Kinder im Ausland

Die Themen: Auswandern mit Kindern, wie Kinder im Ausland leben und Tipps für einzelne Zielländer. Unten auf dieser Seite finden Sie weitere Artikel zu diesen Themen.

Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet: Wo leben Kinder am gesündesten? Wo lernen sie die meisten Fremdsprachen? Wo sind die Kosten der Erziehung am niedrigsten? Was ist beim auswandern mit Kindern zu bedenken, zu tun? - Darum geht es im nächsten Artikel.

Wie gesund leben die Kinder?

In welchem Land leben Kinder von Auswanderern und Expats am gesündesten? Als Maßstab wurde herangezogen:

  • Wieviel Sport die Kinder treiben
  • Wieviel ungesunde Nahrungsmittel (junk food) sie zu sich nehmen - dazu zählen stark fett-, salz- oder zuckerhaltige Lebensmittel wie Pommes frites, Kartoffelchips, Süßwaren und Limonaden, Fastfood und Fertiggerichte
  • Wieviel Zeit Kinder mit Computerspielen verbringen
  • Wieviel Zeit Kinder vor dem Fernsehr verbringen

Gesunde Kinder

Großbritannien schneidet schlecht ab und ist der teuerste Ort, um Kinder großzuziehen. Expat Kinder in Indien verbringen weniger Zeit im Freien, sind jedoch insgesamt am gesündesten.

 

Indien und Australien haben die gesündesten Expat-Kinder. Fast zwei Drittel der Eltern in Australien sagten, dass ihre Kinder mehr Sport treiben und 80 Prozent sagen, dass ihre Kinder mehr Zeit im Freien verbringen. 40 Prozent der Eltern gaben an, dass ihre Kinder weniger TV sehen als im Ursprungsland.

Das Vereinigte Königreich schneidet insgesamt am schlechtesten ab: 86 Prozent der Kinder verbringen gleichviel oder mehr Zeit vor dem Fernseher als in ihrem Herkunftsland. 90 Prozent verbringen genau so viel oder mehr Zeit mit Computerspielen.

Kinder in Spanien, Frankreich, Indien und Deutschland essen am gesündesten. 80%, 68%, 67% bzw. 54% der Kinder essen weniger junkfood als in ihrem Herkunftsland. Im Gegensatz dazu essen 51 Prozent der Kinder in den USA mehr Junk-Food als vorher und nur 7 Prozent essen davon weniger.

Der Ländervergleich: gesunde Lebensweise

Platzierung, Zielland Sport Junk Food Computer Games TV sehen
#1 Indien 11 12 11 12
#2 Australien 14 6 12 12
#3 Frankreich 8 13 8 12
#4 Spanien 2 14 14 8
#5 Deutschland 8 11 4 13
#6 Belgien 9 10 13 3
#8 China 5 5 13 12
#9 Singapur 12 8 9 4
#10 Kanada 13 2 1 14
#11 VAE 8 8 7 5
#12 Niederlande 1 9 7 7
#13 USA 10 1 7 2
#14 Hong Kong 5 4 4 6
#15 Großbritannien 3 3 4 1

Noch ein interessantes Detail: Auswanderer-Kinder in Europa lernen am intensivsten Fremdsprachen, während die in Asien am stärksten bei ihrer Muttersprache bleiben.

Es gibt (fast) überall internationale Schulen

Ein Drittel der Familien, die ausgewandert sind, schicken ihre Kinder auf eine internationale Schule. Ein Drittel wählt öffentliche Schulen, jede fünfte Familie eine Privatschule.

Eine Umfrage von InterNations nach der Qualität des Bildungssystems aller Zielländer ergab #1 für die Schweiz (das beliebteste Zielland der Deutschen). In der Schweiz schicken die meisten Auswanderer ihre Kinder auf öffentliche Schulen (53%). 27% besuchen eine internationale Schule. Singapur liegt in der Umfrage auf #2. Danach folgen Belgien auf #3, Deutschland auf #4 und die Niederlande (Platz 5).

Kosten der Kindererziehung im Ausland

Die Umfrage hat weiter ergeben, dass Spanien, Indien und China die in der Kindererziehung/ -betreuung billigsten Länder sind. Die teuersten Länder sind das Vereinigte Königreich, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Hongkong.

In Indien ist es normal, dass Ausländer Hauspersonal anstellen. Die Putzfrau gehört häufig dazu, genausowie der Fahrer oder die Köchin. Für Inder ist es etwas Normales, für eine Aufgabe in einem genau umrissenen Bereich angestellt zu sein, wo der multitasking-geschulte Auswanderer annimmt, dass, wer kochen kann, auch putzen kann. Die Personalkosten sind in China und Indien geringer als in Europa.

Kinder lernen - nicht nur in der Schule

Das hat auf den ersten Blick nichts mit Kindererziehung zu tun. Auf den zweiten Blick fällt dann aber doch auf, dass es um mehr geht als die Frage, ob man eine Nanny anstellt und die Kinder zur Schule fahren lässt. Auch das Hauspersonal lehrt Kinder von Expats etwas und sogar dann, wenn es keine Tätigkeit ausübt, die direkt mit dem Kind zu tun haben. Wie die Angestellten sich untereinander verhalten, wie die Angestellten mit Eltern und Kindern umgehen, ob sie fröhlich sind, ob sie höflich sind usw. ... Davon hängt es auch ab, wie das Kind im Gastland aufwächst.

Kosten der Kindererziehung/ -ausbildung in Zahlen

Zurück zu den Kosten. Da Auswanderer (sie sind stets die Minderheit) immer etwas außerhalb der Landesnorm liegen, würden Statistiken wenig Sinn machen. Hilfreich ist es jedoch zu wissen, in welchem Land die Kosten der Kindererziehung wie hoch sind. Nehmen wir Großbritannien. Die Universität Loughborough hat ermittelt, dass ein britisches Kind bis zum 17. Lebensjahr 86.500 EUR kostet. Die Kosten für Wohnung, Schule oder die Nanny sind da noch nicht enthalten. In Schweden sind für die Versorgung einer Familie zwei Einkommen nötig. Wenn in einer Familie mit zwei Kindern über nur ein Elternteil arbeitet, blieben nur vier Prozent für "sonstige Ausgaben", alles andere ist für laufende Kosten verplant. In den USA ist die teuerste Anschaffung das Haus, danach ist das Kind die nächstteuere "Investition". Ein Collegeabschluss kann 200.000 EUR kosten - nach oben hin ist alles offen. Diese Zahlen aus "Die Welt" sind heute nicht mehr aktuell (von 2001). Doch sie zeigen die großen Unterschiede von Land zu Land. In den Kosten. Und das Teuerste muss auch hier nicht das Beste sein.

Letztlich ist es die Frage: Wie will ich leben?

Diese Frage geht an die Eltern. Denn Kindererziehung ist auch,aber nicht isoliert eine Kostenfrage. Gäbe es das eine Land, das für jede Familie besser ist als andere, würde ich es Ihnen sagen. Aber dem ist nicht so. Es ist eine Frage der Wahl und die Wahl können nur die Eltern treffen.

Die Frage, in welchem Land man leben will, stellt sich auch für Familien mit Kindern. Verdienst und Karrierechancen der Eltern sind dabei genau so wichtig wie das Schulsystem und Unterhaltskosten. Es macht also Sinn, dass Sie sich mit Fragen rund ums Work Life Balancing beschäftigen. Gerade, wenn Kinder da sind. Laut Statistischem Bundesamt kosteten im Jahr 2012 die Kinder in Deutschland durchschnittlich 550 EUR/ Monat. Bis das Kind 18 ist, sind somit über 100.000 EUR zusammengekommen. Andererseits gibt es in vielen Ländern Kindergeld, was die Belastung der Eltern verringert. Wofür wird es ausgegeben? Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 ist der größte Posten Kleidung. 23% der Befragten nannten zuerst die Kleidung, und auf dem zweiten Platz folgen Lebensmittel mit 18%. Taschengeld (15%). 13% gaben an, vom Kindergeld für Studium oder das Auto anzusparen.

Auslandsaufenthalt für aktivere Kinder

Im Allgemeinen leben Menschen im Ausland aktiver - und der Lebensstil der Erwachsenen spiegelt sich in der Lebensweise ihrer Kinder wieder. Fast die Hälfte der Auswanderer gibt an, dass ihre Kinder mehr Zeit draußen verbringen, als im Herkunftsland. Australien führt weltweit nach diesem Kriterium: mehr als drei Viertel der Eltern berichteten, dass ihre Kinder mehr Zeit im Freien verbringen. Die Australier sind eh bekannt dafür, mehr Sport als andere zu treiben. Auf den nächsten Plätzen folgen Spanien (59 Prozent) und Frankreich (57 Prozent).

Der kulturelle Vorteil

Offenbar wirkt Auswandern für viele Kinder stimulierend: Ein Drittel aller Eltern sagen, dass ihre Kinder seit der Ankunft im neuen Land mehr lernen und mehr als die Hälfte sagen, dass ihre Kinder im gleichen Umfang wie zuvor lernen. Nur 10 Prozent der Auswanderer sagten, dass die Lernzeit der Kinder abnahm.

Auswanderer- und Expat-Kinder sprechen auch mehr Sprachen. In der Hinsicht ist Europa der beste Ort: In den europäischen Ländern lernen Kinder die meisten Fremdsprachen. In Spanien - führen innerhalb Europas - sprechen 94 Prozent der Befragten zwei oder mehr Sprachen.

Quelle: Umfrage von Freshminds, 2008. Befragt wurden über 2.000 Auswanderer auf vier Kontinenten. www.freshminds.co.uk

Das beste Land für Kinder

Auswandern eröffnet für die Eltern und ihre Kinder einen neuen Lebensabschnitt. Ob die Auswanderung glückt, wie lange der Auslandaufenthalt dauert, das hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Karrierechancen
  • Lebenskosten
  • Gesundheit (Gesundheitsversorgung, ausgewogene Lebensweise)
  • Zukunftsgewissheit und Optimismus
  • Angebot an Schulen und Kinderbetreuung und anfallenden Kosten

In Umfragen unter erwerbstätigen Auswanderern liegen regelmäßig Schweden, Dänemark und die Schweiz vorn, wenn es um gesunde Kinder geht (befragt werden die Eltern). Der World Happiness Report 2013 sah folgende Länder als die glücklichsten Länder der Welt an:

  1. Dänemark - das kühle Land der Radfahrer, unser Nachbar im Norden
  2. Norwegen - Land der Fjorde zwischen Polarkreis und Nordsee. Für die, die das "Nordvirus" haben, ein Paradies. Gehört in vielen Rankings zur Weltspitze.
  3. Schweiz - reizvolles Land in den Alpen, seit über 10 Jahren die unangefochtene Nummer eins unter den Auswanderungszielen der Deutschen.
  4. Niederlande - ein Geheimtipp. Nederland hat weit mehr als Windmühlen, Käse und Coffeeshops zu bieten.
  5. Schweden - das große Land in Skandinavien.
  6. Kanada
  7. Finnland
  8. Österreich
  9. Island
  10. Australien
  11. Israel
  12. Costa Rica
  13. Neuseeland
  14. Vereinigte Arabische Emirate
  15. Panama
  16. Mexiko
  17. USA
  18. Irland
  19. Luxemburg
  20. Venezuela

(Großbritannien Platz 22, Frankreich Platz 25, Deutschland auf 26.)

Im Jahr 2015 hat das Meinungsforschungsinstitut Gallup Menschen nach ihrer Lebensfreude befragt (Wie entspannt waren Sie gestern?, Wie viel Freude haben Sie empfunden?, Haben Sie gelacht?, Fühlen Sie sich respektiert?, usw). Ergebnis: Platz 1 weltweit belegt Paraguay. Die zehn Staaten mit der glücklichsten Bevölkerung liegen übrigens alle in Lateinamerika. - Was fängt der gut informierte Expat nun mit diesem Datensalat an?

Das alles zusammengenommen, kann man vielleicht doch ein Land nennen, das für die Kinder das beste ist. Es ist das Land, in dem Sie, die Eltern, zufrieden sind. Planen ist o.k., vergleichen ist wichtig - aber letztlich muss man aufpassen, sich nicht zu überoptimieren. Sowas mögen Kinder nämlich gar nicht.

zuletzt bearbeitet: 20.06.2017

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