche Zusage des Arbeitgebers über die Einstellung.

Um in Polen arbeiten zu können, benötigt der Einwanderer eine Arbeitserlaubnis. Diese kann in Polen beim Arbeitsamt beantragt werden und gilt für 6 bis 12 Monate.

Ihr erster Schritt sollte sein: kontaktieren Sie die polnische Botschaft in Berlin. Dort erfahren Sie alle Details zum Arbeitsvisum. Vorteil: Wenn Sie dann in Polen sind, müssen Sie sich weniger um bürokratische Fragen kümmern.

Bevor Sie losziehen

Ich weiß, es geht beim Auswandern um mehr als um Geld. Aber da man Geld genau zählen kann, bleibe ich doch mal nur dabei. Und stelle die Frage: Welches Land ist das billigste in der EU, wenn man Mieten, Lebensmittel, Restaurant - alles zusammen nimmt? Das billigste Land in der EU ist dann Bulgarien (mehr im Interview): Dort bezahlen die Menschen nicht einmal halb so viel, wie im EU-Durchschnitt. Platz Zwei geht an Polen - hier liegt das Preisniveau bei 58 Prozent des EU-Durchschnitts. Danach folgen Ungarn und Tschechien.

Webtipps

letzte Bearbeitung: 30.03.2017

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Kommentare

Wer hat denn die groessten Schwierigkeiten, den Geist einer Europaeischen Gemeinschaft aufzunehmen und zu verstehen. Das ist doch wohl sicherlich die polnische Politik.

Nein, ganz sicher nicht. Die größten Schwierigkeiten dabei haben die Menschen quer durch ganz Europa, die keine Politiker sind. Das zwingt dann Politiker in allen Ländern zu einem Spagat zwischen Brüssel und nationalen Interessen. Falls in Polen der Eindruck entsteht, dass dieses Land da 'aus dem Rahmen fällt', ist das sicher verzerrt.

viele Grüße, Knut

Traeumen Sie weiter.
Der Transformationsprozess ist der, das dieses Land aus den Folgen herauskommen muss, auf die Vergangenheit bezogen.
Die gesellschaftlichen Deformationen die sich in den Altlasten begruenden, muessen ueberwunden werden.
Das wird die Generation, die im Kommunismus aufgewachsen ist, nicht mehr schaffen.
Abgesehen von elitaeren Schichten hier in Polen, herrscht ziemliches Mittelalter in der Provinz.
Wenn Sie das noch nicht erkannt haben, dann tun Sie mir leid.
Radio Maria laesst gruessen.
Dann gehoeren Sie eben auch zu dieser Klasse.
Kommen Sie doch nicht mit diesen Banalheiten,
in allen Laendern der Welt gibt es positives und negatives.
Es ist doch unstrittig, dass grosse Teile der polnischen Gesellschaft Probleme haben, ihre eigene Vergangenheit aufzuarbeiten.
Wer hat denn die groessten Schwierigkeiten, den Geist einer Europaeischen Gemeinschaft aufzunehmen und zu verstehen.
Das ist doch wohl sicherlich die polnische Politik.
Nach dem Motto -alles nehmen was du kriegen kannst und halte fest, was Du einmal besitzt.-
Die Politik ist auch ein Spiegelbild derer, die ihre Regierung waehlen. Die Schoenrednerei ist nicht mein Ding, ich weis wovon ich rede.

Hallo,

es ist für mich und sicher für viele andere User dieses Forums unstrittig, dass man in Polen, wie auch in anderen Ländern schlechte Erfahrungen machen kann. Dieses wird doch von niemanden ernsthaft bestritten. Doch bei den eigenen Schilderungen und bei aller Kritik und Erfahrungsschatz sollte man doch beachten, wie man das macht, d.h. auf welche Art und Weise. Vor allem wenn man über Kultur, Geschichte und die jeweilige Lebensweise schreibt.

Deshalb auch meine Kritik an Ihrer Formulierung, wie z.B: „Denn der Pole mag es überhaupt nicht, wenn man ihn auf etwas aufmerksam macht. Oder ihn gar kritisiert. Logische Dinge, die in Deutschland ganz normal sind, werden hier ganz schnell zum Paradox.“. Was möchten Sie damit eigentlich sagen und wem helfen diese und ähnliche Statements eigentlich. Keine Ahnung…

Kurz zur meiner Person, ich lebe mit meiner Frau, die Polin ist, seit 7 Jahren in Polen. Bevor ich mich entschieden habe auszuwandern, habe ich drei Jahre gependelt. Aufgrund meines Jobs – ich arbeite im Vertrieb - und aufgrund meiner familiären Situation (meine Frau kommt aus der ärmsten Region Polens – Podlaskie) habe ich die Möglichkeit, Land und Leute gut kennenzulernen. Ich persönlich ziehe es auch vor, in einer größeren Stadt zu leben, weil mir das Denken und Handeln hier viel näher ist als in ländlichen Gebieten. Ich lebe hier ganz und gar nicht anonym, bewohne eine Mietswohnung, arbeite in einer deutschen Tochtergesellschaft, habe einen „polnischen“ Arbeitsvertrag und habe nun seit dem ich in Polen lebe viele gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht.

Bei allen Überlegungen bezüglich einer Auswanderung nach Polen sollte man, denke ich Folgendes betrachten: Die polnische Wirtschaft-, Politik -und Gesellschaftsstruktur befindet sich seit 20 Jahren in einem Transformationsprozess. Dieser ist mit zahlreichen Folgen behaftet, denn einige Regionen, vor allem Städte profitieren von diesem Prozess schneller als Andere. Dieses hat natürlich auch Konsequenzen auf die jeweilige Gesellschafts- und Denkstruktur in vielen Regionen. Es gibt dabei wie immer Gewinner und Verlierer! Man könnte dieses Beispiel, denke ich zweifellos auch auf den Transformationsprozess in Ostdeutschland und den damit verbundenen Problem übertragen. Wenn man sich dieses einmal vergegenwärtigt dann kann man die in Deutschland und Polen herrschenden sozialen, wirtschaftlichen und damit auch verbundenen kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser verstehen und einschätzen.

VG
gw

Meine Frau kommt aus Kepno - Wielko Polskie (Bundesland)- auch Poznan gehoert dazu.Dort wohnen im Allgemeinen mit die freundlichsten Menschen in Polen, so sagen die Polen!!!!!!!
Ich kann das bis heute nach fast 13 Jahren Aufenthalt in Polen ziemlich bestaetigen.

Noch eine Frage,die ich vergessen hatte.
Sie leben sicherlich in Poznan wie in jeder Grosstadt
relativ anonym in einer Wohnung? Sie haben daher sicherlich kein Grundstueck mit Haus und leben Seite an Seite mit Nachbarn, wo es nicht so anonym zugeht?

Durch meine Frau komme ich ausschliesslich mit Einheimischen zusammen, und deshalb weiss ich wovon ich rede.
Darum niemals in die Provinz gehen und das trifft nicht nur auf Oppeln zu!!!!!!!!!!!!!!!
Man sollte sich immer davor hueten, dem anderen Falschaussagen zu unterstellen. Nur aufgrund seiner eigenen Erfahrungen. Es gibt nicht nur schwarz und weiss sondern auch unterschiedliche Farben.
Und deshalb habe ich auch keine Lust, mich weiter auf das Thema einzulassen.
Und dann diskutieren Sie doch einmal mit Polen ueber unsere
gemeinsame Vergangenheit, Karczinski laesst gruessen!!!!!
Przyjemnej zabawy!!
Do widzenia
R

Sehr geehrter Herr GW,
was bedeutet das zeitlich gesehen " Sie leben seit einiger Zeit in Polen?"
Sie sollten meine Abhandlung schon genau lesen!
Ich habe klar zum Ausdruck gebracht, welche Staedte zu bevorzugen sind, unter anderem auch Poznan.
Wenn Sie sich hier wohlfuehlen, dann Gratulation.
Aber dennoch habe ich nur meine Erfahrungen wiedergegeben.
Nur kann Ihnen bestaetigen, das die meisten Westeuropaer
die ueber eine gewisse Kultur verfuegen, hier schnell wieder
resignieren.
Wenn ich Klartext rede dann sind es Erfahrungen, die ich in langer Zeit hier gemacht habe und natuerlich nicht nur ich.
Ich koennte sicherlich noch ganz andere Geschichten wiedergeben, aber ich habe darauf bewusst verzichtet.
Denn dann haetten Sie mich sicherlich in der typischen deutschen Reflexhaftigkeit als Rassist bezeichnet.
Ich wollte nur die Leute warnen die glauben, sie werden es
hier in Polen leicht haben.
Hier wird der Eindruck erweckt, Polen waere ein Einwanderungsland, das ist absolut falsch.
Stattdessen wollte ich klarmachen, dass es sich um Rueckwanderung mit polnisch-schlesischem Hintergrund handelt.
Von daher sollte man keiner Statistik trauen.
Wenn ich also davon spreche, dass man es in einigen Grosstaedten wagen koennte, so bestaetigen Sie mich in Ihrer Aussage. Indem Sie bestaetigen, dass Sie dort
andere Erfahrungen gemacht haben.
Und zu guter Letzt muss ich Sie daraufhinweisen, dass Sie auf einer Insel leben und den Rest noch nicht kennengelernt haben.

Hallo,

also ich muss schon sagen ein gewagtes Statement, mit ungewöhnlichen Thesen über Kultur, Ordnungsbewusstsein und Geschichtserkenntnis, die Sie hier formulieren. Eine gewisses Maß an Objektivität in Ihren Aussagen wäre schon sehr wünschenswert. Richtig ist, dass man sich gut überlegen sollte in welcher Region Polens man zukünftig wohnen möchte, sicher ist Oppeln kein gutes Beispiel für eine weltoffene polnische Großstadt. Ich wohne und arbeite seit einiger Zeit in Posen und meine Erfahrungen stehen im direkten Gegensatz zu Ihren. Nun ich möchte mich nicht auf eine Debatte über Mentalitäts- und Kulturunterschiede einlassen, die man auch in Deutschland zwischen den einzelnen Bundesländern im Osten und Westen differenziert betrachten sollte aber Ihre Formulierungen, wie z.B. „Denn der Pole mag es ueberhaupt nicht, wenn man ihn auf etwas aufmerksam macht. Oder ihn gar kritisiert. Logische Dinge, die in Deutschland ganz normal sind, werden hier ganz schnell zum Paradox.“ , gehören meines Erachtens logischerweise und kritisch betrachtet ins Mittealter.
VG
gw

Sicherlich gibt es polnische Bauunternehmer, die solche Margen von 40 % verdienen. Es gibt aber mindestens genauso viele, die beim Bauen zur Zeit pleite gehen. Auch sind im allgemeinen die Preise fuer Grundstuecke und Immobilien ins Uferlose gestiegen.

Allerdings wird wenig davon verkauft. Vieles was hier ueberteuert angeboten wird, entspricht eigentlich gar nicht der Marktsituation. Dahinter steckt wohl mehr die vielgeruehmte Schacherei und Mentalitaet der Polen, Geschaefte zu machen. Ausnahmen bestaetigten die Regel.

Wenn viele polnischstaemmige Deutsche positiv ueber Polen sprechen und den Wunsch haben, nach Polen zurueckzukehren,
dann muss man auch ihren Hintergrund beleuchten. Es sind meistens Leute aus den ehemaligen deutschen Gebieten. Also ueberwiegend sogenannte Schlesier. Und unter ihnen gibt es dann auch drei grundverschiedene Fraktionen.

Das sind die Schlesier, die seit tausend Jahren die schlesischen und sudetischen Gebiete bevoelkern. Dann die oesterreichisch-deutsche Fraktion- die meisten davon sind nach Deutschland ausgewandert worden. Und die von Polen zugewanderten Neu-Schlesier. Was will ich damit sagen.

Ich bin Deutscher und wohne seit zehn Jahren in der Naehe
von Oppeln. Als reiner Deutscher mit gewissen Anspruechen an Kultur und Lebensweise sollte man sich sehr ueberlegen, leichtsinnig die Lebensqualitaet und alles was damit zusammenhaengt in Deutschland aufzugeben.

Wenn man von einer deutschen Firma nach Polen delegiert wird,um dort eine leitetnde Position auszuueben, kann man es durchaus wagen. Und dann sollte man auch nur in den aufstrebenen Grosstaedten arbeiten. Warschau, Wroclaw, Krakau, Poznan als erste.

An sozialen Errungenschaften ist Deutschland ein Paradies verglichen mit Polen. Von der Provinz ist prinzipiell abzuraten, da man dort von der Mentalität unversehens ins Mittelalter katapultiert wird. Als Evangelist, Atheist oder philosophisch Andersdenkender sollte man da garnicht erst auftauchen. Auch im Bezug auf andere Dinge wie Umwelt-und Luftverpestung kann ich nur abraten.

Es gibt hier keine vergleichbaren Umweltgesetze wie in Deutschland. Als Privatmann ist man dem Terror des Nachbarn hier ausgesetzt. Derjenige, der seine familiaeren Wurzeln
ausschliesslich in Deutschland begruendet, wird hier sehr schnell an seine kulturellen Grenzen kommen.

Auch wenn man im ersten Augenblick denkt, die Polen sind wie wir Deutschen, sollte ersteinmal laenger hier leben.
Dann schaelen sich die Unterschiede mehr oder weniger sehr wohl heraus. Dann wird einem auch die deutsche Ordnungsliebe sehr schnell zum Verhaengnis. Denn der Pole mag es ueberhaupt nicht, wenn man ihn auf etwas aufmerksam macht. Oder ihn gar kritisiert. Logische Dinge, die in Deutschland ganz normal sind, werden hier ganz schnell zum Paradox.

Nichts desto trotz gibt es natuerlich sehr nette Menschen hier und meine Frau ist eine echte Polin.
Aber trotzdem haben wir den groessten Wunsch, dieses Land zu verlassen. Aber erst muessen wir unser Haus verkaufen.

Hallo Waldschrat,

ich habe Deinen Kommentar zum Auswandern nach Polen gelesen.
Ich würde Dir gerne noch ein paar Fragen stellen, wenn Du nichts dagegen hast.

Melde Dich doch bitte bei mir: nop-erator@gmx.net

Danke!

die Developer (Bau) in Polen haben Margen von 40%. Davon können die anderen nur träumen. Ich kann wetten, dass die Developer in Polen zurzeit mehr als in Deutschland verdienen.

Hallo Freunde der polnischen Kultur...:-)

kurz zur meiner Person, ich bin gebürtiger Pole und lebe seit meinem vierten Lebensjahr in Deutschland.

Jetzt mit 28Jahren zieht es mich ungemein nach Polen..
Ich arbeite in der Geschäftsführung einer Investmentgesellschaft hier und kann mir durchaus vorstellen, meine Tätigkeit in Polen fortzusetzen.... Kann mir jemand helfen, ob man im Finanzsegment gute Möglichkeiten hat, denn diesen kenne ich leider überhaupt nicht.
Über Zuschriften und nette Diskussionen mit euch, die schon ausgewandert sind, oder es wollen freue ich mich sehr...

Beste Grüße

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